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ZUKUNFTSKINDER: 7. Das Drogenproblem, a. Giftstoffe, ORANUR und DOR

16. April 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

7. Das Drogenproblem, a. Giftstoffe, ORANUR und DOR

Zum wissenschaftlichen Anspruch der orgonomischen Medizin

11. Februar 2017

Wenn es wirklich wissenschaftlich zugehen würde, müßten ein Großteil der Medikamente vom Markt genommen werden und ein Großteil der Ärzte hätten gravierende Probleme, weil sie ständig unhaltbare Diagnosen stellen und unsinnige Therapien vorschlagen. Das ist so, weil die Medizin sozusagen haltlos in der Luft schwebt. Sie ist überhaupt keine Wissenschaft, ihr liegen keine grundlegenden Konzepte zugrunde, sondern sie ist eine ewige, elende Flickschusterei.

Man mag anführen, daß die Orgonomie sich als allerletztes als eine solche grundlegende Theorie für die Medizin eigne, da ihre Grundannahmen so „metaphysisch“ sind, daß sie empirisch weder zu verifizieren noch zu falsifizieren sind. Das erinnert mich an die Relativitätstheorie, die ebenfalls, da sie materielle Geschehnisse mit Veränderungen am „metaphysischen“ Raum-Zeit-Gefüge erklärt, in dieser Hinsicht ziemlich fragwürdig ist. Entsprechend wird denn ja auch immer wieder behauptet, daß es keine Experimente gäbe, die die Relativitätstheorie bewiesen. Dazu sagt Hubert Goenner, Professor für Theoretische Physik in Göttingen: „Aus den geschilderten verschiedenartigen Experimenten, mit denen die Spezielle Relativitätstheorie überprüft und mit hoher Genauigkeit als eine Naturvorgänge richtig beschreibende Theorie bestätigt wurde, sehen wir (…), daß die Rede vom experimentum crucis, als einem alles entscheidenden Experiment, in der Physik in der Regel unangebracht ist. Bis eine Theorie anerkannt ist, muß ein ganzes Netz von sich gegenseitig stützenden und die Theorie in verschiedener Weise testenden Beobachtungen und Experimenten aufgebaut worden sein“ (Goenner: Einsteins Relativitätstheorien. Raum, Zeit, Masse, Gravitation. München: C.H. Beck, 2005, S. 49).

In der wirklichen Wissenschaft (und es gibt keine „wissenschaftlichere“ Wissenschaft als die Physik!) geht es eben nicht so zu, wie Karl Popper und seine Nachbeter, etwa die Vertreter der „Evidence Based Medicine“, es uns weismachen wollen! Wie um alles in der Welt will man eine grundlegende Theorie wie die Relativitätstheorie oder die Orgontheorie oder die Quantentheorie „falsifizieren“?! Es kann einzig und allein darum gehen, ob das von Goenner beschrieben „Netz“ hält oder nicht hält und wie groß die Löcher im Gewebe des Netzwerkes sind!

Mag sein, daß im Sinne des Wissenschaftsverständnisses eines Pharmakologen die orgonomische Medizin „denselben Status wie die Fußreflexzonentherapie“ hat, aber aus genuin wissenschaftlicher Sicht stellt sie ein beeindruckend eng geknüpftes, man verzeihe den Ausdruck, „Goennersches Netz“ dar!

Jeder verantwortungsvolle Orgonom wird seinen Patienten sofort zu einem Darmspezialisten schicken, wenn es irgendwo im Bäuchlein zwickt und zwackt! Aber er würde sich ziemlich verarscht vorkommen, wenn der Darmspezialist aus seiner Maulwurfsperspektive heraus sich anmaßen würde, etwas über die umfassende Funktion, die das Darmsymptom im Gesamtgefüge des Krankheitsgeschehens hat, auszusagen.

Die Kinder der Zukunft und die endgültige Ausmerzung der sozialistischen Idee

23. Dezember 2016

Avshalom Caspi (Duke University, Durham) et al. zufolge verursacht ein kleiner Teil der Bevölkerung den Großteil der Ausgaben für die Gesundheits- und Sozialfürsorge sowie für die Bekämpfung der Kriminalität. Das ganze ginge auf die Kindheit der Menschen zurück, denn die 20 Prozent der Kinder, die als Dreijährige am schlechtesten in Bezug auf Sozialverhalten, Intelligenz und Familiensituation abschnitten, sorgten als Erwachsene für 80 Prozent der Probleme. Dies zeige, daß es sich lohnt, wenn eine Gesellschaft in frühe Hilfe für solche Kinder, die unter Armut, Ausgrenzung oder zerrütteten Familienverhältnissen leiden, investiere.

Wie groß der Effekt der Kindheitsverhältnisse ist und wie effektiv Frühinterventionen helfen, war jedoch bisher umstritten. Dazu haben nun Caspi und seine Kollegen Daten der sogenannten „Dunedin-Studie“ ausgewertet, bei der 1037 Kinder, die 1972 und 1973 in Neuseeland geboren wurden, bis ins Erwachsenenalter hinein regelmäßig untersucht und befragt wurden. Die Daten wurden jetzt dahin untersucht, wie deutlich sich Probleme im Erwachsenenalter schon in der Kindheit abzeichnen.

