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Die Sache mit dem „originalen Orgonenergie-Akkumulator“

5. Mai 2014

Nach der Energiesparlampe, die u.a. eine gewaltige Quelle zusätzlichen Elektrosmogs darstellt, will uns die trügerische Ökobewegung erneut beglücken:

Bereits vor einigen Jahren hat der Elektrotechniker Bernd Halbedel eine Tapete entwickelt, die elektromagnetische Strahlen absorbiert, indem sie sie, anders als metallische Abschirmungen, die die Strahlung reflektieren, in Wärme umwandelt. Die Pigmente in der Tapete sind nanometerwinzige Teilchen aus Bariumhexaferrit, einer Mischung aus Eisen- und Boroxid sowie Bariumkarbonat. Normalerweise wird sie für magnetische Antriebe verwendet.

Einerseits ist es natürlich eine gute Nachricht, daß vielleicht bald eine einfache und praktikable Abschirmung vom Elektrosmog greifbar ist. Andererseits ist zu befürchten, daß sich dergestalt flächendeckend Wohnungen in „Orgonräume“ verwandeln, in denen lauter kleine „ORANUR-Experimente“ ablaufen.

Noch Schlimmeres kündigt sich hinsichtlich der Kleidung an. „Farabloc“-Gewebe, in dem für das Auge unsichtbar extrem feine Fäden aus einer Eisenlegierung eingewoben sind. Man stelle sich vor, derartige Gewebe würden Teil unserer Alltagskleidung!

Allein schon die Propagierung des Orgonenergie-Akkumulators berührt mich teilweise unangenehm. Es geht hier nicht nur um Extreme, wie ich sie in meiner Besprechung der Emotion Nr. 9 beschrieben habe, sondern: man stelle sich eine Gesellschaft vor, in der der Akkumulator ähnlich verbreitet wäre, wie heute etwa Trimmdichgeräte – das ORANUR wäre nicht mehr zum aushalten. Man muß erlebt haben, wie stickig und imgrunde unbenutzbar ein Raum wird, in dem seit Jahren ein Orgonenergie-Akkumulator steht, der nicht regelmäßig gelüftet und nicht regelmäßig mit einem feuchten Tuch innen abgewischt wurde. (In dem konkreten Fall, an den ich jetzt denke, war der Übeltäter ein „Engelenergie-Akkumulator“.)

Eines der Grundprobleme der Orgonomie ist, daß Amerika zunehmend zu einer Art Wüste für die Orgonomie wird: das Interesse an Reich in der breiten Bevölkerung, speziell aber bei Wissenschaftlern und Ärzten, hat in den letzten Jahren eher abgenommen. Außerdem ist es nach wie vor unmöglich, mit dem Orgonenergie-Akkumulator in Amerika zu arbeiten. Und das nicht etwa so sehr wegen der FDA (der US-Arzneimittelbehörde) bzw. nur sekundär wegen der. Direkt geht es um das Problem, daß die Haftpflichtversicherungen für Ärzte nicht mitspielen und ohne die kann man nicht praktizieren. Europa scheint empfänglicher für die Orgonomie zu sein, doch leider sitzen die von Reich und seinem Schüler Elsworth F. Baker ausgebildeten Orgonomen fast ausschließlich in den USA.

Entsprechend sollte man erwarten, daß in Europa zumindest die physikalische Orgontherapie entwickelt ist. Doch leider ist die noch weitgehend auf dem Stand vor dem ORANUR-Experiment und deshalb eher eine Gefahr für Gesundheit und Wohlergehen.

Gegen Ende seines Lebens, als sich alles um das ORANUR-Experiment und die globale DOR-Notlage drehte, hat Reich darauf gedrängt, die Akkumulatoren in Wasser zu erden. Siehe dazu die entsprechenden Ausführungen von Jerome Eden. Ich bin immer ganz erstaunt, wenn ich darüber mit altgedienten Reich-Forschern spreche und die nie davon gehört haben.

Hier die Beschreibung eines Berichts eines Agenten der FDA vom Juli 1955. Es wird etwas beschrieben, was später einfach ignoriert wurde, so als hätte Reich keine Autorität und als wäre die globale DOR-Verseuchung eine Kinderei:

Der verdeckte Ermittler behauptete gegenüber Mangravite [dem Assistenten des Orgonomen Michael Silvert], er habe vor einigen Jahren einen Akkumulator von der Wilhelm Reich Foundation gekauft, aber seit geraumer Zeit nicht mehr benutzt. Vor kurzem habe er von Dr. Silvert die Mitteilung erhalten, ob er seinen Akkumulator nicht vielleicht verbessern wolle, indem er einige Kabel anbringe. Er wolle nun versuchen, mit diesen Umbauten Probleme zu behandeln, die er mit Sinusitis, einem steifen Nacken und seinem tauben linken Ohr habe. Mangravite erklärte, daß die Kabel durch Bohrungen in den Wänden des Kastens geführt werden sollten, um dann in fließendes Wasser oder, falls das nicht möglich sei, einfach in einen Wassereimer gehalten zu werden, so daß der Akkumulator „geerdet werde“. So werde etwas von der tödlichen Orgon-Energie (DOR) abgezogen, die sich ansonsten im Akkumulator ansammeln könnte. (Christopher Turner: Adventures in the Orgasmatron, New York 2011, S. 381)