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Orgonotische Erregungseffekte II (1958) (Teil 1)

26. November 2018

von David Boadella

 

[Vorbemerkung des Übersetzers: Der erste Artikel findet sich hier ff.]

1. Einige theoretische Überlegungen

Die in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift (1) beschriebenen Erstrahlungseffekte wurden von einer Reihe von Personen wiederholt. Ich antwortete auf den Brief des National Physical Laboratory (NPL) und wies in erweiterter Form auf die Widersprüche zwischen ihrer Erklärung und dem beobachteten Verhalten der Glühbirnen hin. Eine kurze Antwort ist eingegangen, die ihre Überzeugung wiederholt, daß die Phänomene abhängen von „der Art und dem Druck des gegebenen Restgases, der Zusammensetzung des Glases der Glühbirne (da es die isolierenden Eigenschaften und die Leichtigkeit des Elektrisierens beeinflußt) und wahrscheinlich von mehreren anderen Faktoren, wie die atmosphärische Luftfeuchtigkeit zu der Zeit“. Sie schließen das Thema, indem sie hinzufügen: „Es gibt unserer Meinung nach wenig zu gewinnen, wenn man der Sache weiter nachgeht, außer wenn man sich dafür entscheidet … durch sorgfältig kontrollierte Experimente.“ Die Bedeutung der weiteren Experimente, von denen ihnen berichtet wurde, wird ignoriert.

Zwei Kritikpunkte sind von einem Leser des Originalartikels aufgeworfen worden. Der erste bezieht sich auf den Vakuumdruck und der zweite auf die Ladung der Hände. Beide sind von Interesse für die Art von Komplikationen, die auftauchen, sobald jemand versucht zu zeigen, daß die Leuchteffekte „einfach genug“ durch orthodoxe physikalische Konzepte erklärt werden können.

Es wurde von dieser Person angeführt, daß, in Übereinstimmung mit der Anmerkung der NPL, je weniger Gas es gibt, desto geringer die Lichtausbeute sei. Um diese Sichtweise zu unterstützen, hat sie eine 20 Jahre alte Vakuumlampe mit geradem Heizfaden vorgelegt und mich aufgefordert, hier irgendwelches Licht hervorzurufen. Sie sagte, daß diese Lampe ein viel höheres Vakuum als moderne vakuumgefüllte Lampen hätte und deshalb nicht leuchte. (Vergleiche das mit der NPL-Aussage: „Wir wiederholen, daß der Grad des Vakuums den Effekt bestimmen wird, so daß einige gut gemachte moderne Vakuumlampen ihn nur schwer oder gar nicht zeigen könnten.“) Zur weiteren Unterstützung ihrer Ansicht, erklärte sie kategorisch, daß unterhalb eines bestimmten Drucks, ein Vakuum überhaupt nicht leuchte, und daß der Druck von 0,5 Mikron (in dem Artikel angegeben und von Reich verwendet) unerreichbar sei.

Was man beachten muß, um den Widerspruch, der die Vakuumfrage umgibt, zu entwirren, ist der Kontrast zwischen der normalen Methode eine Erstrahlung im Vakuum hervorzurufen und den Ergebnissen, die über die Hände berichtet werden und von Dr. Ola Raknes mit Vakuums bestätigt wurde, deren Druck bekannt war. Dr. Raknes erhielt seine Ergebnisse bei Vakuums mit einem Druck von 1/10 000 und 1/100 000 einer Atmosphäre. Hier eine Beschreibung aus einem Lehrbuch über Physik über den normalen Ablauf der Vakuumentladung:

Wenn die Luft nach und nach aus einer Röhre mit zwei Plattenelektroden gepumpt wird, die auf einer Potentialdifferenz von einigen tausend Volt gehalten werden, erscheint eine leuchtende Entladung, wenn sich der Druck einem 1/1000 einer Atmosphäre nähert. Angenommen, wir setzen die Entleerung unserer Entladungsröhre fort. Die leuchtenden Wolken schrumpfen von der Mitte der Röhre zurück, und der dunkle Raum nimmt zu, bis der Druck in der Röhre nur ein Millionstel einer Atmosphäre ist (d.h. 0,75 Mikron), die leuchtenden Erscheinungen im Gas haben vollständig aufgehört, obwohl Elektrizität immer noch geleitet wird. Die Wände der Röhre leuchten mit einem grünlichen Licht. Unsichtbare „Strahlen“ durchdringen die Röhre. Diese Strahlen sind ein Hagel von Elektronen, die sich mit großer Geschwindigkeit vom negativen Pol zum positiven bewegen. (2, S. 292)

Bei der 20 Jahre alten Glühbirne, die mir übergeben worden war, erwies es sich als sehr schwierig, mit den Händen irgendwelches Licht zu erhalten. Aber sie wurde leicht zum Leuchten gebracht, indem man sich mit einem geladenen Isolator irgendeiner Art näherte. Ich habe nicht herausgefunden, wie hoch der Druck dieser Lampe ist. Die G.E.C. hat mich jedoch informiert, daß die modernen 25 Watt Glühbirnen mit einem Druck von 0.0001 mm, d.h. 1 Mikron hergestellt werden. Dennoch muß die Leichtigkeit dieser Erstrahlung der NPL-Aussage [National Physical Laboratory] gegenübergestellt werden: „Von daher wird die schnellstmögliche Annäherung eines geladenen Hartgummistabes keine Wirkung zeitigen, da sie immer noch nicht schnell genug ist.“

Der zweite Kritikpunkt der gleichen Person war eine direkte Leugnung, daß die Ladung der Haut in Millivolt meßbar sei. Sie behauptete, daß die Hände leicht mehrere tausend Volt enthalten könnten, deshalb gäbe es nichts Bemerkenswertes bei den Erstrahlungseffekten. Sie sah daher keinen Grund, die Aussage zu akzeptieren, daß die elektrische Spannung der Hände tausendmal schwächer sei als die, die zur Erzeugung der normalen Vakuumentladungen verwendet wurde, wie oben zitiert. Die oszillographischen Experimente von Reich, zitiert als Beweis für die niedrige Spannung der Haut, akzeptiere sie nicht, da, wie sie sagte, „der Oszillograph keine Spannung mißt, er mißt Strom“. Der Punkt ist von einiger Wichtigkeit, denn, wenn man ohne Zweifel zeigen kann, daß die normale elektrische Spannung der Hände in der Tat im Bereich von Millivolt liegt, dann wird es tatsächlich sehr schwierig zu verstehen, wie das sanfteste Streicheln zu einer Erstrahlung führen kann, die Tausende von Volt erfordert. Ein Blick auf Reichs Bericht über seine Experimente machte deutlich, daß es sich um Spannung handelte, die er gemessen hatte. Reich verband die an der Haut befestigten Elektroden mit Hilfe von Drähten an die Gitterplatten in der Elektronenröhre seines Oszillographen. Ein Elektronenstrom floß durch diese Platten von einer Kathode zu einer Anode. Jede Ladung auf den Platten lenkte den Elektronenstrahl ab, und die Ablenkung konnte auf einem Bildschirm beobachtet werden.

