Posts Tagged ‘Ausbeutung’

nachrichtenbrief151

3. Mai 2020

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Spenden: paypal.me/nachrichtenbrief oder hier.

nachrichtenbrief146

27. Januar 2020

Buchbesprechung: THE FREUDIAN LEFT von Paul A. Robinson (Teil 3)

24. Dezember 2019

von Paul Mathews, M.A.

 

Den Höhepunkt bildet jedoch die Analyse von Marcuse, der laut Robinson mit seinem Konzept von Repression und Sexualität sowohl Freud als auch Reich überholt hat: Nicht Freuds Realitätsprinzip stehe im Widerspruch zum Lustprinzip, sondern das Leistungsprinzip, ein Begriff, der eine zusätzliche Unterdrückungd der prägenitalen Sexualität im Interesse einer Genitalität symbolisiert, die den ausbeuterischen Funktionen von Kapitalismus und Imperialismus dient. Das Konzept der polymorphen Perversität des Menschen wird als verleugnete Funktion rehabilitiert, die für das menschliche Glück notwendig ist. Hier, so Robinson, knüpft Marcuse an Marx‘ Konzept des Mehrwerts an, der, neben der zusätzlichen Unterdrückung, für die Entfremdung und Verdinglichung des modernen Menschen verantwortlich sei. Man kann in diesen im Wesentlichen verkopften und metapsychologischen Spekulationen die Sackgasse sehen, die sich aus der Unkenntnis oder Ablehnung der orgastischen Funktion und des Primats der Genitalität ergibt. Für Marcuse wird die Genitalität zu einem Instrument in den Händen der Unterdrückung; und Freuds Hypothese des Urverbrechens, wie sie durch Roheims Erkenntnisse über die Totempraktiken der Primitiven gestützt wird, wird neu interpretiert, um den Urvater in den kapitalistischen Ausbeuter und die mordenden Brüder, die ihre Schuld in der Totemnahrung sühnen, in das Proletariat zu verwandeln. Homosexualität als Ausdruck polymorpher Perversität, verwandelt sich von einer Neurose, die auf orgastische Impotenz und Kastrationsangst hinweist, in eine Rebellion gegen die „genitale Tyrannei“ und in eine „soziale Funktion . . . analog zu der des kritischen Philosophen“ (S. 208).

Es wird gezeigt, daß Marcuse (wie Robinson in seinem Umgang mit Reich, Roheim, etc.) alles und jeden neu interpretiert, von der hegelschen Dialektik und dem Marxismus über Nietzsche und Schiller bis hin zu Freud. Wie Robinson hat auch er alles destilliert, was für seine vorgefassten Meinungen offensichtlich nützlich war und, wo es nicht hineinpasste, gründlich „rationalisiert“. Sogar die sexuelle Freizügigkeit wurde abgelehnt, wenn er der Meinung war, dass sie im Interesse der Ablenkung vom Problem der Ausbeutung verwendet würde; und das Produkt dieser Ausbeutung – der Wohlstand der technologischen Gesellschaft – wird zu etwas Fluchwürdigem. Das endgültige oder letzte Stadium scheint die Unterstützung einer neofaschistischen Elite von Jugendlichen der Neuen Linken zu sein. Die Rolle der patriarchalischen Familie wurde nun durch die Funktion der modernen technologischen Gesellschaft und ihrer Kommunikationsmedien ersetzt; so ist laut Marcuse der Ödipuskomplex nicht mehr relevant. Dieses Sammelsurium von Widersprüchen und Verzerrungen („Neuinterpretationen“) wird vom Autor als Inbegriff des „Freudianismus“ und sogar des „Reichianismus“ ernst genommen. Es ist beängstigend zu erkennen, dass ein bedeutender Teil unserer Jugend direkt oder indirekt von diesem Durcheinander geleitet wird.

