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Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.12.

24. Mai 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.i.

4. Mai 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

i. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

Reich und die moderne Biologie (Teil 2)

8. Dezember 2014

Die gegenwärtige Kulturdebatte in Amerika (teilweise aber auch im „aufgeklärten“ Europa) dreht sich vor allem um die Evolutionstheorie. Linke setzen Kritik an Darwin mit „Fundamentalismus“ gleich und dann ist nur noch ein Schritt und der Gegner wird mit den islamistischen Terroristen identifiziert. Rechte verbinden Darwin mit der Eugenik-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts, Hitler und dem „Abtreibungs-Holocaust“.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=cDWALTAh_Y0%5D

Expelled – Intelligenz streng verboten zeigt, auf was für wackeligen Beinen die biologische Orthodoxie steht – tatsächlich ist sie eine einzige Absurdität. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, daß „intelligent design“ kaum weniger absurd ist: die der Natur inhärente Logik wird kurzschlüssig mit einem göttlichen Logos „erklärt“.

Bezeichnend ist, mit welcher Verachtung, mit welchem Ekel, Vertreter des „intelligent design“ über das „niedere Leben in der Pfütze“, über das lebendige Protoplasma sprechen.

Eines der Kennzeichen der gleichzeitig mechanistischen und mystischen gegenwärtigen Wissenschaft ist das Ersetzen „Gottes“ durch mechanische Surrogate. Beispielsweise wird die erste genetische Information, die in die Welt kam, mit „Zufall“ erklärt. Es ist, als hätte es einen „Herrn Zufall“ gegeben, der alles gerichtet habe.

Auf geradezu tragikomische Weise versuchen „Wissenschaftler“ dieses Problem mit der sogenannten Panspermie-Hypothese zu umgehen, der zufolge nicht „Gott“, sondern Meteoriten die Grundbausteine des Lebens auf die Erde gebracht haben.

Beispielsweise will auf diese gleichzeitig mechanistische und mystische Weise der US-Forscher Ronald Breslow (Columbia-Universität) erklären, warum Aminosäuren in allen Lebewesen der Erde linksdrehend sind.

Zum Thema des ubiquitären Linksdralls verweise ich auf meinen Blogeintrag Links zwo drei vier.

Die mechanistische Herangehensweise, die alles mit „mechanischem Zufall“ erklären will und alle organischen Zusammenhänge negiert, wird in den fünf Wissenschaftsskandalen der letzten Zeit evident: 1. HIV-AIDS, 2. Globale Erwärmung, 3. Urknall-Theorie, 4. String-Theorie und 5. das Aussterben der Dinosaurier.

Eigentümlich frei hat dazu einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht. (Obwohl der Autor die „menschengemachte Globale Erwärmung“ nicht leugnet.)

Was ist diesen Theorien gemein, daß es fast lebensgefährlich (sic!) ist, sie zu leugnen?

Die orthodoxen Theorien gehen nicht nur mit milliarden- (wenn nicht trilliarden-) schweren Wirtschaftsinteressen einher (und seien dies nur Forschungsgelder), sondern, was bedeutsamer ist, sie stehen jeweils für mechano-mystische Willkür.

AIDS hat dann nichts mit der Lebensweise der Erkrankten und komplizierten pleomorphistischen Vorgängen zu tun, sondern geht auf die zufällige Infektion mit einem Retrovirus zurück. Die „Klimaveränderung“ (der von Reich erstmals beschriebene globale DOR-Notstand) geht auf einen mechanischen „Treibhauseffekt“ zurück. Das gesamte Universum ist eine heiße chaotische Explosion, die langsam abkühlt. Die Probleme, die mit diesem ganzen schwachsinnigen Theoriegebäude einhergehen („Singularitäten“), sollen mit „String-Theorien“ überwunden werden, – die nur verwirrte, mystische Geister begeistern können. Und was das Aussterben der Dinosaurier betrifft: sie sollen einem zufälligen Asteroideneinschlag zum Ofer gefallen sein, aber auf keinem Fall der mehr oder weniger organischen Entwicklung des Planeten.

