Posts Tagged ‘Neurotiker’

Über den Terrorismus (Teil 3)

14. Oktober 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.
 

Warum ist es so oft schwierig, mit dem Terrorakt oder den Terroristen umzugehen oder sie gar zu verstehen? Ein Problem ist, dass es für die meisten Menschen, da sie nach der dreischichtigen gepanzerten Struktur funktionieren, schwierig und manchmal unmöglich ist, die wahren Motive hinter der Fassade zu erkennen. Es beinhaltet ein gewisses Maß an Einsicht und Mut gegenüber der eigenen sekundären Schicht und dem Kern, denen der durchschnittliche Mensch mit Schrecken gegenübersteht. Es ist gleichbedeutend mit der direkten Konfrontation mit dem ganzen sekundären Schrecken – und dem DOR – der bzw. das sich unter der Oberfläche verbirgt.

Es ist noch schwieriger, sich der linksgerichteten politischen Pest entgegen zu stellen – insbesondere für „Intellektuelle“ (d.h. intellektuell abwehrende Menschen). Der Grund dafür ist, dass der durchschnittliche anständige Neurotiker auf die humanistische Fassade der Linken reagiert, ohne zu wissen, dass sich die intellektuell abwehrenden, modernen liberalen Typen heimlich mit einer Fassade identifizieren, die Parallelen zu der ihren aufweist (die der emotionellen Pest). Der Unterschied besteht darin, dass die humanistische Fassade des Liberalen eine Abwehr gegen die sekundäre Schicht darstellt, wohingegen die Fassade der Pest ihr dient, wie Elsworth F. Baker aufzeigte (3). Die linke Abwehrstruktur ist voller Schuldgefühle, Subversion, Rebellion und umfassendem Hass gegen alle Autoritäten (Establishment/Vater).2

Es ist von daher nicht überraschend, dass die meisten terroristischen Führer und sogar ihre Anhänger aus der mittleren und/oder intellektuellen Schicht der Gesellschaft kommen, die von den oben beschriebenen strukturellen Merkmalen durchdrungen ist.

Rechte Terroristen sind grundsätzlich wie linke Terroristen strukturiert. Der Unterschied liegt in ihren Fassaden, die eher nationalistisch und rassistisch als internationalistisch und nivellierend, wie die ihrer linken Pendants, sind. Beide Gruppen sind elitär in der Annahme, dass sie wissen, was für die Massen am besten ist. Wie das alte Sprichwort sagt: „Die Nazis töten dich zu ihrem eigenen Besten und die Kommunisten töten dich zu deinem eigenen Besten.“ Beide Gruppen zielen auf willkürliche Gewalt um ihrer selbst willen ab und haben das Bedürfnis, alle natürlichen, lebendigen Funktionen zu unterdrücken und zu kontrollieren. Demzufolge passen sie gut zueinander und können sich gegenseitig recht gut verstehen und nachempfinden. Die besiegten NS-Kader haben sich beispielsweise leicht an das kommunistische Regime in Ostdeutschland angepasst und es wurden dort keine „Kriegsverbrecherprozesse“ durchgeführt. Diese Kader tauschten lediglich ihre Nazi-Armbinde gegen sowjetische Symbole ein. Sie standen der sowjetischen internationalen kommunistischen „Bruderschaft“ genauso selbstgerecht loyal gegenüber wie zuvor Hitlers Übermenschc-Ideologie und sie tun es immer noch.

 

Anmerkungen

2 Man muss nur die Anti-Establishment-Themen studieren, die uns vom Fernsehen und den liberalen Medien im Allgemeinen aufgenötigt werden, um eine hinreichende Bestätigung dieses Befindens zu finden.

 

Anmerkungen des Übersetzers

c ubermensch im Original.

