Posts Tagged ‘temporale Kopfschmerzen’

Chronisches Erschöpfungssyndrom, Kopfschmerzen, Migräne

29. November 2015

Menschen, die an chronischem Erschöpfungssyndrom leiden, berichten von Problemen mit dem Sehen. 2013 konnten Claire Hutchinson und ihr Team von der University of Leicester zeigen, daß bereits einfachste Augenbewegungen auf sich nicht bewegende Ziele bei Leuten, die unter dem chronischen Erschöpfungssyndrom leiden, weniger genau sind als bei normalen Menschen und daß schon die Bewegung der Augen über kurze Zeitabschnitte zu einer Ermüdung der Augen führt. Außerdem hat dieser Personenkreis eine Reihe von Problemen bei der „visuellen Aufmerksamkeit“. Viele Patienten berichteten von Kopfschmerzen infolge von Lesen.

In ihrer neusten Studie konnten Hutchinson et al. nachweisen, daß Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom unter „visual system abnormalities“ leiden, was einen Durchbruch bei der schwierigen Diagnose dieser Krankheit sein könnte, die nur mit einigen Problemen und ständiger Unsicherheit dingfest gemacht werden kann. Mit der, in orgonomischen Begriffen, okularen Panzerung („eye movement difficulties“) der Patienten scheint man endlich ein eindeutiges und leicht nachweißbares Diagnosekriterium auf der Verhaltensebene gefunden zu haben.

Über Spannungskopfschmerz hat Elsworth F. Baker in Der Mensch in der Falle geschrieben, daß sie durch Panzerung im okularen und oralen Segment verursacht sein könne. Frontale Kopfschmerzen können dadurch entstehen, daß man aus Angst ständig die Augenbrauen hochzieht. Kopfschmerzen im Hinterkopf können durch eine Haltung entstehen, als hätte man ständig Angst „von hinten einen drauf zu kriegen“. Temporale Kopfschmerzen können dadurch entstehen, daß man Impulse im Kiefer zurückhält.

Reich fordert den Leser zum Selbstversuch auf: Die Nackenmuskulatur stark anspannen und man sieht, daß Hinterhauptschmerzen mit chronischen Nackenverspannungen zusammenhängen. Ängstlich nach oben gezogene Augenbrauen erzeugen Kopfschmerzen am Vorderhaupt (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 229).

In seinem Aufsatz „The Biopathic Diathesis: Headache“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 8, No. 2, November 1974) legt Robert A. Dew dar, daß bei Spannungskopfschmerz die Erregung ziemlich frei den Rücken hinauf fließt. Diese unbehinderte Energie trifft dann auf den gepanzerten Kopf, was zu vaskulärem und Spannungskopfschmerz führt. „Man kann sich den Kopfschmerz so vorstellen, daß er mehr oder weniger direkt einer Behinderung des vor- und auswärts gerichteten energetischen Flusses (…) am Kopfende entstammt“ (S. 143). Dieser Mechanismus werde noch dadurch verstärkt, daß die Segmente unterhalb des Kopfes ebenfalls gepanzert sind, wodurch die Erregung zusätzlich aufgestaut wird und nicht im Genital abfließen kann:

Was Migräne betrifft schreibt Dew, sie könnte durch eine Erregung des Kopfendes verursacht sein, bei der die oberflächliche Panzerung überwältiget wird,

worauf der Patient mit einer akuten Kontraktion in den tiefen Strukturen des Kopfes reagiert, d.h. dem Gehirn und dem Gefäßsystem, was die Vorsymptome bzw. die Aura hervorruft. Die daran anschließenden Migräne-Kopfschmerzen scheinen einer reaktiven Parasympathikotonie zu entstammen. (S. 154)

Diese Abpanzerung des Gehirns bringt die Migräne in eine funktionelle Nähe zur Epilepsie und schließlich zur Schizophrenie. Um diese vier verschiedenen Erkrankungen, die im okularen Segment fundiert sind, orgonenergetisch einordnen zu können, hilft folgendes Diagramm nach Dew (S. 151):