In allen acht von den Forschern untersuchten sozialen und medizinischen Bereichen sorgte eine Minderheit von rund 20 Prozent der Teilnehmer für 80 Prozent der gesellschaftlichen Kosten. „In welchem Segment man auch immer schaut, ob bei der Kriminalität, der Sozialhilfe oder dem Gesundheitssystem – überall finden wir eine solche Konzentration“, sagt Caspi. „Das Neue daran ist, daß die gleiche Gruppe von Individuen in gleich mehreren Segmenten auffällig wird.“ Die Angehörigen dieser Hochrisikogruppe waren für 81 Prozent der Verurteilungen wegen krimineller Delikte verantwortlich, hatten 66 Prozent der Sozialhilfe der Kohorte erhalten und 78 Prozent der verschreibungspflichtigen Medikamente, wie die Forscher berichten. Auch Übergewicht und Rauchen kam in dieser Gruppe überdurchschnittlich häufig vor.

(…) Ob eine Person später zu den rund 20 Prozent der problembelasteten Erwachsenen gehörte, ließ sich meist schon im Alter von drei Jahren feststellen. „Wir haben beobachtet, daß sich Mitglieder der Hochrisikogruppe von ihren Altersgenossen durch die gleichen vier Kindheits-Nachtteile unterschieden: Sie wuchsen tendenziell in sozioökonomisch benachteiligten Umgebungen auf, wurden schlecht behandelt, schnitten in IQ-Tests schlechter ab und zeigten eine geringe Selbstkontrolle“, berichten Caspi und seine Kollegen. Dies habe für alle acht untersuchten Bereiche nahezu gleichermaßen gegolten. Konkret bedeutet dies: Wie es einem Kind im späteren Leben ergehen wird, läßt sich unter Umständen schon im Kindergartenalter vorhersagen.

Die Studie zeige, so die Forscher, „daß ein frühes Eingreifen und eine Verbesserung der Bedingungen für Kinder aus prekären und zerrütteten Verhältnissen echte Abhilfe bieten könne. (…) Eine frühe Intervention ist demnach für die Gesellschaft gut eingesetztes Geld, denn es erspart später erheblich größere gesellschaftliche Kosten.“

Aus orgonomischer Sicht ist dazu zu sagen, daß 80 Prozent der Bevölkerung vollkommen in der Lage sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, sonst würde auch die Arbeitsdemokratie gar nicht funktionieren und die Gesellschaft instantan kollabieren. Auch wird kein normaler Mensch jemals in seinem Leben kriminell. Damit ist der gesamte Asozial- und Polizeistaat, der die Arbeitsdemokratie zu erdrosseln droht, vollkommen überflüssig. Die Arbeitsdemokratie kann sich nur konsolidieren, wenn den Menschen endlich die Verantwortung für ihr eigenes Leben vollständig selbst aufgebürdet wird!

Das Elend, die Hilflosigkeit und Abhängigkeit, die uns tagtäglich ins Auge springt, geht auf einen Bruchteil der Bevölkerung zurück und läßt sich entsprechend mit eng begrenzten Maßnahmen der Sozialfürsorge bewältigen. Einer Fürsorge, deren Ziel es gleichzeitig sein muß, sich selbst weitgehend überflüssig zu machen, indem durch zielgruppenspezifische Förderung von Geburt an die besagten „20 Prozent“ auf vielleicht ein unvermeidliches, sagen wir, „5 Prozent“ gedrückt wird und langfristig die unsinnige „soziale Frage“ ganz verschwindet.

Das linke Halunkentum wird sich dagegen mit Händen und Füßen wehren, da es von der „sozialistischen Sehnsucht“, d.h. der Hilflosigkeit der Massen und der scheinbaren Unlösbarkeit der „sozialen Frage“ lebt. Wir werden diese Probleme also erst bewältigen können, wenn die von Elsworth F. Baker und Charles Konia entdeckte soziopolitische Charakterologie und vor allem die Kenntnis über die charakterliche Struktur der Linken zum Allgemeingut geworden ist. Ich verweise auf Dr. Konias Blog http://www.orgonomie.wordpress.com.

Die Pharmaindustrie und die Emotionelle Pest

15. Mai 2016

Auf der deutschen Heimatseite der Orgonomie ist ein Aufsatz von Charles Konia erschienen: „Mechanistisches Denken in der Medizin und die Emotionelle Pest“.

Alle Präventionsbemühungen und der ganze Gesundheitswahn hat nichts gebracht. Profitiert an der „Vorbeugung“ hat nur die Pharmaindustrie, die nebenwirkungsreiche Medikamente gegen Schlaganfall, Herzinfarkt, Knochenschwund, Cholesterin, etc. an kerngesunde Menschen verkauft – die dadurch krank werden.

Mit exakt dem gleichen Problem war Amerika und Reich schon vor 70 Jahren konfrontiert. Siehe dazu „Mechanistic Medicine and National Health“ im International Journal of Sex-Economy and Orgone-Research, Vol. 1, No. 2, July 1942, S. 176.

Anläßlich eines Artikels in der New York Times demzufolge, trotz besserer Lebensbedingungen und aller Vorsorgebemühungen, keine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung zu verzeichnen sei, zeigten die medizinischen Erfahrungen der Orgonomen:

    1. Die Medizin findet keinen Zugang zum lebendigen Funktionieren, weil sie mechanistisch und an der Chemie orientiert ist.
    2. Folglich versteht sie die Erkrankungen des vegetativen Systems, welche Störungen der biologischen Pulsation sind, nicht.
    3. Störungen des sexuellen Funktionierens sind dem durchschnittlichen Arzt unbekannt. Sie gehören nicht zum Kurrikulum der medizinischen Fakultäten, trotz der Tatsache, daß 60 bis 80 Prozent der Gesamtbevölkerung unter ihnen leiden.

