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Buchrezension: Wilhelm Reich, Life Force Explorer

21. November 2020

von Paul Mathews, M.A., Brooklyn, N.Y.

 

Wilhelm Reich, Life Force Explorer. Von James Wyckoff. Greenwich, Conn.: Fawcett Publications, Inc., 1973, 144 S., 95¢.

 

Der Autor dieses Buches ist ein Mann, der eine Vielzahl von Berufen ausgeübt hat, darunter „Cowboy, Landstreicher, Totengräber, Grubenarbeiter und Wanderarbeiter in den 30er Jahren“*. Nachdem er während des Zweiten Weltkriegs für eine psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses der US-Armee verantwortlich war, veröffentlichte er einen Roman über seine Erfahrungen mit dem Titel The Middle of Time (jetzt vergriffen), der Wilhelm Reich und einem anderen Orgonomen gewidmet war. Er hat auch ein Buch für Kinder, einige Western und einige Kurzgeschichten veröffentlicht. Gegenwärtig ist er Herausgeber einer bekannten Kinderzeitschrift und einiger Ratgeberbücher. Bei einem so interessanten und schriftstellerischen Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass es ihm gelungen ist, eine so lesenswerte Darstellung über Wilhelm Reich zu verfassen, wenn auch eher anspruchslos. Trotzdem ist es für seinen Umfang überraschend ausführlich.

In seinem Vorwort stellt Herr Wyckoff fest:

Dieses Buch ist keine abschließende Abhandlung über Wilhelm Reich. Es ist nicht einmal das, was man eine Standardbiographie nennt. Vielmehr habe ich niedergeschrieben, wie ich einige von Reichs Ideen verstehe, insbesondere derjenigen, die Energie, die Lebensenergie, betreffen. Das Buch ist eine Annäherung, eine Suche, eine Frage. Wer war Wilhelm Reich und worum ging es ihm?

Wie der Autor so ehrlich gesagt hat, handelt es sich also auch hier um eine Art „persönliche Biographie“a, die subjektiv ist und in einem erzählerischen, fast fiktionalen Stil geschrieben ist, nicht unähnlich den medizinischen und wissenschaftlichen Biographien von Paul de Kruifb (Microbe Hunters, Hunger Fighters etc.). Dieses Buch hat eine anheimelnde Weisheit an sich und bewegt sich manchmal am Rande mystischer Beweihräucherung. Aber innerhalb seines begrenzten Umfangs ist es gut dokumentiert, mit zahlreichen Hinweisen auf Einflüsse auf Reich als auch auf bestimmte periphere Verbindungen, sprich die Beziehung großer Denker, bestimmter Mystiker usw. zu Reichs funktionellen, wissenschaftlichen Erkenntnissen. Darüber hinaus versucht der Autor immer dann, wenn er eine Meinung oder Beobachtung äußert, diese durch direkte, kontextbezogene und unentstellte Zitate von Reich rational zu untermauern.

Ich fand das Buch sehr lesenswert und interessant. Es war auch eine Erleichterung und ein Vergnügen, etwas über Reich zu lesen, das seine geistige Gesundheit letztendlich nicht in Frage stellt. Dies ist also die erste anständige, popularisierte Version von Reich – ein Geheimtipp!

 

Anmerkungen

* Aus einer persönlichen Mitteilung des Autors.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Anspielung auf Ilse Ollendorffs „personal biography of Reich“ [PN]

b Paul Henry De Kruif (1890 – 1971) war ein US-amerikanischer Mikrobiologe und Autor mehrerer populärer Werke.
 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 2, S. 271-272.
Übersetzt von Robert (Berlin)