Neben der Anti-Genitalität ist der Aspekt, der sich aus Robinsons These am stärksten ergibt, sein Anti-Konservatismus. Er nimmt für sich in Anspruch, Reich, Roheim und Freud vor dem konservativen Standpunkt zu retten. Wie viele andere ist er nicht in der Lage, den Konservativen vom Reaktionär zu unterscheiden und er findet es schwer zu verstehen, inwiefern Pioniere wie Freud, Reich und Roheim konservative Positionen haben einnehmen können. Es kommt ihm nicht in den Sinn, dass es dem Genie und der Größe dieser Menschen eigen war, dass sie ein instinktives Bewusstsein für die Gefahren sekundärer Triebe hatten und so das verantwortungslose „radikale“ Verhalten vermieden haben, das sich aus der falschen Anwendung ihrer wirklich radikalen (die Ursachen suchenden) Erkenntnisse ergibt. Was das am meisten bewunderte Thema des Autors betrifft, Marcuse, wird dessen aktive Identifikation mit den schlimmsten Elementen des skrupellosen Linksradikalismus und – jawohl – der Pest ihn letztendlich auf einen anrüchigen Platz in der Geschichte der Sozialreform verweisen. Es ist kein Zufall, dass Reich den Todestrieb widerlegt, während Marcuse ihn hochhält.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d „Während jede Form des Realitätsprinzips ein beträchtliches Maß an unterdrückender Triebkontrolle erfordert, führen die spezifischen Interessen der Herrschaft zusätzliche Kontrollausübungen ein, die über jene hinausgehen, die für eine zivilisierte menschliche Gemeinschaft unerlässlich sind. Diese zusätzliche Lenkung und Machtausübung, die von den besonderen Institutionen der Herrschaft ausgehen, sind das, was wir als zusätzliche Unterdrückung bezeichnen.“ (Herbert Marcuse: Triebstruktur und Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1977, S. 42)

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 136-140.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Orgonomie und Politik, Kommunismus und Politik

21. Dezember 2019

Es gibt zwei Hauptkritiken an der Orgonomie, die sich auf ihr Verhältnis zur Politik beziehen. Erstens sei die Orgonomie zu unpolitisch und zweitens sei sie zu politisch. Die Tattergreise unter uns, denen noch die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gegenwärtig sind, werden sich an die heftige Kritik von „Reichianern“ an den Orgonomen erinnern, daß diese „nicht politisch genug“ seien, sondern sich nur mit dem „Orgonzeugs“, Orgontherapie und Kindererziehung beschäftigten, wenn sie nicht sogar „konservativ“ oder „reaktionär“ seien und sich nicht nur nicht an den „gesellschaftlichen Kämpfen“ beteiligten, sondern sich sogar dem sozialen Fortschritt entgegenstellen würden. Mit anderen Worten seien sie zu politisch. Sie würden die Orgonomie politisch mißbrauchen. Dieser letzteren Anklage haben sich sogar manche Orgonomen angeschlossen. Die Orgonomie sei eine Wissenschaft, keine sozialreformerische Bewegung.

„Politisch“, das sind immer die anderen!

Zum Glück gibt es ein Kriterium, mit dessen Hilfe wir dieses Dickicht durchschlagen können. Betrachten wir dazu die Zeit, als Reich sich selbst als „Kommunisten“ betrachtete, also von 1928 bis etwa 1936. Damals war er in seiner politischen Radikalität von niemandem zu überbieten, trotzdem bestritt er in der Nachschau der 1950er Jahre vehement ein politischer Kommunist gewesen. Was das bedeutet? Wie sein Buch Menschen im Staat zeigt, war Reich bis zuletzt ein vehementer Vertreter der Marxistischen Strukturanalyse, derzufolge diese Gesellschaft auf wertschaffender Arbeit beruht, deren Mehrwert (also alles, was über die bloße Reproduktion der Arbeitsfähigkeit hinausgeht) einer kleinen parasitären Minderheit, statt der arbeitenden Mehrheit zugutekommt. Ein politischer Kommunist zu sein bedeutet, diese wissenschaftliche Analyse hinter einem Vorhang von Parteipolitik verschwinden zu lassen, bei der es einzig und allein um die „Machtfrage“ geht. Beispielsweise werden „bürgerliche“ Wahlen nicht genutzt, um über die strukturelle Ausbeutung der Werktätigen aufzuklären, sondern um politische Spielchen zu betreiben.

