Posts Tagged ‘Glück’

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 49)

8. Juni 2021

Ebenfalls vor 10 Jahren erschien die Studie von Fischer und Boer What is more important for national well-being: money or autonomy? A meta-analysis of well-being, burnout, and anxiety across 63 societies.

Nach vorangehenden wissenschaftlichen Studien konnte man behaupten, daß Glück nicht vom steigenden Bruttosozialprodukt, sondern vom sozialen Ausgleich und der sozialen Sicherheit abhänge. Deshalb sei der europäische Weg der sozialen Absicherung objektiv glücksverheißender als das amerikanische Prinzip der Eigenverantwortung. Doch die Metanalyse von Fischer und Boer hat nachgewiesen, daß individuelle Freiheiten für das Glück allemal wichtiger sind als Geld. Der psychische (emotionale) Zustand von insgesamt 420 599 Personen wurde mit dem materiellen Wohlstand und den individuellen Freiheiten abgeglichen. Zwar interagierten erwartungsgemäß diese beiden Faktoren miteinander, doch kommt es zu einem Plateau-Effekt: sind die Basisbedürfnisse gedeckt, führt ein weiterer Anstieg des Wohlstandes nur marginal zu mehr Glück. Teilweise kommt es sogar zu einer negativen Korrelation, wenn die Betreffenden meinen, sie müßten „materiell mithalten“ (Sozialneid).

Die Daten ergaben, daß die individuellen Freiheiten für das subjektive Wohlbefinden durchgängig ein besserer Prädikator waren als der Wohlstand. Man kann das so interpretieren, daß die positiven Effekte des Wohlstands auf das Wohlbefinden ausschließlich über dessen fördernden Einfluß auf die Freiheiten zustande kommen. Man macht sich etwas vor, wenn man glaubt Glück dadurch erreichen zu können, daß man auf Freiheiten verzichtet und damit soziale Sicherheit erkauft. Vielmehr zeigt diese Metastudie, daß Autonomie, d.h. individuelle Wahl- und Entfaltungsmöglichkeiten, für den Menschen von zentraler Bedeutung sind – vorausgesetzt die basalen Bedürfnisse sind erfüllt.

Das Übersehen, wenn nicht gar Negieren, dieses Kernelements ist der „biologische Rechenfehler“ von Sozialisten und anderen Faschisten.

Wie Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus gezeigt hat, ist es die (charakter-) strukturelle Freiheitsunfähigkeit der Massen, die es verhindert, daß jedem Menschen auf diesem Planeten die Befriedigung seiner materiellen Grundbedürfnisse möglich ist und daß wir uns alle frei entfalten können, d.h. glücklich sind. Den Menschen die Freiheit zu nehmen und dafür Sicherheit zu versprechen, verewigt diesen Zustand und verschlimmert ihn immer mehr.

Wilhelm Reich über den gegenwärtigen Loggdaun

7. Januar 2021

Wie konnte Corona zu einer sadomasochistischen Religion werden und die Massen dazu bringen, ihre Unterdrücker (etwa Södolf und das Ferkel) mehr zu lieben denn je? Der kleine Mann identifiziert sich mit diesen Horrorgestalten. Die freie Wirtschaft der kleinen Gewerbetreibenden, die Arbeitsdemokratie selbst, das Atmen selbst, „Liebe, Arbeit und Wissen“ verfolgt er mit einem untergründigen Haß – bis endlich die Gelegenheit auftritt, an dem er diesen Haß frei ausleben kann, dafür wird er Södolf und das Ferkel ewig lieben!

Es ist die „Massenpsychologie des Faschismus“. Wie Reich schrieb: „Der Gepanzerte mag in allen anderen Lebenslagen tolerant, ja liebreizend, freundlich und hilfsbereit sein. Er ist nur konsequent und rabiat, wenn er Lebendiges panzerfrei funktionieren sieht“ (Äther, Gott und Teufel, S. 70).

