Posts Tagged ‘F.A. Lange’

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 7

5. März 2019

orgonometrieteil12

7. Orgonomie 4.0

DER ROTE FADEN: Der Weg in den Kommunismus

3. April 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.15.

5. Juni 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

14. Orgonomie ist Wissenschaft, keine Naturphilosophie!

15. Die Identitätsphilosophie

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.i.

4. Mai 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

i. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

Christentum und die Biologische Revolution (Teil 1)

22. September 2015

Zum Beispiel heute im IC: eine Blonde, leicht ins Rötliche gehend, „nordischer“ kann man gar nicht sein, mit einer Goldkette um den Hals, – an der ebenfalls in Gold der afrikanische Kontinent hing. Sie war mir vorher, d.h. bevor mir die Kette ins Gesicht gesprungen war, aufgefallen, weil sie den Neger, der Snacks verteilte und zu dem sie zu keiner Zeit Blickkontakt hatte, d.h. vollkommen anlaßlos, so auffallend wohlwollend und freundlich angeschaut hatte. Es ging nicht um seine Person, sondern einzig und allein um seine Rasse! Hitler, bzw. der Kampf gegen Hitler, hat uns dazu gebracht alles Eigene zu verachten und zu hassen und alles Fremde auf rassistische Weise, d.h. ohne das Individuum zu sehen, zu verehren und zu lieben.

Diese Perversion geht jedoch tiefer. Wir sind so, weil wir Christen sind, d.h. „dem Fremden“ unser letztes Hemd geben.

Es wird fast universell verkannt, daß Giordano Bruno ein Todfeind des Christentums im allgemeinen und von Jesus Christus im besonderen war. Die Angriffe Brunos gegen Jesus Christus treten nirgendwo deutlicher hervor als in jener Passage eines seiner Dialoge, die auf die Frage Neptuns, was mit Orion (Brunos Name für „Christus“) geschehen solle, folgende Antwort des Momus wiedergibt:

Dieser versteht es ja, allerlei Wunderwerke zu verrichten, und wie Neptun weiß, kann er über die Wogen des Meeres hinwandeln, ohne einzusinken, ja ohne sich die Füße zu benetzen, und deshalb wird er auch noch viele andere schöne Kunststücke aufführen können; so laß uns ihn unter die Menschen senden und diesen durch ihn begreiflich machen, was uns irgend gut und genehm anmutet, indem er sie glauben läßt, daß weiß schwarz ist, daß der menschliche Verstand, gerade wo er am Klarsten zu sehen glaubt, nur Blindheit, daß demnach alles, was der Vernunft vortrefflich, gut oder als das Beste erscheint, nur gemein, verwerflich und äußerst böse ist, daß die Natur nur eine feile Dirne, das Naturrecht nur eine Schurkerei ist, daß Gott und die Natur niemals zu ein und demselben Endzweck zusammenwirken können und daß die Gerechtigkeit der einen nicht der Gerechtigkeit des andern untergeordnet, sondern ganz und gar entgegengesetzt ist wie die Finsternis dem Licht“ (Vertreibung der triumphierenden Bestie, übersetzt von L. Kuhlenbeck, 2. Aufl., Leipzig 1904, S. 242; z.n. Jochen Winter: Giordano Bruno. Eine Einführung, Düsseldorf: Parerga, 1999, S. 116).

Ein härterer und kompromißloserer Angriff auf das Christentum ist kaum denkbar! Bruno wirft Jesus und dem Christentum vor, das Naturrecht negiert, die natürliche Ordnung auf den Kopf gestellt und sich damit gegenüber Gott versündigt zu haben, der sich in der Natur offenbart. Tatsächlich hat sich das Christentum immer wieder als Verhängnis für alles Gute, Wahre und Schöne erwiesen, da es jede natürliche Regung, etwa das eigene Territorium gegenüber anstürmenden „Hilfesuchende“ zu schützen, negiert und in ihr genaues Gegenteil verkehrt. Oder wie jetzt der katholische Bischof Franz-Josef Overbeck gesagt hat: „Deutschland darf nicht für Selbstbehauptung stehen!“

