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Was bedeutet „kontaktlos“?

9. August 2016

Ein Gespräch darüber, wie „kontaktlos“ ein besonders rücksichtsloser Nachbar ist? Darauf: „Stimmt, der hat nie Besuch!“ Ich meinte mit „kontaktlos“ jedoch etwas vollkommen anderes bzw. fundamentaleres als „Sozialkontakte haben“.

„Kontaktlosigkeit“ ist eines der häufigsten und zentralsten Begriffe der sozialen Orgonomie, doch kaum jemand scheint damit etwas anfangen zu können. Was bedeutet „kontaktlos“?

„Kontakt“ bedeutet zunächst einmal ganz im Sinne meines Gesprächspartners, Kontakt mit anderen. Konkreter die Überlagerung zweier organismischer Orgonenergie-Felder und die daraus resultierende bioenergetische Erregung. Erregung, die wahrgenommen wird! Ein Komapatient mag jede Menge bioenergetischer Überlagerung mit anderen Feldern haben, trotzdem ist er mangels Wahrnehmung kontaktlos.

Spezifischer bedeutet deshalb Kontakt das Zusammengehen von Erregung und Wahrnehmung. Der durchschnittliche Neurotiker lebt in einem Zustand der Kontaktlosigkeit, weil die generelle Körperpanzerung zu einer dramatischen Drosselung von Erregung und Wahrnehmung führt, so daß es von daher zu keinem Zusammengehen dieser beiden Funktionen und damit zu keinem Kontakt kommen kann. Beim Schizophrenen wird dieser Zustand des Scheintodes künstlich mittels Medikamenten hergestellt. Ohne Medikation sind beim Schizophrenen Erregung und Wahrnehmung zwar weitgehend intakt, doch kommt es aufgrund der lokal begrenzten extremen Augenblockade zu einer Spaltung zwischen beiden, so daß ebenfalls kein Kontakt zustande kommt. Die Spaltung bedingt, daß die Wahrnehmung vollkommen unabhängig von der Erregung ist und beispielsweise hinter der Unbill des Alltags plötzlich eine „Verschwörung des CIA“ steckt.

Zwei weitere Formen der Kontaktlosigkeit beruhen darauf, daß Erregung und Wahrnehmung zwei „heterogene Funktionen“ sind, d.h. ineinander übergehen können. Wenn Wahrnehmung chronisch in Erregung überführt wird, haben wir es beispielsweise mit „Aufmerksamkeitsstörungen“ wie bei ADHS zu tun. Das ist der durchschnittliche Dauerzustand der heutigen Gesellschaft. Sie versucht dem mit einem allgegenwärtigen „Buddhismus-Kult“ entgegenzuwirken, bei dem Erregung in Wahrnehmung überführt wird („Achtsamkeit“). „Alles ist leer!“ Siehe dazu auch Die Massenpsychologie des Buddhismus.

Der Dalai Lama im Dschungelcamp

3. Februar 2014

Der mechanistische Geist steht, schaut er in die Welt, einem vollständigen Chaos gegenüber, da er unfähig ist, gemeinsame Funktionsprinzipien (CFPs, Common Functioning Principles) zu sehen. Was ist das CFP unserer Kultur? Der brave „Reichianer“ wird jetzt vielleicht sagen: „Die Panzerung!“ Nun, das ist kein Funktionalismus, sondern kurzschlüssiger und abstrakter Mystizismus! Die Antwort ist nämlich viel zu unspezifisch und bietet kaum einen Ansatz, um irgendetwas praktisch zu verändern. Es ist bloße „Wahrheitskrämerei“!

Das tatsächliche CFP unserer gegenwärtigen Kultur läßt sich wie folgt ausdrücken:

transemse

Diese heterogene Funktionsgleichung erklärt sowohl die mechanistische als auch die mystische Seite unserer aktuellen Kultur.