 

Literatur

3. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan, 1967

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 16 (1982), Nr. 2, S. 235-243.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Über den Terrorismus (Teil 1)*

10. Oktober 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.**
 

Verständlicherweise kann man sich fragen, was das Thema Terrorismus mit Orgonomie zu tun hat und warum wir uns überhaupt mit politischen Fragen beschäftigen. Für den funktionellen Denker ist die Antwort klar: Alles, was mit dem soziopolitischen Ausdruck von Menschen zu tun hat, umfasst auch ihre Charakterstrukturen und wie diese im sozialen Kontext zum Ausdruck kommen. So kann die Erforschung des kollektiven menschlichen Verhaltens zu einem tieferen Verständnis der Dynamik blockierter Energie im gesamten Spektrum führen, vom einfachen Neurotiker bis hin zum voll entfalteten Modju.1 Unser Ziel ist, diese Fragen in einem Bereich zu untersuchen, der dramatisch sichtbar, erschreckend unmittelbar und sozial destruktiv ist, d.h. dem Terrorismus. Wir werden uns auf den Terrorismus der Linken konzentrieren, da er derzeit eine noch größere Bedrohung für die menschliche Freiheit darstellt, als sein nicht minder abscheuliches Gegenstück auf der rechten Seite.

Auf einer Konferenz über den internationalen Terrorismus, die 1979 in Jerusalem stattfand, wurde die folgende Definition angenommen: Terrorismus sei die „vorsätzliche, systematische Ermordung, Verstümmelung und Bedrohung von Unschuldigen, um Angst zu erregen und damit politische Ziele zu erreichen“ (1, S. 361).

Die obige Definition, so pragmatisch sie auch sein mag, ist aus funktioneller, orgonomischer Sicht begrenzt. Funktionell können „politische Ziele“ als charakterologische Ziele interpretiert werden – eine Erweiterung des menschlichen Charakters auf die soziale Szene. Die Politik kann möglicherweise positive Aspekte des menschlichen Charakters zum Ausdruck bringen, wie sie in einigen wirklich großen Staatsmännern der Vergangenheit verkörpert wurde. Häufiger ist sie jedoch Ausdruck dessen, was neurotisch, machttrunken und der emotionellen Pest ähnlich ist. Man könnte durchaus argumentieren, dass alle politischen Aktivitäten a priori neurotisch sind. Wir müssen uns jedoch darüber im Klaren sein, dass es Menschen gibt, die sich aus nicht-neurotischen Gründen der Politik nähern, die ihre natürlichen, kosmischen Gefühle falsch interpretieren und dennoch starke, anständige soziale Anliegen (Kontakt zur Umwelt) haben, die sie zum gesellschaftlichen Dienst mittels des politischen Apparats nötigen.

Der Terrorismus muss, so wie er zuvor definiert wurde, von der Art der Guerilla-Aktivität („kleiner Krieg“) unterschieden werden, die ausschließlich den Angriffen auf die politischen und militärischen Bastionen eines objektiv unterdrückerischen und ungewollten Regimes dient. Terroristen hingegen zielen auf unschuldige Menschen ab, mischen sich häufig unter sie, machen sie zu Geiseln und bestrafen sie für feindliche Aktivitäten, wie z.B. der Vietcong und die P.L.O. Nachdem Unschuldige verletzt wurden, weinen sie Krokodilstränen über Wirkung und Nutzen. Folglich waren die Guerilla-Taktiken der amerikanischen Kolonisten und der palästinensischen Juden gegen die Briten und der Partisanen gegen die Achsenmächte während des Zweiten Weltkriegs nicht terroristisch, jedenfalls nicht als Teil einer offiziellen oder kalkulierten Politik. Diese Aktionen richteten sich nicht gegen unschuldige Zivilisten, noch waren die Täter eine Koalition von Triebtätern der Emotionellen Pest, die den Interessen einer globalen Verschwörung gegen die Freiheit und das natürliche Leben dienten. Sie versteckten sich weder hinter einem vorgeschobenen Humanitarismus oder Nationalismus, noch haben sie abscheuliche Taten hinter Blendfassaden begangen bzw. sie mit ihnen verschleiert, wie die P.L.O., die Baader-Meinhof-Bande, die Roten Brigaden, die IRA-Provosa und andere derartige Terrorgruppen.

 

Anmerkungen

* Basierend auf Vorlesungen an den Universitäten Adelphi und New York, Herbst und Frühjahr 1981-1982.

** Außerordentlicher Professor der Sozialpsychologie, New York Universität. Orgonomischer Berater. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

1 Eine Bezeichnung, die von Reich für den tödlichsten emotionellen Pestcharakter verwendet wird.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Provisional Irish Republican Army, die aus der Spaltung der Irisch-Republikanischen Armee im Dezember 1969 hervorging. Verantwortlich für unzählige Bombenanschläge und über tausend Verletzte.

