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Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 39)

6. April 2021

Meine Lektüre und die Anekdoten, die mir Freunde aus ihrem Leben erzählt haben, hat mich zu dem Schluß geführt, daß der Sozialismus nur marginal auf die rationale Empörung der unteren Klassen zurückgeht, sondern zu einem Gutteil ein Produkt des schlechten Gewissens der Großkapitalisten bzw. ihrer leistungslosen Erben ist. Die Ausbreitung des Sozialismus ist keine Funktion sozioökonomischer, sondern vielmehr charakterstruktureller Faktoren. Die Vermögenden versuchen mit ihrem schlechten Gewissen zurandezukommen, was immer schwieriger fällt, je weiter sie sich von ihrem bioenergetischen Kern entfernen. In einer Art Ablaßhandel unterstützen sie deshalb „die sozialistische Bewegung“ und halten ihre absurde Existenz von „Arbeiterführern“ aufrecht, die in ihrem Leben keine Stunde gearbeitet haben.

Es ist bezeichnend, daß sowohl den Geldgebern als auch den Geldempfängern nicht auffällt, daß ihr Verhalten, ja sogar ihre gesamte Existenz der Marxistischen Theorie widerspricht, sondern sie schlichtweg widerlegt. Das ist einfach nur zum Lachen – traurig ist es, daß die ausgebeuteten Massen aufgrund ihrer charakterstrukturellen Hilflosigkeit diesen Hohn unwidersprochen über sich ergehen lassen; daß sie zulassen, daß sich das Ausbeutungsverhältnis auf sozusagen „höherer Ebene“ auf die denkbar perfideste Art und Weise fortsetzt.

Die Arbeitsdemokratie wird sich erst durchsetzen (oder besser gesagt befreien) können, wenn die charakterstrukturellen Probleme angegangen werden. Solange werden alle Werttheorien und alles Gerede über den Klassenkampf tragikomischer, wenn nicht sogar blutiger Krampf bleiben. Nicht die Neurose, sondern die Arbeit soll unsere Existenz bestimmen. Dann können wir auch unsere sozialen und ökonomischen Probleme lösen. Wilhelm Reich ist der einzige, DER EINZIGE legitime Erbe der Arbeiterbewegung, der Rest gehört in die Hölle getreten!