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In Memoriam: Paul N. Mathews (1924-1986) (Teil 2)

23. Februar 2021

von John M. Bell

Es ist vielleicht gerade in diesem Bereich, dass Pauls Beiträge für uns alle und für die Orgonomen der Zukunft die bedeutendsten sind. Er half bei der Klärung und Entwicklung einer Analysemethode, um die Aufgabe des sozialen Handelns, der sozialen Wahrnehmung und der Konfrontation mit der emotionellen Pest wesentlich zu erleichtern. Es ist aussagekräftig, dass Paul einen wichtigen Beitrag zur Formulierung von Dr. Bakers maßgebendem Kapitel 13 von Man in the Trapb geleistet hat. Nachdem dies getan war und nachdem das Journal of Orgonomy mit der Veröffentlichung begonnen hatte, kamen Pauls Artikel in reicher, bedeutender Fülle und sie beleuchteten mit aufschlussreicher Genauigkeit die Komplexität der soziopolitischen Einstellungen und Handlungen. Wir sind so viel reicher geworden durch seine Arbeit in diesem schwierigen und gefährlichen Gebiet.

Trotz der Tatsache, dass er kein Arzt war, bekam Paul von Dr. Baker die Erlaubnis, als orgonomischer Berater zu fungieren, Menschen zu empfangen und ihnen mit seinen Einsichten und seinem Verständnis der Charakterstruktur zu helfen. In Dr. Bakers Seminar gab Paul immer wieder wertvolle Einblicke in den vorgestellten Fall. Es war ziemlich klar, warum Dr. Baker Paul erlaubte, eine Praxis aufrechtzuerhalten. Während Paul hart und hingebungsvoll arbeitete, machte er sich wenig Illusionen über Menschen. Er war wie wir alle sehr enttäuscht, als eine Gruppe aus dem College ausschied. Aber er kannte sich gut genug, um zu erkennen, dass es immer ein Gewirr von Einstellungen und Emotionen gab, die die Arbeit verdunkeln und jeden Arbeiter verwirren konnte. Während er normalerweise optimistisch war, war er ebenfalls wachsam, da er in seinen Jahren in der Orgonomie, genau wie Dr. Elsworth Baker, viele kommen und gehen sah. Er war ehrlich zu sich selbst und forderte von seinen Mitmenschen, dies ebenso zu sein. Er war auch warmherzig und unterstützend – manchmal strahlend. Er erfreute sich an seinen Freunden und an der Arbeit und sein großzügiger Geist führte ihn dazu, offen und vertrauensvoll zu sein. Er hatte einen köstlichen Sinn für Humor und genoss die Geschichten und Anekdoten, die er erzählte, normalerweise mehr als die Zuhörer.

Er war ein wertvoller Mann. Er war dem College gegenüber loyal und ein unermüdlicher Arbeiter im Namen der Orgonomie. Es ist für uns alle besser, ihn gekannt zu haben, doch wir alle tragen einen Verlust, weil wir ihn verloren haben. Wir werden ihn sehr vermissen, aber es war wunderbar, ihn so lange bei uns gehabt zu haben. Leb wohl, Paul, du nimmst einen Teil von uns mit.

Anmerkungen des Übersetzers

b Deutsch: Der Mensch in der Falle: das Dilemma unserer blockierten Energie; Ursachen und Therapie. München: Kösel, 1980.
13. Kapitel: Die soziopolitischen Charaktertypen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 20 (1986), Nr. 2, S. 161-162.
Übersetzt von Robert Hase