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Reich in Davos

21. Oktober 2026

Ende 1926 bis Frühjahr 1927 kurierte Reich seine TBC-Erkrankung im berühmten Schweizer Luftkurort Davos aus. Wie ernst die Lage war, ist allein schon daraus ersichtlich, daß sein jüngerer Bruder Robert 1926 an TBC verstorben war!

Man wird kaum zeitgenössische Berichte über oder Erinnerungen an Reichs Aufenthalt finden, da Reich damals ein vollkommen unbedeutender Arzt war, welcher selbst von psychoanalytischen Insidern andauernd mit Theodor Reik verwechselt wurde. Wie es auf dem berühmten „Zauberberg“ allgemein zuging, kann man sich in Thomas Manns 1924 erschienenen gleichnamigen Roman erlesen. Reich ist damals in einem Massenbetrieb untergegangen, denn TBC war wirklich eine Massenkrankheit und „Davos“ die Standardkur.

Die einzige Spur, die man anführen könnte, ist ein Aufsatz von Anny Angel (1898-1992). Angel war Schülerin Reichs und begleitete ihn nach Davos. Hier das Abstract „Betrachtungen über das Leben in Davos“ (Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse XIV(4), 1928, S. 435-436 – Korrespondenzblatt der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. Wiener Psychoanalytische Vereinigung I. Quartal 1928: 25. Januar 1928: 8. Kleine Mitteilungen und Referate: Schriftführer Dr. R.H. Jokl):

Versuch, den „Zauberberg“ Davos, d.h. die Beobachtung, daß leichte Fälle von Tuberkulose dort nicht gesund werden können und schon Gesundete jahrelang dort verweilen, aus unbewußten Lustquellen zu erklären. 6000 bis 8000 Kranke leben dort im selben Rhythmus; sie haben die orale Konstitution gemeinsam und bilden eine homogene Masse, die den gleichen psychologischen Gesetzen folgt. Sie führen das Leben von Säuglingen, liegen den ganzen Tag fest eingepackt, unterbrochen nur durch die reichlichen Mahlzeiten und das „Lutschen“ am Thermometer. Beschäftigungslos dösen sie vor sich hin, der Zeitsinn ist ihnen verloren gegangen. Das Leben entspricht einer Massenregression in das Säuglingsstadium, aus dem die Lustquellen stammen, die diese Menschen jahrelang am Orte festhalten.

Diskussion: Frau Dr. Deutsch, Federn, Dr. Perls (a.G.), Reich.

Der Artikel selbst erschien 1928 in: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik, Jg. 2, Heft 11/12, S. 407–411. Dort werden drei weibliche Fallbeispiele präsentiert. Nach Abraham stehe Optimismus mit einer glücklichen oralen Phase in der Kindheit zusammen. Dieser Optimismus müsse durch das Realitätsprinzip geformt werden, um wirklich wirksam zu sein. Bei Frauen gehöre dazu, daß sie das Fehlen eines eigenen Penis akzeptieren, während bei Männern Optimismus eher mit dem Gefühl einer Einheit mit der Mutter Erde verbunden ist. Und so weiter und so fort.

Das übliche obskurantistische Geschwurbel der Psychoanalytiker, die selbst offensichtlich den größten Dachschaden haben! Natürlich sind die Grundgedanken valide und fruchtbar, aber die Psychoanalytiker haben auf diesem soliden Fundament eine windschiefe Bruchbude errichtet, in deren morscher Ruine heute nur noch schwindsüchtige Gespenster hausen.

Die heutigen direkt auf Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia zurückgehenden Orgonomen sind die einzigen, DIE EINZIGEN, legitimen Vertreter der Libido- und Strukturtheorie Freuds! Es ist unausdenkbar wäre Reich damals an TBC gestorben…