Ähnlich sieht das heute aus. Die Orgonomie ist nicht politisch! Man nehme etwa den Blog von Charles Konia. Dieser wirkt nur oberflächlich „rechtskonservativ“. Wenn man genauer hinschaut, geht es Dr. Konia einzig und allein um eine Strukturanalyse. Er führt gesellschaftliche Phänomene auf die Charakterstruktur der Massen zurück und kommt so zu seinen Einschätzungen. Bei den heutigen „Reichianern“ und Pseudo-Orgonomen ist es grundlegend anders. Sie haben ihre vermeintlich „orgonomische“ MEINUNG und betrachten die Welt mit dieser Brille. Sie sind politisch im Sinne von „unwissenschaftlich“, während für Konia eine politische Betrachtungsweise keinen Sinn macht. Er betrachtet die Gesellschaft von der soziopolitischen Charakterologie her, ähnlich wie der „nichtpolitische Kommunist“ Reich sie einst von der Mehrwerttheorie her betrachtete.

Paul Mathews: People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

1. November 2019

 

Paul Mathews:
People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

 

Wie die soziopolitische Orgonomie den Marxismus in zweierlei Hinsicht ad absurdum führt

1. Oktober 2019

Marxismus, das ist Klassenkampf plus Mehrwerttheorie: der Reichtum der reichen Klasse beruht auf der Ausbeutung der armen Klasse, die, zumindest relativ, immer ärmer wird, bis das System nicht mehr zu halten ist – Revolution. „Lebendige Arbeit“ wird zu totem Kapital, das sich dem Lebendigen entgegenstellt, bis sich das Lebendige sein Arbeitsprodukt wieder aneignet. Kein Wunder, daß Reich zum Marxisten wurde!

Doch bereits 1933, mit der Veröffentlichung von Die Massenpsychologie des Faschismus, begann Reich dieses Konzept zu untergraben, als er erkennen mußte, daß die sexuelle Unterdrückung den Charakter so formt, daß die arme Klasse sich auf die, von ihrer objektiven ökonomischen Warte aus gesehen, falsche Seite im Klassenkampf stellt. In der Folgezeit zeichnete sich in der sozialen Orgonomie immer mehr ab, daß die Bedeutung der Ökonomie in der gesellschaftspolitischen Entwicklung weit hinter charakterologischen Überlegungen zurückfällt und damit die Marxistische Gesellschaftanalyse vollständig bedeutungslos wird.

Das muß nicht unbedingt bedeuten, daß der Marxsche Ansatz von vornherein falsch ist. Es bedeutet allenfalls, daß die Marxisten bei den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen (dem „Klassenkampf“) auf der falschen Seite stehen. Wenn man die Geschichte des Marxismus betrachtet, war es nie so, daß die Initiative von den „unterdrückten Massen“, sondern stets von einer kleinen Gruppe von unproduktiven Intellektuellen (arbeitsscheuen PARASITEN) ausging, die, wie man heute sagt, „Geschwätzwissenschaften“ studierten oder aus anderen Gründen keine Zukunft im Kapitalismus hatten. Ihnen winkte im Sozialismus eine Zukunft als Neoadlige („Funktionäre“). Man betrachte nur die traurigen Gestalten, die heute die Führungsschicht der Grünen ausmachen und all die „Beauftragten“, für die sie vollkommen überflüssige Posten im Staatsapparat geschaffen haben. Volksfremde Zecken, die dem produktiven Teil der Gesellschaft das Blut aussaugen. Wertvernichtung statt Wertschöpfung.

