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Die Arbeitsgesellschaft

13. Juni 2014

Wissenschaftler u.a. des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), der Universität Bonn und der Universität Maastricht legten 2011 eine Studie vor, die sich um das Verhältnis von Charakter und Ökonomie drehte. Es wurde ermittelt, daß risikobereite Menschen (also jene, die sich der Angst stellen) mit ihrem Leben zufriedener sind.

Warum, das lässt sich schwer deuten. „Möglicherweise führt eine höhere Risikobereitschaft zu mehr Erfolg im Leben und damit zu einer größeren Zufriedenheit“, sagt der Ökonom Thomas Dohmen von der Universität Maastricht.

Wie Reich in seiner Rede an den Kleinen Mann sagt: „Du bettelst um Glück, aber Sicherheit ist dir wichtiger!“

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Darum geht es bei der Wahl zwischen Rechts und Links, die stets eine sexualökonomische Wahl ist: zwischen dem „Risiko“ einer frei fließenden Lebensenergie (der internationale Kapitalismus) oder der dumpfen „Sicherheit“, die uns die Sozialisten von der SPD, NPD und SED versprechen.

Diese Leute behaupten, daß Angst, etwa vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, die der moderne Kapitalismus mit sich bringt, für diverse „psychosomatische Erkrankungen“ (Biopathien) verantwortlich sei und beispielsweise in Ungarn zwischen dem Ende des Sozialismus und heute dafür sorgte, daß die Lebenserwartung beträchtlich gesunken ist, weil die Existenzangst den Menschen buchstäblich „an die Nieren geht“. Ist das kapitalistische System unmenschlich, unbiologisch und steht damit im Widerspruch zur Orgonomie?

Ebenso könnte man argumentieren, das Nachgeben von Panzerung sei ungesund, denn bei einem „Versagen“ der Panzerung tritt Angst auf! Nur perfekt abgepanzerte Menschen oder Krebskranke, bei denen Kontraktion mangels Expansion keinen Stau (= Angst) mehr erzeugen kann, sind vor der Angst gefeit. Tatsächlich vermitteln beide meist einen ausgesprochen „ausgeglichenen“ und „zufriedenen“ Eindruck. Man denke an Yogis, Lamas, Mönche und andere „Heilige“!

Unter dem Titel „Die Ökonomie des Glücks“ wurde 2005 in der Taz erläutert, auf was für wackeligen Beinen die ökonomische Wissenschaft stehe. Heute könne man „Glück“ mittels der Kernspintomographie objektiv messen. Es sei deshalb mehr als ein „rein subjektiver Faktor“. Außerdem hänge Glück nicht vom steigenden Bruttosozialprodukt, sondern vom sozialen Ausgleich und der sozialen Sicherheit ab. Deshalb sei der europäische Weg der sozialen Absicherung objektiv glücksverheißender als das amerikanische Prinzip der Eigenverantwortung.

Reich hat in seinen bio-elektrischen Experimenten Glück (Lust) objektiv gemessen. Aus seiner Sicht ist Glück eine Funktion der Strömungsempfindungen im Körper – doch die können nur in einem eigenverantwortlichen Leben frei fließen. Die Taz redet dem „Glück“ (Sicherheit) der rundum versorgten, „sitzenden“ Zoo-Tiere das Wort!

Ja, auch die Sozialisten haben „irgendwo Recht“, denn es geht natürlich nicht um Kapitalismus („rücksichtsloses Profitstreben“) per se, sondern, wie stets, um bioenergetische Expansion, d.h. um die Hinwendung zum Mitmenschen. Aber gerade die ist profitabel, wie eine Studie der Universitäten Bonn und Maastricht zeigt.

Positive und negative Reziprozität sind voneinander unabhängige Wesenszüge: Manche Menschen sind eher positiv reziprok, manche eher negativ; wieder andere sind beides. Die Forscher aus Bonn und Maastricht wollten herausfinden, welchen Einfluß diese Charakter-Eigenschaften auf Größen wie „Erfolg“ oder „Lebenszufriedenheit“ haben.