Sein destruktiver Haß richtet sich vor allem, es wäre nicht übertrieben zu sagen: einzig und allein, gegen alle echten und vollen Äußerungen des Lebendigen, gegen das Unwillkürliche, Hingegebene, Enthusiastische, Schwingende, Tolle und Törichte im Leben. Er richtet sich vor allem gegen das Unwillkürliche und Freie im körperlichen Bereiche. In seiner destruktiven Haltung gegen das Lebendige ist der gepanzerte Organismus ohne Rücksicht. Hier verlieren sich die Eigenschaften, die er sonst zum Ideal des menschlichen Verhaltens erhoben hat. Unter der Maske idealen oder hygienischen Verhaltens versteht es der gepanzerte Organismus, jede spontane Lebensregung in sich selbst und in anderen Organismen zu ertöten. (ebd., S. 68)

Er will mehr Unterdrückung, härter und konsequenter denn je! Seine Todesangst, die Angst vor dem Corona-Virus, ist in Wirklichkeit eine panische Angst vor dem Leben. Oder wie neulich jemand in einem Post auf Fähsbugg schrieb: „Nur weil jemand keine Angst vor Covid hat, leugnet er das Virus nicht automatisch. Er entscheidet sich nur für das Leben statt die Angst.“

„Du bettelst um Glück, aber Sicherheit ist dir wichtiger“ (Rede an den kleinen Mann, S. 35).

David Holbrook, M.D.: ÜBER GÜTE, DEN GEIST, DIE SEELE UND DAS CHRISTENTUM: GEDANKEN NACH DEM SEHEN VON DAVID LEANS Geheimnisvolle Erbschaft

11. November 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Über Güte, den Geist, die Seele und das Christentum: Gedanken nach dem Sehen von David Leans GEHEIMNISVOLLE ERBSCHAFT

 

nachrichtenbrief170

13. September 2020

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Die Linke, die Rechte und die Mitte

10. August 2020

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Die Linke, die Rechte und die Mitte

David Holbrook, M.D.: ÜBER „DAS ENTSPANNEN“, DAS GEFÜHL VON „SINNHAFTIGKEIT“ UND DAS GLÜCK / PANIK, ASTHMA UND DIE VORTEILE EINER PANIKATTACKE / KREISELWELLE, PROJEKTION, PROJEKTIVE IDENTIFIKATION, PHALLISCHE NARZISSTEN VERSUS SCHIZOPHRENE / ÜBER EINFÜHLUNGSVERMÖGEN, LIEBE, POLITIK UND „ENTWEDER-ODER-ISMUS“

8. August 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Über „das Entspannen“, das Gefühl von „Sinnhaftigkeit“ und das Glück

 

Panik, Asthma und die Vorteile einer Panikattacke

 

Kreiselwelle, Projektion, projektive Identifikation, phallische Narzißten versus Schizophrene

 

Über Einfühlungsvermögen, Liebe, Politik und „Entweder-Oder-ismus“

 

Sonntags in der Stadt: damals und heute

1. Juli 2020


Der krebsige Zerfall einer ganzen Gesellschaft.

Sonntags in der Stadt: damals und heute

Die Linke, die Rechte und die Mitte (1962) (Teil 2)

12. August 2018

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Die Linke, die Rechte und die Mitte

Jenseits der Tragödie der menschlichen Existenz

21. November 2015

Biologisch sind wir Herdentiere und hängen sozial und ökonomisch voneinander ab. Dies wird am offensichtlichsten in der selbstaufopfernden Beziehung der Eltern zu ihrem Kind. Leben beruht auf Solidarität, der „altruistischen“ Aufopferung der Alten und Verbrauchten für das Junge und Neue. Dies Opfer ist allein schon in der Unerbittlichkeit der Generationenfolge gegeben. Bei manchen niederen Tieren werden die Alten von den Jungen aufgefressen. Und bei den höheren Tieren ist das Säugen ganz offensichtlich eine Art von „Kannibalismus“. Eltern sagen zurecht: „Ich habe mich für Dich aufgeopfert.“ Das gleiche läßt sich über das Verhältnis der Geschlechter sagen. Hat das Männchen bei manchen niederen Tieren seine biologische Schuldigkeit getan, stirbt es oder wird sogar vom Weibchen gefressen.