Die Geschichte mit dem Linksdrall ist nur ein kleines Beispiel dafür, daß sich das wissenschaftliche Zeitalter dem Ende nähert. Die Wissenschaft wird von der mechanistischen Lebensanschauung unterhöhlt und wird zusammenbrechen, wenn sie sich nicht endlich dem Orgonomischen Funktionalismus öffnet.

Traurigerweise entblöden sich viele „Reichianer“ nicht, den Mechanismus auf mystische Weise „überwinden“ zu wollen, indem sie auf kindische Weise das Phänomen Geist mit – dem Phänomen Geist erklären (Pneuma, „geistige Welt“), das Phänomen Gefühlsleben mit – dem Phänomen Gefühlsleben (Psyche, „emotionale Welt“), das Phänomen Leben mit – dem Phänomen Leben (Bios, „biologische Welt“) und das Phänomen unser physischen Existenz mit – unser physischen Existenz (Physis, „physische Welt“). Es ist eine flache, statische, tautologische und an die mittelalterliche Scholastik (mit ihren hierarchisch gegliederten Existenzbereichen) gemahnende vor- oder besser gesagt antiwissenschaftliche Weltsicht.

Der wohl verheerendste Triumph der mechanistischen Wissenschaft in der Lebensforschung war Francis Cricks Entdeckung der DNS-Doppelhelix 1953. Gegen Ende seines Lebens versuchte der 2004 verstorbene Nobelpreisträger sein Lebenswerk der vollkommenen Mechanisierung des Lebendigen zu vollenden. Im britischen Nature Neuroscience behauptete er 2003, die menschliche Seele endlich dingfest gemacht zu haben: sie sei eine unaufhörliche chemische Reaktion von Nervenzellen in der Großhirnrinde. Crick:

Seele – das sind biochemische Prozesse, die unser Bewußtsein steuern.

Bereits im 19. Jahrhundert meinte der Zoologe Carl Vogt,

daß all jene Fähigkeiten, die wir unter dem Namen der Seelentätigkeiten begreifen, nur Funktionen der Gehirnsubstanz sind; oder, um mich einigermaßen grob hier auszudrücken, daß die Gedanken in demselben Verhältnis etwa zum Gehirn stehen wie die Galle zu der Leber oder der Urin zu den Nieren.

1942 meinte Reich dazu, daß jeder Versuch einer Erfassung der Empfindungen und seelischen Erlebnisse seit Jahrhunderten tabuisiert werde, so daß dem Menschen das Seelische „noch heute nur nebelhafte, mystische Gegebenheit“ sei oder allenfalls eine Sekretion des Gehirns und damit „nicht mehr als der Kot, der ein Exkret des Darms ist“ (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 299). Immer noch, sieben Jahrzehnte später, hart das Lebendige, „das Seelische“, der naturwissenschaftlichen Erforschung.

In England zürnten die Theologen und Ethiker über Crick wie zu Zeiten Darwins. Es ist bezeichnend, daß die gleichen Leute in hymnische Verzückung geraten, wenn es um die Quantenphysik geht. Man lese etwa den kurzen Text: Quantenphysiker entdecken die Seele (Das menschliche Bewußtsein könnte den Tod überdauern) auf einer theologischen Weltnetzseite.

Konkret geht es um die „Verschränkung“ auf der Ebene der Quanten: Teilchen, die einmal in Wechselwirkung getreten sind, bleiben über Raum und Zeit miteinander verbunden. Wenn man das mit dem angeblichen „Urknall“ verknüpft, als alles noch „eins“ war und sich dann getrennt hat… Mystischer kann man gar nicht denken als die extrem mechanistischen Physiker! Entsprechend argumentieren manche von ihnen, daß Geist und Seele den Körper überdauern könnten.

Nichts sagt mehr über den gegenwärtigen Zustand der Naturwissenschaft aus, als daß angebliche „Lebenswissenschaftler“ (Biologen) wie zur Zeit Richard Dawkins einen fundamentalistischen Atheismus auf der Grundlage eines extrem mechanistischen Weltbildes propagieren, während ausgerechnet die „Todeswissenschaftler“ (die Quantenphysiker, die schließlich die Atomwaffen entwickelt haben) sich bei ihren poetischen Ergüssen gar nicht mehr einkriegen. Der erwähnte theologische Artikel zitiert den amerikanische Physiker Jack Sarfatti:

Nichts geschieht im menschlichen Bewußtsein, ohne daß irgendetwas im Universum darauf reagiert. Mit jedem Gedanken, jeder Handlung beschreiben wir nicht nur unsere eigene kleine Festplatte (!), sondern speichern auch etwas im Quantenuniversum ab, das unser irdisches Leben überdauert.