 

Literatur

1. International Terrorism: Challenge und Response, Proceedings of the Jerusalem Conference on International Terrorism (The Jonathan Institute, Jerusalem, 1980)

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 16 (1982), Nr. 2, S. 235-243.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

19. September 2019

 

Paul Mathews:
Der genitale Charakter und die genitale Welt

 

Paul Mathews: Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

5. September 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 4)

11. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Weil die Population der genitalen Charaktere recht spärlich ist, müssen wir uns vor allem mit den einfachen Neurotikern und den emotionalen Pestcharakteren befassen. Wir werden sehen, wie diese beiden Charaktertypen, der im Grunde anständige, aber verkrüppelte einfache Neurotiker und die höchst bösartige emotionale Pest, so aufeinander einwirken, dass sie die Krankheit des jeweils anderen auf eine für diesen Planeten verheerende Weise verstärken.

Der einfache Neurotiker wird aus zwei Gründen leicht vom Modju angezogen: weil das genitale Vorbild selten ist, er auch Angst vor diesem Modell hat, und der energetischen Intensität, hinzu kommen die Manipulationen der Pest. Was die Genitalität zu bieten hat, ist für gepanzerte Menschen weitaus furchteinflößender als das illusorische Angebot von Modju. Letzteres verspricht einen schnellen Weg zu himmlischen Freuden und verdeckt den Nachteil meisterhaft. Der genitale Weg ist direkt, ehrlich, offen, wahr und angstmachend.

Da die Pest sich in jedem entscheidenden Bereich des Lebens vorfindet – Bildung, Medizin, Sexualität, Psychologie, Politik, Religion, Recht, Kommunikationsmedien usw. – befindet sie sich in einer strategisch einflussreichen Position, um diese Bereiche für ihre zerstörerischen Ziele zu nutzen. Sie tut dies durch ihre Einsicht in die Mängel und Schwächen der Menschen und ihre Fähigkeit, Schuld und Ressentiments zu mobilisieren. Ein Modju-Führer weiß, wie Massen sich aus ihrer Ohnmacht heraus nach Führung, Ruhm und dem Status quo ihrer Abwehrmechanismen sehnen. Er weiß, dass sie lieber andere beschuldigen würden, als sich ihrer eigenen Krankheit zu stellen, dass sie regelmäßig von brodelndem Groll und Hass geplagt werden, den er zu seinen eigenen Zwecken kanalisieren kann, und dass die Menschen die Freiheit mehr fürchten, als sich danach zu sehnen, und sich häufig heimlich mit Regimen identifizieren, die die Freiheit angreifen, anstatt denjenigen, die sie verteidigen und aufrechterhalten. Modju weiß, dass der verbleibende grundlegende Anstand der Massen die Aufrechterhaltung ihrer humanitären Illusionen erfordert, und die erfolgreichsten Modjus liefern diese Illusionen, selbst wenn sie ihre hinterhältigsten Taten begehen. Wie viel leichter ist es, mit den Khomeinis, Ho Chi Minhs, Pol Pots, Castros, Mao Tse Tungs und Stalins mitzufühlen als mit den Schahse, Parks, Pinochets, Somozas, Perons, Mussolinis und Hitlers! Wie viel bedrohlicher sind die kleinen rechtsgerichteten Militärdiktaturen als die linken totalitären Kolosse! Wie viel empörender ist die im Grunde gut motivierte amerikanische Operation in Vietnam als die brutalsten Unterdrückungen durch rote Faschisten in Vietnam, Kambodscha, China, Afghanistan, Afrika und Kuba! Diese katastrophale Doppelmoral, die sich gegen die freie Welt richtet und die Roten Faschisten begünstigt, kann nur aus der Angst vor der Freiheit, vor der Wahrheit und vor dem Kontakt zum Kern entstehen. So ist das Khomeini-Regime im Iran feindseliger gegenüber Amerika eingestellt als gegenüber der größeren Bedrohung der Sowjetunion, weil es die freien Traditionen Amerikas mehr fürchtet als die Gefahr der sowjetischen Versklavung. Um Daniel Pipes, Historiker an der Universität von Chicago und Autorität für den Islam, zu zitieren (8):