Nachdem die matriarchale Welt patriarchal wurde, hat es eine Umkehr dieser Verhältnisse gegeben: das Junge wird für das Alte geopfert, die Frau soll für das Wohl des Mannes sorgen. Nach dem katholischen Katechismus ist die Frau dem Mann zu seiner Hilfe beigesellt. Biologisch ist es wohl aber eher umgekehrt. Im islamisierten ursprünglichen Saharasia schuften die Frauen für die Männer und in Ländern wie Indien, sind es die Frauen, die geopfert werden, wenn ihr Mann stirbt. Dies kündigt sich schon in der alttestamentlichen Geschichte vom Helden Jefta an, der Gott seine Tochter opfert (Ri 11,39), und so das alte matrilineare Erbrecht beseitigt, während Jahwe Isaak rettete. Hagar, die Abraham Ismael gebar, wurde später zusammen mit ihrem Sohn in die Wüste geschickt (Gen 21,9ff). Interessanterweise sind die vertriebenen erstgeborenen der Bibel (Kain, Esau) jeweils Vertreter des Matriarchats.

Bei uns im Westen wälzen sich die „emanzipierten“ Erwachsenen im ekligen Hedonismus, sie vernachlässigen ihre Kinder und pfeifen auf die Zukunft nachfolgender Generationen (Schuldenkrise, Umweltverschmutzung, „Migration“, etc.). Der egozentrische Individualismus der Erwachsenen führt zur emotionalen Verwahrlosung der Kinder und zur demographischen Katastrophe, was noch dadurch getoppt wird, daß den Kindern lauter dumme und rücksichtslose Mohammeds und Aischas vor die Nase gesetzt werden. Niemand will sich mehr für die Kinder aufopfern, dabei ist die zweite Hälfte des Lebens ohnehin die Zeit des Verfalls und der Erstarrung. Man kann dem egoistischen, sich ausschließlich seiner Lust hingebenden alternden Menschen vorwerfen, daß er nie ganz erwachsen wird, sondern immer Kind bleibt. Wir sollten uns an den Trobriandern orientieren: die jungen Leute können noch ganz frei ihr Leben leben, aber ab einem gewissen Alter geht es nicht mehr um Selbstverwirklichung, sondern einzig und allein um die Erhaltung des Mutterclans.

Diametral entgegensetzt zum patriarchalen Glauben ist die Selbststeuerung etwas für Kinder, während die Erwachsenen zu lernen haben, dem Gesetz Folge zu leisten. Es gibt für sie eine Instanz, die über ihnen steht, das aufsteigende Leben. Das Lustprinzip, das das Leben der Kinder regiert, muß langsam in die Anpassung des Erwachsenen an die harte Realität der Verantwortung für die (zukünftige) Welt übergehen, die jeder einzelne von uns zu tragen hat.

Predige ich Märtyrertum, Gedrücktheit und Entsagung? Hat nicht Reich Lebensfreude gegen Pflicht, Selbststeuerung und Arbeitsfreude gegen Zucht und Ordnung, natürliche Sexualität gegen Opferung gestellt?
Da ist die natürliche Entwicklung, gegen die wir sowieso nichts machen können. Reich schreibt, daß sich der Mensch

etwa bis zum 30. Lebensjahre, wenn er nicht durch seine wirtschaftliche Lage allzu sehr zu Boden gedrückt wird, in ständiger seelischer Entwicklung (befindet). Erst um diese Zeit pflegen sich im Durchschnitt die Interessen zu festigen, dauernde zu werden. (Die Sexuelle Revolution, Fischer TB, S. 138)

Menschen sind nur in jungen Jahren kreativ, d.h. solange Wachstum und der Drang zur Überlagerung vorhanden sind. Der Mensch will leben, wie er Lust hat, und da mit steigendem Alter die Wahlmöglichkeiten schwinden, ist es nur natürlich, wenn man keine Lust mehr zu leben hat. Die Erwachsenen haben ihre Jugend, d.h. ihre Zukunft hinter sich. Auf der Insel Oloa in West-Samoa ist es sogar üblich, daß man mit 40 Selbstmord begeht, weil der schönste Teil des Lebens vorbei ist. Die Ureinwohner können das Häßlichwerden nicht ertragen.