Man lasse sich jedoch nicht täuschen. Beide Ansätze, der von Crick und Dawkins auf der einen und der von Sarfatti auf der anderen Seite, sind eng miteinander – verschränkt.

Anhand der grundsätzlich unterschiedlichen Orientierung von Reichs „sexualökonomischer Lebensforschung“ in den 1930er Jahren und der zeitgleichen Entwicklung der Mikrobiologie, die in der Entdeckung der DNS gipfelte, läßt sich besonders gut der Mechano-Mystizismus der gegenwärtigen Wissenschaft festmachen. Die Entdecker der Todesenergie (Radioaktivität) drangen in die Biologie ein und „mechanisierten“ sie, während andererseits der Entdecker der Lebensenergie (Orgon) von der Biologie her in die Physik eindrang und sie „funktionalisierte“. Die Kernspaltung hier, die kosmische Orgonenergie dort; die Gene hier, die organismische Orgonenergie dort.

Die Molekularbiologie seit Mitte der 1930er Jahre wurde von ehemaligen Physikern wie z.B. Max Delbrück geprägt, einem Schüler des bedeutenden Quantenphysikers Max Born. Leute wie Delbrück suchten nach neuen, damals der Physik noch unbekannten Gesetzen, trugen dabei jedoch das physikalisch-mechanistische Denken in die Biologie. Tatsächlich taten diese Physiker kaum mehr als das seit Aristoteles in der Biologie zumindest implizit vorherrschende teleologische Denken, d.h. das Denken vom Ziel und Zweck her („…, um zu …“) durch ein „teleonomisches“ Denken zu ersetzen.

Nach Ernst Mayr (Evolution und die Vielfalt des Lebens, Heidelberg 1979) können Vorgänge (Verhaltensweisen) deren Zielgerichtetheit durch ein Programm gesteuert ist, teleonomisch genannt werden. Das „Programm“ ist natürlich die DNS, die Delbrück mit Aristoteles‘ „Seele“ gleichgesetzt hat. Danach bietet dieses eidos (der „unbewegte Beweger“) „eine perfekte Beschreibung der DNS: sie handelt, schafft Form und Entwicklung und unterliegt doch selbst keinerlei Veränderung bei dem Vorgang.“

Das Neue, was Leute wie Delbrück brachten, war die Überwindung des „teleomatischen“ Prinzips, das bis dahin die Physik geprägt hatte. Mayr:

Vorgänge, die einen Endzustand erreichen, der durch Naturgesetze (z.B. die Schwerkraft, der erste [gemeint ist wohl der zweite, PN] Hauptsatz der Thermodynamik), nicht aber durch Programme diktiert ist, können wir mit dem Ausdruck teleomatisch bezeichnen.

Der „Endzustand“ ist natürlich die maximale Entropie, der Wärmetod des Universums. Denkt man jetzt mit dem orgonomischen Potential als Leitfaden das Problem zurück, erkennt man, wo die Antwort, die die Physiker in der Biologie suchten, zu finden ist:

Die Natur folgt orgonomischen Funktionsgesetzen und kennt weder „ideale Zwecke“ (Mystizismus) noch „Programmziele“ (Mechano-Mystizismus).

Für „Biologen“ sind Lebewesen komplizierte Roboter. Beispielsweise stellte eine Forschergruppe von der University of Oxford Mitte eine Forschungsarbeit vor, in der es ihnen gelang die Erinnerung von Fliegen auf ganze 12 Nervenzellen zurückzuführen. Durch deren Manipulation gelang den Forschern die Erzeugung „falscher Erinnerungen“. Es geht dabei beispielsweise um die Assoziation bestimmter Duftstoffe mit Gefahr. Einer dieser Wissenschaftler kommentiert seine Arbeit wie folgt:

Wir wählen bevorzugt anscheinend höhere psychologische Phänomene und reduzieren sie auf die Mechanik. Beispielsweise wie die Intelligenz, die benötigt wird, um sich an eine ändernde Umgebung anzupassen, auf materielle Wechselwirkungen zwischen Zellen und Molekülen reduziert werden kann. Die Frage ist: Wie gewinnt man Intelligenz aus Teilen, die selbst unintelligent sind?