Der Oszillograph wurde auf 10 Millivolt kalibriert. Die beobachtete Ablenkung konnte daher direkt mit der Kalibrierung verglichen werden. Der Widerstand des Oszillographen betrug 2 Millionen Ohm, die von den Händen erzeugte Strommenge war daher außerordentlich niedrig: Reich gibt sie als 0.000001 eines Ampere an, d.h. 1 Mikroampere (3).

Im folgenden muß der Unterschied zwischen der Ähnlichkeit von Einheiten und der Äquivalenz von Einheiten, der im ersten Artikel referiert wurde, ständig im Auge behalten werden. Es ist dann unerheblich, ob wir den Ausdruck „Statik“ verwenden oder „Orgon“, um bestimmte Effekte zu beschreiben, solange wir uns daran erinnern, daß „Statik“ mit Eigenschaften einhergeht, die die Strom-Elektrizität nicht besitzt. Wenn man in ein Geschäft geht, das elektrische Geräte oder elektrische Meßvorrichtungen verkauft, und nach einem Elektroskop fragt, ist die typische Reaktion „Ein Elektroskop? Was ist das? Wofür wird es verwendet?“. Dann kommt vielleicht eine Erinnerung an die Physik der Sekundarstufe zurück und ihnen wird dunkel bewußt, was ein Elektroskop ist. Der Begriff „Statik“ betont die Ähnlichkeiten zwischen Effekten bei Isolatoren und Effekten bei Metall und Drähten, die Unterschiede werden tendentiell vergessen oder übersehen, sie sind nicht wichtig. Der Begriff „Orgon“ betont die Ähnlichkeiten zwischen den Reaktionen von Isolatoren und Reaktionen des Lebendigen. Der Begriff „Elektrizität“ weist auf die mit Batterien verbundenen Phänomene und die Bewegung von Drähten in Magnetfeldern hin. Es ist lehrreich, sich daran zu erinnern, wie der Begriff auf Isolatoren angewendet wurde. Einige der frühesten Beobachtungen von „statischen“ Effekten wurden von Thales mit Bernsteinstücken gemacht. „Thales wußte nicht, warum Bernstein leichte Objekte anziehen konnte. Er wußte nur, daß Bernstein nach dem Reiben eine neue Eigenheit angenommen hatte. Wir sagen, daß der Bernstein elektrifiziert wurde, oder daß er durch Reiben ‚Elektrizität‘ erworben hat. Das Wort ‚Elektrizität‘ wurde gewählt, weil der griechische Name für Bernstein ‚Elektron‘ ist! Wenn wir also sagen, daß ein Kamm aus Hartgummi oder Plastik elektrisch aufgeladen (elektrisiert) wurde, sagen wir tatsächlich, daß der Kamm ‚bernsteinisiert‘ worden ist; der Kamm verhält sich wie Bernstein, wenn er gerieben wird“ (4, S. 306).

Es war das Erwägen der Unterschiede zwischen ‚Statik‘ und Elektrizität, und die Ähnlichkeiten zwischen ‚Statik‘ und atmosphärischer Orgonenergie, die Reich zu der Schlußfolgerung brachte, daß „der Begriff der ‚Reibungselektrizität‘ durch den der orgonotischen Erregung ersetzt werden könnte! ‚Reibungselektrizität‘ wäre dann nicht mehr als ein uninteressanter Spezialfall orgonotischer Erregung, der auf passiv absorbiertem Orgon basieren könnte, oder Orgon, das als Teil des lebendigen Funktionierens ausgestrahlt wird“ (5, S. 115).

 

Literatur

1. Boadella, David: „Some orgonotic lumination effects“. Orgonomic Functionalism, Vol. 5, No. 2, 1958

2. Taylor, Sherwood: THE WORLD OF SCIENCE, Heinemann, 1936

3. Reich, Wilhelm: EXPERIMENTELLE ERGEBNISSE ÜBER DIE ELEKTRISCHE FUNKTION VON SEXUALITÄT UND ANGST, Kopenhagen, 1937

4. Dees, Bowen C.: FUNDAMENTALS OF PHYSICS, Philadelphia, 1945

5. Reich, Wilhelm: „Orgonotic Pulsation: the differentiation of orgone energy from electro-magnetism. Presented in talks with an electro-physicist“ (insbesondere Part II: The orgonotic excitation of insulators. Questionable points in the concept of static electricity), International Journal of Sex-Economy and Orgone Research, Vol. 4, 1945

 

Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Orgonotic Excitation Effects II“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 4, S. 211-232.

Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958) (Teil 5)

26. Juli 2018

von David Boadella

Erklärungen (Fortsetzung)

Aus diesen Reaktionen wird deutlich, daß die einzigen Menschen, die die Glühbirneneffekte nicht ignorieren, diejenigen sind, die sie zufällig für sich entdeckt haben; daß es keine „offizielle“ Erklärung dafür gibt, weil es keine „offizielle“ Anerkennung dafür gibt; und daß die erste Reaktion, wenn das Thema erwähnt wird, die ist, so zu tun, als ob es nicht für „ernsthafte wissenschaftliche“ Überlegungen geeignet wäre, sondern, wie psychische Forschung oder Fliegende Untertassen, nur Witze und Spott verdient. Entweder wird die ganze Sache als Scherz betrachtet (wie die Haltung des Managers von A.E.I. nahelegt); oder ich war das Opfer einer Halluzination (wie von einem Lehrer scherzhaft vorgeschlagen); oder es ist „bloß eines dieser Dinge“, ein guter Partytrick und etwas, um das sich der Physiker, wie um so viele Dinge auf dem Jahrmarkt, in der Seance oder am Tisch des Wahrsagers, nicht zu kümmern braucht.