Es zeigte sich, daß sich „Negative Reziprozität” nicht auszahlt! Will sagen, derjenige, der unfaires Verhalten seiner Mitmenschen mit gleicher Münze heimzahlt, ist im Leben unzufriedener, hat weniger Freunde und ist im Schnitt häufiger arbeitslos.

Menschen, die dem Leben zugewandt sind, Risiken eingehen und auf ihre Mitmenschen freundlich und zuvorkommend behandeln, sind glücklicher und erfolgreicher.

In Gestalt der anvisierten Überwindung der „Arbeitsgesellschaft“ feiert die Marxistische Ganovenideologie, der zufolge Arbeit ein Fluch ist, fröhliche Urstände. Dabei sollte ein Blick in den Schweinestall genügen, um zu sehen, was mit jenen passiert, die im „sozialistischen Schlaraffenland“ leben!

Eine Studie des „Glücksforschers“ Bengt Brülde (Universität Göteborg, Schweden) besagt, daß nur wer viel arbeitet, wirklich glücklich sein kann. Die Wirkung von Müßiggang, Urlaubsreisen und Luxusgütern verpufft schnell. Vielmehr braucht der Mensch ein Ziel, auf das er hinarbeiten kann. Am glücklichsten ist er, wenn er die Früchte seiner Arbeit gemeinsam mit anderen zu genießen vermag.

Reich zufolge kann man nur glücklich sein, wenn sich Arbeit (Unabhängigkeit!) und Liebe (Hingabe!) periodisch abwechseln.

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Gunnar Heinsohn und die drei Welten

1. März 2014

Krebs (oder genauer gesagt die „Krebsschrumpfungs-Biopathie“, im Gegensatz zu isolierten Tumoren) ist eine Krankheit, für die es keine Heilung gibt (siehe Reichs Der Krebs). Da der Kommunismus der Zweiten Welt nichts anderes als Krebs auf gesellschaftlicher Ebene war, ist Rußland dem Untergang geweiht. Was wir erleben, sind die letzten Todeszuckungen. Die Russen sind buchstäblich am Aussterben! Zunächst kollabiert die Produktion, dann sogar die Reproduktion.

Wenn einmal die „Energieproduktion“ im Inneren eines Menschen oder einer Gesellschaft (Arbeit, Familie) aufgehört hat, gibt es kein Zurück mehr. Auf das Gesellschaftliche übertragen, ist genau das die Gefahr, die vom Sozialismus ausgeht: daß er „das Produktive“ in der Gesellschaft erstickt. Wenn der Kommunismus Krebs ist, d.h. die „Energieproduktion“ im Kern der Gesellschaft aufhört („Mangelwirtschaft“), dann ist der gegenwärtige Kapitalismus des Westens die Entsprechung einer „kardiovaskulären Biopathie“. Die kardiovaskuläre Biopathie, die Reich als „Angstneurose infolge Abstinenz“ definiert, zeichnet sich dadurch aus, daß die „Energieproduktion“ im bioenergetischen Kern zwar lebendig bleibt, diese aber aufgrund einer peripheren Kontraktion (die vor allem durch eine chronische Inspirationshaltung gekennzeichnet ist) zu einer Stauung führt.

Im Kommunismus befand sich praktisch jeder im Dauerstreik: „Ihr tut so, als wenn ihr uns bezahlt, und wir tun so, als würden wir arbeiten!“ Im Kapitalismus hingegen schuften sich die Leute zu Tode, abgesehen von einigen übelriechenden sozialistischen „Tumoren“. Wir ersticken geradezu an der eigenen Produktivität. Aufgrund der Panzerung der Massen besteht eine Blockade, die zwischen Produktion und Konsumption geschaltet ist. „Es wird an den Bedürfnissen vorbeiproduziert.“ Ein Beispiel sind unsere Städte: Gibt es irgendeinen Menschen, dem die modernen Bauten wirklich gefallen?

Was die Länder der Ersten Welt in der Produktion sind, sind die Länder der Dritten Welt (einschließlich der reichen Ölstaaten) in der Reproduktion. Jeder Zuwachs an materiellen Gütern wird unmittelbar in mehr Kinder umgesetzt, weshalb Entwicklungshilfe insbesondere in Afrika ein gigantisches Mißverständnis ist. Wie verheerend es ist, wenn die Erste Welt (Warenproduktion) und die Dritte Welt (Menschenproduktion) einander durchdringen, kann man anhand der USA und Mexiko ablesen – und in unseren „bikulturellen“ Großstädten unmittelbar beobachten.