Das klassische reduktionistische Programm des 19. Jahrhunderts.

Daß dieses mechanistische Weltbild für die Biologie letztendlich untauglich ist, haben Björn Brembs (Freie Universität Berlin) und Alexander Maye (Universität Hamburg) anhand von Fruchtfliegen gezeigt.

Sie ließen die fixierten Tiere in einer weißen vollkommen konturlosen Umgebung mit den Flügeln schlagen und unterzogen das „Flugverhalten“ einer aufwendigen mathematischen Analyse, die zeigte, daß das Verhalten der Fliegen nicht auf „Rauschen in den Nervenzellen“ zurückgeführt werden kann, sondern ihm ein spontanes Handeln zugrunde liegen muß, da eindeutige Strukturen im Flugverhalten evident wurden.

Zur Prüfung ließen die Wissenschaftler in immer komplexeren Computer-Modellen mögliche Zufalls-Flugbahnen berechnen – kamen aber nie auf ein Ergebnis, das der Realität ähnelte. Sie wiesen damit erstmals nach, daß Abweichungen im Verhalten von Drosophila melanogaster nicht zufällig sein können, sondern auf spontane Entscheidungen zurückgehen müssen. „Ich hätte niemals vermutet, daß einfache Fliegen, die in anderen Situationen immer wieder gegen das selbe Fenster knallen, die Fähigkeit zu nicht zufälliger Spontanität besitzen“, schreibt Maye (…).

Daraus schlossen die Forscher auf neuronale Schaltpläne, die spontanes Verhalten generieren können und die man vielleicht nachbauen und für Roboter nutzbar machen könnte…

Sie stoßen in Gestalt des „freien Willens“ auf die Orgonenergie, aber verheddern sich sofort wieder in mechanistischer Begrifflichkeit.

In den massefreien energetischen Funktionen, die hinter der „nicht zufälligen Spontanität“ auch primitivster Lebewesen stehen, ist sicherlich auch die Ursache für die ungeahnten Intelligenzleistungen vieler Tiere zu suchen. Siehe dazu meinen Blogeintrag Das übersehene, unterdrückte und verachtete Lebendige (Teil 2).

Daß etwas mit der mechanistischen Herangehensweise nicht stimmen kann, sieht man allein schon an der Entdeckung, daß man „höhere psychologische Phänomene“ auf gerade mal 12 Nervenzellen reduzieren kann. Sie erinnert mich an folgende Meldung aus dem Jahre 2003:

Dusko Ehrlich und seine Kollegen vom Institut National de Recherche Agronomique in Paris hatten die Gene des Bodenbakteriums Bacillus subtilis einzeln ausgeschaltet. Es gedieh immer noch, als nur ganze 271 seiner mehr als immerhin 4100 Gene funktionierten. Das sind nicht einmal 7 Prozent. Offenbar benötigen Bakterien bei guten Umweltbedingungen nur einen winzigen Teil ihrer genetischen Ausstattung. Die meisten Erbinformationen seien doppelt vorhanden oder für das Überleben bei schlechten Umweltbedingungen nötig.

Ist es nicht vielmehr so, daß die Funktionen des Lebendigen (auch die „höchsten“) deshalb von so wenig materieller Struktur (Nervenzellen und Genen) anhängig sind, weil es primär energetische, prä-materielle Funktionen sind?!

fliegen

Raum-Energie-Technik (Teil 2)

20. November 2011

Eine weitere Parallelität von RET und Orgonomie ist die Abhängigkeit des Funktionierens von der Luftfeuchtigkeit (etwa beim „Swiss M-L-converter TESTATIKA“), denn die Luftfeuchtigkeit saugt das freie Orgon förmlich auf. Die enge Verbindung von Wasser und Orgonenergie (die z.B. die Funktionsweise des Cloudbusters bestimmt) erklärt auch die große Rolle, die gewöhnliches Wasser bei manchen RET-Geräten (etwa dem Stanley Meyers oder der Hydrosonic Pump von Jim Griggs) spielt: offenbar ist Wasser ein ganz besonderer Stoff. Insbesondere wird dies bei der Sonolumineszenz deutlich. (Das „Casimir-Licht“ erinnert wiederum an die Bione und die „orgonotische Erstrahlung“.)

