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Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 14)

13. August 2013

Was wir im Ersten und Zweiten Weltkrieg vor uns haben, sind nicht nur politische, militärische und geostrategische Verwicklungen, sondern wir haben am Grunde des ganzen den Menschen, der sich hoffnungslos in der Falle verfangen hat. Die Falle ist natürlich bio-sozialer Natur, d.h. beruht auf der Panzerung des Menschen, der es ihm verunmöglicht unverzerrt zu fühlen, klar zu denken und entsprechend zu handeln. Stattdessen strampelt er sich sinnlos ab und opfert seine ganze Existenz, seinen gesamten Genius, dem – Wahnsinn:

Rückblickend ist es schwer zu glauben, wie dieses kleine und nicht-autarke Deutschland unter den damaligen Umständen gelungen ist, im Zweiten Weltkrieg Europa vom Nordcap bis Nordafrika und im Osten bis zu den Vororten von Moskau zu erobern. Deutschland (das sogar seinem „Mitstreiter“ Italien helfen mußte) war in der Lage, einen Krieg gegen am Ende 189 Staaten sechs Jahre durchzustehen.

Sogar nachdem die alliierten Luftstreitkräfte die komplette Lufthoheit über Deutschland erlangt hatten (und eine deutsche Luftwaffe kaum mehr existent war), dauerte es noch einmal zwei Jahre und Myriaden von Bomben bis Deutschland sich geschlagen gab. Unter den Militärhistorikern gibt es darüber einvernehmen, daß die Wehrmacht (und noch mehr die Waffen-SS) die beste und effizienteste Armee in der Geschichte der Menschheit gewesen ist. Es gibt viele Beispiele in der Endphase des Krieges, wo 1 000 Deutsche mit zehn Panzern gegen russische oder westliche Einheiten gewannen, die aus 20 000 Soldaten und 150 Panzer bestanden. Vor allem die SS kämpfte bis zur letzten Kugel und ergab sich nie. Und obwohl die Alliierten die Lufthoheit über Deutschland innehatten, erreichte Deutschland seine höchste Waffenproduktion Ende 1944. Der Grund dafür war, daß die deutschen Ingenieure unterirdisch die größten Fabriken mit der höchsten Leistung in der Geschichte der Menschheit gebaut hatten. Selbst in der Kriegskunst wollten die Deutschen unbedingt die Nummer eins sein.

Alle Deutschen fühlten sich durch den Vertrag von Versailles 1918 verraten und verkauft. Dabei hatte Deutschland den Ersten Weltkrieg an der Ostfront gewonnen, während an der Westfront deutsche Truppen mitten in Frankreich standen und im Vorjahr ein Sieg sogar in greifbare Nähe gerückt war. Während des ganzen Krieges konnte kein einziger ausländischer Soldat seinen Fuß auf deutschen Boden setzen. Wie sollte da irgendeinem Deutschen begreifbar gemacht werden, daß der Krieg verloren war? Zwar wurde die Lage mit den sich formierenden amerikanischen Truppen immer aussichtsloser, auch mit dem Aufkommen der Panzer, aber die Front war nicht gerade in heilloser Auflösung befindlich und selbst wenn sich die Truppen auf deutschen Boden hätten zurückziehen müssen, kann man sich schlecht vorstellen, wie die Entente jemals den Rhein (bei gesprengten Rheinbrücken!) mit der damaligen Kriegstechnik unter Feuer hätte überwinden wollen. Zumal frische Truppen aus dem Osten herangebracht werden konnten und die neuen großen Territorien im Osten die Versorgungslage langsam aber sicher stabilisiert hätten.

Aber das ist Theorie, denn nach vier Jahren waren auf beiden Seiten die Streitkräfte erschöpft. Die deutsche Truppen kehrten erleichtert heim, voll Vertrauen in die leeren Versprechen von US-Präsident Wilson, daß es eine faire Nachkriegsordnung unter seiner Aufsicht geben würde, gegründet auf dem Prinzip der Selbstbestimmung für alle Völker der Welt. Stattdessen wurde Deutschland gezwungen die Verträge von Versailles zu unterzeichnen, in denen festgelegt wurde, daß das Reich den Krieg verloren hatte und Deutschland der eine und einzige Staat war, der Verantwortung für den Ausbruch des Krieges trug. Außerdem sollten bis zum Jahr 1989 astronomische Geldsummen an die Alliierten gezahlt werden. Das machte allzu klar, daß das Hauptziel des Ersten Weltkrieges für Großbritannien und Frankreich darin lag, die totale wirtschaftliche Zerstörung eines ernsthaften Konkurrenten auf den Weltmärkten herbeizuführen. Deutschland war damals ungefähr das, was heute China ist.