Man reise doch durch die deutschen Gauen und vergleiche steinreiche und durchweg extrem linke Verwaltungs- und Studentenstädte wie etwa Münster, Westfalen, wo buchstäblich nichts produziert wird, mit Industriestädten im Ruhrgebiet, wo das verachtete „Dunkeldeutschland“ verortet wird. Man gedenke des Malochers, der Tag für Tag um 5 Uhr früh sich aus dem Bett quält, damit irgendwelche „Filmemacher“, „Frauenbeauftragte“ und „Ethiklehrer“ ein bequemes und sorgenfreies Leben genießen können, das in der Hauptsache darin besteht, den Arbeitern das Leben schwer zu machen und ihnen ins Gesicht zu spucken. Man denke nur an den Ökoterror des linksliberalen Abschaums gegen die Arbeiterschaft! Ein Gutteil dieses Ausbeutergesocks betrachten sich als „Marxisten“. Ich möchte nicht in der Haut dieses volkommen entarteten und degenerierten linken Gesindels stecken, wenn das deutsche Volk im Rahmen der bevorstehenden Weltwirtschaftskrise erwacht und es zur Revolution kommt!

Zusammengefaßt kann man sagen, daß der Marxismus falsch liegt, weil er das Wesentliche (die Bioenergetik!) übersieht, und selbst, wenn man es so dreht, daß er recht hat, findet man durchweg ALLE Marxisten auf der falschen Seite des „Klassenkampfs“.

KISS und die Orgonomie (Teil 1)

31. Mai 2019

Die Rockband KISS tourt durch Deutschland, was natürlich auch an einem der wichtigsten, wenn nicht dem wichtigsten Presseorgan des deutschsprachigen Raumes, dem NACHRICHTENBRIEF, spurlos vorbeigehen kann:

Ich kann mich gut an einen Fernsehbericht in Monitor, Panorama oder so aus dem Jahre 1976 erinnern. Die Rockband KISS tourte in Deutschland und der (wie immer damals!) Marxistisch angehauchte Bericht prangerte die Geschäftemacherei an, wie die Kinder (bzw. natürlich deren Eltern) im Gegensatz zu früher, als es noch einfache, ehrliche Konzerte gab, mit den Kostümen und dem zirkusartigen Drumherum und dem Merchandising finanziell über den Tisch gezogen wurden. Ganz ganz schrecklich das ganze! Manipulation, Ausbeutung, Hitler!

In seiner Autobiographie schreibt Paul Stanley, der Sänger von KISS, daß er und Bassist Gene Simmons ja selbst Anfang der 1970er Jahre Fans waren und wie sie sich darüber aufregten, wie sie von den großen Rockbands über den Tisch gezogen wurden. Diese seien ultraarrogant gewesen, hätten sich gar nicht die Mühe gegeben, die Fans mit einer Show zu unterhalten, sondern hätten ihre Gigs lustlos abgespielt. Den Fans wurde zu verstehen gegeben, sie sollten glücklich sein, daß sich die Stars bequemt hätten aus dem Rockolymp herabzusteigen und vor ihnen zu spielen. KISS wollte das anders machen und auf den Konzerten eine richtige Show bieten. Es war sozusagen ein „Fanprojekt“: „So wollen wir unsere Rockstars haben!“ Die Fans sollten nicht länger über den Tisch gezogen werden, sondern etwas für ihr Geld bekommen!

Es wurde sich immer über das Make-up von KISS lustig gemacht, wie peinlich, daneben und unauthentisch das sei. Paul Stanley hat das umgedreht: Bilden sich andere Rockgrößen allen ernstes ein, daß ihre „authentischen“ Visagen irgendeine Bedeutung haben?! Es geht um die Show und das einzusehen und entsprechend aufzutreten, das wäre wirklich authentisch. Und dann die Texte: Eine erfolgreiche Punk- und Grundge-Band könne immer nur auf ihrem Debütalbum authentisch sein. Danach sind alle finsteren Texte einfach lächerlich. Worunter leiden sie? Daß die Cateringfirma bei der letzten Party nicht genug Kaviar besorgt hat? Daß die Heizung des Swimmingpools neben ihrer Luxusvilla kaputt ist? Wie lächerlich sind die finsteren Texte des Multimillionärs Campino, der aus der Oberschicht stammt und aus steuerlichen Gründen in einer Villa in der Schweiz lebt! Wie passend und authentisch sind hingegen die Popcorn-Texte von Paul Stanley, die seinem Leben in Beverly Hills entsprechen und die das Leben und den unerschütterlichen Glauben an sich selbst, den „amerikanischen Traum“ feiern, den er, das körperlich behinderte und schüchterne Kind aus ärmlichen Verhältnissen, lebt.