Das Grundproblem der orgonomischen Forschung (das ganz ähnlich so auch für die RET-Forschung gilt) sind die Forscher selbst. Reich hat gefunden, daß die Raumenergie nicht nur eine Energie „da draußen“ ist, sondern, daß sie auch uns selbst durchfließt. Leider wird in unserer Kultur (wie in allen anderen patriarchalischen Kulturen auch) dieses energetische Strömen vom Säuglingsalter an unterbunden (in manchen Weltgegenden geht dies bis hin zur Verstümmelung der Sexualorgane). Durch eine kontaktlose (restriktive oder permissive) Erziehung, wird den Menschen eine Todesangst vor dem Fluß der biologischen Energie angezüchtet. Deshalb sind RET und Orgonomie solche heißen Eisen. Die wirklichen Probleme beginnen tragischerweise aber erst, wenn diese „heißen Eisen“, angepackt werden: die Menschen geraten in Panik vor der energetischen Wirklichkeit, „gehen in den Augen Weg“ und sprechen von „geistigen Welten“, „der Gralswelt“, „spiritueller Erfüllung“, etc. Deshalb ist sowohl das Feld der RET als auch das der Orgonomie derartig angefüllt mit „Spinnern“. Man erkennt sie daran, daß für sie entweder „alles eine Einheit“ ist oder der Geist eine „unabhängige“ Entität darstellt: das zynische Weltempfinden kontaktloser Autisten. In abgeschwächter Form findet man diese Kontaktlosigkeit, wenn in einer grotesken Verkennung der Einsteinschen Physik aus bloßen mathematischen Hilfsvorstellungen plötzlich „reale“ zusätzliche Dimensionen und „Seinsebenen“ gemacht werden. Aus den obigen Ausführungen sollte jedoch klar hervorgegangen sein, daß es an der Orgonomie nichts Geheimnisvolles, „Esoterisches“ oder gar „Mystisches“ gibt.

Bietet die Orgonomie eine einheitliche Theorie für RET? Die Antwort muß ein eindeutiges Nein sein, da die Orgonomie kein Theoriegebäude, sondern eine Herangehensweise darstellt. Eine Herangehensweise, die Reich als „Funktionalismus“ bezeichnet hat: es geht nicht darum, Modelle über die Natur aufzustellen („Ersatzkontakt“), sondern das eigene Denken der Natur anzupassen. Da dies in der Wissenschaft unterblieb, ist die imgrunde einfache RET und die Orgonomie durch die Maschen der Wissenschaft gegangen. Was deshalb Not tut, sind nicht etwa neue Modellvorstellungen, die doch nur wieder die Sicht versperren, sondern eine radikal neue Sichtweise, deren Leitmotiv die Suche nach „Gemeinsamen Funktionsprinzipien“ ist, wie ich es hier beim Vergleich von RET und Orgonomie versucht habe.

Durch seine funktionelle Forschungsmethode entdeckte Reich das „orgonomische Potential“: entgegen dem Zweiten Thermodynamischen Gesetz fließt die Orgonenergie von der niedrigeren zur höheren Konzentration.

Diese Entdeckung wurde gemacht, während Reich noch orgonomische Funktionen im biologischen Bereich untersuchte. Später beobachtete er das gleiche Phänomen in der Atmosphäre und war imstande viele seiner Anwendungen zu untersuchen. Weil der Physiker nicht fest in der Beobachtung von energetischen Phänomenen sowohl im biologischen als auch in physikalischen Bereich verankert ist, wird diese wichtige Fähigkeit völlig übersehen. Infolgedessen schließt der Physiker fälschlicherweise darauf, daß das Energiekontinuum vom Potentialausgleich bestimmt wird und deshalb physikalisch nicht nutzbar gemacht werden kann. (N.N.: „The Orgone Energy Continuum“, Journal of Orgonomy, 31(2), Fall/Winter 1997, S. 258-262)

Hal Puthoff frägt sich, wie Ordnung in das Chaos der wahllosen Vakuum-Fluktuationen zu bringen ist, um die Nullpunkt-Energie nutzbar zu machen – während für Reich, ganz im Gegensatz dazu, die Orgonenergie „negentropisch“ Ordnung schafft.