Die zweite Reaktion, die nur eintritt, wenn das Phänomen unmißverständlich nachgewiesen wird oder wenn der Physiker bereit ist, deine Aussage in gutem Glauben zu akzeptieren, beinhaltet den Versuch, etwas zu tun, was die Lehrbücher nicht getan haben, die Tatsache in Begriffen der bestehenden Theorie zu erklären. („ … ein elektrostatisches Feld … nehme ich an“).

Wenn der Physiker überzeugt werden kann, eine ernsthafte Antwort auf die Frage „Was ist die Energie, die die Glühbirnen zum Aufleuchten bring?“ zu geben, wird seine Antwort sich in Begriffen von elektrostatischen Konzepten bewegen. Es wird angenommen, daß die verschiedenen Phänomene der Elektrostatik mit demselben Konzept erklärt werden können, mit dem die Wirkung von Batterien und Dynamos bei der Erzeugung eines elektrischen Stroms erklärt werden. Somit können die gleichen elektrischen Einheiten, falls notwendig, verwendet werden, um sowohl „statische“ als auch „Strom-“ Effekte zu beschreiben.

Die einzigen Fälle von blaugrüner Erstrahlung in einem Vakuum, die ich gefunden habe, treten auf, wenn eine hohe elektrische Spannung zwischen den Elektroden einer speziell konstruierten Vakuumröhre erzeugt wird. (Im Falle des einen Beispiels, das vom A.E.I.-Manager zitiert wurde, wurde auf die speziell konstruierte Röhre und die Elektroden verzichtet, aber die Hochspannung blieb erhalten). Die erforderliche Spannung wird offensichtlich entsprechend dem Druck des Restgases und dem Abstand zwischen den Elektroden variieren, es kann jedoch normalerweise erwartet werden, daß sie sich in dem Bereich von 100 bis 1000 Volt bewegt. Dies war der Bereich, den Reich in seinen Vakuumexperimenten (siehe 3) mit 0,5 Mikrometer Druck und mit 15 cm Abstand zwischen den Elektroden verwendete. Im Vergleich scheinen die vom A.E.I.-Manager genannten Volt für eine 25-Watt-Glühbirne hoch, aber möglicherweise ist dies auf die Tatsache zurückzuführen, daß Glühlampen nicht mit Elektroden ausgestattet sind. (Reich berichtet jedoch an anderer Stelle, daß er eine Spannung von 1000 bis 2000 Volt verwendete, um die Vakuum-Erstrahlung auszulösen. Siehe 9). Was die Rolle der Elektroden spielte, als die Spannung von 12 000 angelegt wurde, weiß ich nicht; möglicherweise war es „nur“ das Glas und nur die Wolframverdrahtung oder möglicherweise sind Elektroden nicht einmal notwendig, was wahrscheinlich erscheint.

Alle Fälle von Vakuum-Erstrahlung, von denen ich gelesen habe, beruhten auf einer elektrischen Spannung, die per Drahtverbindung von einem Dynamo, einer Batterie oder einer Induktionsspule irgendeiner Art geliefert wurde. Erst wenn dem Physiker das „eigentümliche“ Ereignis präsentiert wird, daß eine Glühbirne ohne jegliche Drahtverbindungen leuchtet, sieht er sich zu der Annahme genötigt, daß ein elektrostatisches Feld eine Vakuumerstrahlung ins Werk setzten kann. Zuvor war das alles irrelevant. Aber sobald diese Annahme verzweifelt getroffen wurde (und wenn der Versuch, das Ganze mit einem Lachen abzutun, gescheitert ist), zeigt eine kleine Überprüfung, daß sie unhaltbar ist, solange wir davon ausgehen, daß die elektrostatische „Elektrizität“ die gleiche ist wie die faradische Elektrizität, der elektrische Strom.

Die elektrische Spannung, die benötigt wird, um die Vakuumerstrahlung auszulösen, fällt in einen Bereich von Hunderten von Volt bis zu Tausenden von Volt. Wir müssen fragen, ob es möglich ist, daß die Hände, die die Glühbirne sanft streichen, diese hohen Spannungen liefern können? Die Frage erscheint lächerlich, „eigentümlich“ und von daher neigen wir dazu der ganzen Frage und deren Antwort auszuweichen. Es wurde gezeigt, daß die elektrische Ladung der Hautoberfläche, gemessen mit Hilfe des Oszillographen, im Bereich von Millivolt liegt (4). Die Hände bilden hier keine Ausnahme. Wir stehen vor der Tatsache, daß die Hände, deren Spannung vernachlässigbar ist, „durch Erzeugung eines elektronenstatischen Feldes“ eine Spannung herstellen können, die sehr beträchtlich ist und zu brillanten Lichteffekten führen kann.

Weitere Überlegungen zeigen, daß die elektrostatische Theorie zur Erklärung der Vakuumerstrahlung nicht ausreicht. Die höchsten Ladungen der ‚Elektrostatik‘ werden durch die heftigsten Formen der Reibung erzeugt, wie z.B. in der Wimshurstmaschine [siehe folgenden Absatz!]. Aber wenn die Vakuumbirne kräftig gerieben wird, sogar auf Seide, entsteht kein Glühen, solange die Hand die Seide nicht festhält und die Seide die aufleuchtend-machende Kraft der Hand behindert.

[Anmerkung des Herausgebers in der nächsten Ausgabe von Orgonomic Functionalism:] Die hohen Ladungen, die von der Wimshurstmaschine produziert wurden, seien durch heftige Reibung erzeugt worden. Das ist falsch. Nur sehr frühe elektrische Maschinen verwendeten Reibung, um Ladung zu erzeugen. Die Wimshurstmaschine akkumuliert ihre Ladung durch Induktion ohne direkten Kontakt zwischen den Drehtellern.

 

Literatur

3. Reich, W.: „Orgonotic light functions. 3. Further physical characteristics of Vacor Lumination (1948)“ Orgone Energy Bulletin Vol. 1, No. 3, 1949
4. Reich, W.: EXPERIMENTELLE ERGEBNISSE ÜBER DIE ELEKTRISCHE FUNKTION VON SEXUALITÄT UND ANGST. Sexpolverlag, Copenhagen, 1937
9. Reich, W.: „Meteorological Functions in Orgone-charged Vacuum Tubes“ Orgone Energy Bulletin Vol. 2, No. 4, 1950

 

* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Some Orgonotic Lumination Effects“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 3, S. 139-150.

Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958) (Teil 4)

22. Juli 2018

von David Boadella

Erklärungen

Es gibt im Großen und Ganzen drei Arten von Erklärungen, die für jedes gegebene Phänomen dargeboten werden können: eine mechanistische Erklärung, eine funktionelle Erklärung oder als Lösung der Rückgriff es als Mystizismus abzutun. Es ist eine vertraute Erfahrung, daß wenn das mechanische Weltbild durch ein Ereignis herausgefordert wird, welches die orthodoxe Wissenschaft nicht länger ignorieren kann, sie versucht, es entweder als ‚bloß‘ dies oder das zu erklären oder es als ‚verrückt‘ und mystisch außerhalb des Bereichs der ernsten Wissenschaft stehend auszulachen.

Wir erinnern uns, daß die Bione entweder „nur Streptokokken“ waren; oder sie waren „Privatphantasie“; daß der To-T-Unterschied im Akkumulator entweder nicht existierte, oder wenn er existierte, war es „nur Konvektion von der Tischplatte zur Decke“. Ähnlich war es, wenn der Anstieg des Fieberthermometers beschrieben wurde: entweder waren die Thermometer fehlerhaft oder der Anstieg der Körpertemperatur wurde „subjektiv“ erzeugt.

Trotz dieses theoretischen Gewahrseins war ich anfangs vorsichtig und zögerte den Schluß zu ziehen, daß die Erstrahlung der Birnen ein orgonotisches Phänomen war. Da war ein Widerstand gegen die Verbindung der Vakuumeffekte mit Reichs „Vacor“-Experimenten. Es war, als hätte ich befürchtet, daß jemand sagen könnte: „Da haben wir sie wieder die verrückten Orgonomen, die immer vorschnell zu dem Schluß kommen, daß es das Orgon ist.“ Irgendwie gab es in meiner Haltung zur Orgonomie ein Element der Mystik: es war, als ob wenn Reich es tun konnte, wenn er es wollte, und daß es dann ‚orgonomisch‘ und real war. Ich habe bereits beschrieben, wie diese Art von Haltung meine Beobachtungen seit Jahren verzögert hat. Selbst als die Glühbirne in meinen Händen aufleuchtete, funktionierte immer noch derselbe Widerstand. In gewisser Weise wollte auch ich glauben, daß es „nur dies oder das“ ist.

Dementsprechend habe ich einige Literatur zu vier eng verwandten Bereichen untersucht: Lampentechnologie, Bio-Elektrizität und Bio-Lumineszenz, Elektrostatik, und die Ionisierung von Gasen. Ich nahm auch Kontakt mit einer Anzahl verschiedener Leute auf, von denen ich dachte, daß sie in der Lage wären, das Aufleuchten zu erklären: G.E.C. (General Electric Co., Nottingham), A.E.I. Lamp and Lightning, Nottingham; das Department of Physics an der Nottingham University und das National Physical Laboratory, London.

In keinem der konsultierten Bücher wurde erwähnt, daß Glühbirnen leuchten, wenn sie in einem dunklen Raum gerieben werden. Nur ein Buch, das Harvey über LIVING LIGHT geschrieben hat, bezieht sich auf die Tatsache, daß „das bloße Reiben einer Neonröhre das Gas zum Leuchten bringt“ (2, S. 105).

Es schien vernünftig anzunehmen, daß das Phänomen nicht allgemein bekannt war. Diese Annahme fand sich durch Autoritäten, die konsultiert wurden, voll bestätigt. Ihre Reaktionen sind schon allein ein fesselndes Thema und werden im folgenden ziemlich ausführlich zitiert:

(a) Der Sprecher der G.E.C. sagte, das mit den beschriebenen Lichteffekte klänge „eigenartig“ und sagte, daß, da wohl etwas mit der Birne defekt sei, ich sie zurückgeben und gegen eine intakte tauschen sollte.

(b) Der Assistent beim A.E.I., mit dem ich sprach, reagierte, als ob er zu einem Thema befragt würde, das seinen Horizont übersteigt und holte den Manager. Der Manager nahm eine ‚stachelige‘, ziemlich aggressive Haltung ein und sagte, daß er natürlich mit einem solchen Effekt vertraut sei und sich bewußt sei, daß 25-Watt-Glühbirnen bläulich-grün leuchten. Als er nach Details gefragt wurde, mußte er zugeben, daß er dieses Phänomen nur einmal beobachtet hatte, und daß damals eine elektrische Spannung von 12 000 Volt von einem elektrischen Generator an die Lampe angelegt worden war. Er war sichtlich irritiert über die Aussage, daß man die Glühbirne mit den Händen reiben und so zum Erleuchten bringen könnte, und merkte an: „Die meisten Menschen behandeln sie natürlich nicht wie Aladdins Lampen und erwarten, daß der Geist aus ihnen herauskommt.“ Er beeilte sich, hinzuzufügen, daß er sicher sei, daß kein Elektrohersteller an einem solchen Phänomen interessiert sei, und daß er auf jeden Fall keinen Zweifel daran habe, daß die meisten von ihnen bereits mit dem Effekt vertraut seien.

(c) Der promovierte Wissenschaftler an der Universität war viel aufgeschlossener und schien ‚interessiert‘. Er war interessiert, weil er, wie er sagte, in letzter Zeit etwas ähnliches bemerkt hatte, als er in der Dunkelheit eine Neonröhre an seinem Ärmel gerieben hatte. Das hatte ihn überrascht, also hatte er es gegenüber den Mitarbeitern der Universität von Durham erwähnt, die sich mit Physik beschäftigten, doch keiner von ihnen war damit vertraut. Er hatte von mehreren Leuten gehört, die Neonröhren gekauft hatten, daß einige der Glühlampen leuchteten und andere nicht. Als er gefragt wurde, wie er diese „überraschenden“ Effekte erklärte, kamen ihm eher Zweifel, er wurde vage und sagte: „Sie bauen ein elektrostatisches Feld auf, nehme ich an.“ Er hatte noch nie von elektrischen Glühbirnen gehört, die auf diese Weise aufleuchteten und wußte eindeutig nicht, was er sagen sollte, als man ihm mitteilte, daß Reibung auf Seide das Aufleuchten vermindert. Er schlug vor, daß die Neonröhren auf einer Party gute „Zauberstäbe“ hermachen würden.

(d) Ein Elektriker beim Nottingham Electricity Board hatte noch nie von dem Phänomen gehört, „außer auf dem Jahrmarkt“. Er sagte ebenfalls ziemlich höhnisch, daß es wie ein guter Partytrick klinge.

