Posts Tagged ‘Kommunismus’

The Journal of Orgonomy (Vol. 45, No. 2, Fall 2011/Winter 2012)

13. März 2013

Das Editorial von Charles Konia (S. 1f) ist weitgehend identisch mit Die politische Strategie der linken Ideologen.

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The Journal of Orgonomy (Vol. 42, No. 2, Fall 2008/Winter2009)

20. Januar 2013

Peter A. Crists Aufsatz „What is the Emotional Plague? A Brief Introduction“ (S. 70-77) wurde in deutscher Übersetzung auf Dr. Vittorio Nicolas Netzseite veröffentlicht.

Hier die beiden Filme, bzw. die TV-Serie, die im Aufsatz eine Rolle spielen:

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Die sozio-politische Charakterologie Elsworth F. Bakers am Beispiel der Bundestagsparteien

3. Dezember 2012

Die von Elsworth F. Baker 1967 vorgestellte sozio-politische Charakterologie bzw. deren leichte Modifikation durch Charles Konia (The Emotional Plague, 2008) sieht wie folgt aus:

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Nach links hin von einer hypothetischen „gesunden Mitte“ haben wir der Reihe nach den Liberalen, den Sozialisten, den Pseudo-Liberalen und den Kommunisten. Es ist kaum bis gar kein Kernkontakt vorhanden und die Fassade dient der Abwehr gegen die mittlere Schicht, um beim Kommunisten zu kippen, d.h. in den Dienst der mittleren Schicht zu treten. Man denke nur an die unterschiedlichen Funktionen des Pazifismus bei der westlichen Linken in den 1980er Jahren („atomfreie Zonen“) und des damaligen „Pazifismus“ der nuklear aufrüstenden UdSSR.

Nach rechts hin haben wir den Konservativen, den Erzkonservativen, den Reaktionär und den Schwarzen Faschisten. Hier ist mehr Kernkontakt vorhanden, wenn auch zu einem Gutteil mystisch verzerrt. Die Fassade drückt nach rechts hin immer prominenter und nackter die mittlere Schicht aus. Das macht etwa das berühmte „Faszinosum“ des Nationalsozialismus aus: „es wird die Sau rausgelassen“.

Es bringt wenig bis nichts, diese Aufstellung auf die deutsche Parteienlandschaft zu übertragen, da diese generell nach links verschoben ist und da jede Partei „eine Welt für sich ist“ mit einer jeweils komplexen Geschichte. Gehen wir die Parteien deshalb nacheinander durch:

Die Grünen waren eine Sammlungsbewegung aus den Erben Rudi Dutschkes, liberal gesinnten „Bürgerrechtlern“ und echten Ökologen, d.h. „Konservativen“ im eigentlichen Sinne des Wortes. Die beiden Extreme der Partei, echte charakterologische Kommunisten wie Jutta Ditfurth auf der einen und Menschen des „rechten Spektrums“ auf der anderen Seite, wurden sehr schnell aus den Reihen der Partei weggegrault bzw. verließen sie enttäuscht, weil diese eine „FDP mit grünem Anstrich“ geworden sei oder, auf der anderen Seite, sich als „Wassermelone“ entpuppt habe: außen grün, innen rot. Was blieb, waren vollkommen kontaktlose „pazifistische Liberale“, die von Pseudoliberalen, die so taten, als wären sie selbst ebenfalls genuine Liberale, mißbraucht wurden.

