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Reich und die Physik

5. Oktober 2014

In die Bibliography of Orgonomy, Part Two: Reich’s Library wurde das Lehrbuch der Physik für Mediziner, Biologen und Psychologen von Reichs Physiklehrer an der Universität Wien, Prof. Dr. Ernst Lecher, aufgenommen. 2007 ist ein Reprint beim VDM Verlag Dr. Müller erschienen.

Bemerkenswert sind die ersten Sätze des Buches, wo Lecher ausführt, daß die Physik „die Bewegunglehre der nicht lebenden Körper“ sei. Zu dieser Auffassung hätten von Anfang an die Bewegungen unseres eigenen Körpers „und die dabei in vielen Fällen ausgelösten subjektiven Kräfteempfindungen“ geführt. Es bestehe jedoch die Möglichkeit, daß eines Tages ein anderes Weltbild aufkommen könne, nachdem man tiefer in das Wesen der Elektrizität eingedrungen ist. Vielleicht wäre dann „von einem elektrischen Gesichtspunkte aus“ alles Naturgeschehen übersichtlicher und verständlicher. In einer Fußnote auf der zweiten Seite führt Lecher aus, daß sich alle Materie in Atome zerteilen ließe, die selbst „vielleicht verschiedene Anordnungen ein und desselben Grundbausteins alles Vorhandenen (sind), des Elektrons.“

Dieser „Forschungsplan“ hat sich mit der Entdeckung weiterer Elementarteilchen wenige Jahre später zerschlagen (vgl. Orgonenergie-Kontinuum und atomare Struktur). Reich selbst mußte seine Überlegungen über eine „Bioelektrizität“ aufgeben, doch wird gleichzeitig deutlich, daß Lecher einer von vielen war, die Reich zur Entdeckung des Orgons hinführten (vgl. Chronik der Orgonomie 1897-1939).

Die Hauptlinie der Wissenschaft hat sich in entgegengesetzte Richtung entwickelt (sozusagen „Orgon gegen Atom“) und Reich in die Ecke des „Parawissenschaftlers“ gedrängt… „Mehrheitsentscheidungen“ spielen in der Wissenschaft jedoch keine Rolle! Wir können getrost abwarten, wer am Ende als Scharlatan dastehen wird, d.h. wer die innere Logik der Natur verstanden hat und wer hoffnungslos in die Irre gegangen ist.

Bezeichnenderweise werden Reichs Experimente zur „Kontaktelektrizität“, die er zwischen 1939 und etwa 1944 durchführte und mit deren Hilfe er u.a. die Funktionsweise des Orgonenergie-Akkumulators erklärte, meistens als hoffnungslos dilettantisch belächelt: all diese Phänomene wären doch schon seit dem 19. Jahrhundert mit dem Konzept der „Ladungstrennung“ endgültig geklärt…

Beim raschen Abrollen vom ordinärem Klebeband tritt elektromagnetische Strahlung auf. Im Vakuum kann dabei sogar Röntgenstrahlung entstehen! Im Alltag begegnet uns die sogenannte „Tribolumineszenz“, wenn wir etwa selbstklebende Briefumschläge im Dunklen aufreißen.

Obwohl das Phänomen der Tribolumineszenz bereits seit mehreren Jahrzehnten bekannt ist, können Physiker den Effekt immer noch nicht ganz erklären. Der Knackpunkt dabei ist vor allem ein immenser Anstieg der Energiedichte, die dann das Leuchten auslöst. So produziert Klebeband zum Beispiel schon beim normalen Abrollen bläuliches Licht, obwohl die Bindung an der Oberfläche 100-mal weniger Energie enthält als für ein Photon sichtbaren Lichts benötigt wird – geschweige denn für die viel energiereichere Röntgenstrahlung.

Die Physiker von der Universität von Kalifornien, die dieses Phänomen beschreiben, versuchen das ganze natürlich mit „Ladungstrennung“ und sich beschleunigenden Elektronen zu erklären. Der Student der Orgonomie kann die unbeantwortet bleibende Frage, wo denn die Unmenge an fehlender Energie herkommen soll, denkbar einfach beantworten!