Reich hat stets Produktion und Reproduktion, Ökonomie (Probleme der Arbeitsdemokratie) und „Sexualökonomie“, als ein und derselben Ebene zugehörig betrachtet. Derjenige, der dem heute noch am nächsten kommt, ist Gunnar Heinsohn mit seinen Theorien über die „Eigentumsökonomie“ und zur Demographie („Youth Bulge“). Problem ist, daß er nicht die bioenergetischen Zusammenhänge sieht.

Die Frage ist natürlich zunächst einmal, ob die Heinsohnsche Eigentumsökonomie überhaupt realitätsgerecht ist. Meines Wissens hat wirklich jeder Rezensent Heinsohn zugute gehalten, daß dieser zur Begriffsklärung beigetragen hat. Besitz ist nicht gleich Eigentum. Beispielsweise kann ich in den Wald gehen und mir dort eine Hütte bauen, Feldfrüchte anbauen, etc. Wirtschaftliche Dynamik kommt aber erst auf, wenn es mir gelingt, diese Hütte und die umliegenden Felder als mein anerkanntes Eigentum eintragen zu lassen. Mit der hergestellten Rechtssicherheit ist es mir möglich Kredite aufzunehmen und so an der Ökonomie jenseits des lokalen Tausches von Feldfrüchten gegen andere Güter teilzunehmen. Wahrscheinlich werde ich wie ein Irrer schuften müssen, um meine Hütte nicht zu verlieren, d.h. meine Kredite bedienen zu können. Für geraume Zeit werden alle dank dieser Schufterei reicher, doch langfristig kommt es durch die Fallstricke des Kreditwesens dazu, daß sich das Eigentum immer mehr konzentriert und das Spiel dergestalt schließlich zum Erliegen kommt. Die Resettaste muß gedrückt werden: ein zeitweises Unrecht stellt das (Eigentums-) Recht wieder her.

Wie das abläuft, haben wir nach dem Fall des Realsozialismus zumindest in Anklängen gesehen. Ein Spieler, der Staat, hatte alle Karten und hat Almosen vergeben: Bezugsscheine für die Realwirtschaft. Nach der kapitalistischen Revolution wurde der Staatsbesitz willkürlich verteilt. An die Stelle von Bezugsscheinen traten Nachweise für Eigentum, mit denen man Kreditgeschäfte tätigen konnte, bis schließlich nach vielen in die Hose gegangenen Kreditgeschäften wieder eine immer kleiner werdende Oligarchie alles in Händen hat. Diese Konzentration von Eigentum in wenigen Händen sieht man auch an der weltweiten Schuldenkrise: immer mehr Menschen haben bei immer weniger Menschen Schulden, wobei es egal ist, ob sie selbst die Schulden aufnehmen oder ob es der Staat für sie tut.

Das ganze ist ein zutiefst tragisches Weltbild, denn echte Ökonomie, d.h. auf Kredit basierende Ökonomie (Eigentumsökonomie), kann nur funktionieren, wenn das Eigentum einigermaßen gleichmäßig verteilt wird, jedoch führt eben dieses System der Kreditvergabe zwangsläufig (fast so wie bei einem Skatspiel) zu einer immer ungleichmäßigeren Verteilung des Eigentums, bis schließlich alle bei ganz wenigen verschuldet sind und man es an sich wieder mit dem Elend einer kommunistischen Verteilungsdiktatur zu tun hat. Eine solidarische Gesellschaft, in der alle zusammenarbeiten, wäre eine Elendsgesellschaft, da ihr die Dynamik des besagten „Kartenspiels“ abgeht. Selbstregulation und eine „Arbeitsdemokratie“ sind eine Illusion. Es bleibt eine Art Keynsianisches System: der Staat muß mächtig sein, da sich das kapitalistische System ansonsten selbst zerstört. Die Anklänge an Marx sind offensichtlich („Konzentration des Kapitals und damit Selbstaufhebung des Kapitalismus“), mit dem entscheidenden Unterschied, daß bei Heinsohn kein Platz für eine Utopie bleibt, allenfalls die ewige Wiederkehr des Gleichen.

