Posts Tagged ‘Argonne Laboratorien’

Elektrische Ströme in Orgongeräten. Der Weg zum REICH-Orgonmotor? Stand der Technik (Teil 4)

24. September 2017

von Roberto Maglione

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors; übersetzt durch Robert (Berlin). Der Aufsatz wurde aus Zweckmäßigkeitsgründen in fünf Teile aufgeteilt.

Wyvell berichtete (22):

Den, den ich sah, hatte ungefähr die Größe einer großen Orange … Er wurde an einen speziellen OR[Orgon]-Akkumulator mit einem „Y“-Faktor angeschlossen, den Reich nicht preisgab, da er fühlte, dass die Menschheit nicht bereit war, solch eine potenziell grenzenlose Macht rational zu nutzen. Zusätzlich war er mit einer elektrischen Quelle mit sehr niedriger Spannung verbunden, weil, wie ich mich erinnere, die unerregte Orgonenergie allein die anfängliche Trägheit nicht überwinden konnte. Aber er lief mit atmosphärischer Orgonenergie, die ihm durch den Akkumulator und auch über das menschliche Energiefeld zugeführt wurde… Er lief unregelmäßig, was kein Motor mit einer mechanischen Energiequelle tut: ohne jegliche Beeinflussung verlangsamte und beschleunigte er sich. Und wenn man seine Hände über ihn wölbte, beschleunigte und verlangsamte er sich ebenfalls, anscheinend nach eigenem Gusto, aber tatsächlich richtete er sich nach der Orgonenergie. Drittens kann der Motor mit Orgonenergie etwas, was kein Motor mit mechanischer Energie tun kann: er drehte ab und an umgekehrt, ohne sich zu verlangsamen, sogar ohne Ruck. Dies ist, wie ich glaube, unmöglich in Bezug auf das, was von der mechanischen Physik bekannt ist, aber es wurde von einer Anzahl von gesunden und vernünftigen Ärzten, Wissenschaftlern und Laien bezeugt. Wohl deshalb glaubte Reich, dass UFOs von Orgonenergie angetrieben werden, denn auch bei ihnen wurde beobachtet, dass sie sich in einer Richtung mit einer fantastischen Geschwindigkeit bewegen, um umzukehren oder in einem scharfen Winkel abzubiegen, ohne sich zu verlangsamen und ohne einen Ruck.
Der „Y“ -Faktor wurde nicht wiederentdeckt und ich persönlich hoffe, dass er es nicht wird, bis Machtgier und andere Formen der emotionalen Pest auf kontrollierbare Proportionen reduziert sind.

Neill kommentierte kurz den Orgonmotor in zwei seiner Schrifen:

Vor zehn Jahren [1948] in Maine sah ich, wie ein kleiner Motor sich gleichmäßig zu drehen begann, als er an einen Orgonakkumulator angeschlossen wurde. „Die Antriebskraft der Zukunft“, rief Reich begeistert. Aber nach allem, was ich weiß, ist mit diesem Motor nicht weiter experimentiert worden. Auf eine Frage antwortete Reich: „Mein Job ist es zu entdecken; die Ergebnisse auszuarbeiten, überlasse ich anderen.“ (23)

Er hatte einen kleinen Motor, der von einem Orgonakkumulator aufgeladen wurde. Er lief langsam, aber wenn er Anschwung von den Volts aus einer Batterie bekam, schien er sich mit großer Geschwindigkeit zu drehen. Reich war begeistert: „Die Antriebskraft der Zukunft!“ rief er. Ich habe nie davon gehört, dass es weiter entwickelt wurde.“ (24)

Seine zweite Ehefrau, Ilse Ollendorff, kommentierte kurz in ihrer Biografie von Reich, dass sich der Orgonmotor wie folgt darstellte (25):

Im März dieses Jahres [1948] hatte Reich angefangen, mit Geigerzählern und Vakuumröhren zu experimentieren, und er hatte einige wichtige Entdeckungen über das Verhalten der Orgonenergie gemacht. Er hatte auch Versuche mit einem kleinen Motor begonnen, der von Orgonenergie getrieben wurde. Diese Arbeit wurde in Maine mit Hilfe eines jungen Assistenten [William Washington (26)] fortgesetzt, der sich hauptsächlich auf die Ausarbeitung dieser Phänomene konzentrierte. Reich war wegen der Reaktionen des kleinen Motors sehr aufgeregt. Notizen, die von den im Labor arbeitenden Studenten gemacht und mir zur Verfügung gestellt wurden, erwähnen immer wieder die Arbeit mit dem Motor als eine von Reichs Haupttätigkeiten während dieses Sommers [1948]. Er wusste, dass viel Arbeit nötig sein würde, um das Experiment zu „säubern“, und all seine Auswirkungen und Funktionen zu klären, denn es benahm sich manchmal, nach seinen eigenen Worten, wie eine „hysterische Frau“. Reich sah für seinen Orgonenergiemotor eine große Zukunft voraus.