Die einzige Lösung dieses Dilemmas ist die „altruistische“ Selbstaufopferung, durch die man zur Funktion eines höheren Organismus, z.B. der Mutter Erde oder „der Zukunft“, wird. Im Alter braucht man eine Aufgabe, die einen in Schwung hält, den Lebensfunken nährt, dem ganzen einen Sinn gibt und so den natürlichen karzinomatösen Zerfall aufhält. In der zweiten Lebenshälfte wäre die Suche nach dem Glück als „sinnloser“ Selbstzweck nur noch Kinderei und sowieso ziemlich traurig, ohne Perspektive und Hoffnung, da wir dann sowieso nur auf Abruf, d.h. auf den Tod hin leben. Unsere Zukunft ist einzig und allein in den Kindern gegeben.

Mich hat immer beeindruckt, welch ein Glück Menschen ausstrahlen, die ein aufopferndes Leben führen. Das süße Lächeln des „Helden“, der für zukünftige Generationen arbeitet und so zur Funktion einer unvergänglichen Sache wird.

Heroismus – das ist die Gesinnung eines Menschen, der ein Ziel erstrebt, gegen welches gerechnet er gar nicht mehr in Betracht kommt. Heroismus ist der gute Wille zum absoluten Selbst-Untergange. (Nietzsche: Studienausgabe, Bd. 10, S. 37)

In der griechischen Tragödie wird die Größe des Helden durch seinen Untergang bezeugt. Er geht ohne Schuld zugrunde. Im Christentum hat sich dies verändert, denn für es ist das Schicksal des Helden eine moralische Anklage. Immerhin kann man aber Christus als den archetypischen Führer betrachten, der sich aus Verantwortungsgefühl für seine Jünger opfert, um so die Häscher von ihnen abzubringen: „Niemand liebt mehr als der, der sein Leben für seine Freunde opfert“ (Joh 15,13). Ähnliches klingt auch schon bei Moses an, der auf das Abarim-Gebirge steigt und von dort über das verheißene Land blickt, das er selbst nicht mehr betreten wird, da er dort oben sterben muß (Num 27,12f). Aus dem Selbstopfer Jesu wurde die Kirche, aus dem von Moses Israel.

Das Opfer des Helden zeigt, daß die Gemeinschaft mehr wert ist als der Einzelne. Während der Heros also die Gemeinschaft verkörpert, ist der Verbrecher das Gegenteil. Man vergleiche die glücklichen Gesichter der Helden mit den leeren Gesichtern der verbrecherischen Drohnen. Diese sinnlosen amoralischen Kreaturen geben vor Selbstzweck zu sein, aber dies ist eine Lüge, da ihr Ende der Tod sein wird – sie sind bereits tot. Sie können so viele Menschen opfern, wie sie wollen, genauso wie ihre eigene Jugend von den damaligen Alten geopfert wurde, es gibt für sie doch kein entkommen.

Es bleibt doch merkwürdig, wie sehr Menschen, die kaltblütig die Köpfe von Millionen fordern, für ihr eigenes lumpiges Leben in Sorge sind. Es muß da ein Zusammenhang bestehen. (Ernst Jünger)

Diese Ausführungen finden Unterstützung in den neusten Ergebnissen der sozialpsychologischen Forschung. In seinem allmonatlichen Beitrag zum Thema „Geist & Gehirn“ fragt der Herausgeber der Nervenheilkunde (12/2010), Manfred Spitzer, „Wie werden wir glücklich?“

Nun, Daten des „German Socio-economic Panel“, das sich über ein Vierteljahrhundert hinzog und insgesamt 60 000 Personen erfaßt hat, erwiesen,

daß Menschen, die sich um andere kümmern, mit ihren Leben zufriedener sind. Dies betrifft sowohl den Bereich des allgemeinen Sozialen (Freunde, häufige Besuche, soziale Aktivitäten und politische Aktivitäten) als auch (zu einem etwas geringeren Grad) den Bereich Familie und Kinder. Ebenfalls ließ sich mit den Daten aus der Studie die bereits mehrfach in anderen Studien aufgetauchte Vermutung belegen, daß das Streben nach Karriere und materiellen Gütern die eigene Lebenszufriedenheit negativ beeinflußt.