KISS war das genaue Gegenteil dessen, was die die rotverstrahlten öffentlich-rechtlichen Deppen damals sahen. Und so bei allen Diskussionen in der gepanzerten Gesellschaft. Der gepanzerte, d.h. „zersplitterte“ Mensch, sieht nur immer einen kleinen und darüber hinaus verzerrten Abschnitt des Bildes. Trifft er auf andere Menschen mit deren grundlegend anderen Sichtweisen, kommt es zu den entsprechenden Auseinandersetzungen, die niemals zu irgendwas führen. Diese Reproduktion der individuellen Panzerung auf dem gesellschaftlichen Schauplatz bezeichnet man dann als „Diskussionskultur“, „Demokratie“, „Meinungsaustausch“. Am Ende steht stets ein großer Plumquatsch, wie man jetzt etwa am „Brexit“ sieht. Überhaupt bei ALLEN gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. All das, wovon die Liberalen quatschen, wird erst in einer ungepanzerten Gesellschaft möglich sein, wenn Menschen frei ihre jeweilige Expertise austauschen („Arbeitsdemokratie“) und nicht ihre „Meinungen“ („Formaldemokratie“).

Erst durch eine Orgontherapie gewinnt man ein Gefühl dafür, in was für einer irren Welt wir leben und wie jedwede „Diskussion“ nichts weiter ist als eine groteske Kakophonie. Dabei ist das Leben selbst eine „Orgontherapie“, da es uns zwingt funktionell zu leben. Man nehme etwa Alice Cooper, der in seinem Auftreten KISS sehr nahe kommt. Er ist gläubiger Christ. Während einer Tour zusammen mit dem Alice Cooper der Jetztzeit, Marylin Manson, ein geweihter Priester der Church of Satan, konnte sich Alice Cooper nicht vorstellen, irgendeine gemeinsame Basis mit Marylin Manson zu finden. Hätten sie sich über Theologie, Philosophie oder Politik unterhalten, hätte das ganze auch nie geklappt. Tatsächlich fanden sie zu einander, als Marylin Manson, der gerade eine schmerzhafte Scheidung hinter sich hatte, sich mit Alice Cooper über die Ehe und die damit verbundenen Seelennöte unterhielt. Man hatte eine Basis gefunden, nämlich das wirkliche Leben jenseits allen ideologischen und religiösen Unsinns, auf der man zueinanderfand und sich sinnvoll austauschen konnte. Auch schöpfte Alice Cooper für sein Gegenüber Achtung, als er sah, wie professional die Crew von Marylin Manson arbeitete und daß dieser während der Shows jeden Ton traf. – Ja man kann miteinander reden und arbeiten über alle denkbaren „unüberbrückbaren Hürden“ hinweg, solange man aus dem Kern heraus funktioniert („Liebe, Arbeit und Wissen“) und sich von dem Gestrüpp aus Argumenten und Gegenargumente, d.h. aus dem Gestrüpp von Trieb und Triebabwehr heraushält, das die sekundäre Schicht konstituiert.