(e) Von dritter Hand hörte ich, daß ein Elektriker in Yorkshire von dem Effekt (den die meisten Leute seiner Meinung nach erzielen könnten) seit einigen Jahren wußte und ihn tatsächlich auf Partys benutzte und seine Freunde regelmäßig damit amüsierte.

(f) Ein erfahrener promovierter Physiker, mit Kenntnis von Reichs Arbeit, sagte, das ganze sei, soweit er wisse, unbekannt und unerklärt.

(g) Die National Physical Laboratories haben eine Woche nach einer Anfrage noch nicht geantwortet. [In einer Nachschrift fügte Boadella folgendes an:]

Den folgenden Brief, unterschrieben von L.A. Sayce, dem Superintendenten der Licht-Abteilung des National Physical Laboratory, erhielten wir vor der Drucklegung:

Sehr geehrter Herr,

die Wirkung, die Sie in Ihrem Brief vom 5. Mai erwähnen, scheint sicher auf die durch die Reibung der Hand erzeugte Elektrifizierung zurückzuführen zu sein. Wir stellen fest, daß man es am leichtesten hervorbringen kann bei Vakuumlampen, wie sie früher hergestellt wurden, in denen das Vakuum zweifellos so gut ist wie in neueren Lampen. Dies legt nahe, daß die Hauptursache eine Entladung im Restgas ist, das in der Lampe zurückblieb, – viel weniger intensiv als in einer Neonröhre, weil es viel weniger Gas gibt. Bei diesem sehr niedrigen Druck ist es wahrscheinlich, daß ein Teil der Lumineszenz auch von dem Glas der Birne kommt, das mit Elektronen beschossen wird, die bei der Entladung freigesetzt werden.

Die Erregung einer Entladung innerhalb der Birne kann nicht einfach durch einen konstanten Zustand der statischen Ladung auf der Außenseite entstehen, sondern nur durch sehr plötzliche oder hochfrequente Änderungen in diesem Zustand. Folglich wird es sehr von der Art des Reibens abhängen. Von daher wird die schnellstmögliche Annäherung eines geladenen Hartgummistabes keine Wirkung zeitigen, da sie immer noch nicht schnell genug ist. Wahrscheinlich wird Seide den Effekt erzeugen, den richtigen „Ruck“ geben. Terylen [Polyesterfaserstoff] schafft es mit Sicherheit.

Was die Farbe anbetrifft, so wäre die Entladung in der Restluft (hauptsächlich Stickstoff) bläulich, während die Lumineszenz des Glases das bekannte Grasgrün wäre und die allgemeine Wirkung wäre natürlich blaugrün.

Uns sind keine Literaturverweise zu dieser Frage bekannt, aber wir sind uns sicher, daß die einfache Erklärung, die wir gegeben haben, im Großen und Ganzen die richtige ist. Wir wiederholen, daß der Grad des Vakuums den Effekt bestimmen wird, so daß einige gut gemachte moderne Vakuumlampen ihn nur schwer oder gar nicht zeigen könnten.

Kommentar von David Boadella: Die Erklärung wurde eindeutig speziell für die Anfrage entworfen. „Es scheint“, „wir fühlen“, „wahrscheinlich“, „im Großen und Ganzen“, weist auf Schwierigkeiten hin, eine Theorie zu finden, die den Tatsachen entspricht. Man beachte die folgenden Widersprüche: 1. Herr Sayce sagt, daß das Glühen (Entladung) „viel weniger intensiv ist … weil es viel weniger Gas gibt“. Vakuumlampen waren jedoch heller als gasgefüllte Birnen. 2. Herr Sayce deutet an, daß das „bekannte grasgrüne“ Leuchten des Glases intensiver wäre, wenn man den Druck reduziert. Aber sein letzter Satz sagt das Gegenteil: „einige gut gemachte moderne Vakuumlampen könnten es nur schwer oder gar nicht zeigen”.

Wie sanftes Streicheln „sehr plötzliche“ Veränderungen hervorrufen kann, wird nicht gesagt.

 

Literatur

2. Harvey, E. Newton: LIVING LIGHT. Princeton University Press, 1940

 

* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Some Orgonotic Lumination Effects“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 3, S. 139-150.

Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958) (Teil 3)

20. Juli 2018

von David Boadella

Beobachtungen mit Haushaltsglühbirnen (Fortsetzung)

Alle obigen Beobachtungen wurden mit zwei 25 Watt-Birnen (Spacelite und Vesta) gemacht. Ich wollte herausfinden, ob diese Glühbirnen mit Gas oder Vakuum gefüllt sind. Ich wußte, daß die meisten Glühbirnen mit Gas gefüllt sind, und daß das vollständige luftleer Pumpen wegen der Verringerung des Wärmeverlustes, wenn eine Gasfüllung verwendet wird, fast völlig aufgegeben worden ist. Spacelite-Lampen aller Wattleistungen werden in Kartons mit der Aufschrift „gasgefüllt“ verkauft. Ein paar Anfragen ergaben jedoch, daß es üblich ist, die 25-Watt- und 15-Watt-Glühbirnen evakuiert zu lassen (da es offenbar keine Energieeinsparung durch Gasfüllung bei diesen niedrigen Leistungen gibt).

Meine zwei Glühbirnen waren demnach Vakuumbirnen und das Aufleuchten, das ich erhielt, war eine Erstrahlung im Vakuum. Einige theoretische Implikationen werden später diskutiert werden.

Ich entschied mich nun verschiedene Glühbirnen zu testen, um zu sehen, welche Aufleuchteffekte sie haben. Ich arbeitete mit 15 Watt, 40 Watt, 60 Watt, 150 Watt Glühbirnen und mit einer Taschenlampen-Birne. Auch mit einer 25 Watt klaren und einer Vakuumradioröhre von Osram mit drei Elektroden (Triode). Die 15-Watt-Glühbirne brachte Reaktionen, die von den 25-Watt-Glühbirnen nicht zu unterscheiden waren. Die drei gasgefüllten Glühbirnen höherer Energie gaben alle ein viel schwächeres, viel mehr flackerndes und allgemein blasseres Aufleuchten. Die Farbe war wegen der Blässe schwer zu bestimmen. Es schien so etwas wie ein „Weißgrau“ zu sein, ohne die Brillanz der Vakuumbirnen. Die normale Gasfüllung ist 86% Stickstoff und 14% Argon, und die erwartete Farbe des Stickstoffaufleuchtens ist Gelbbraun. So ist es möglich, daß die gasgefüllten Glühbirnen tatsächlich Gelbbraun aufleuchteten, da blasses Gelbbraun und „Weißgrau“ ähnlich genug sind, um Beschreibungen des gleichen Farbeffekts zu sein. Die Trübheit und Uneinheitlichkeit des Aufleuchtens war auffallend. Es war so, als ob das Gas der Erregung „im Wege stand“ und sie hemmte, sie „vernebelte“.