Beispielsweise fragte die BILD-Zeitung angesichts der Ekelorgien im „Dschungelcamp“ einen Zoologen von der Uni Duisburg-Essen, was denn der Wurm fühle, wenn er auf dem Teller landet und dann zerkaut wird. Die „wissenschaftliche“ Antwort: „Er steht ungern im Rampenlicht. Aber Angst hat so ein Wurm nicht.“ Lande er im feuchten und dunklen Mund, sei er „für eine Sekunde (…) im Paradies – bevor er zermalmt wird“.

Auffällig bei allen derartigen Äußerungen ist stets, daß Emotionen (in diesem Fall Angst) geleugnet und stattdessen Sensationen (Signal: „Licht“, Reaktion: „Flucht ins Dunkle, wo es feucht und warm ist“) in den Vordergrund geschoben werden. Daß Lust (bioenergetische Expansion) und Angst (bioenergetische Kontraktion) die fundamentalsten Eigenschaften alles Lebendigen sind, die unmittelbar beobachtet werden können, wie Reich in den 1930er Jahren mit seinen bio-elektrischen und Bion-Experimenten zeigte, ist diesen Wissenschaftlern vollkommen unzugänglich. Für sie sind Würmer nichts anderes als eine Art „Bioroboter“, die ohne Innenleben („Qualität“) auf äußere Reize („Quantität“) reagieren. „Angst“ ist für diese Wissenschaftler ein Phänomen, das erst bei hochentwickelten Organismen mit Ansätzen von Bewußtsein auftritt.

Dieser Sicht liegt eine noch fundamentalere Transformation zugrunde, als die oben dargestellte:

transerwa

Jedwede bioenergetische Erregung kann sich nicht entwickeln, sondern wird sofort in Wahrnehmung überführt, die entsprechend ein schizophrenes (oder „schizoides“) Eigenleben führt. Schließlich spielt sich alles nur noch im Kopf ab. Wir alle kennen das „wissenschaftliche“ Diktum, daß das Gehirn das einzige „erogene Organ“ sei. Der Mensch als Maschine mit einem „Geist“. Das, die Rolle des „Bewußtseins“, ist das mystische Element, das sich zwangsläufig in ihre mechanistische Weltsicht einschleicht.

In dieser Kultur gibt es keinen Platz für Emotionen (und damit keinen Platz für die Orgonomie!). Das, was an Emotionen in jedem Menschen vorhanden ist, wird sofort in Sensation transformiert. Das wird jedem Biologen, Psychologen, Soziologen von vornherein als „wissenschaftliche Herangehensweise“ eingetrichtert. Überhaupt wird jedwede bioenergetische Erregung unmittelbar in Wahrnehmung überführt, was zu deren Eigenleben führt. Diese Menschen haben keinen Wurm mit seiner lebendigen Ausdruckssprache vor sich, die man unmittelbar nachempfinden kann, sondern ein abstraktes Konstrukt. Das sehende Auge schwebt über einer toten mechanischen Welt.

Exakt die gleiche bioenergetische Tiefenstruktur findet sich im mystischen Pendant zum allgegenwärtigen Mechanismus:

Die Orgonomie ist der Todfeind jedweder Art von Mystizismus, insbesondere, wenn er sich organisiert, um die freie Entfaltung des Lebendigen zu hintertreiben (Emotionelle Pest). Ein Beispiel für den in den Massen schlummernden Faschismus (Mystizismus ist untrennbar mit Sadismus verbunden) ist die „Heil-Begeisterung“ für den Dalai Lama.

Beispielsweise hat sich der Stern in den letzten Jahren mit enthemmtem Pathos hervorgetan:

Er [der Dalai Lama] ist der Ozean der Weisheit und das wunscherfüllende Juwel. Er ist der verlorene König und der Seelenretter des Westens. Er ist Tibets menschgewordener Gott und die größte Sehnsuchtsleinwand für Sinnsüchtige. Wie ein Gott vertrieben wurde, wie er auszog, sein Land zu befreien, und dabei die Welt das Glücklichsein lehrte.