1940 versuchte Reich die Strahlung, die SAPA-Bione emittierten, von der Umgebung zu isolieren. Dazu baute er, konventionellen schulphysikalischen Überlegungen folgend, einen Container aus Stahl, den er mit Isoliermaterial umgab. Es stellte sich jedoch heraus, daß diese Behältnis nicht isolierte, sondern akkumulierte. Siehe dazu Reichs entsprechende Ausführungen in Der Krebs.

65 Jahre später tappt die Schulphysik noch immer im Dunkeln. So schreibt Anton Zeilinger, „einer der bedeutendsten Quantenphysiker der Gegenwart“, im Zusammenhang mit „Schrödingers Katze“: man könne eine Koppelung dieses Quantensystems mit der Umwelt und die damit einhergehende „Dekohärenz“ verhindern, indem man sie so in eine Stahlkammer einschließe, „daß die Außenhaut der Kammer eine exzellente Isolation darstellt.“

Insbesondere wäre es wohl möglich sicherzustellen, daß von diesem gesamten System keinerlei

Wärmestrahlung nach außen abgegeben wird. Das kann man im Prinzip dadurch erreichen, daß man eine sehr gute Wärmeisolation anbringt (…). Auf diese Weise kann man sicherstellen, daß der gesamte Behälter mit dem darin enthaltenen Lebewesen in keinerlei Wechselwirkungen mit der Umgebung tritt. (Zeilinger: Einsteins Schleier, München 2003, S. 102)

Im 1953 veröffentlichten Bericht Das ORANUR-Experiment I beschreibt Reich, wie Radioaktivität auf konzentrierte Orgonenergie einwirkt und sie in einen anderen sozusagen „radioaktiven“ Zustand („ORANUR“) transformiert. 1957 zeigte er in Das ORANUR-Experiment II (Contact with Space), daß diese Beeinflussung wechselweise ist, d.h. im ORANUR-Experiment wurden auch die radioaktiven Stoffe so verwandelt, daß sich ihr radioaktiver Zerfall änderte.

In der mechanistischen Wissenschaft ist für „Orgonenergie“ von vornherein kein Platz und der radioaktive Zerfall gilt als prinzipiell unbeeinflußbar.

2009 wurde in New Scientist gezeigt, daß diese Bastion der mechanistischen Wissenschaft langsam aber sicher zerbröselt.

1986 hatten Dave Alburger und seine Kollegen am Brookhaven National Laboratory auf Long Island, New York die Daten einer vierjährigen kontinuierlichen Messung der Halbwertzeit des radioaktiven Isotops Silicium-32 ausgewertet. Zwar ergab sich die vorausgesagte Halbwertzeit von 172 Jahren, jedoch war die Zerfallsrate unerklärlicherweise am höchsten im Februar und am niedrigsten im August.

1998 wertete ein Team der Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig die über 15 Jahre hinweg gemessene Zerfallsrate von Radium-226 aus und stellte ebenfalls eine jährliche Abweichung fest.

Weitere Forschungsergebnisse betreffen jahreszeitliche Schwankungen von einem halben Prozent beim Zerfall von Plutonium-238, die der medizinische Physiker Ken Ellis am Baylor College of Medicine in Houston, Texas über neun Jahre hinweg beobachtet hat.

Alvin Sanders, ein Physiker an der University of Tennessee in Knoxville fand, daß wenn man die C-14-Methode der Alterbestimmung, die auf dem radioaktiven Zerfall des Isotops Kohlenstoff-14 beruht, mit dem Abzählen von Baumringen vergleicht, Schwankungen mit einer Periode von 200 Jahren auftreten.

Und schließlich fand man am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt bei den beiden radioaktiven schweren Ionen Praseodym-140 and Promethium-142 Schwankungen in der Zerfallsrate mit einer Periode von 7 Sekunden.

Ephraim Fischbach und Jere Jenkins von der Purdue University in West Lafayette, Indiana versuchen, diese Forschungsergebnisse in eine einheitliche Theorie zu integrieren: Die drei Schwankungen (eine jahreszeitliche, eine von 200 Jahren und eine von 7 Sekunden) ließen sich möglicherweise mit Hilfe der Sonnen-Neutrinos erklären.