Die Taschenlampe mit geringer Leistung, von der erwartet werden konnte, daß sie wegen ihrer geringen Größe sehr leicht erregbar ist, gab überhaupt kein Aufleuchten.

Die klare 25 Watt-Glühbirne leuchtete ebenfalls mit ausreichender Intensität auf, um den Glühdraht gerade sichtbar zu machen, doch die Lichteffekte schienen weniger hell und weniger klar zu sein als die der matten Glühbirne. Es war, als ob das getrübte Glas als eine Art Schirm fungierte, an dem das Aufleuchten beobachtet werden konnte. Bei der klaren Glühbirne hatte man den Eindruck, daß man ohne Hintergrund durch das Aufleuchten ‚hindurchschaut‘.

Die Triode reagierte ähnlich wie die klare Glühbirne.

Ein weiteres Phänomen wurde zufällig entdeckt. Ich hatte die ursprüngliche Vakuumbirne in eine der beiden Buchsen eines Adaptersteckers und den Neonkolben in die andere gesteckt. Der Stecker war ein praktischer Halter, der der Hand etwas Halt gab. Während ich über die Vakuumbirne strich, gab es einen hellen Blitz beim Neonkolben. Dies geschah etwa dreimal und verschwand dann und ich konnte es nicht wiederholen. Ich dachte, ich hätte versehentlich meine Finger gegen den Neonkolben gerieben, ohne es zu merken. Später am Abend tauchte der Effekt jedoch wieder auf, immer dann wenn die Erstrahlung der Vakuumbirne ausreichend stark war. Dies hatte nichts mit einem Kontakt über den Zwischenraum zwischen den Glühlampen zu tun (ein Abstand von zwei bis drei Zoll), da das Aufleuchten, das man erzielte, wenn die zwei Glühlampen, die dann nicht in ihre Sockel eingesetzt waren, nahe beieinander gebracht wurden, wesentlich schwächer war und weniger wie ein Blitz. Dann entdeckte ich, warum ich den Effekt nicht vorher wiederholen konnte: der Schalter des Adapters war in der falschen Position. Ich konnte nun den Effekt nach Belieben einfach bestehen- oder verschwinden lassen, indem ich den Schalter jeweils ein- oder ausschalte.

Bei den gasgefüllten Glühbirnen wurde mehrmals ein winziger blauer Funke an einem der Anschlußstifte an der Birnenkappe festgestellt; als die Glühbirne gestreichelt wurde und ein winziges Knistern zu hören war.

Ich war bisher nicht in der Lage, das Vakuum oder die gasgefüllte Glühbirne durch Erregen der Neonbirne zu aktivieren, weder durch Annäherung, Kontakt oder durch den Adapterstecker. Noch eine Vakuumbirne durch eine andere.

 

* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Some Orgonotic Lumination Effects“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 3, S. 139-150.

nachrichtenbrief111

23. April 2018

nachrichtenbrief109

14. April 2018

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.12.

24. Mai 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.i.

4. Mai 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

i. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

Kosmischer Orgonenergie-Ozean oder DOR-Wüste?

15. August 2015

In Orgonenergie-Kontinuum und atomare Struktur habe ich mich mit der „Vakuumkatastrophe“ auseinandergesetzt, d.h. daß die quantenmechanische Berechnung des Vakuums zu absurden Ergebnissen kommt. Der leere Raum müßte demnach in jedem beliebig klein gewählten Abschnitt mit einer unvorstellbaren Menge an Energie gefüllt sein. Die Diskrepanz zwischen den berechneten und gemessenen Werten bewegt sich in einem Bereich von sage und schreibe 120 Nullstellen! Bisher konnte man durch komplizierte Neuberechnungen „nur“ 55 Nullstellen streichen, aber nichts deutet darauf hin, daß man diese Katastrophe für die gegenwärtige physikalische Theorie auf diese Weise, d.h. mit den gängigen Mitteln wird abwenden können.

Entweder haben wir nicht den geringsten Schimmer, wie man die Energie des Vakuums berechnet – oder wir leben nicht in einem Universum, sondern in einem „Multiversum“. Wir hätten einfach keinen Zugang zu den grundlegenden etwa sechs Naturkonstanten des Universums, weil unser Universum eines von unzähligen ist und diese Grundgrößen nach dem Zufallsprinzip in jedem Universum anders sind. Es ist dann auch reiner Zufall, daß wir in einem Universum leben, das auf Basis dieser willkürlichen Grundgrößen Leben überhaupt ermöglicht.

Daß es bei diesem Irrsinn, dieser Bankrotterklärung der Physik, ganz nebenbei um die Orgonenergie, die „Energie des Vakuums“ geht…

Neben der „Vakuumenergie“ ist ein weiterer Statthalter für die Orgonenergie der „Quantenschaum“. Um zu verstehen, worum es geht, erinnere ich an die Entdeckung der atmosphärischen Orgonenergie durch Reich Anfang der 1940er Jahre: Reich interpretierte das Flimmern der Sterne als Ausdruck der sich um die Erde bewegenden atmosphärischen Orgonenergie.

Wenn man Quantenphysik und Relativitätstheorie miteinander verbindet, müßte der Raum (bzw. die „Raumzeit“, die Realität selbst) auf kleinster Ebene „blasig“ sein, der genannte „Quantenschaum“, der darüber hinaus ständig „brodelt“. Es geht hier um Größenordnungen von einem Tausendstel des Protondurchmessers, die normalerweise unbeobachtbar sind. Nun sind Wissenschaftler auf die naheliegende Idee gekommen, sich die am weitesten entfernten Galaxien anzuschauen und zu sehen, ob nicht über die gewaltigen Distanzen hinweg der „Quantenschaum“ nachweisbare Auswirkungen auf das Licht hat, das von diesen Galaxien ausgeht.

Das Ergebnis dieser Messungen ist sowohl für die offizielle Physik als auch für die Orgonphysik verheerend, da sich keinerlei Verzerrungen im Bild dieser Galaxien zeigen!