Der gegenwärtige (1942!) Zustand könne sich erst ändern, wenn ein biologisch-funktionalistisches Denken in der Medizin um sich greife. Krankheiten, die auf Sexualstauung zurückgehen, d.h. die Biopathien, müßten grundlegend verstanden werden. (Siehe auch Konias Ausführungen über „Die mechanistische und die mystische Betrachtungsweise der menschlichen Sexualität” auf seinem Blog.)

Entsprechend führt Reich das, was an Fortschritt zu konstatieren ist, auf die Befreiung der Sexualfunktion zurück. Beispielsweise meint Reich im Zusammenhang mit dem verfrühten Tod, wie er vor allem durch die Krebsschrumpfungs-Biopathie repräsentiert ist, daß

die Pflege der positiven Lebensfunktion wie Lust, Entwicklung, Tätigkeit etc. entscheidend in der Verhütung verfrühter Sterbensvorgänge (ist). Die Verlängerung des durchschnittlichen Lebensalters der Menschen mancher Kulturkreise in den letzten Jahrzehnten ist dem Durchbruch natürlicher Sexualfunktionen zuzuschreiben. (Der Krebs, Fischer TB, S. 259f)

Was mich in diesem Zusammenhang seit Jahren wirklich zutiefst schockiert, ist die Werbung für Psychopharmaka und – Lebensmittel! Man schaue sich einmal das Werbefernsehen an: da wird Werbung für alkoholfreie Erfrischungsgetränke und Süßigkeiten gemacht, – als wäre Kokain beigemischt. Untergründig wird nur eins verkauft: das Versprechen auf sexuelles Glück!

Weil Cola und Orangenlimonade den versprochenen Zustand nicht herbeiführen können, greifen die Menschen schließlich zu den Produkten der Pharmaindustrie. Da lauten dann die Überschriften: „Neue Lebensenergie gewinnen!“ „Neue Kraft schöpfen!“ „Ganz ohne Zwang leben!“ „Entspannt zurück ins Leben!“

Die Menschheit hat die Wahl: entweder folgt sie den Rattenfängern, die künstliche Paradiese versprechen, ins Verderben – oder sie kämpft für ihr Lebensglück.

Man nehme etwa das weitverbreitete Schmerzmittel Paracetamol, das weite Teile der Bevölkerung zu unempathischen, empfindungslosen Arschlöchern macht.

Ich habe mich bereits öfters mit Botox auseinandergesetzt, beispielsweise hier.

Mittlerweile lassen sich Millionen von Frauen Botox spritzen um jünger auszusehen, doch das Mittel zerstört nicht nur die Fähigkeit mit Hilfe der Gesichtsmuskeln Emotionen auszudrücken, sondern beeinträchtigt auch die Fähigkeit die Emotionen in anderen wahrzunehmen.

Dies stellten David Neal von der University of Southern California und Tanya Chartand von der Duke University, North Caerolina in einer nun publizierten Untersuchung fest.

In der Studie wurden Frauen gebeten, die Emotionen von Leuten auf Photos zu benennen, nachdem ihnen zuvor entweder Botox, Restylane (eine Faltenbehandlung, die die Muskeln nicht vollständig lähmt) oder ein Gel verabreicht worden war, das die Muskeln überhaupt nicht beeinträchtigt. Die Probandinnen, die Botox erhalten hatten, waren am wenigsten in der Lage, die abgebildeten Emotionen zu identifizieren. Die zweite Gruppe war etwas besser, während die Gruppe mit dem Gel am besten die Gefühle richtig benennen konnte.

Diese Studie schließt sich an eine vorangehende von Joshua Davis (Columbia University) an, die herausgefunden hatte, daß jemand, dem Botox gespritzt worden war, schlechter in der Lage ist seine eigenen Emotionen wahrzunehmen.

Der Studie von Neal und Chartand zufolge sind mit Botox behandelte weniger fähig, die Emotionen des Gegenübers zu lesen, weil man die Emotionen teilweise dadurch wahrnimmt, daß man sein Gegenüber nachmacht. Wir fühlen uns in andere ein.

Neal, Professor für Psychologie:

Wir beginnen erst jetzt zu ergründen, wie wichtig Nachahmung und der Körper in vielen psychologischen Prozessen ist. Der Geist ist natürlich entscheidend, aber der Körper gibt uns wichtige zusätzliche Informationen, die uns beim Zurechtfinden in unserem sozialen Umfeld helfen.

Wirklich revolutionäre Erkenntnisse 😉

Der Student der Orgonomie muß dem Außenstehenden oft arrogant und anmaßend erscheinen, da er scheinbar alles besser weiß als die vermeintlichen Experten. Aber wie soll man schon reagieren, wenn Leute wie Neal Trivialitäten, die Reich bereits in den 1930er Jahren voll erfaßt hatte, 80 Jahre später als überraschenden Durchbruch feiern. Geht die Entwicklung so weiter, wird „die Wissenschaft“ in weiteren 80 Jahren ungefähr da angelangt sein, wo Reich 160 Jahre zuvor stand, als er die Emotionen und ihre Behinderung durch Panzerung voll erfaßt hatte.

Wir sind in erster Linie energetische Wesen. Emotionen und auch Gedanken sind weder eine Sache des Gehirns noch des Körpers, sondern Ausdruck des Energieflusses im Körper. Wird die freie Entfaltung der Energie durch eine gelähmte Muskulatur oder durch Ideologie (den Mechano-Mystizismus) behindert, ersterben die Emotionen und die Gedanken verlieren jede Bedeutung. Die Kommunikation zwischen den Menschen bricht zusammen und wird durch willkürliche Regeln ersetzt.

