Posts Tagged ‘Nachschub’

Arbeitsdemokratie und Kriegsführung

17. August 2017

Robert E. Lee, der berühmteste Heerführer der Konföderierten im amerikanischen Bürgerkrieg, siegte immer wieder gegenüber von der Mannschaftsstärke, Nachschub und Ausrüstung her weit überlegenen Kräften durch „Führen mit Aufträgen“. Wikipedia:

Eine Besonderheit Lees war das Führen mit Aufträgen. Das war damals wie heute in den amerikanischen Streitkräften nicht üblich, deshalb benötigten seine Untergebenen einige Zeit, sich auf die damit verbundenen Freiheiten einzustellen. Das führte bei einigen Feldzügen zur Niederlage: Während des zweiten Tages der Schlacht von Gettysburg befahl er dem Kommandierenden General des II. Korps, Generalleutnant Richard S. Ewell, anzugreifen, wenn sich eine „favorable opportunity“ (günstige Gelegenheit) ergeben sollte. Ewell sollte eine solche Situation herbeiführen. Er wartete jedoch ab, ob eine solche eintrat. Weitere Beispiele dazu gibt es in der Sieben-Tage-Schlacht. War das gegenseitige Verständnis jedoch eingespielt, z.B. beim Maryland-Feldzug oder während der Schlachten von Fredericksburg und Chancellorsville, ergaben sich gegenüber den Nordstaatlern eindrucksvolle Siege.

Ähnliches läßt sich über die Wehrmacht sagen und es ist auch Teil der „inneren Führung“ bei der Bundeswehr. Diese Tradition läßt sich bis auf die Befreiungskriege gegen Napoleon zurückführen. Damals kämpften die Soldaten für ihre eigenen Interessen, wie wenig später die Südstaatler gegen die Zentralregierung mit derem Heer, das imgrunde eine Söldnertruppe war, die einen Angriffskrieg durchführte. Deshalb ist heute auch die israelische Armee ohne Zweifel die beste Streitmacht der Welt: weil die Leute aus eigenem Antrieb und selbstverantwortlich kämpfen. Der Kommandant hat den Gesamtüberblick, aber was die direkte Lagebeurteilung an der unmittelbaren Front betrifft, ist er so gut wie blind. Eine gut geführte Armee ist wie ein Organismus. Dazu schreibt Reich:

Für den Funktionalismus gibt es kein „höheres“ Zentrum und kein „niederes“ Ausführungsorgan. (…) Der Organismus als Ganzes bildet ein natürliches Kooperativ gleichwertiger Organe verschiedener Funktion. Wenn die natürliche Arbeitsdemokratie biologisch begründet ist, so finden wir sie in der harmonischen Kooperation der Organe vorgebildet. Eine Vielheit und Verschiedenheit ist zu einer Einheit zusammengefaßt. Die Funktion selbst steuert die Kooperation. Jedes Organ lebt für sich selbst, funktioniert im eigenen Bereiche auf Grund eigener Funktionen und Anreize. Die Hand greift und die Drüse sezerniert. Die einzelnen Organe sind selbständige Lebewesen mit eigener Empfindung und Funktion begabt. (Äther, Gott und Teufel, S. 124)

Hier ein interessantes Gespräch über die funktionellen Ursprünge der modernen deutschen Nation:

ES LEBE DAS HEILIGE DEUTSCHLAND!