Beim Beta-Zerfall, wie er beispielsweise bei Silicium-32 auftritt, verwandelt sich im Atomkern ein Neutron in ein Proton, indem es ein Elektron und ein Antineutrino abgibt. Fischbach und Jenkins spekulieren nun, daß ein Neutrino, das auf ein Neutron trifft ebenfalls ein Proton und Elektron erzeugen würde, so daß die „Autonomie“ des radioaktien Zerfalls aufgehoben wäre. Dies würde wiederum die jahreszeitliche Fluktuation damit erklären, daß sich im Laufe des Jahres die Erde von der Neutronenquelle Sonne weg und wieder auf sie zu bewegt.

silicon

Entsprechend läßt sich die oben erwähnte Periode von 200 Jahren mit der entsprechenden Schwankung der Sonnenaktivität erklären.

Und was schließlich die 7 Sekunden betrifft, ließe sich das quantenmechanisch mit Hilfe der „Neutrinooszillation“ erklären.

Wie dem auch immer sei: mit jedem Jahr sieht Reichs „absurdes“ ORANUR-Experiment weniger absurd aus!

The Journal of Orgonomy (Vol. 31, No. 2, Fall/Winter 1997)

21. August 2012

1928 führte George Gamow den „Tunneleffekt“ in die Physik ein. Gewöhnlich erklärt man ihn mit der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation. Demnach sei es einem Teilchen möglich, ein an sich undurchdringliches Hindernis zu „durchtunneln“, weil es den Energieerhaltungssatz unterlaufen könne, solange es nach der Zeit-Energie-Unbestimmtheit „rechtzeitig“ die geliehene Energie zurückgibt. Ebenso könnte mit der Ort-Impuls-Unbestimmtheit argumentiert werden, die keine ruhenden, energielosen Objekte mit einer festen Lokalisation zuläßt, so daß man Quanten-Teilchen prinzipiell nicht „einsperren“ kann. Mit anderen Worten: es kann keine perfekte Abschirmung und damit keinen „leeren Raum“ geben.

Noch überzeugender wird das Argument, wenn die Unbestimmtheitsrelation unmittelbar auf den „leeren Raum“ angewendet wird. Beseitigt man alle Atome aus einem Behälter, um ein Vakuum zu erzeugen, bleibt die Wärmestrahlung zurück. Doch auch die läßt sich durch Abkühlung auf den absoluten Nullpunkt nicht abstellen, denn bei dem ist immer noch die „Nullpunktstrahlung“ vorhanden – und die würde auch „ohne Wände“ vorliegen. Nach der Zeit-Energie-Unbestimmtheit läßt sich nämlich Stärke und Änderungsrate eines Feldes nicht gleichzeitig festlegen. Da bei einem feldfreien Vakuum jedoch Feldstärke und Änderungsrate exakt bestimmt wären, ist ein solcher Zustand prinzipiell unmöglich. Quantenstatistisch ausgedrückt bedeutet dies, daß man die Wahrscheinlichkeitswelle niemals ganz beseitigen kann – ein Rest von Wahrscheinlichkeit bleibt immer. Deshalb kann es in der Quantenmechanik weder eine perfekte „Isolation“ noch ein Vakuum geben; stets müssen in jedem denkbaren Bereich des leeren Raumes „Vakuumfluktuationen“ auftreten.

Merkwürdigerweise begann die neue „Äther-Physik“, als man die Quantenmechanik mit der Relativitätstheorie verband. Den ersten Schritt in diese Richtung unternahm 1928 Paul Dirac, als er die Quantenwellenfunktion für Elektronen relativistisch verbesserte. Diese modifizierte Gleichung ergab auch Lösungen für „negative Energie“. Demnach könnte ein Elektron auf ein Energieniveau springen, das unterhalb seiner Nullenergie liegt. Das Atom wäre also wieder genauso instabil, wie vor Bohrs Atommodell. Um diese Katastrophe zu verhindern, postulierte Dirac Elektronen mit negativer Energie, die alle denkbaren negativen Energieniveaus und damit den gesamten Raum auffüllen. Dirac selbst sprach ausdrücklich vom „neuen Äther“. Das Neue an diesem Äther war, daß er aufgrund des auf ihn angewendeten Unbestimmtheitsprinzips, das die Zuordnung einer bestimmten Geschwindigkeit verhindert, im Gegensatz zum klassischen stationären Äther nicht im Widerspruch zur Speziellen Relativitätstheorie stand.