Bei Empfängen für den Gottkönig werden in der deutschen Hauptstadt tausende Tibetfahnen gehißt. Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen in ganz Deutschland auf ihren Rathäusern und Ämtern die Flagge Tibets. Es gibt keinen einzigen kritischen Presseartikel zum Siegeszug des „Gelben Papstes“, dem Europa wie eine reife Frucht in die Hand fällt, wenn dieses sich nicht gegen Saharasia verteidigt. Man lese dazu auch das Essay der Trimonis Der Eskapismus der Gutmenschen und besuche ihre Website www.trimondi.de.

Und was ist die großartige Botschaft seiner Heiligkeit? Sei authentisch, akzeptiere den anderen, übe Vergebung, das Streben nach Glück ist das wichtigste im Leben, etc.pp. Kein vernünftiger Mensch kann etwas gegen diese Allgemeinplätze sagen. Es sollte uns eher zu denken geben, daß der „Ozean der Weisheit“ praktisch nur solche austauschbaren Allgemeinplätze absondert.

Besonders gruselig wird es, wenn der Dalai Lama mit Quantenphysikern diskutiert („Blablablablablablabla“). Eine wissenschaftliche Koryphäe wie Stalin, Hitler, Mao und Ceausescu! Von der psychiatrischen Fachzeitschrift DNP – Der Neurologe & Psychiater wurde der Gelbe Papst im Oktober 2005 sogar zum „Mann des Monats“ erklärt. Er sei für seine „Schwäche für Neurotransmitter, synaptische Verschaltungen und Kernspintomographie“ bekannt! Beispielsweise habe sich seine Heiligkeit in der Eidgenössischen Technischen Hochschule, Zürich das Podium eines Symposiums zum Thema „Furcht und Angst“ mit „namhaften Wissenschaftlern“ geteilt.

In diesem Zusammenhang hat die DNP Sensationelles zu berichten: einer US-Studie aus dem Jahre 2004 zufolge haben tibetische Mönche, die der Dalai Lama ermutigt hatte, an dieser Untersuchung teilzunehmen, während der Meditation (und weniger ausgeprägt auch im Ausgangszustand!) im EEG eine „Gammaaktivität“ von einem Ausmaß gezeigt, das nie zuvor in einem „nichtpathologischen Kontext“ gemessen wurde. Daß das „Gammaband“ mit Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Lernen und bewußter Wahrnehmung in Verbindung gebracht wird – paßt zu unserer Analyse des bioenergetischen Hintergrundes des Buddhismus: die pathologische Transformation von Erregung in Wahrnehmung.

Auf insistieren des Dalai Lamas wurde dieser Zusammenhang vor kurzem erneut nachgewiesen. Maria Kozhevnikov, eine Neurowissenschaftlerin an der George Mason University in Fairfax, Virginia konnte zeigen, daß eine bestimmte Art der Meditation, bei der ein detailliertes mentales Bild der Gottheit geschaffen und erhalten wird, die visuelle Erinnerungsfähigkeit verstärkt. Wenn auch nur vorübergehend. Der Dalai Lama hatte dieses Forschungsprojekt angeregt, als er 2003 an einer neurowissenschaftlichen Konferenz am Massachusetts Institute of Technology teilgenommen hatte.

Die Transformation von Emotion in Sensation erklärt, warum die „Weisheiten“ des Dalai Lamas und sein Lächeln so… – so leer sind. Sie erklärt auch, warum er heutzutage so beliebt ist.

Meinen Buddhismus-Artikel habe ich mit vollem Recht nach Reichs Die Massenpsychologie des Faschismus benannt. Die Emotionelle Pest etwa im Islam zu durchschauen ist einfach. Beim Buddhismus bedarf es einer tiefergehenden funktionellen Analyse.