Nachdem Kommunisten erst einmal mit Hilfe der Liberalen und Sozialisten an die Macht gekommen sind, sind nicht etwa wie vorher die Konservativen ihr Hauptfeind, sondern ihre ehemaligen liberalen und sozialistischen Bundesgenossen. Nichts kann eine kommunistische Herrschaft weniger brauchen als „subversive“, „kritische“ Geister und Leute, die nach „Solidarität“ („Fraktionsbildung“!!) rufen. Was sie braucht sind willfährige Untertanen, die sich nicht viel um Politik scheren bzw. tun, was ihnen gesagt wird. Wenn die Kommunisten diesen „konservativen“ Bevölkerungsanteil mit Versatzstücken der kommunistischen Ideologie indoktrinieren können, um so besser! Beim Untergang des Kommunismus fand man entsprechend Liberale und Sozialisten eher bei den Regimegegnern als bei den Parteimitgliedern der SED/PDS. Zwar stirbt langsam das alte konservative Milieu der DDR weg, doch sind wohl immer noch weite Kreise der Parteimitglieder und Wähler der Linken in Ostdeutschland eher konservative Charaktere. In Westdeutschland ist das vollkommen anders, was die Partei Die Linke immer wieder an den Rand der Spaltung führt, denn hier dominiert das charakterologisch extrem linke Spektrum die Partei.

Die SPD war in den Industriezentren und Metropolen Westdeutschlands so etwas wie die „SED des Westens“. Noch heute kontrolliert sie in weiten Teilen den gesamten Staatsapparat und die Medien, in NRW praktisch flächendeckend. Wie im Fall der SED war auch hier ein Großteil der Mitglieder, erst recht aber der Wähler, eher konservativ strukturiert. Das änderte sich spätestens in den 1970er Jahren, als die ehemalige Arbeiterpartei zunehmend eine Partei der Pseudointellektuellen wurde. Zentrum der Partei war natürlich stets die sozialistische Ideologie von „Gerechtigkeit“ und „sozialem Ausgleich“. Entsprechend findet die SPD erst seit kurzem zu sich selbst, da nun die sozialdemokratische Ideologie besser zur durchschnittlichen Charakterstruktur der Parteimitglieder paßt.

Am authentischsten waren seit jeher die beiden „bürgerlichen Parteien“ CDU/CSU und FDP, denn hier stimmte die offizielle konservative bzw. liberale Ideologie stets mit der jeweiligen Charakterstruktur der Parteianhänger überein. Wenn man mal von manchen sozialistischen Absonderlichkeiten am Anfang der Parteigeschichte der CDU absieht und davon, daß ausgerechnet die FDP lange Zeit geradezu ein Auffangbecken für „alte Kameraden“ war. Durch die Verschiebung des soziopolitischen Spektrums nach links ist von der genannten „Authentizität“ wenig geblieben. Nicht von ungefähr spricht man von der zunehmenden „Sozialdemokratisierung“ der CDU.

Die FDP hätte die Chance gehabt, als „Partei der Freiheit“ zu überleben, hat aber Selbstmord verübt, weil der Liberale bei all seinen hehren „Prinzipien“ wankelmütig ist. Wegen seiner Struktur und der ihr inhärenten Kontaktlosigkeit kann er sich dem Linkstrend nicht entgegenstellen. Der Konservative ist den Linken ebenfalls ausgeliefert, weil er an Werte wie Fairneß und „Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden!“ glaubt. Werte, auf die die extreme Linke, insbesondere der Kommunist, spuckt!

Zur Durchsetzung der Hexenverfolgung

21. Juli 2012

Dieser Blogeintrag ist eine Ergänzung zu Amerika, die neue Schwarze Legende. Die „schwarze Legende“, die Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus und seit „1968“ geprägt hat, ist die Mär von der Hexenverfolgung. Natürlich ist dieses Lügenmärchen auch bei sogenannten „Reichianern“ sehr beliebt. Daß das ganze eine Mischung aus Halbwahrheiten, haltlosen Übertreibungen und vollkommenem Unsinn ist, hat Jenny Gibbons, übrigens eine moderne Hexe und „Neu-Heidin“, im Detail aufgezeigt. Siehe ihren neunteiligen Artikel.