Ein energiereiches Photon kann ein „negatives Elektron“ aus diesem „Dirac-See“ heben, indem es (z.B. mit einem anderen als „Katalysator“ dienenden Elektron zusammenstößt und dabei) sozusagen ein „Loch“ in das Vakuum schlägt. Das Loch entspricht einem damals noch hypothetischen „Positron“ (das dann 1932 tatsächlich von Anderson entdeckt wurde). Wird dieses Loch vom Elektron wieder aufgefüllt, indem sich Elektron und Positron vereinigen, entsteht ein identisches Photon.

In der „Quantenfeldtheorie“ (Quantenmechanik, die sich mit Wechselwirkungen befaßt) wurde wohl später der unbeobachtbare Dirac-See, in den man „Löcher“ schlagen konnte, fallengelassen (zumal immer mehr „Elementarteilchen“ entdeckt wurden, für die jeweils eigene „Seen“ hätten postuliert werden müssen), doch das Vakuum ist in der Vorstellung der Quantenfeldtheorie nach wie vor ein brodelnder See, bzw. ein „Gas“ aus „virtuellen Teilchen“, die durch die beschriebene Paarbildung „aus dem Nichts“ auftauchen und wieder vergehen.

1958 konnte M.J. Sparnaay erste Anzeichen einer meßbare Wirkung dieser virtuellen Teilchen nachweisen, als er einen 1948 von Hendrick Casimir postulierten Quanten-Effekt überprüfte. Zwei ungeladene Metallplatten, die, durch einen sehr kleinen Abstand getrennt, sich parallel gegenüberstehen, werden im vollkommenen Vakuum bis zum absoluten Nullpunkt abgekühlt (was beides natürlich nur annähernd erreichbar ist). Das mit den virtuellen Teilchen assoziierte elektromagnetische Spektrum (oder anders ausgedrückt die erwähnte Nullpunktstrahlung) wird zwischen den Metallplatten eingeschränkt, wodurch sich die beiden Platten anziehen, bzw. gegeneinander gepreßt werden. Die Kraft, mit der dies geschieht, ist dafür, daß sie „aus dem Nichts kommt“, beachtlich.

Der amerikanische Physiker H.E. Puthoff vom Institute for Advanced Studies at Austin führt nach einer kurzen Beschreibung des Quantenvakuums und der diversen Effekte, die ihm zuzuschreiben sind, aus:

So stellen wir fest, daß die Quantenelektrodynamik, die in der Relativitätstheorie wurzelt, welche den Äther verbannt hatte, gewisserweise den Kreis geschlossen hat, um uns mit dem Modell eines energetischen Vakuums auszustatten, das wieder ein vollkommen ausgefüllter Raum statt eine Leere ist.

Er diskutiert sogar die Möglichkeit diesen kosmischen Energie-Ozean mit Hilfe des Casimir-Effekts anzuzapfen („The Energetic Vacuum: Implications for Energy Research“, Speculations in Science and Technology, 13,3:247-257, 1990) – etwas was Reich mit anderen Mitteln schon vor einem halben Jahrhundert in der Praxis gelungen ist.

Anläßlich der „Demonstration of the Casimir Force in the 0.6 to 6 µm Range“ (1997) von Steve K. Lamoreaux setzt sich das Journal of Orgonomy mit der Beziehung zwischen dem Casimir-Effekt und Reichs Entdeckung der Orgonenergie auseinander: „The Orgone Energy Continuum“ (S. 258-262). Siehe auch Malcom W. Browne: „Ether Re-emerges as the Je Ne Sais Quoi of Physics“ (Journal of Orgonomy, 32,2, Fall/Winter 1998, S. 259-263).

Das besondere am Casimir-Effekt ist, daß Bosonen (beispielsweise Photonen) zu einer anziehenden Casimir-Kraft, Fermionen (beispielsweise Elektronen) jedoch zu einer abstoßenden Casimir-Kraft führen. Das entspricht, dem Journal of Orgonomy zufolge, der gleichzeitig anziehenden und abstoßenden orgonotischen Kraft von Metall. Man denke etwa an den Orgonenergie-Akkumulator mit seinen abwechselnden Schichten aus „organischem“ und metallischem Material. Das nichtmetallische Material absorbiert und hält die atmosphärische Orgonenergie, während das Metall das Orgon zwar ebenfalls anzieht, aber es sofort wieder abstößt. Dies generiert im Orgonenergie-Akkumulator eine höhere Orgonenergie-Konzentration.

Mit dem Casimir-Effekt habe ich mich bereits an anderer Stelle beschäftigt.