Reich machte Filme des Motors in Betrieb und diese haben sich erhalten, wurden auf Videoband übertragen und sind jetzt im Wilhelm Reich Museum, Rangeley, Maine zugänglich.

In den letzten Jahrzehnten veröffentlichte das Wilhelm Reich Museum vier Bücher (27), herausgegeben von Body Higgins, Treuhänder des Museums, die alle Perioden aus Reichs Lebens- und Forschungsweg umfassen. Darunter auch Materialien, die hauptsächlich Tagebüchern und Korrespondenzen entnommen wurden, die sich im Reich-Archiv befinden, das seinen Ort an der Harvard Medical School (Boston, Massachusetts) hat.

In einigen von ihnen und vor allem in dem 1999 erschienenen Band (27) können einige weitere Informationen über Art und Verlauf der Forschung Reichs, das System, das er ausgearbeitet hatte, um Energie in eine motorische Kraft umzuwandeln, und einige Details über den Versuchsaufbau gefunden werden.

In letzterem Buch schreibt Reich am 9. August 1947 (28)(29):

Fortsetzung der Geiger-Müller-Tests:

    1. Röhre ausgeschaltet: kein Brummen, aber ein Klicken jedes Mal, wenn die Hochspannung angelegt wird.
    2. Fragen an Washington am Telefon, 14.00 Uhr
    3. a. Haben Sie jemals mit solch einem Gerät gearbeitet?
      b. Was ist die schnellste Reaktion des Geiger-Müller auf Strahlung?
      c. Was ist die „normale“ Reaktion auf kosmische Strahlen?
      d. Wurden jemals 100 pro Sekunde beobachtet?

    4. Messung mit Sekundenzähler + Rekorder.

    In 25 Sekunden 1.500 Impulse!
    60 pro Sekunde!
    Unglaublich!

Folgerungen:

  1. Räder werden durch Impulse von Orgonenergie gedreht.
  2. Es wird möglich sein, Motoren mit Orgon zu betreiben.
  3. Die Anwendung wird frei von Risiken sein; sie wird billig sein.

16.20 Uhr
Ich platziere die Sonde in einen dreifachen Orgonakkumulator, um festzustellen, ob es zu einem Anstieg kommt.

Heute, 9. August 1947, zwischen 11 Uhr und 17 Uhr habe ich das Prinzip der Umwandlung von Orgonenergie in mechanische Energie durch die elektronischen Impulse eines Geigerzählers entdeckt.

Anwesend heute Nachmittag waren: Ilse Ollendorff
William Washington, den ich angerufen habe
Tom Ross, unser Hausmeister

Eine Umdrehung pro Sekunde am Zähler.
Sofort benachrichtigt: die Atomenergiekommission, Amerikanische Akademie der Wissenschaften, Französische Akademie, Patentamt.

Am 14. August 1947 schrieb er (30):

Orgon ist in der Lage, ein Rad zu drehen, wenn ein Zählrohr oder ein ähnliches Instrument so erregt ist, dass sich ein elektromagnetisches Rad [ein Rotor, PN] dreht. Es scheint wichtig zu sein, dass die Elektronen das Orgon in der Röhre „erregen“. Es bleibt herauszufinden, ob die Elektronen oder das Orgon selbst die motorische Kraft sind.

Ich habe einfach Orgon in elektrische Energie verwandelt. Der Impuls ist ein einfaches elektromagnetisches System.

9 Uhr Beweis für Orgon = Motorkraft.

Ich würgte die Reaktion ab, indem ich das Zählrohr völlig bloßgelegt habe. Reaktion 0. Sobald das Zählrohr in den Akkumulator oder das Metallgehäuse gelegt wird, beginnt der Motor am Zähler zu laufen.

Aufgaben für den Orgonmotor.

  1. Funktioniert der Orgonmotor auch außerhalb des mit Metall ausgekleideten Raumes [Reich bezieht sich auf einen Raum im Labor in Orgonon, der mit Metall als Akkumulator ausgekleidet war], mit dem Akkumulator im Freien oder in einem orgonfreien Raum?
  2. Welche Arten elektromagnetischer Geräte werden veranlasst sich zu bewegen?
  3. Wie viel kann aus dem Aufbau des Geiger-Müller beseitigt werden, ohne das Prinzip zu zerstören?
  4. Was sind die Voraussetzungen für die Erlangung eines Patents, wenn ein Geiger-Müller-Zählrohr verwendet wird?
  5. Kann die motorische Kraft verstärkt werden und wie?