Man hat für die Untersuchung des „Quantenschaums“ punktförmige Galaxien, „quasistellare Objekte“ (Quasare), genommen, die aufgrund ihrer enormen Rotverschiebung extrem weit entfernt sind, aber wegen ihrer gewaltigen Leuchtkraft von den Teleskopen immer noch beobachtet werden können. Wenn diese „Sterne“ nicht verzerrt sind, dann ist der Weltraum tatsächlich leer! Die Frage ist, ob sie wirklich so weit entfernt sind! Ich erläutere das in Überlagerung und Teilung in galaktischen Systemen.

Wenn die gängige Kosmologie richtig ist und Rotverschiebung fast durchweg identisch mit Entfernung ist und entsprechend alles auf einen Urknall hindeutet, bleibt kein Platz für die Orgonenergie, zumal sich dann ein weiteres Problem für die Orgonphysik stellt: Die negentropische kosmische Orgonenergie steht dafür, daß das Universum nicht mechanisch („Wärmetod“), sondern schöpferisch ist und sich beständig regeneriert. Die Messungen der Astronomen zeigen jedoch, daß das Universum stirbt und seinen Höhepunkt an Aktivität schon überschritten hat.

Bereits Ende der 1990er Jahre hatten Astronomen festgestellt, daß weiter entfernte Galaxien, also Galaxien mit einer höheren Rotverschiebung, einen weitaus höheren Energieausstoß haben als nahe Galaxien. Jetzt hat man 200 000 Galaxien bei jeweils 21 Wellenlängen untersucht. Ergebnis: die Galaxien geben heute nur noch die Hälfte der Energie ab, wie vor zwei Milliarden Jahren. Das Universum brenne also langsam aus oder wie sich einer der Forscher ausdrückt: „Das Universum wird fortan zunehmend verfallen und langsam alt werden. Das Universum hat es sich im Prinzip schon auf dem Sofa gemütlich gemacht, eine Decke übergezogen und ist dabei für immer und ewig einzunicken.“

Tatsächlich deuten diese Forschungsergebnisse aber auf das Gegenteilhin: Galaxien mit einer höheren Rotverschiebung sind nicht unbedingt weiter entfernte, sondern es sind jüngere Galaxien, bei denen die Überlagerungsfunktion noch nicht so fortgeschritten ist, wie in unserer Galaxie, entsprechend sind die Atome größer und deshalb ist das Licht intrinsisch rotverschoben. Da diese Galaxien jünger sind, sind sie auch aktiver. Das hat selbstredend nichts damit zu tun, daß das Universum abstirbt, sondern deutet darauf hin, daß die Schöpfung unaufhörlich fortschreitet.

Trotzdem ist das Universum nicht so, wie es sich der „Reichianer“ gerne vorstellt:

In Ea und die Wellenfunktion habe ich mich mit dem „Fermi-Paradoxon“ beschäftigt: Wo bleiben angesichts all der Galaxien, Sternensysteme und Planeten die Außerirdischen? Diese Frage stelle sich nicht mehr, wenn man davon ausgeht, daß heftige Sternexplosionen die Galaxien regelmäßig „sterilisieren“!

Nach orgonomischer Theorie entstehen Galaxien durch die langsame „spiralförmige“ Akkumulation von primärer Energie, die sich dann explosionsartig in Form von sekundärer Energie („Jets“) entlädt. Auf kleinerem Maßstab geschieht ähnliches bei massiven Sternen, die an einem bestimmten Punkt ihrer Alterung kollabieren und dabei „Gamma-Blitze“ freisetzen können, die, wird ein bewohnter Planet in relativer Nähe getroffen, dessen Ozonschicht vernichten und damit alles höhere Leben auslöschen wird. Je weiter man sich am Rande einer Galaxie befindet, also je dünner die Sterne gesät sind, desto sicherer ist man vor diesen tödlichen Gammablitzen. Höheres Leben kann sich deshalb vorzugsweise am Rande großer Galaxien entwickeln.

Liest man Äther, Gott und Teufel und Dis kosmische Überlagerung hat man ein wohliges Gefühl angesichts eines von heilender Lebensenergie überströmenden Universums. Doch seit Reichs ORANUR-Experiment wissen wir, daß das Leben in einem unwirklichen, gefährlichen Weltall existiert. Es geht dabei natürlich nicht um solche „mechanischen“ Dinge, daß man auf dem Mond nicht atmen kann oder daß einem jederzeit ein Meteorit auf den Kopf fallen kann, sondern um energetische Fragen!

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Horace Dudley und ORANUR

16. Februar 2014

Im EDEN BULLETIN (Vol. 3, No. 2, April 1976, S. 8) berichtet Jerome Eden über den Strahlenphysiker Prof. Horace D. Dudley vom University of Illinois Medical Center in Chicago. Durch Atombombentests oder einen Nuklearunfall könne, so Dudley, jederzeit eine atomare Kettenreaktion ausgelöst werden, die die die Erde zerstört. Die Wahrscheinlichkeit für diese „ultimative Katastrophe“ erhöhe sich täglich. Als 1945, vor der Detonation der ersten Atombombe, Berechnungen vorgenommen wurden, kalkulierten die Wissenschaftler eine Wahrscheinlichkeit von drei zu einer Million für eine solche Katastrophe, in der der Wasserstoff in der Atmosphäre und im Meerwasser weltweit „hochgehen“ könnte. Aber diese Berechnungen sind laut Dudley lange veraltet. Dudley:

Es ist heute eine ganz andere Sache. Zunächst einmal ist der Energieertrag unserer Atombomben 1000 mal größer als alles, was Wissenschaftler in ihre Kalkulationen im Jahr 1945 einsetzten. Zweitens gibt es Unterwasser viele Atomsprengköpfe aus mindestens drei verlorenen U-Booten. Schließlich gibt es ganz neue Daten und physikalische Konzepte, von denen die Wissenschaftler damals noch keine Kenntnis hatten. Einiges davon läuft vollständig den Ideen zuwider, die sie ihren Berechnungen zugrunde legten.

Das wichtigste Konzept ist der alte Begriff des Äthers, den man sich als ein gasartiges Medium im gesamten Raum des Universums vorstellte. In den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts wurde dieses Konzept von Einstein und anderen Wissenschaftlern nach und nach aufgegeben. So daß zu der Zeit, als die Wahrscheinlichkeit für einen nuklearen Holocaust in den 1940er Jahren berechnet wurde, diese Vorstellung draußen vorgelassen wurde. Aber Einstein lag falsch – zumindest was den Äther betraf. Obwohl unsere Wissenschaftler davon ausgehen, daß er nicht existiert, ist es eine Tatsache, daß es ihn gibt. 1975 beginnen Astronomie und Physik zu zeigen, daß der Äther tatsächlich ein energiereiches Meer aus subatomaren Teilchen ist, die als Neutrinos bezeichnet werden. Dieses Neutrino-Meer füllt den gesamten interstellaren Raum. Es könnte der entscheidende Faktor sein, der eine Atomexplosion in eine globale Kettenreaktion entarten läßt.