Nach Reich hat das orgonomische Potential, wie man z.B. am Pflanzenwachstum sieht, ein inhärent antigravitatives Potential. U.a. glaubte Reich zur Gaudi jedes ernsthaften Physikers, daß er den Schlüssel zur „Antigravitation“ in der Hand habe. Nun wissen wir seit kurzem, daß Supraleiter entweder die Gravitation abschirmen, wenn nicht sogar „Antigravitation“ erzeugen. Im folgenden Video wird ein entsprechendes Experiment gezeigt, in dem eine Masse über einem Supraleiter gemessen wird. Nach Einschalten des Stromes nimmt das Gewicht proportional zur Masse um 2,6% ab.

Ich glaube, daß das mit den Supraleitern tatsächlich ein orgonotischer Effekt ist: in den Supraleitern wird auf der Quantenebene ein hochgradige Ordnung hergestellt, was, wie in Orgonomie-Kontinuum und atomare Struktur dargestellt, dem orgonomischen Potential entspricht. Bezeichnenderweise bestreitet der Neo-Mechanist Puthoff, daß Schwerkraft abgeschirmt werden kann oder daß es so etwas wie „negative Schwerkraft“ geben kann.

Ich bilde mir ein, daß der genannte Aufsatz über Quantenphysik die Differentia specifica des orgonomisch-funktionellen Ansatzes aufzeigt: sowohl der Rückfall zu einer „klassischen“ Mechanik a la Puthoff („Mechanismus“) als auch das Versinken ins „Tao der Physik“ der „klassischen“ Quantenphysik („Mystizismus“) wird vermieden. Die mechanistische („neo-klassisch-mechanische“) Betrachtungsweise wird, wenn sie auf die Quantenmechanik angewendet wird, stets an der geisterhaften Nichtlokalität der Quantenphänomene scheitern (EPR-Paradoxon), während die gängige Quantenmechanik zwar philosophisch elegant „alles erklärt“, aber praktisch-technologisch ziemlich unfruchtbar ist. Wie gesagt, geht es dabei weniger um das Aufstellen immer neuer Theorien, sondern um die grundsätzliche Herangehensweise. Es geht auch nicht um ein neues „Paradigma“, also den Austausch einer beschränkten Sichtweise durch eine andere, sondern um die Sprengung des paradigmatischen Denkens überhaupt oder, wie Reich es nennt, des „gepanzerten“ Denkens.

Was die Orgonomie von den meisten RET-Ansätzen abhebt, ist das Aufsprengen der mechanischen Gesetze der Physik, die die Logik der Maschine auf die gesamte Natur übertragen hat. Über den Umweg der angeblich „paradigmen-sprengenden“ Quantenmechanik ist die mechanistische Physik sogar in den Bereich des Lebendigen eingebrochen. 1929 hielt der Physik-Professor Orso Mario Corbinos eine richtungsweisende Rede über „Die neuen Ziele der Experimentalphysik“, in der er eine Verschmelzung der „neuen Physik“, gemeint war die Quantenmechanik, mit der Biologie zu einer neuen Molekularbiologie forderte. Zum „größten Nutzen der Wissenschaft“ habe Hermann von Helmholtz seinen Lehrstuhl für Physiologie aufgegeben, um Physik zu lehren. Heute lägen die Dinge genau umgekehrt. Nun habe die Physik „alle Werkzeuge an der Hand, anderen, weniger fortgeschrittenen Wissenschaften weiterzuhelfen“ (z.n. Emilio Segrè: Die großen Physiker und ihre Entdeckungen, München 1984).