Hexen hat es immer gegeben und zwar in jeder Weltregion. Selbst die Trobriander hatten auf „Besenstielen“ durch die Luft reitende Hexen! Nicht nur im alten Europa, sondern auch im alten China war es üblich, Hexen lebendig zu verbrennen. Noch heute werden sie in Afrika und Indien verfolgt und verbrannt. Beim revolutionären Umbruch in Zimbabwe galt Hexerei als „konterrevolutionär“ und als „Hexen“ denunzierte Frauen, meist Frauen, die irgendeinen Luxusgegenstand besaßen, wurden von den marxistisch-leninistischen Freiheitskämpfern lebendig verbrannt. In Angola ließ Sawimbis Unita Hexen verbrennen. Desgleichen in Süd-Afrika, wo der ANC systematisch jagt auf Hexen machte. Noch heute verfolgen hinduistische Glaubensfanatiker in der indischen Provinz Bihar Hexen. Witwen werden gesteinigt oder erschlagen, weil sie Seelen stehlen oder Menschen und Vieh verzaubern können und das Geschäft oder die Ländereien ihrer verstorbenen Ehemänner weiter bewirtschaften.

Bei linken Ideologen sieht es immer so aus, als wären die niederen Schichten Hauptopfer der Hexenverfolgung gewesen, aber es war wohl eher so, wie übrigens auch z.B. bei Luthers Judenhaß, daß die Stoßrichtung hauptsächlich gegen die Reichen und „Kapitalisten“ gerichtet war. Daß ist auch so, wenn im Alten Testament die sozialrevolutionären Jahwistischen Propheten Front gegen die „Hexen“ machen.

Daß z.B. die Hexenbulle 1484 herauskam, um das Bevölkerungswachstum aus ökonomischem Kalkül anzukurbeln, halte ich für rationalistischen Unsinn. Das war die Zeit der Bettelmönche (wie die Dominikaner, die den Kommentar zu dieser Bulle schrieben), die wahrhaftig nichts „Kapitalistisches“ in ihren Köpfen hatten – eher Sozialrevolutionäres gegen das reiche, „herumhurende Pack“. Außerdem frage ich mich, ob heutige Ideologen mit ihrem antikapitalistischen Impetus von den Hexenverbrennern ideologisch wirklich so weit weg sind, wie diese Gutmenschen es sich einbilden. In mancher Beziehung war die Kirche der „Kommunismus des Mittelalters“. Übrigens haben die „emanzipatorischen“ Kommunisten in der Sowjetunion eine ganz bestimmte Gruppe mit einem unbändigen Haß verfolgt – und das bereits lange vor dem Stalinistischen Terror: die Schamanen und Schamaninnen.

Angesichts dessen, was bis heute vom Hexenunwesen geblieben ist, insbesondere des erschreckenden alltäglichen Aberglaubens bei meinen Mitmenschen, Astrologie, „Freitag der 13“, etc., frage ich mich, ob das Christentum und später der Protestantismus sich nicht vielleicht durchgesetzt haben, eben weil sie genuin aufklärerisch und emanzipatorisch waren und die Leute von unberechtigten Ängsten und Einschränkungen des Lebens, Einschränkungen der Lebensenergie, befreit haben.

Die Sache mit den „orgiastischen“ Badehäusern ist der reine Blödsinn: die frivolen Darstellungen, die gerne gezeigt werden, entsprechen durchgehend Bordellen, während die normalen Badehäuser eben nichts anderes waren als eben Badehäuser, wie es sie überall bis in die 1950er Jahre dieses Jahrhunderts hinein gab, als die Wohnungen noch keine Waschgelegenheiten hatten. Daß es, anders als etwa in den islamischen Badehäusern, keine strenge Geschlechtertrennung gab, spricht nicht etwa für weniger, sondern für mehr Schicklichkeit und Zurückhaltung. Welcher normale Mensch würde etwa ein normales Sauna-Bad so beschreiben wie es mit den mittelalterlichen Entsprechungen seit dem unseligen Norbert Elias getan wird! Die in diesem Zusammenhang immer wieder hervorquellenden Gruppensex-Phantasien sind einfach hochneurotisch pubertär.

