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Peter auf dem Weg zur Orgonomie (Teil 5)

1. März 2022

Anfang der 1970er Jahre verliebte ich mit in den Mississippi-Blues. Da war ein bestimmtes Feuer, ein (for lack of a better term) authentischer Rhythmus, eine Bodenständigkeit – ein Etwas, was man sonst kaum sonstwo findet. Ich kann verstehen, warum die Jugend Englands in den 1950er und 1960er Jahren dermaßen fasziniert vom Blues war. Bands wie die Rolling Stones oder Led Zeppelin waren nichts weiter als ein (im wahrsten Sinne des Wortes) blasses Imitat.

Es ist eine Tragik, daß wir (vielleicht abgesehen von Irland) diese Folktradition verloren haben. Ich meine damit keine „Volkslieder“ oder die widerliche Entstellung im Mutantenstadl, sondern eine musikalische Tradition, die den Alltag widerspiegelt und in der die „Volksseele“ unmittelbar zum Ausdruck kommt. Die Griechen in der Westtürkei hatten so etwas (wurde mir jedenfalls gesagt) oder der Flamenco auf der anderen Seite des Mittelmeers. Wir haben das verloren. Gewisserweise haben wir unsere Seele verloren, einen unverzichtbaren Teil der Arbeitsdemokratie, etwas, was die Menschen verbindet, emotionale Resonanz herstellt, seit wir vor 100 000 Jahren an den ersten Lagerfeuern saßen. Die Pop-Musik ist, wie angeschnitten, ein verzweifelter Versuch dort wieder anzuknüpfen, aber die Menschen ahnen das nicht mal, weil sie nie gelernt haben, das Leben BIOENERGETISCH zu betrachten!

R.L. Burnside erinnert mich immer an Reich:

Das heutige Bild ist von 1973: https://nasselstein.blogspot.com/2022/02/ohne-titel-1973.html

Wie halte ich das aus?

8. März 2020

Wie halte ich die Erfolglosigkeit dieses Blogs aus und daß sich niemand für Reich interessiert? Wenn man von der Wahrheit seiner Sache überzeugt ist, warum sich groß Echauffieren und Werbung für sie machen? Es macht ja auch niemand Werbung für „Gravitation“ oder „Birken“! Diese Dinge sind da und sie sind „wahr“. Punkt! Es ist lächerlich für die Realität einzustehen. Beispielsweise ist es notwendig mit großem rhetorischen Aufwand für die „Theorie“ einer flachen Erde einzutreten. Der Wissenschaftler hingegen kann sich ruhig zurücklehnen und nach einem BEWEIS für die „Flacherde“ verlangen und ansonsten mit leichter Hand auf den gestirnten Himmel über uns und die Flugpläne im Internet verweisen. Oder mit anderen Worten: nur der Betrug benötigt Propaganda, während die Wahrheit schlichtweg „wahr und da“ ist.

Wer Propaganda für die Orgonomie macht, beweist damit, und das gar nicht mal so indirekt, daß er gar nicht wirklich von der Orgsmustheorie überzeugt ist, nicht an die Entdeckung des Orgons glaubt und nichts vom Orgonomischen Funktionalismus hält. Was er hier tut, tut er aus neurotischen Gründen, etwa als Rebellion gegen das „wissenschaftliche Establishment“ oder schlicht als Religionsersatz. Findet er keine Resonanz, treibt ihn das schier in den Wahnsinn. Deshalb wenden sich diese Hanseln sehr schnell von der Orgonomie ab und anderen Projekten und Disziplinen zu.

Es gibt nur einen einzigen rationalen Grund sich mit der Orgonomie zu beschäftigen: weil es dir Spaß macht. Entsprechend ist das Echo auch ziemlich gleichgültig und die Enttäuschung über das Desinteresse der Menschen hält sich in Grenzen, denn sie schädigen sich damit nur selbst und ihren ureigensten Interessen. Es ist DEREN Problem nicht, beispielweise, meins.

Man kann das ganze aber auch anders sehen, nämlich so, daß die Menschen sich gegen die Realität dessen, was die „sexualökonomische Lebensforschung“ entdeckt hat, regelrecht zumauern, verpanzern. Was hilft gegen Panzerung? Immer und immer und immer und immer wieder auf die Realität „hinter der Mauer“ verweisen. Nur ein Idiot wird das mit Propaganda verwechseln!

„Peter, wie hältst Du nur die mangelnde Resonanz aus?“ Darauf gibt es zwei Antworten, deren Hintergrund ich soeben erläutert habe: „Ganz gut.“ und „Es treibt mich in den Wahnsinn!“

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