Die toten Schlüpfer: über die neue Sex-Pille für Frauen

21. August 2015

Mit „Libidomangel“ bei Frauen, bzw. im Fachchinesischen eine „Störung mit verminderter sexueller Appetenz“, Hypoactive Sexual Desire Disorder, HSDD, hat das Weib nun endlich auch „Erektionsprobleme“. Aber, gemach, in England ist ein Buch erschienen, in dem das „HSDD“ als bloße Marktstrategie der Pharmaindustrie entlarvt wird. Nachdem sie Milliarden mit Viagra und anderen Produkten mit Männern gemacht hatten, deren Leben so leer ist, daß sie es mit nichts anderem als Sex füllen können, sollte nun das emotionale Leiden der Frauen ökonomisch fruchtbar gemacht werden.

Ein Artikel im British Medical Journal dieser Woche macht öffentlich, daß Pharmaunternehmen nicht nur die Forschungen über ein neues Leiden finanzierten, das als Weibliche Erregungsstörung bezeichnet wird, sondern bei dessen Konstruktion Pate gestanden haben, um weltweit Märkte für neue Medikamente zu schaffen.

Bei der Recherche für sein neues Buch Sex, Lies and Pharmaceuticals hat Ray Moynihan, Journalist und Dozent an der University of Newcastle in Australien, entdeckt, daß Angestellte der Pharmaindustrie mit bezahlten Hauptmeinungsmachern zusammengearbeitet haben, um gemeinsam das neue Krankheitsbild zu konstruieren. Sie haben Umfragen durchgeführt, um es als weitverbreitet erscheinen zu lassen. Und sie halfen bei der Gestaltung von Diagnoseschlüsseln, um Frauen davon zu überzeugen, daß ihre sexuellen Probleme es rechtfertigen, mit einem medizinischen Etikett versehen und entsprechend behandelt zu werden.

Er glaubt, daß „die Vermarktung von Pharmaprodukten auf eine bestechende und beängstigende Art und Weise mit der medizinischen Wissenschaft verknüpft ist“ und er stellt in den Raum, ob wir eine ganz neue Herangehensweise benötigen, um Krankheiten zu definieren.

Er zitiert die Angestellte eines Unternehmens, daß ihre Firma daran interessiert gewesen wäre „die Konstruktion von Krankheiten voranzutreiben“ und er legt offen, wie die Unternehmen Erhebungen finanzieren, die sexuelle Probleme als weitverbreitet darstellen, und Werkzeuge entwickeln, um Frauen für die Hypoactive Sexual Desire Disorder zu evaluieren.

Moynihan zufolge waren viele der Forscher, die sich an diesen Aktivitäten beteiligten, Angestellte der Pharmaunternehmen oder sie hatten zumindest finanzielle Verbindungen zur Industrie. Währenddessen stellten wissenschaftliche Untersuchungen, die ohne Finanzierung durch die Industrie durchgeführt wurden, infrage, ob es überhaupt eine weitverbreitete Störung mit verminderter sexueller Appetenz gibt.

Er fügt hinzu, daß die Industrie eine führende Rolle dabei einnimmt, sowohl die Fachwelt als auch die Öffentlichkeit über diesen umstrittenen Zustand zu „unterrichten“.

Beispielsweise wurde in einem von Pfizer finanzierten Lehrgang behauptet, daß bis zu 63% der Frauen eine sexuelle Störung hätten und daß Testosteron und Sildenafil (Viagra) in Kombination mit Verhaltenstherapie möglicherweise helfen könnten. Er verweist insbesondere darauf, daß die „Aufklärungsarbeit“ des deutschen Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim „auf Hochtouren lief“, als sich der für 2010 geplante Zeitpunkt näherte, an dem sie ihr Mittel Flibanserin gegen die sexuelle Appetenzstörung auf den Markt werfen wollten.

Im Juni wurde Flibanserin von Beratern der US Food and Drug Administration (FDA) zurückgewiesen und Pfizers Sildenafil wurde gleichfalls zurückgezogen, nachdem Untersuchungen gezeigt hatten, daß praktisch kein Unterschied zu Placebos vorliegt. Doch obwohl die Mittel bisher gescheitert sind, warnt Moynihan, daß „das wissenschaftliche Gebäude über den Nachweis des Zustandes bestehen bleibt … und der Eindruck vermittelt wird, es gäbe einen massiven ‚unbefriedigten Behandlungsbedarf‘“.

Und mit mehr Mitteln in Planung „zeigt die Pharmaindustrie keine Anzeichen“, so Moynihan, „ihre Pläne ad acta zu legen, den unbefriedigten Bedarf aufzufangen, zu dessen Existenz sie selbst beigetragen hat“.

Er legt nahe, daß es „vielleicht an der Zeit sei die Art und Weise zu überdenken, mit der das medizinische Establishment allgemein verbreitete Krankheitszustände definiert und Vorschläge gibt, wie sie zu behandeln sind“.