Was sich wohl für wilde Phantasien im Kopf eines fundamentalistischen Türken (und selbst eines Amerikaners!) abspielen, wenn er an das deutsche Badeparadies denkt? Genau die gleichen Phantasien spielten sich in bezug auf die mittelalterlichen Badehäuser in den Köpfen der Kleriker und der Gelehrten der viktorianischen Zeit ab. Diese verklemmten, extrem sexualfeindlichen pornographischen Phantasien werden nun hervorgekramt, um zu zeigen wie sexualpositiv doch das Mittelalter war.

Auch ich glaube, daß diese mittelalterlichen und modernen Badehäuser ein Zeichen für eine sehr gute gesellschaftliche Sexualökonomie waren und sind – und zwar deshalb, weil es vollkommen entsexualisierte Erscheinungen sind. Die Leute leiden nicht unter einer sexuellen Ausgehungertheit. In anderen Weltgegenden wäre so etwas unmöglich, weil die Männer nur stieren würden, es zu Eifersuchtsdramen und Vergewaltigungen käme, etc. Etwa in Ägypten wäre so etwas vollständig undenkbar!

Wenn dann Ottmar Lattorf in seinem eingangs verlinkten Aufsatz zur Hexenverfolgung im Zusammenhang mit Gemeinschaftsbetten und der Ohrenbeichte von Dingen berichtet, die unter dem Heidentum „nicht oder kaum mißbilligt worden waren: Oralverkehr, Inzest im weitesten Sinne (sic!), weibliche Homosexualität, Masturbationen und andere Positionen als die Missionarsstellung“… Hier muß ich auch daran denken, was Reich in Der triebhafte Charakter über „Gemeinschaftsbetten“ und „Oralverkehr, Inzest im weitesten Sinne, weibliche Homosexualität, Masturbationen und andere Positionen als die Missionarsstellung“ geschrieben hat; und in Christusmord mit bezug auf Moses und Paulus über die von Lattorf so gepriesene polymorph-perverse „heidnische Sexualität“.

Lattorf erwähnt alle möglichen Dinge, die mit allen möglichen anderen Dingen, etwa der nationalsozialistischen Germanentümelei, kompatibel sind (z.B. daß junge Fraue vor alten Männern tanzten, um deren Lebensgeister zu wecken) – aber nirgends die Genitalität.

Der von Lattorf beschriebene radikal anti-sexuelle Umschwung (Todesstrafe für außereheliche Sexualität) erinnert mich an die katholische Gegenreformation: man wurde sittenstrenger als jemals zuvor, um sich gegen die puritanischen Protestanten durchsetzen zu können. Ist es nicht vielleicht so, daß der vergleichbare vorangehende Umschwung zur Zeit der Kreuzzüge ebenfalls infolge einer Gegenreformation erfolgte: man wurde sittenstrenger als jemals zuvor, um sich gegen die Katharer und besonders die Moslems (bei denen Todesstrafe für außereheliche Sexualität eine Selbstverständlichkeit war) durchsetzen zu können? Diese Theorie erscheint mir weitaus plausibler als rationalistische marxistisch-„materialistische“ Erklärungsversuche.

Lattorf: „Die emotionalen sexuellen Verhältnisse bei den Unterjochten müssen damals insgesamt um einige Qualitätsgrade derber und freizügiger und gesünder gewesen sein, als wir das heute in Deutschland leben können.“ Kann man mir mal erklären, inwieweit er oder ich oder der Leser sexuell (genital) eingeschränkt wird durch „die Gesellschaft“?

Auch kann ich nicht nachvollziehen, daß ausgerechnet Europa das Non-plus-ultra an Neurose auf diesem Planeten sein soll.

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