Die „Selbstbestimmung für alle Völker“ war nichts anderes als eine große Lüge. Zum Beispiel wurde es Deutsch-Österreich und Deutschland von den Alliierten explizit untersagt sich zu vereinigen, obwohl 99 Prozent der Bevölkerung es wollten. Es gibt viele Beispiele, wo die Alliierten den Willen der ethnischen Gruppen, die zusammenkommen wollten, ignorierten. Stattdessen erschufen die Alliierten künstliche Staaten wie Polen, Jugoslawien und die CSSR, unabhängig von den schweren ethnischen Spannungen in deren Grenzen. Im Gegensatz zu US-Präsident Wilsons Versprechen ignorierten die Alliierten organisch gewachsene Nationen und sperrten gezielt ethische Gruppen in ein neues „Land“ zusammen, die nicht zusammen paßten oder sich sogar als Feinde betrachteten.

Der korrekte Name für die CSSR hätte „Tschecho-Slowakisch-Deutsch-Ungarisch-Polnisch-Karpato-Ukrainische-Republik“ lauten müssen. So waren schwerwiegende ethnische Spannungen vorhersehbar. Versailles erlaubte es dem neuen Staat Polen die Landbrücke zum urdeutschen Ostpreußen und Danzig abzuschneiden und machte damit sicher, daß der nächste militärische Konflikt hier aufkommen mußte. Das ganze war das gleiche Desaster wie später die Aufteilung des indischen Subkontinents in Indien und Pakistan. Oder überhaupt das Ziehen willkürlicher Grenzen in Arabien und dem gesamten Afrika durch die Kolonialmächte Frankreich und England.

In manchen Teilen Europas sah es nach dem Krieg genauso aus wie heute im Kunststaat Irak! Tatsächlich hat die künstliche Zusammensetzung eines Staates mit dem Namen „Jugoslawien“ zu den mörderischen Konflikten in den 1940er und 1990er Jahren geführt. Es war die imperiale Selbstherrlichkeit und Ignoranz von Frankreich und England, die für unendliches Leid gesorgt haben und noch immer sorgen.

Man kann sagen, daß den Westmächten in ihrem blinden Haß auf Deutschland und ihrer Rachsucht es auch nur an einem Minimum an Intelligenz, Weisheit und genauerer Kenntnis der ethnischen Verhältnisse in Osteuropa abging. Durch die dummen Entscheidungen und Interventionen der Alliierten mußten die Menschen geradezu den Eindruck gewinnen, daß die Alliierten alles Taten, damit es so bald wie möglich zu einem neuen Weltkrieg komme.

Es war klar, daß Versailles keine angemessene staatliche Neuordnung Europas sein konnte, die zum Frieden führen und lange andauern konnte. Und es war auch klar, daß das restlos gedemütigte Deutschland alles tun würde, was in seiner Macht stand, es zum Tag der Rache kommen zu lassen. Statt also über zwei Weltkriege zu sprechen, bevorzugen es die meisten Historiker heute von einem 30jährigen Krieg von 1914 bis 1945 zu reden. Als die Tinte auf den Versailler Verträgen noch nicht trocken war, war klar, daß der Krieg noch nicht vorbei war und ein zweiter „Großer Krieg“ bald stattfinden werde.

Für die stolzen Deutschen war die Situation nach dem Ersten Weltkrieg einfach nicht akzeptabel, da es sich wieder erwiesen hatte, daß Frankreich und Großbritannien nicht bereit waren „den Kuchen zu teilen“ und Deutschland Respekt als gleichberechtigter Partner zu zollen. Es ist kaum ein Wunder, daß so viele an eine internationale (natürlich „jüdische“) Verschwörung glaubten, um Deutschland unten zu halten! Deutschland fühlte sich kastriert: Elsass-Lothringen, das Saarland, große Gebiete im Osten und natürlich die Kolonien wurden abgeschnitten. Es ging um die Ehre!

Millionen Menschen starben auf den Schlachtfeldern, um den Gordischen Knoten zu durchschlagen, d.h. nach all den ethnischen Spannungen (die im Attentat von Sarajevo exemplarisch zum Ausdruck kamen), der wuchernden Paranoia (die sich etwa in den Greueltaten der Reichswehr in Belgien 1914 entlud) und der ständigen Feindschaft zwischen den Nationen ein Ende zu setzen. Und was war das Ergebnis all der Opfer? Europa sah danach weitaus schlimmer aus als zuvor. Das Konfliktpotential hatte sich potenziert und die Verschwörungstheorien wucherten wilder als jemals zuvor. Und wie war es nach dem Zweiten Weltkrieg, mit noch mehr Toten und noch mehr Leid? Die Welt erfror im Kalten Krieg, erstickte im Verfolgungswahn und Millionen starben in den Stellvertreterkonflikten an fernen Gestaden. Es gibt kaum ein besseres Beispiel für die Lage des Menschen in der Falle! Dieser ganze Alptraum erinnert fatal an den Film The Cube:

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