Und er schließt: „Vielleicht ist es Zeit für die Entwicklung neuer Gremien, die dafür zuständig sind behandelbare Erkrankungen zu definieren. Sie sollten sich aus Leuten zusammensetzen, die keine finanziellen Verbindungen zu jenen haben, die ein Eigeninteresse am Resultat dieser Überlegungen haben, und die viel repräsentativer für die breite Öffentlichkeit sind … und mit dem langsamen Prozeß beginnen, die miteinander verwobenen Bereiche Marketing und medizinische Wissenschaft voneinander zu trennen.“

So wird heute „Wissenschaft“ betrieben. Das war zu Reichs Zeiten nicht anders. Er hat versucht derartige Machenschaften der Pharmaindustrie in seinen Gerichtsakten zu dokumentieren.

In einem Begleitkommentar schreibt Dr. Sandy Goldbeck-Wood, die sich auf psychosexuelle Medizin spezialisiert hat: „Angesichts einer weinenden Frau, deren Libido verschwunden ist und die Angst davor hat ihren Partner zu verlieren, können Doktoren unter einem starken Druck stehen eine sofort wirksame, effektive Lösung anzubieten.“

Sie schreibt, daß Moynihans Recherchen sowohl den Interessenkonflikt als auch den relativen Mangel überzeugender Belege für pharmakologische Lösungen der Sexualprobleme von Frauen verdeutlicht. Jedoch stellt sie seinen Einwand infrage, „die weibliche Sexualstörung sei ein bloßes Konstrukt einer Krankheit, die von pathologisierenden Ärzten unter dem Einfluß der Pharmaindustrie geschaffen wurde. Dies werde weder die Kliniker überzeugen können, die Frauen mit Sexualstörungen sehen, noch deren Patientinnen.“

Frauen, schreibt sie, die damit gerungen haben, die psychologischen und kulturellen Hemmnisse zu überwinden, um nach Hilfe für ihre Sexualprobleme zu suchen, werden den Einwand nicht goutieren, man solle sie doch einfach „in Ruhe lassen“.

Sie glaubt, hier liege eine grobe Vereinfachung vor und geht davon aus, daß weitere Untersuchungen notwendig sind, die die Komplexität des Sexuallebens widerspiegeln. „Es ist an der Zeit in mehr Forschung zu investieren für die am meisten realistische, einfühlsame und auf Evidenz basierende Behandlung, statt sich auf biologische Behandlungen zu beschränken, die auf dürftiger Evidenz basieren.“

Das Kuriose ist, daß aus orgonomischer Sicht, die weitgehend der von Goldbeck-Wood entspricht, die Pharmaindustrie natürlich nicht ganz falsch liegt. Es ist ähnlich wie bei der allgemeinen neurotischen und „psychosomatischen“ Malaise der Bevölkerung, von der die Pharmaindustrie lebt. Die „Diagnose“ der Knechte der Pharmakonzerne ist so falsch nicht, aber aus der orgastischen Impotenz Profit schlagen und jeden zur Strecke bringen, der etwas Grundsätzliches gegen dieses profitable Massenleiden (d.h. die Panzerung der Massen) unternehmen will…

Die Auseinandersetzung zwischen Moynihan und der Pharmaindustrie zeigt auch, daß beide Seiten gleichermaßen in der Falle der mechanistischen Lebensauffassung gefangen sind: die eine Seite legt uns a la Freud nahe, uns ins allgemeine Unglück zu fügen, während die andere Seite uns künstliche Paradiese verspricht. Beide machen es sich auf ihre jeweilige Weise in der Falle gemütlich.

Sie mögen sich als unversöhnliche Gegensätze betrachten, doch tatsächlich ergänzen sie einander:

Psychopharmaka und Orgonomie (Teil 1)

10. März 2015

Zum folgenden siehe auch Psychischer Kontakt und vegetative Strömung.

Eine „dogmatische Orgonomie“ ist ein Widerspruch in sich selbst, da nach dem Orgonomischen Funktionalismus jedes Phänomen zwei Seiten hat und es vom Zusammenhang abhängt, welche Seite lebensförderlich („funktionell“) ist und welche nicht. Beispielsweise bedeutet bei Leberkrebs die Option „Orgonakkumulator“ den sicheren Tod, während jene, die sich für die „lebensverneinende“ Chemie, das Messer oder „Todesstrahlen“ entschieden haben, weiterleben dürfen.

Oder mit anderen Worten: Ideologen und „Rechtgläubige“ sind nichts anderes als Vollidioten.

Ein schönes Beispiel ist die so gern verteufelte Psychopharmakotherapie. Es stimmt, teilweise ist sie wirklich vollkommen hoffnungslos und man frägt sich, was das denn für eine „Wissenschaft“ sei. Andererseits gibt es aber auch ganz erstaunliche Erfolge, die „orgonomische“ Ideologen einfach nicht wahrhaben wollen.

Besonders eindrucksvoll ist die Wirkung des Antidepressivums Escitalopram (z.B. Cipralex) bei hirnorganischen (!) Schädigungen, genauer gesagt nach einem Hirnschlag. Man hatte angenommen, dieses SSRI hätte nur Auswirkungen auf die nach einem Hirnschlag sekundär auftretende (vollkommen verständliche) Depression und würde so indirekt den Heilungsprozeß unterstützen. Jedoch scheint das Psychopharmakon tatsächlich auf die Hirnstruktur selbst einzuwirken!

Offensichtlich stimulieren Antidepressiva wie Escitalopram die Produktion von Stoffen, die für das Wachstum von Nervenzellen notwendig sind.

Nach dieser notwendigen Einführung traue ich mich, daß folgende zu schreiben:

Wer noch etwas Lebendigkeit in sich hat, spürt, daß seine „innere Amöbe“, das kontraktile autonome Nervengeflecht, durch Medikamente (d.h. Zellgifte) zeitweise lahmgelegt und vielleicht dauerhaft geschädigt wird.