People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest (Teil 3)

7. Mai 2019

 

Paul Mathews:
People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

 

Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht. Eine Ergänzung zu „Peter der Griesgrämige“

16. März 2017

Betrachten wir zunächst die Hauptgleichung der Orgonomie (hier in sehr verkürzter, „amputierter“ Form!):

Zutiefst haben wir die „orgonotische Strömung“. Was das ist, wird am ehesten noch anhand der Orgontherapie deutlich. Die Beseitigung der Augenblockierung führt zum Kontakt mit der Umwelt (dreidimensionales Sehen), die Beseitigung der Zwerchfellblockierung zum Kontakt mit dem eigenen Selbst, dem Körper (dreidimensionales Fühlen) und die Beseitigung der Beckenblockierung zum Kontakt mit dem Kosmos (orgastische Potenz). Dies geht jeweils einher mit einem Gefühl zunehmender Tiefe. Zunächst sieht man die atmosphärische Energie, dann, nach der Öffnung des Zwerchfells, fühlt man sie durch die eigenen Glieder fließen (und lernt entsprechend den Körper wirklich als dreidimensionales Gebilde zu empfinden) und schließlich wird man eins mit diesem Fließen, d.h. wird eins mit der kosmischen Strömung, die in ihrer Überlagerung die Galaxien und damit die Materie aus dem primordialen Orgonenergie-Ozean bildet. Hier setzt die Panzerung an. Indem sie die orgonotische Strömung unterbindet, macht sie die Welt flach, raubt ihr jede Tiefe und führt bei den gepanzerten Menschen zu Derealisation, Depersonalisation und einer generellen orgastischen Impotenz.

Konkret kommt die orgonotische Strömung in der kreiselwellenartigen Bewegung (dem „Orgonom“, siehe Die kosmische Überlagerung) und der orgonotischen Pulsation (siehe Äther, Gott und Teufel) zum Ausdruck.

In der alten, autoritären Gesellschaft führte die Abpanzerung der orgonotischen Strömung dazu, daß die Menschen einseitig aus dem durch das autonome Nervensystem (Plexus solaris) verkörperte orgonotische System heraus empfanden und entsprechend eine konservative, reaktionäre, wenn nicht faschistische Charakterstruktur hatten. In der neuen, antiautoritären Gesellschaft ist es zu einer ebenso einseitigen Verschiebung hin zum Orgonom gekommen, das durch das zentrale Nervensystem verkörpert wird. Die Menschen sind „zerebral“ und von ihren Emotionen getrennt, entsprechend liberal, sozialistisch, wenn nicht kommunistisch strukturiert. Den Unterschied sieht man im gesamten Auftreten. Man vergleiche etwa einen heutigen „typischen Deutschen“ mit einem typischen Türken! Ein „Erdogan“ wäre heute in Deutschland undenkbar!

Aus der obigen Gleichung ist ersichtlich, daß sich die Kreiselwelle in der „Welle“ und im „Puls“ äußert, die Pulsation selbstredend in Expansion und Kontraktion.

Die „Welle“ steht für den Schwung nach vorne, wie er etwa archetypisch im Sprung des Tigers zum Ausdruck kommt – oder in der Flucht der Gazelle. Dem Sprung ging ein mühsames und langwieriges Verfolgen und Lauern voran, der wilden Flucht das Grasen. Das letztere steht für den „Puls“, das „Mahlen auf der Stelle“, die Arbeit am Kleinklein. In der autoritären Gesellschaft „lebte man, um zu arbeiten“. Nur so waren die horrenden Kriegsanstrengungen und das Wirtschaftswunder möglich. Für den antiautoritären Menschen sind das „Sekundärtugenden, die Auschwitz erst möglich gemacht haben“. Arbeit ist eine Last („Ausbeutung“), stattdessen wird umverteilt und konsumiert, man gibt sich der Hedonie hin.

Die entsprechenden Erörterungen über Kontraktion und Expansion erübrigen sich ebenso, wie eine detaillierte Beschreibung, wie sich diese energetischen Funktionen in der neueren Geschichte des Kapitalismus widergespiegelt haben bzw. wie dessen Entwicklung wiederum die jeweiligen Charakterstrukturen perpetuierten. Man braucht nur die Augen aufmachen!

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.16.

11. Juni 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

14. Orgonomie ist Wissenschaft, keine Naturphilosophie!

15. Die Identitätsphilosophie

16. Das Wesen des Marxismus