Aktivistischer Islam und Marxismus stellen die internationale Solidarität über den Nationalismus, die Bedürfnisse der Gemeinschaft über die des Einzelnen, Gleichmacherei über die Freiheit. . . . aktivistische Muslime und Marxisten verfolgen edel klingende, aber unerreichbare Standards für die Gesellschaft . . . Schließlich, weil der aktivistische Islam und der Marxismus alle Bereiche des Lebens berühren, neigen ihre Regierungen zum Totalitarismus. (Kursiv von mir: P.M.).

Zu behaupten, dass „ihre Regierungen zum Totalitarismus neigen“, ist natürlich eine Untertreibung, aber hier haben wir das grundlegende gemeinsame Funktionsprinzip: Hass und Intoleranz gegenüber Individualität und Freiheit.

 

Anmerkungen des Übersetzers

e Gemeint ist der persische Schah Mohammad Reza Pahlavi (1919-1980).
„Parks, Pinochets, Somozas, Perons“
Park Chung-hee, 1961 bis 1979 Präsident der Republik Korea.
Augusto José Ramón Pinochet Ugarte, 1973 bis 1990 Putschführer/Präsident in Chile.
Luis Anastasio Somoza Debayle, Präsident von Nicaragua von 1956 bis 1963.
Juan Perón, 1946 bis 1955 und 1973/1974 Präsident von Argentinien.

 

Literatur

8. Pipes, D.: „Khomeini, the Soviet and U.S.“, New York Times, Op-Ed page, May 27, 1980

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 3)

10. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

  1. Genitaler Charakter: Er ist ein ungepanzerter Typus (4), orgastisch potent, mit natürlicher, unbehinderter Pulsation. Das Energieniveau kann hoch oder niedrig sein (das Niveau ist für die Gesundheit nicht signifikant, solange die Pulsation nicht blockiert ist). Er ist selbstreguliert. Gefühle und Gedanken stimmen überein und sind rational. Es gibt eine Kapazität für genitale Liebe, Arbeit und Wissen und für natürliche Aggression, Kreativität und Originalität sowie funktionellem Denken. Er verfügt über ein hohes Maß an körperlicher und emotionaler Gesundheit sowie über natürliche Anmut und Attraktivität. Es gibt eine Priorität der inneren und äußeren Freiheit in seinem Leben, die mit seinem natürlichen, ungehinderten Pulsieren zusammenfällt; und es gibt einen echten Kontakt mit der Natur und der Liebe zu ihr. Politische Ideologie ist der Genitalität fremd.
  2. Einfacher Neurotiker: Ein gepanzerter Typus, der an gestörter Pulsation von hohem oder niedrigem Energieniveau leidet. Er funktioniert auf der Grundlage der Expansion gegen Kontraktion oder Kontraktion gegen Expansion seines pulsatorischen Mechanismus. Es liegt orgastische Impotenz vor, Lustangst und eine sich entwickelnde oder entwickelte emotionale Resignation, die von Energiestau und DOR begleitet wird. Der Grad von Panzerung, Unbeweglichkeit und Angst variiert von Person zu Person. Die Sehnsucht nach Freiheit und Befriedigung bleibt in unterschiedlichem Maße bestehen, aber das Gefühl der Unfähigkeit führt zum Verlangen nach einem Leitenden (Führer)d und zur grundlegenden faschistischen Struktur des gepanzerten Menschen, wie von Reich skizziert (5). Arbeit ist mechanisch, Wissen ist Routine und Liebe ist in unterschiedlichem Maße neurotisch. Es gibt eine Sehnsucht nach Befreiung und Erlösung durch mystische Kräfte oder die soziale Ideologie, die den Weg für religiöse und linke bzw. rechte politische ideologische Ausrichtungen pflastert.1 Daher kann der einfache Neurotiker in seinem politischen Engagement entweder liberal oder konservativ sein.2 Schuldgefühl ist immer vorhanden, vor allem aus sexuellen Gründen, aber maskiert.
  3. Der emotionale Pestcharakter (Modju): Dieser Typus leidet unter einer sehr mörderischen und gefährlichen Charakterneurose. Ebenfalls ein gepanzerter Typus ist er ausnahmslos von hohem Energieniveau, aber mit dem, was Reich einen „unüberwindlichen Beckenblock“ nannte (6). Er ist intelligent und klug (ein „kurzgeschlossenes Genie“ (6)) im Dienste der Destruktivität. Häufig charismatisch, unwiderstehlich, ausgefuchst und manipulativ, widmet er sich direkt oder verdeckt dem destruktiven Handeln auf der sozialen Bühne. Intolerant gegenüber natürlichem und genitalem biologischem Verhalten, kann er nur das (perverse und destruktive) Verhalten der sekundären Schicht tolerieren, sei es im sexuellen, sozialen oder politischen Bereich. Es liegt ein brennender Hass auf die genitale Liebe, natürliche Arbeit und funktionelles Wissen vor. Er hat was Reich einen „strukturellen Zwang“ (7, S. 258) nannte, ausgerichtet auf eine totale, absolute Kontrolle als Mittel, um seine Umgebung einzuschränken und das für ihn Unerträgliche zu beseitigen. Wo der einfache Neurotiker energetisch dazu neigt, auf DOR-artiger Grundlage zu funktionieren, reagiert die emotionale Pest sowohl mit DOR- als auch mit oranur-artiger Aktivität. Es gibt eine DOR-artige Stauung, aber bei seinem Energieniveau bekämpft er sie auf eine destruktive, oranur-artige Weise.3 Er ist in der Regel getrieben, ganz egal wie stark dies auch verborgen ist und besitzt „brennende Augen“ (WR). Kurz gesagt, Modju ist die Verkörperung des „Bösen“, metaphorisch und wörtlich, der sein mörderischstes und destruktivstes Verhalten als „natürlich“ und „wünschenswert“ erlebt. Demzufolge ist seine Problematik ich-synton.4