Für die mechanistische Medizin existiert diese hochempfindliche „innere Amöbe“, die uns erst zu Menschen macht, nicht. Vielmehr sind wir wie Roboter, die von starren Nervenbahnen durchzogen werden und in denen Hormone, Enzyme, etc. ungefähr nach dem gleichen Prinzip ausgeschüttet werden, mit dem ein Kühlschrank seine konstante Innentemperatur aufrechterhält.

Daß dem nicht so ist, sieht man an der neurotischen Entwicklung, die nichts anderes darstellt als die von Reich entdeckte „negative bio-energetische Konditionierung“ (Enttäuschungsreaktion) der besagten „Amöbe“: das Biosystem streckt sich nie wieder vertrauensvoll aus, nachdem es „doch harmlosen“ Erziehungsmaßnahmen, „die noch niemanden geschadet haben“, ausgesetzt worden ist oder von Anfang an in einer kalten, emotionalen Wüste ohne genuinen Kontakt vegetieren mußte.

Das Problem ist wirklich, daß sich die Menschen kaum noch als pulsierende, sich streckende und zusammenziehende, Lebewesen fühlen, sondern als starre Roboter. So werden sie „aufgezogen“, das wird ihnen im Unterricht und durch die Medien eingetrichtert und so werden sie von ihren Ärzten behandelt.

Mit den modernen Antidepressiva sind einst gefürchtete Nebenwirkungen in den Hintergrund getreten, dafür kristallisiert sich jedoch die aus Sicht der Orgonomie vielleicht wichtigste Nebenwirkung klarer heraus: sexuelle Dysfunktionen. In der Januarausgabe 2010 von INFO Neurologie & Psychiatrie wurde eine Metastudie referiert, derzufolge die Prävalenz von sexuellen Dysfunktionen unter der Einnahme von Antidepressiva um ein etwa Zehnfaches höher liegt, als bis dahin angenommen wurde.

Unter Placebo lag die Rate von sexuellen Dysfunktionen bei 14,2 %, während sie unter Citalopram (z.B. Cipramil), Fluoxetin (z.B. Fluctin), Paroxetin (z.B. Tagonis), Sertralin (z.B. Zoloft) und Venlafaxin (z.B. Trevilor) bei sage und schreibe 70 bis 80 % lag. Ganz anders sieht die Sache bei einer zweiten Klasse von Antidepressiva aus. Hier liegt die Rate von sexuellen Dysfunktionen teilweise sogar niedriger als unter Placebo, d.h. zwischen 4 und 20 %: Amineptin (wird seit 2005 weltweit nicht mehr hergestellt), Agomelatin (z.B. Valdoxan), Bupropion (z.B. Elontril), Mirtazapin (z.B. Remergil), Moclobemid und Nefazodon (2003 vom Markt genommen).

Ein ähnlich trauriges Bild zeichnet sich ab, wenn man die Wirkung von Antidepressiva (SSRIs) auf Kinder, Pubertierende und jüngere Erwachsene unter 24 betrachtet. In der diesjährigen Februarausgabe von Info Neurologie und Psychiatrie ist zu lesen, daß es bei hohen Dosierungen durch die Induktion innerer Unruhe und Antriebssteigerung zu selbstschädigenden Handlungen bis hin zu Selbstmorden kommen kann, bevor eine Stimmungsaufhellung eintritt. Warum hohe Dosierungen? Metaanalysen haben gezeigt, daß die Wirksamkeit von Antidepressiva in diesen Altersgruppen nur sehr gering ist. Stimmungsaufhellung? Es gibt ohnehin oft keinen Zusammenhang zwischen Dosis und antidepressiver Wirkung!

Man muß Psychopharmaka kritisch, aber auch differenziert sehen. Ähnlich war Reichs Herangehensweise.

Hier, was Reich selbst zum Thema in Der Krebs zu sagen hat (damals gab es so gut wie keine Psychopharmaka):

Ich persönlich hatte von jeher eine Abneigung gegen Injektion körperfremder Substanzen (…) in einen lebenden Organismus. Man konnte nicht übersehen, daß so viele schmerzstillende Chemikalien zwar die Schmerzen lindern, aber gleichzeitig den autonomen Lebensapparat schädigen. Ja, die schmerzstillende Wirkung der Alkaloide (Morphium etc.) besteht gerade in einer Herabsetzung der vegetativen Empfindungsfähigkeit des Organismus. Sie bewirken also biologisch genau das Gegenteil dessen, was die Orgontherapie erzielen will: Herabsetzung und nicht Steigerung der Lebensfunktion. (Der Krebs, Fischer TB, S. 307)

Reich sagt aber auch, daß der Orgonenergie-Akkumulator künstlich eine Erstrahlung des Organismus hervorrufe und fährt fort:

Wir stehen vor der Aufgabe, die Wirkungen mancher chemischen Heilmittel von diesem Standpunkt aus zu begreifen. Dadurch könnten die guten von den schädlichen chemischen Heilmitteln unterschieden werden. Ein Heilmittel, das den Bazillus tötet, aber gleichzeitig die Blutzellen und das Plasmasystem schädigt, statt sie zu stärken, sollte nicht zugelassen werden, auch wenn mächtige Profitinteressen solche Maßnahmen verhindern wollten. Es kann auch nichts anderes als die orgonotische Erstrahlung im Organismus sein, die Schmerzen aller Art rasch herabsetzt oder sogar beseitigt. (ebd., S. 323)

