Posts Tagged ‘Verbitterung’

WILLIAM TOEL: POLITISCHE KORREKTHEIT ZERSTÖRT GEMEINSCHAFT

21. Dezember 2020

von William Toel

 

PC ist immer Hassrede, das vorzeitige Ende notwendiger Gespräche, die endgültige Verneinung des wahren Kerns komplexer Probleme. Der Faktor PC verhindert wie kein anderer eine Lösung dieser Probleme.

Er begünstigt Denkfaulheit beim Anwender und fügt seinen Adressaten unsichtbare Verletzungen zu, indem er Frust und Verbitterung erzeugt.

Seit drei Jahrzehnten lehre ich Hochschulstudenten, dass der PC keine Liebe innewohnt, nur Angst, eine verschwommene Angst verhüllt in Schatten und Finsternis. Angst vor Vielem und schließlich vor Allem. Jedes Wort, jede Geste, jedes Kleidungsstück wird genauestens unter die Lupe genommen und bis ins Kleinste durchleuchtet, um auch den kleinsten Defekt und den geringsten Anlass für Betroffenheit aufzudecken.

PC ist von Natur aus aufs engste verbunden mit Fehlwahrnehmungen, Fehldeutungen und falscher Kausalität: Man greift nach Strohhalmen. PC ist ein Zermürbungskampf, dessen ungehinderter Ablauf jede Gemeinschaft zerstören muss.

Gemeinschaft heißt Vertrauen, PC Misstrauen. Das Wesen von Vertrauen ist großzügig und offen, beständig, anpassungsfähig, auf Expansion ausgelegt und sogar opferbereit. Das Misstrauen der PC ist engstirnig, verschlossen, spröde, denunziatorisch, besitzergreifend und reizbar. Es fordert anderen Opfer ab.

PC muss sich tarnen, maskieren, um zu überleben. Sie atmet immer wieder dieselbe stickige Luft. Ohne Maske offenbart sich PC als Hassrede, die oft zu Gewalt führt. Ohne PC gedeiht Vertrauen, wir können wieder frische Luft schnappen. In der Freiheit des Vertrauens liegt eine Gelassenheit, die eine natürliche Güte ermöglicht. In der Angst, auf die PC fußt, liegt stets eine ängstliche Anspannung, die eigene Fehlleistungen hervorruft.

Vielleicht hatte PC Oberwasser, doch das ist nun vorbei. Fürsorge, sogar Liebe für andere ist die endgültige Antwort. Sie wächst nur auf dem Boden der Freiheit.

 

Abdruck dieser Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Im Original erschienen als „Political Correctness Destroys Community“ (17. Juni 2020) in Prof. Toels Blog A Vision For Germany


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Campina und die toten Schlüpfer

7. November 2013

Einer Studie der University of North Carolina at Chapel Hill zufolge haben Frauen, die nach den Wechseljahren unter einer „Störung mit verminderter sexueller Appetenz“ leiden (Hypoactive Sexual Desire Disorder, HSDD), eine geringere krankheitsbedingte Lebensqualität als Frauen ohne diese Störung. Sie berichteten mehr als doppelt so häufig von Gesundheitsproblemen wie etwa Rückenschmerzen, Erschöpfungszuständen und Gedächtnisproblemen. Allgemein haben sie Beschwerden, die von ihrem Schweregrad her mit denen vergleichbar sind, die mit schwerwiegenden Erkrankungen wie etwa Bluthochdruck, Diabetes, Arthritis oder Asthma einhergehen. Studien haben gezeigt, daß zwischen 9 und 26 Prozent der Frauen in den USA unter HSDD leiden.

Der „unwillentliche Libidomangel“ ist demnach genauso ernst zunehmen wie „wirklich“ schwerwiegende Erkrankungen. Reich zufolge gehen alle diese Erkrankungen („Biopathien“) auf eine energetische Kontraktion des Organismus zurück. Diese „Sympathikotonie“ wurde durch die angelernte Orgasmusangst hervorgerufen. Die damit einhergehende orgastische Impotenz hält die Kontraktion aufrecht. Aber was werden die Wissenschaftler von der University of North Carolina at Chapel Hill mit ihren Ergebnissen machen? Die Studie wurde vom Pharmakonzern Procter & Gamble Pharmaceuticals finanziert: neue Pillen, um das Elend ertragen zu können – und um es aufrechtzuerhalten….

Über die Erfahrungen und Einsichten, die ihn zur Orgasmustheorie führten schreibt Reich:

Die grausamen Charakterzüge im Zustande chronischer sexueller Unbefriegtheit wurden mir verständlich. Ich konnte diese Erscheinung bei bissigen alten Jungfrauen und asketischen Moralisten sehen. Im Gegensatz dazu fiel die Milde und Güte genital befriedigbarer Menschen auf. Ich habe nie einen befriedigungsfähigen Menschen gesehen, der sadistisch sein konnte. Trat Sadismus bei solchen auf, so war mit Sicherheit auf eine Störung zuschließen, die plötzlich einsetzte und die gewohnte Befriedigung behinderte. Auch das Verhalten der Frauen im Wechseljahrealter sprach für den Zusammenhang. Es gibt klimakterische Frauen, die keine Spur von Bissigkeit oder unrationalem Haß zeigen, und andere, die in den Wechseljahren charakterlich bösartig werden, wenn sie es nicht schon vorher waren. Man kann sich leicht überzeugen, daß sie sich durch ihr genitales Vorleben unterscheiden. Der zweite Typus wird regelmäßig von Frauen gebildet, die nie eine befriedigende Liebesbeziehung hatten und dies nun bereuen, bewußt oder unbewußt die Folgen der Sexualstauung spüren. Sie werden aus Haß und Neid die wütendsten Bekämpfer jedes Fortschritts. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 121)

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