Ich habe gesagt, daß man Heinsohn die Begriffsklärung zugute halten muß. Aber genau da zeigen sich auch die Risse in seiner Theorie. Beispielsweise wird schlichtweg bestritten, daß es in der DDR Geld gab, denn das kann es nur geben, wenn es Eigentum gibt, das verpfändet werden kann. Aber kann man ernsthaft in Abrede stellen, daß es in der DDR Geld gab? Und, was noch wichtiger ist: Kann man bestreiten, daß sich neben der Planwirtschaft eine funktionierende Schattenwirtschaft entwickelt hat, die das System erst lebensfähig gemacht hat? Also eine wirtschaftliche Dynamik ganz ohne staatlich gesichertes Eigentum? Und was Gesellschaften betrifft, denen der Eigentumsbegriff weitgehend fremd war, wie etwa den Völkern Amerikas vor den Konquistadoren: Dort gab es ein den ganzen Kontinent umfassenden Handel. Dem das Prädikat einer „genuinen Ökonomie“ abzusprechen, ist einfach ein Jonglieren mit selbstgebastelten Definitionen („Begriffsklärung“).

Der funktionelle Kern bei Heinsohn ist, daß die Eigentumsökonomie die Menschen zwingt, wie blöde zu arbeiten, um ihr Eigentum nicht wieder zu verlieren. Das geht heute so weit, daß die zweite Kernfunktion der Gesellschaft, die Reproduktion der Menschen in den Familien, zum Erliegen kommt, sogar die Familie selbst zur Disposition steht.

Die sexuelle Revolution begann Anfang der 1920er Jahre: damals fingen die Geburten pro Frau an sich statistisch dem heutigen Wert zu nähern. Der nachwirkende Jugendüberhang ist im Zweiten Weltkrieg verheizt worden. Seitdem äußert sich der expansive Impuls nur noch in der Produktion und Überproduktion von Waren.

Um diesem Spuk ein Ende zu setzen, bedarf es etwas, was der sexuellen Revolution entspricht. Die Dritte Welt benötigt eine sexuelle Revolution, wie ich morgen erläutern werde. Die Erste Welt benötigt eine „arbeitsdemokratische Revolution“.

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Reich, Marx und die Charakterlosigkeit (Teil 2)

4. Juli 2013

Was ist Geld? Geld kann man gegen fast alle gängigen Güter und Dienstleistungen tauschen. Natürlich nicht in alle, denn manches wird an bestimmte Personen oder generell nicht gegen Geld getauscht. Nicht alles ist käuflich! Es gibt entsprechend eine Sphäre jenseits des Geldes. Etwas, was man bei derartigen Erörterungen gerne unter den Tisch fallen läßt.

Also, Geld ist ein universelles Tauschmedium. Entsprechend kann man es mittels dreier „Universalien“ erklären:

  1. Materiell, d.h. mit einem Gut, das in alle anderen Güter umgetauscht wird. Gemeinhin ist das Gold oder ein anderes Edelmetall. Nach dem Krieg waren es zeitweise und in beschränktem Rahmen Zigaretten. Jedenfalls werden diese Zahlungsmittel mit ungeheuren Emotionen aufgeladen. Sie senden für den Menschen einen universellen Schlüsselreiz aus, der alle anderen Schlüsselreize in sich vereinigt und jeden einzelnen von ihnen in den Schatten stellt. (ORGONOTISCHE LADUNG)
  2. Ein gesellschaftliches Verhältnis: die Schuld. Man geht eine Verpflichtung ein und diese kann prinzipiell an andere abgetreten werden. Das unendlich sich ausbreitende Geflecht gegenseitiger Verpflichtungen, die den ganzen Planeten und beliebig lange Zeiträume umspannen kann, macht den Kern der Arbeitsdemokratie aus. (ORGONOTISCHE SPANNUNG)
  3. Abstrakte, d.h. vergleichbare Arbeit. Wenn man nicht gerade am Fließband arbeitet und dort etwas tut, bei dem man nicht viel falsch machen kann, lassen sich Arbeiten kaum miteinander vergleichen. Dieses Problem läßt sich umgehen, indem man einfach die Zeit mißt, in der gearbeitet wird. Eine Geldeinheit entspricht dann einer bestimmten Arbeitszeit und repräsentiert die biologische Energie, die während dieser Zeit entladen wurde. Es gab und gibt Versuche, das Geldsystem zu umgehen, indem einfach Arbeitsstunden gegen Arbeitsstunden getauscht werden. (ORGONENERGIE)