Dazu führt er weiter aus:

(…) orgonotisch versagendes Gewebe verträgt Giftmittel schlecht. Es wird uns zur Regel, bei Krebsbiopathien keine chemischen Substanzen zu applizieren, die sympathikoton auf den Lebensapparat wirken oder die Gewebe schädigen, auch wenn sie die Schmerzen lindern. Sie fördern die Anorgonie, statt sie zu beheben. (S. 355)

Abschließend zwei Aussagen über Psychopharmaka von dem Medizinischen Orgonomen Charles Konia:

Der Niedergang der autoritären sozialen Struktur hat zu einer allgemeinen Schwächung der Muskelpanzerung und einer Verstärkung der Augenpanzerung der Massen geführt. Die verminderte Verfügbarkeit der Abwehrfunktion der Muskelpanzerung, d.h. des Dämpfens von Ängsten und Empfindungen, brachte in den letzten Jahrzehnten den epidemischen Gebrauch und Mißbrauch von illegalen Rauschgiften und den steilen Anstieg in der Vorschreibung aller Arten von psychopharmakologischen Medikamenten mit sich. Sicher benötigen einige Patienten Psychopharmakotherapie – aus einer Vielzahl von Gründen sind sie keine Kandidaten für die medizinische Orgontherapie oder für andere Arten von Therapie. Jedoch verschlimmert die Behandlung von Emotionen mit Medikamenten, so als seien sie pathologische Symptome, den zugrunde liegenden kontaktlosen Zustand. Es ist das Verabreichen von Medikamenten, die die emotionale Intensität und den Kontakt abstumpfen, an Menschen, bei denen bereits eine verminderte Kapazität für Kontakt vorliegt. (The Journal of Orgonomy, Vol. 32, No. 2, Fall/Winter 1998)

Aus massenpsychologischer Perspektive sieht Konia die moderne Psychiatrie wie folgt:

Die mechanistische Herangehensweise der zeitgenössischen Psychiatrie ist der funktionellen, energetischen Herangehensweise diametral entgegengesetzt, dem Einzelnen dabei zu helfen, größeren Kontakt zu sich selbst und seiner Umgebung zu gewinnen. Trotz der Minderung von Symptomen macht sie die Massen in ihrem Gefühlsleben noch kontaktloser, als sie es vorher waren. Manchmal beginnt ein Patient, der bereits psychopharmakologische Medikamente nimmt, die ihm von einem anderen Arzt verschrieben wurden, die Behandlung bei einem Medizinischen Orgonomen. Die Erfahrung, die der Patient während der medizinischen Orgontherapie macht, erlaubt es fast immer diese Medikamente auszuschleichen und ganz abzusetzen. Dadurch wird sich der Patient der Wirkung des Medikaments bewußt. Er beschreibt sie als „Neutralisierung der Emotionen“, als: „Ich bin irgendwie von mir getrennt.“ Heute umgeht die pharmazeutische Industrie die rationale Autorität des Arztes und wendet sich in ihrer Werbung direkt an das Publikum. Auf den ersten Blick scheint diese Praxis das Ziel zu verfolgen, das Publikum zu informieren, entsprechend der von der Pharmaindustrie bekundeten Absicht. Tatsächlich ist es jedoch offenkundiger Kommerzialismus, der durch einen medizinischen Berufsstand ermöglicht wird, der bereits durch sein eigenes Abgleiten in den Kommerzialismus und durch den Mißerfolg seiner mechanistischen Herangehensweise geschwächt ist. (ebd.)

Wohin mit dem Detritus?

9. Dezember 2012

Reich zufolge hat die Krebserkrankung zwei Phasen: die Tumorbildung aufgrund eines „primären T-Zerfalls“ und der Tumorzerfall bzw. der „sekundäre T-Zerfall“. Reich beschreibt dies wie folgt:

Krebsschritte

Reich weiter:

Die eigentliche Todeswirkung ist nicht der Bildung von Krebszellen, sondern dem sekundären T-Zerfall zuzuschreiben. War die Gewebsschädigung vorher lokal begrenzt, waren die T-Bazillen nur in geringer Zahl zur Entwicklung gebracht, so bewirkt der Zerfallsprozeß der Krebsgeschwulst eine riesenhafte Beschleunigung und allgemeine Ausbreitung der Fäulnis im Körper: Blutfäulnis und T-Bazillen-Intoxikation des körperlichen Säftesystems. Wir sehen daher, daß Krebskranke sich monate-, ja jahrelang recht und schlecht aufrechthalten können, bis wie mit einem Schlage der allgemeine Verfall, rasche Kachexie und Tod einsetzen. Die zweite Phase, der Zerfall der Krebsgeschwülste in faulige, putride Massen dauert im Gegensatz zu der langen Zeit der Geschwulstbildung nur wenige Wochen. T-Bazillen-Bildung und Fäulnis sind also sowohl Ursache wie Folge der Krebsbiopathie. (Der Krebs, Fischer TB, S. 292f)

Es ist offensichtlich, daß dies ein ganz gewaltiges Fragezeichen hinter jeden Versuch stellt, Krebs heilen zu wollen. Im krassen Gegensatz zur klassischen Krebstherapie, sieht Reich das Problem weniger in der Zerstörung des ja biologisch äußerst schwachen Tumors, sondern vielmehr in der Ausscheidung der Zerfallsprodukte aus dem Körper.