Dudley schrieb Eden im April 1975 und legte Nachdrucke einiger seiner Artikel über das „Neutrinomeer“ bzw. den „Äther“ bei. Er fragte Eden, ob das Äther-Konzept „das Orgon Reichs“ sein könnte „oder die Quelle der Energie, die [die UFO-Forscher] Keel, Keyhoe und Fontes suchen?“ Dudley war damals Berater der UFO-Forschungsgruppe APRO.

Dudley machte Mitte und Ende der 1970er Jahre einige Furore in der orgonomischen Szene, war hier doch endlich ein Physiker, der das andachte, auf das Reich 1951 gestoßen war, als er winzige medizinische Radiumnadeln in einen extrem starken Orgonenergie-Akkumulator steckte: es entwickelte sich eine verheerende Kettenreaktion, das „ORANUR“. Es war wohl keine „Atomexplosion“, wie sie Dudley befürchtete, aber eine Reaktion genau in jenem „Äther“, den die Atomphysiker mit Bedacht immer draußen vorgelassen hatten. Sie operierten so, als würde sich alles in einem „Vakuum“ zutragen, nicht in einem „Meer“, in dem sich alles ausbreitet.

Heute ist Dudley vergessen. Man macht sich allenfalls über ihn lustig als Beispiel für einen der vielen Wissenschaftler, die mal verrückte Ideen vorgetragen haben:

Horace Chester Dudley war beruflich am Medical Center der University of Illinois mit Strahlentherapie beschäftigt, favorisierte in seinen privaten Studien äthertheoretische Konzepte als Gegenentwurf zur theoretischen Physik und wird deshalb im sogenannten „GOM-Projekt Relativitätstheorie“ als crackpot und Einsteingegner geführt.

Entgegen dem Eindruck, den der – schlaue Redakteur vermittelt, der die obige Bemerkung verzapft hat, ist das GOM-Projekt Relativitätstheorie ein hervorragende Quelle gemacht von Einsteingegnern für Einsteingegner…

dudleymeer

Im EDEN BULLETIN (Vol. 5, No. 1, Jan. 1978, S. 17) führt Eden weiter aus:

Eine aktuelle Mitteilung von Dr. Dudley [an Eden] hebt deutlich die Punkte dieser Debatte hervor, die derzeit bei den Nuklearwissenschaftler wütet. Einer planetarischen Gemeinschaft die, wie Reich erwähnt, darüber streitet, „ob es legitim und weise sei, unsere Atmosphäre (beziehungsweise das, was von ihr übrig ist) durch ständige aus Gründen der Machtdemonstration ausgelöste Atombombenexplosionen zu zerstören” (Das ORANUR-Experiment II, S. 282).

Dr. Dudley glaubt, daß es ein Energiesubstrat (Reichs Orgonenergie) gibt. Er bezieht sich dabei auf klassische Begriffe wie „Äther“ oder „Neutrinomeer“. Derzeit beruhen sämtliche theoretischen Vorstellungen hinsichtlich Kernenergie-Reaktionen auf der Annahme eines leeren Raumes. Aber da die Daten, die von Kernreaktionen abgeleitet werden, nicht zu den akzeptierten Theorien passen wollen, sehen sich mehr und mehr Physiker gezwungen, die fehlerhaften theoretischen Grundlagen näher zu betrachten und entweder drastisch zu überarbeiten oder ihre Geigerzähler beiseite zu legen!

Was sich hier angehäuft hat, befeuerte zusätzlich die Kontroverse um Dudleys kürzlich erschienenes Buch The Morality of Nuclear Planning? (…)

Dudleys Buch, seine entschlossene Haltung und sein Arsenal an überzeugenden Fakten, schlägt eine Bresche mitten durchs Atomlager. Er wird von vielen Seiten verbal verdroschen. Auch Nobelpreisträger Hans Bethe beschloß, Dudley in ein literarisches Gefecht zu verwickeln und, wenn wir den Tumult richtig interpretieren, hat Bethe seine verdiente Abreibung erhalten. In seiner jüngsten Mitteilung sagt Dr. Dudley: „Habe jetzt einige ernsthafte wissenschaftliche Aufmerksamkeit dafür erhalten, daß ich darauf beharrt habe, daß mit unserer nuklearen Theorie nicht alles zum besten steht. Wurde eingeladen, meine Ansichten in England darzulegen (1.-14. Nov. 1976). Sprach zweimal vor dem Imperial College, London, und einmal in Cambridge. Ein Bursche aus Oxford hat mich in einer kürzlich erschienenen Ausgabe des New Scientist vehement in Schutz genommen. (…)”

Wie Dr. Dudley sagt, besteht der Kern seiner Auseinandersetzung mit den Hardlinern der Orthodoxie in folgendem: „Die unausgesprochene Annahme, die allen aktuellen Berechnungen und Prognosen der nuklearen Sicherheit innewohnt, sei es bei der Stromerzeugung oder bei der Waffentechnik, besteht darin, daß die derzeit akzeptierten Theorien alle möglichen Parameter der Kernreaktionen festlegen. Während der letzten 10 Jahre sind jedoch buchstäblich Hunderte von wissenschaftlichen Veröffentlichungen erschienen, die zur alten Vorstellung vom ‚Äther‘ zurückgekehrt sind, der als ‚Fermi-Gas‘, ‚Subquantenmedium‘, ‚Neutrino-Meer‘, etc. bezeichnet wird. Daraus folgt eine entscheidende Frage: Sind die Theorien und Annahmen, die die Grundlage für Bethes Schlußfolgerungen bilden, noch immer haltbar, denn diese erfordern das Fehlen eines solchen allgemeinen Mediums.“

Dr. Dudley ist sehr besorgt darüber, daß eine Atomexplosion eine thermonukleare Reaktion im „Äther“ entzünden könnte, die die Erde zerstörte! Dr. Bethe bezeichnet das als „Unsinn“! Reichs ORANUR-Experiment war kein „Unsinn“, wie Dr. Dudley weiß. (…)