Bemerkenswert sind auch die spezifischen Geschlechtsunterschiede: Sowohl bei Männern als auch bei Frauen macht nicht etwa ein zu viel an Arbeit, sondern eher ein zu wenig unglücklich. Bei Männern wirkt sich Arbeitslosigkeit jedoch besonders verheerend auf das Lebensglück aus. Und was das Verhältnis von Arbeit, Karriere einerseits und Familienglück andererseits betrifft folgt aus der Datenerhebung zwingend,

daß die emanzipatorischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte zu einer deutlichen Verminderung der Lebenszufriedenheit und des Lebensglücks von Frauen beigetragen haben müßten.

Viel Spaß auf dem Egotrip. Seit 40 Jahren macht ihr linken Pestratten euch selbst kaputt und tretet dabei ganz nebenbei dieses Land in die Tonne. Fahrt zur Hölle!

Eva Herman weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, wie die Emotionelle Pest funktioniert.

Versteinerte Muskeln und gefrierendes Blut

23. März 2015

Anfang der 30er Jahre entdeckte Reich, daß der charakterliche Panzer (stereotype Verhaltensmuster, die selbst beibehalten werden, wenn sie denkbar unpassend sind), sein Korrelat in chronischen muskulären Verspannungen findet, die der Patient kaum willentlich beeinflussen kann. Man verkrampft sich, um seine Gefühle unter Kontrolle zu halten, bis sich dieser Mechanismus verselbständigt und man die betreffenden Gefühle gar nicht mehr zulassen kann, so sehr man sich auch anstrengt. „Man wird nicht mehr locker.“

Später, in Der Krebs (Fischer TB, S. 191), wies Reich auf den Zusammenhang zwischen den emotionell verursachten Muskelspasmen und den Orten hin, an dem Krebs-Metastasen auftreten. Tumoren entwickeln sich dort, wo der Körper sich am meisten gegen bioenergetische Erregung mit Muskelpanzerung wehrt (Der Krebs, S. 189), das Gewebe deshalb schlecht mit Sauerstoff versorgt wird und so am ehesten krebsartig zerfällt, also insbesondere an der sich besonders einfach abpanzernden Ringmuskulatur wie im Hals, im Magen und im Anus, aber auch an den Brüsten und am Genital (siehe auch Der Krebs, S. 172).

In neuro aktuell, dem „Informationsdienst für Neurologen und Psychiater“ wies Dezember 2010 der Neurologe Dr. med. Frank Erbel darauf hin, wie schwer es ist, Patienten davon zu überzeugen, daß Kopfschmerzen eine denkbar einfache Ursache haben können: Nackenverspannungen. Teil dieser Aufklärungsarbeit sei es auch, dem Patienten zu verdeutlichen, daß ein ständig angespannter Muskel nicht ausreichend durchblutet ist und seinen Stoffwechsel nur schwer aufrechterhalten kann. Beispielsweise wird der Patient seinen Arm nur wenige Minuten gestreckt halten können, weil der Stoffwechsel der Schultermuskeln zusammenbricht. Genauso ist es mit ständig angespannten Nackenmuskeln.

Eigene Experimente hätten gezeigt, daß jede Muskelanspannung zu einer Minderdurchblutung des betreffenden Muskelgewebes führt:

Dazu wird eine Kanüle mit einem winzigen Thermistor in den Muskel eingestochen. Der Thermistor ist ein elektrischer Widerstand, dessen Wert sich temperaturabhängig verändert. Das Gerät wir durch einen elektrischen Strom aufgeheizt und gibt Wärme an das umliegende Gewebe ab. Dadurch kühlt der Thermistor ab und ändert entsprechend seinen Widerstandswert. Je stärker die Durchblutung des Muskels, um so leichter kann das Blut die Wärme vom Thermistor abführen. Die gemessenen Effekte der Muskelkontraktion sind höchst beeindruckend. Kräftige Kontraktionen bringen die Durchblutung auf null, doch bei jeder Muskelerschlaffung schießt das Blut erneut in die Blutgefäße.

Für Reich war der Muskelpanzer nur ein Teilaspekt einer umfassenden energetischen Kontraktion des Organismus, der „Sympathikotonie“. Dies wird beispielsweise daran sichtbar, daß nicht nur die Blutzufuhr gedrosselt, sondern auch das „flüssige Organ“ Blut selbst betroffen ist. In der Sympathikotonie „gefriert“ das Blut buchstäblich in den Adern!