Das Problem der Krebsheilung verschiebt sich somit für die Orgontherapie von der Zerstörung des Tumors auf die Unschädlichmachung und Ausscheidung der Zerfallsprodukte. (ebd., S. 244)

Es treten Probleme auf wie die Verstopfung der Nierenkanälchen (ebd., S. 312), auch bevor überhaupt Anämie und Kachexie auftreten können (ebd., S. 315). Siehe Insbesondere auch Der Krebs, S. 330f.

Wegen der Autointoxikation steht deshalb auch in der Orgonomie die operative Beseitigung des Tumors, wenn irgend möglich, im Vordergrund, womit aber die Therapie nicht abschließt, sondern erst anfängt, bzw. den Abschluß unproblematischer macht. Siehe dazu Reichs Ausführungen in „Public Responsibility in the Early Diagnosis of Cancer“, Orgone Energy Bulletin, Vol. 1, No. 3, July 1949, S. 110-116. Siehe auch Punkt 5 von Reichs Vorbemerkungen zu Simeon J. Tropp: „Medical Orgonomy: Limited Surgery in Orgonomic Cancer Therapy“, ebd., Vol. 3, No. 2, April 1951, S. 81-89.

Chester M. Raphael, ein Mitarbeiter Reichs, hat das wie folgt kommentiert:

In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, daß dem orgonomischen Arzt häufig vorgeworfen wird die geeignete Medizin oder Chirurgie zu behindern. Es sei gesagt, daß der orgonomische Arzt primär mit dem Krankheitsprozeß, dem ungeordneten Funktionieren hinter dem betreffenden Symptom oder Tumor beschäftigt ist. Er erkennt, daß die Linderung des Symptoms bzw. die Entfernung des Tumors gute Medizin ist, solange es nicht zusätzliche Belastungen für den Organismus bedeutet, der mit zerstörerischen Chemikalien oder dem Schock einer radikalen Operation oder Bestrahlung umgehen muß. (Raphael: „Confirmation of Orgonomic (Reich) Tests for the Diagnosis of Uterine Cancer“, Orgonomic Medicine, Vol. 2, No. 1, April 1956, S. 36-41)

Besonders auf den Artikel von Eva Reich „Early Diagnosis of Cancer of the Uterus (CaV) (Case No.13)“ ist zu verweisen, in dem von einem Fall berichtet wird, wo Reich aufgrund seiner Diagnose die Radikalentfernung des Uterus vorschlug, während andere Ärzte nichts feststellen konnten. Als endlich nach Jahren auch die traditionellen Diagnosetechniken ansprachen, war es zu spät und die Patientin starb (CORE, Vol. 7, Nos. 1/2, March 1955, S. 47-53).

Simeon I. Tropp, ebenfalls enger Mitarbeiter Reichs:

Auf Grund unserer bisherigen Erfahrungen fühlen wir uns berechtigt, die Orgontherapie der traditionellen Krebsbehandlung als überlegen zu betrachten. Wir empfehlen in allen Krebsfällen den Orgonakkumulator anzuwenden. Trotzdem empfehlen wir, wenn es angezeigt scheint, den operativen Eingriff zusätzlich zur Orgontherapie. Wir halten Röntgenbestrahlung, trotz ihrer teilweisen guten Erfolge, für zu schädlich für den Organismus, vor allem wegen ihrer verheerenden Wirkung auf das Blutsystem und die umliegenden gesunden Gewebe. (Tropp: „Die Behandlung einer bösartigen mediastinalen Geschwulst mit dem Orgonakkumulator“, Internationale Zeitschrift für Orgonomie, Band 1, Heft 1, April 1950)

Demgegenüber baut die Orgonstrahlung selektiv das gesunde Gewebe auf, zerstört aber gleichzeitig das Krebsgewebe (Der Krebs, S. 323f).

Im allgemeinen ist „Mechanik“ (d.h. Chirurgie) besser als Chemie („Tabletten“) und Strahlung. Medikamente und Strahlung sind einfach zu nahe an der Orgonenergie. Die mechanistische Medizin weiß beispielsweise viel zu wenig bzw. nichts vom Pleomorphismus, um beurteilen zu können, was chemische Wirkstoffe im Blut alles bewirken können. Siehe dazu auch meine Ausführungen in Die Lebensfeindlichkeit der Chemie. Ähnliches läßt sich über die „Strahlenmedizin“ und ORANUR sagen.

Aber zurück zum Thema: Ein Problem, wenn nicht das Hauptproblem, der orgon-medizinischen Behandlung von Krebs ist der Abbau der Zerfallsprodukte. Zwar wird der Krebstumor aufgelöst, doch schädigt der hochgiftige Detritus (T-Bazillen!) den Organismus derart, daß die Patienten doch sterben. Bisher war die Option „Blutwäsche“, also ein rein mechanisches Vorgehen, viel zu grob und belastend, um die Zellfragmente aus dem Blut zu filtern, doch ging vor fünf Jahren ein neuer Ansatz in der ach so schlimmen „Gerätemedizin“ durch die Presse, der leider danach m.W. nie wieder auftauchte:

Forscher um Peter Kofinas von der Universität von Maryland in College Park hatten schwammähnliche Hydrogele entwickelt, die Viren aus dem menschlichen Blut filtern können. Bei einer Virusinfektion müßten, so Kofinas damals, Patienten einfach ins Krankenhaus gehen und dann ihr Blut von diesem Virus reinigen lassen. Der Schwamm könne sowohl wie ein Universalfilter alle Virenarten einfangen als auch gezielt ganz bestimmte.

Es wäre wirklich ein Segen, wenn sich daraus doch noch etwas ergäbe!