Nochmals, was ist Geld? Der bloße Tausch von Gütern konstituiert noch lange keine Ökonomie. Diese tritt erst mit dem Schuldverhältnis in Erscheinung, das die Menschen auf Gedeih und Verderb aneinander bindet. Um dieses Schuldverhältnis aber irgendwie darstellen zu können, benötigt man universell tauschfähige Güter wie etwa das Gold, aus dem dann buchstäblich durch „Falschmünzerei“ das Papiergeld geworden ist, wie wir es heute kennen. Aber selbst mit diesem zweiten Schritt ist noch keine funktionsfähige Ökonomie gegeben, denn es fehlt ein universeller Wertmaßstab, d.h. genau das, was das Geld überhaupt ausmacht. Das, womit das Geld letztendlich gedeckt wird, ist die Arbeitskraft der Bevölkerung: damit ist das Geld ein bioenergetisches Problem. (Siehe dazu Reichs Ausführungen über Marx in Menschen im Staat.)

Dies ist es letztendlich auch auf den beiden vorangegangenen Ebenen, denn das Eingehen eines Schuldverhältnisses ist nur in einer Gesellschaft möglich, in dem Menschen „versprechen können“, d.h. letztendlich in der Lage sind, eine bioenergetische Spannung aufrechtzuerhalten. Gemeinhin spricht man in diesem Zusammenhang davon, daß jemand „Charakter hat“. Und auch was die materielle Substanz des Geldes betrifft, also letztendlich das Gold: die gesamte Ökonomie beruht auf dem Vertrauen, daß die „Zertifikate“, die ausgestellt werden, tatsächlich den nicht überprüfbaren Lagerbestand an realem Gold entsprechen. (Heute gibt es diese Golddeckung natürlich überhaupt nicht mehr.) Früher mußte man darauf vertrauen, daß das Papiergeld nicht gefälscht ist, d.h. nicht einfach gedruckt wurde, und heute geht es vor allem um die Frage, ob das Geld, das nur noch mittels Nullen und Einsen bei irgendwelchen Servern gespeichert ist, tatsächlich mehr ist als „Nullen und Einsen“.

Genau um diese in letzter Instanz charakter-strukturellen Fragen geht es bei der Euro-Krise, d.h. dem Konflikt zwischen dem protestantisch geprägten Nordeuropa und dem katholisch-„charakterlosen“ Südeuropa. Oder man betrachte die eigene Gesellschaft: die „charakterlosen“ jungen Leute von heute sind zu einem Gutteil nicht mehr „geschäftsfähig“, Vereinbarungen werden nicht eingehalten, es gibt nur das Hier und Jetzt. Die orgonotische Spannung, die etwa in der Natur dafür sorgt, daß sich die Biosphäre gegen die Gravitation wehrt, kann nicht mehr aufrechterhalten werden. Das geht bis in die Körpersprache der Jugendlichen hinein!

Hier, bei der Frage nach der Charakterstruktur, gewinnt auch das Bedeutung, was nicht käuflich, nicht mit Geld aufgewogen werden kann, aber trotzdem die ganze „Geldwirtschaft“ trägt: die eigene Integrität. Sie ist die letzte Instanz, die das ganze Gebäude trägt. Ohne sie, ohne „den ehrlichen Kaufmann“, ohne intakte Familienstrukturen, ohne Werte, die alle bloß monetären Werte übersteigen, kann keine Wirtschaft langfristig funktionieren. Oder mit anderen Worten: das wahre Gold liegt im Herzen!

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