Ängstliche Menschen neigen zu einer erhöhten Blutgerinnung mit dem Risiko einer Thrombose. Entsprechend besteht ein bis zu viermal so großes Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben. Forscher der Universität Bonn (Franziska Geiser et al.) haben 2008 erstmals das Blut von Patienten, die unter Panikstörung oder sozialer Phobie leiden, mit Blut einer gesunden Kontrollgruppe verglichen.

Normalerweise halten sich im Gerinnungssystem zwei gegenläufige, lebensnotwendige Mechanismen in etwa die Waage: Bei der Koagulation verdickt das Blut, ein Blutpfropf entsteht, und der dichtet etwaige Verletzungen ab. Die so genannte Fibrinolyse dagegen macht das Blut flüssig und löst den Blutpfropf wieder auf. Bei den Angstpatienten beobachteten die Forscher bei genauerer Analyse aber eine Aktivierung der Koagulation bei gleichzeitiger Hemmung der Fibrinolyse. (…) So gerät das Gerinnungssystem in eine Schieflage, und die Gerinnungsneigung erhöht sich, möglicherweise mit gefährlichen Folgen, die im Extremfall bis zur Verstopfung einer Herzkranzarterie reichen können.

Eine Folgestudie liefere erste Hinweise darauf, daß sich die Blutgerinnung bei den Patienten nach einer erfolgreich verlaufenden Therapie verbessere.

Vor einiger Zeit berichtete ich, daß, einer klinischen Studie zufolge, eine feindselige Haltung gegen die Mitmenschen zu einem höheren Herzinfarktrisiko führt als Fettleibigkeit, Rauchen oder hohe Blutfettwerte. Die Rede von „verhärteten Herzen“ kann man wörtlich nehmen!

1995 haben Forscher der Columbia University das Glücksniveau von mehr als 1700 Kanadiern ermittelt, die zu der Zeit (noch) keine Herzprobleme hatten. Nach einem Jahrzehnt untersuchten sie 145 der Probanden, bei denen mittlerweile eine Herzerkrankung vorlag. Auf diese Weise fanden sie heraus, daß glücklichere Menschen mit geringerer Wahrscheinlichkeit kardiovaskulär erkranken.

Die Forscher verwendeten eine Fünf-Punkte-Skala, um das Glück zu messen. Für jeden Punkt auf der Glücksskala ergab sich eine um 22 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit später ein Herzproblem zu entwickeln.

Was die Ursache für diesen Zusammenhang betrifft, spekulieren die Forscher darüber, daß glücklichere Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit einem gesünderen Lebensstil frönen. Es könnte auch einen unbekannten genetischen Zusammenhang zwischen Glück und geringerer Anfälligkeit für Herzkrankheiten geben. Schließlich wird spekuliert, daß das Glück direkt auf das Herz wirkt, denn bei Streß und Depressionen werden Hormone ausgeschüttet, die den Herzmuskel angreifen und es kommt zu Ablagerung in den Arterien. Selbst wenn man von Natur aus kein glückliches Gemüt habe, solle man deshalb im Interesse seiner Gesundheit sozusagen Glück simulieren.

Aus orgonomischer Sicht geht es einfach darum, offen und „unverkrampft“ (vagoton) zu sein. Das betrifft insbesondere ein möglichst ungepanzertes Brustsegment. Glück bedeutet einfach seinem Herzen zu folgen. So erübrigt sich auch die absurde Frage, ob die Korrelation zwischen Glück und Herzgesundheit auf die gesündere Lebensweise von glücklichen Menschen oder auf eine direktere Verbindung zwischen Glück und Herzgesundheit zurückzuführen ist. Verhalten und Charakterstruktur sind nicht zu trennen.

Reich war seit den 40er Jahren schwer herzkrank, erlitt 1951 einen Herzinfarkt und erlag schließlich 1957 im Gefängnis seinem buchstäblich „gebrochenem Herzen“. Seinen Sohn ermahnte er kurz vor seinem Tod, Glück sei das wichtigste im Leben.