Und tatsächlich wurde seit Mitte der 1930er Jahre die „Lebensforschung“ zu einem nicht geringen Teil von Leuten getragen, die ihre Laufbahn als Physiker begonnen hatten. An erster Stelle ist hier Max Delbrück zu nennen, ein Schüler Max Borns (der mit seiner „Wahrscheinlichkeitsdeutung“ der Quantenmechanik als eigentlicher Begründer der „neuen Physik“ betrachtet werden kann). Was Delbrück in der Biologie angerichtet hat, kann man daran ermessen, was er aus der „Entelechie“ machte: Delbrück setzte das „Programm“ der DNA mit Aristoteles‘ Seelen-Begriff gleich. Danach bietet dies „eidos“ (der „unbewegte Beweger“) „eine perfekte Beschreibung der DNA: sie handelt, schafft Form und Entwicklung und unterliegt doch selbst keinerlei Veränderung bei dem Vorgang“. Das, was im Vitalismus einst mystische „Teleologie“ war, wurde in der Delbrückschen Molekularbiologie zur „Teleonomie“: „Vorgänge (Verhaltensweisen) deren Zielgerichtetheit durch ein Programm gesteuert ist“ (Ernst Mayr: Evolution und die Vielfalt des Lebens, Heidelberg 1979).

Die materielle DNA wurde auf diese Weise zum Ersatz für die alte (mystisch verzerrte) Vorstellung einer besonderen, nicht-materiellen „Lebenskraft“. Das neue an dieser von der Quantenmechanik beeinflußten Biologie, im Vergleich zu älteren rein mechanistischen Entwürfen, war, daß Organismen nicht als bloße „Uhrwerke“ aufgefaßt wurden, die den mechanischen Gesetzen „teleomatisch“ folgen. Damit bezeichnet man Vorgänge, „die einen Endzustand erreichen, der durch Naturgesetze, nicht aber durch ein Programm diktiert ist“ (ebd.). Der besagte „Endzustand“ ist natürlich die maximale Entropie, letztendlich der Wärmetod des Universums.

Denkt man jetzt mit dem orgonomischen Potential als Leitfaden das Problem zurück, erkennt man, wo das ganze Problem begraben liegt: Man mußte in der biologisch organisierten Natur etwas finden, das dem passiven Erreichen eines „Endzustandes“ entsprach, aber doch Resultate zeitigte, die dem aktiven Streben nach einem „idealen Zweck“ entsprachen. Die Vorstellung eines „Programmzieles“ ermöglichte diese konzeptionelle Vereinigung von Materialismus und Vitalismus. Delbrück und seine Kollegen kämpften dergestalt mit einem Problem – das es dank der damals parallel erfolgten Entdeckung der Orgonenergie gar nicht gab. Das genau ist der Gegensatz zwischen Mechano-Mystizismus und Funktionalismus!

Man hätte nur, wie Reich es tat, wirkliche „Lebensforschung“, wirkliche Biologie, nicht „Nekrologie“ (Erwin Chargaff), betreiben müssen und viele Fragen hätten sich zu bloßen Scheinfragen verflüchtigt. Und dies kann man auf die gesamte Naturwissenschaft (und sogar auf die Gesellschaftswissenschaften) übertragen: geht man vom LEBENDIGEN aus, erweisen sich die meisten Probleme als bloße Scheinprobleme. Unsere gesamte Herangehensweise an die Natur ist grundlegend verkorkst. Ein Wissenschaftler hat mal gesagt, daß, wenn Reich recht hätte, „wir alle“ verrückt sein müßten.

Deshalb sind die „Fakten“ ein Problem. Reich hat als Beispiel die Behandlung von Neugeborenen vorgebracht. Jahrzehnte hat man von Seiten der „Fachleute“ ihr Schreien und Wehklagen einfach ignoriert, sie wie Gegenstände behandelt, sie nach der Geburt von der Mutter getrennt, ihnen bei Hunger die Nahrungsaufnahme verweigert, ihnen ohne Anästhesie die Vorhaut abgeschnitten, etc.pp. Die „Fachleute“ waren einfach taub und blind für das Leid des Lebendigen. Und dieses Beispiel läßt sich lückenlos auf alle Bereiche der Wissenschaft übertragen.