Die obige Darstellung der drei grundlegenden sozialen Charaktertypen gibt uns eine Grundlage für die Bewertung zeitgenössischer sozialer Phänomene in verschiedenen Bereichen. Man kann die Auswirkungen dieser Charaktertypen auf den sozialen und politischen Bereich und die damit verbundenen Probleme nachvollziehen.

 

Anmerkungen

1 Nicht alle politischen Entscheidungen sind neurotisch, wenn sie auf funktionalen Wahrnehmungen der Realität beruhen.

2 Vgl. Kapitel 13 von E. F. Bakers Man in the Trap (3) für eine ausführlichere Erklärung der Unterscheidung zwischen den soziopolitischen Charaktertypen.

3 Die soziale Wirkung von DOR ist klinisch sehr gut belegt. Der soziale Ausdruck von Oranur muss noch klinisch verifiziert werden, obwohl er ziemlich logisch erscheint. Er würde sich wahrscheinlich als überreiztes, destruktives soziales Verhalten äußern, sei es durch ein plötzliches temporäres Aufflammen oder als Charakteristikum emotionaler Pest (Modju), deren Funktionieren chronischer Natur ist.

4 Hitler zum Beispiel empfand das Töten von Juden als „natürlich“ und „wünschenswert“. Man kann sich nicht vorstellen, dass er aufgrund dieser Handlungen Schuldgefühle hatte oder ein Unbehagen verspürte. Sein pestartiges Verhalten war ich-synton. Kommunistische Modjus sind ebenfalls in ihrem Verhalten ich-synton, tarnen es aber hinter humanitären Idealen.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d „Fuehrer“ im Original in Deutsch.

 

Literatur

3. Reich, W.: The Murder of Christ.New York: Orgone Institute Press, 1953
4. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: The Macmillan Co., 1967
5. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Orgone Institute Press, 1946
6. Reich, W.: „Truth Versus Modju“, Orgone Energy Bulletin, 4:162-170
7. Reich, W.: Character Analysis. New York: Orgone Institute Press, 1949

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Die Wirkungsweise der emotionalen Pest (Teil 4)

15. Januar 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Der genitale Charakter und die genitale Welt

13. April 2018

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

acologo

Der genitale Charakter und die genitale Welt (Teil 2)

12. Oktober 2017

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

acologo

nachrichtenbrief4

31. März 2017