Und am 7. und 9. November 1947 schrieb er (31):

  • 7 November 1947
    Habe begonnen, einen Orgonmotor zu bauen.
  • 9 November 1947
    Ich muss Elektronenröhren studieren, denn sie eröffnen eine neue Welt für mich. Das Orgon in der Elektronenröhre. Das ist der Weg der großen Wissenschaft! Ich fand vor fünf Jahren die funktionelle Identität des Körperorgons und des Orgons der Sekundärspule. Jetzt konnte ich alle hohen Spannungen aus dem Geiger-Müller-Zähler beseitigen. Das Rad dreht sich ohne hohe Spannung

a. wenn ich eine Batterie mit meinen Händen anfasse,
b. wenn ich das System einer Sekundärspule in Erregung versetze.

 

Hinweise:

22. Wyvell L, An Appreciation of Reich, Journal of Orgonomy, 7(2):170-186, 1973, Seite 185.

23. Neill AS, The Man Reich, in Wilhelm Reich Memorial Volume, Ritter Press, Nottingham, 1958, reprinted in Boadella D, Wilhelm Reich. The Evolution of his Work, Henry Regenery, Chicago, 1973, Seite 382.

24. Neill AS, Neill! Neill! Orange Peel! A Personal View of Ninety Years, Quartet Books Limited, London, 1977, Seite 128.

25. Ollendorff I, Wilhelm Reich. A Personal Biography, St Martin’s, New York, 1969, Seite 117.

26. Washington war ein Student und Assistent von Reich bei der Entwicklung des Orgonmotors und besonders bei der Ausarbeitung der orgonometrischen Gleichungen und bei der experimentellen Arbeit zwischen 1947 und 1949. Er wurde bei Reich durch Myron Sharaf, Psychologiestudent an der Universität von Chicago und Mitarbeiter von Reich, eingeführt. Washington verschwand im Sommer 1949 geheimnisvoll mit einem Prototyp des Orgonmotors. Zuerst schob er eine angebliche Reise zu einem Professor in Chicago wegen seiner Dissertation vor, dann eine Krankheit in seiner Familie, schließlich, dass er per Telegramm zu den Oak Ridge Laboratories bestellt worden sei und schließlich, dass er bei den Argonne Laboratorien (AEC) arbeitet. Erkundigungen durch Reich zeigten nicht nur durch briefliche Enthüllungen, dass Washington bei den Argonne Laboratorien nicht bekannt war, wie behauptet, sondern auf Anfrage an Professoren, unter denen Washington angeblich für seine Dissertation arbeitete, hieß es, dies sei nicht so. Die Universität von Chicago antwortete, dass Washington seine Hochschularbeit dort nie abgeschlossen habe (Reich W, History of the Discovery of the Life Energy. The Red Thread of a Conspiracy, Documentary Supplement No 2, A-XII-EP, Orgone Institute Press, Rangeley, Maine, 1995). Reich vermutete, dass er ein russischer Spion gewesen sei. Die Angelegenheit wurde im Interesse der nationalen Sicherheit dem FBI zur Kenntnisnahme gebracht, da 1949 und wieder 1950 und 1953 wichtige Kenntnisse und Fakten in Washingtons Besitz gelangten, aber von dem Regierungsorgan wurde nie etwas unternommen. Im Jahre 1956 war Reich von der Sachlage ausgehend überzeugt, dass er mit der Entwicklung von Raumschiffen verbunden war (Reich W, Contact with Space. Oranur Second Report (1951-1956), Core Pilot Press, New York, 1956, Seite 71). Eden berichtet in einer seiner Veröffentlichungen, dass Washington mit zwei der Prototypen des Orgonmotors verschwunden sei, die später in der Sowjetunion aufgetaucht seien (Eden J, Planet in Trouble. The UFO Assault on Earth, Exposition Press, New York, 1973, Seite 23).

27. Reich W, Passion of Youth. An Autobiography 1897-1922, edited by Mary B Higgins, Farrar, Straus and Giroux, New York, 1988; Reich W, Beyond Psychology. Letters and Journals 1934-1939, edited by Mary B Higgins, Farrar, Straus and Giroux, New York, 1994; Reich W, American Odyssey. Letters and Journals 1940-1947, edited by Mary B Higgins, Farrar, Straus and Giroux, New York, 1999; and Reich W, Where’s the Truth? Letters and Journals 1948-1957, edited by Mary B Higgins, Farrar, Straus & Giroux, NY 2012.

28. Reich W, American Odyssey. Letters and Journals 1940-1947, edited by Mary B Higgins, Farrar, Straus and Giroux, New York, 1999.

[Anmerkung Übersetzer: Im Original sind die Fußnoten 29 bis 32 falsch gesetzt]

29. Reich W, ebd., Seiten 399 und 400.

30. Reich W, ebd., Seite 401.

31. Reich W, ebd., Seite 425.