Für Nietzsche war das Christentum ein fluchwürdiger Pesthauch aus der Hölle: „Dächte man sich das Christentum, in seiner ganzen Stärke aufgefaßt, als herrschend, dächte man sich, daß keine Kräfte dagegen wirken, so würde es in kurzer Zeit den Untergang des Menschengeschlechts herbeiführen“ (Studienausgabe Bd. 9, S. 76). Man mache das Fernsehen an und man wird sehen, daß Nietzsche ein Prophet war! „Wir finden im Gefolge des Buß- und Erlösungstraining (…) jene todsüchtigen Massen-Delirien, deren entsetzlicher Schrei ‚evviva la morte‘ über ganz Europa weg gehört wurde (…)“ (Studienausgabe Bd. 5, S. 391f). Im christlichen Gott sieht er „das Nichts vergöttlicht, der Wille zum Nichts heiliggesprochen!“ (Studienausgabe Bd. 6, S. 185). Man geht zum Hauptbahnhof und klatscht verzückt Beifall, wenn die Vernichtung des eigenen Volkes aus den Zügen steigt – und Margot Käßmann lächelt milde, weil das gesellschaftliche Immunsystem ausgeschaltet ist…

Das Christentum ist eine verhängnisvoll mißglückte Biologische Revolution:

Reich hat die Psychoanalyse als den Vater und den Marxismus als die Mutter der Sexualökonomie bezeichnet. Beide Doktrinen beinhalten eine radikale Kritik der Religion, die als Herrschaftsinstrument entlarvt wird. Aber ausgerechnet beim Christentum, bzw. bei Jesus zielt diese Kritik ins Leere.

Es ist gerade Jesus, der die schwere Last des Vaters, das Über-Ich, von den Menschen nehmen will:

Ihr plagt euch mit den Geboten, die die Gesetzeslehrer euch auferlegt haben. Kommt doch zu mir; ich will euch die Last abnehmen! Ich quäle euch nicht und sehe auf keinen herab. Stellt euch unter meine Leitung und lernt bei mir; dann findet euer Leben Erfüllung. Was ich anordne, ist gut für euch, und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last. (Mt 11,28-30)

Für Jesus ist Gott „mehr ein Geschehen als ein Sein, mehr eine Bewegung als ein Begriff, mehr Wille als Idee, und eben dieser göttlichen Dynamik entspricht der geheimnisvolle Wachstumsprozeß zwischen Aussaat und Ernte“ auf den Jesus in seinen Gleichnissen anspielt (Heinz Zahrnt: Jesus aus Nazareth, München 1987).

Und was nun den Marxismus betrifft, möchte ich nur Ernst Bloch zitieren:

Als Menschensohn, als herrschaftsfreier Mensch, ist Jesus Atheist. Jesus ist der Mensch, der den autoritären Himmelsgott entthront und sich an die Stelle Gottes setzt. Die Wiederkunft des Menschensohns Christus ist die Heraufkunft des neuen Menschen, der sich von Gott und allen anderen Herren befreit hat. Der Menschensohn und Mensch ersetzt den Herrengott. (z.n. Horst Georg Pöhlmann: Wer war Jesus von Nazareth?, Gütersloh 1988)

Ein Gutteil dieser ursprünglichen, „anarchokommunistischen“, libertinistischen Lehre Jesu, hat wohl die gnostische Sekte der Karpokratianer noch einige Zeit am Leben erhalten können. Hierzu verweise ich auf den marxistischen Artikel von Karl Muster unten.

THEOLOGIE – SPOTET IHRER SELBST UND WEISS NICHT WIE
Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie Band I, Heft 3, 1934

Äußerungen, wie die folgende stehen in der Antike nicht vereinzelt da (vgl. Platon Staat, Aristophanes Ekklesiazusen). Erinnerungen an das mutterrechtliche Zeitalter, das ja noch gar nicht so lange verflossen war, mögen in ihnen mitgeschwungen haben. Doch derartige Kritiken an Eigentums- und Sexualordnung mußten Utopien bleiben, da die antike Produktionsweise die Herausbildung eines Proletariats als seiner geschichtlichen Rolle bewußter Klasse nicht gestattete.

Epiphanes, der Sohn des Häretikers Karpokrates, so berichtet der Kirchenvater Clemens Alexandrinus (Stromateis Buch 3, Cap. 2, verfaßt etwa 190 n.Chr.) schreibt in seinem Buch „Über die Gerechtigkeit“:

Die Gerechtigkeit Gottes ist eine Art Gemeinschaft mit Gleichberechtigung. Denn gleichmäßig und nach allen Seiten hin ausgespannt umfaßt der Himmel im Kreise die Erde, gleichmäßig zeigt die Nacht die Gestirne. Und die Sonne, die den Tag bewirkt und das Licht zeugt, … sehen alle gemeinsam, da Gott darin nicht Reich und Arm, Volk und Fürsten, Unbesonnene und Besonnene, Frauen und Männer, Freie und Sklaven unterschieden hat …
Die Gesetze der Menschen aber konnten die Unwissenheit nicht bändigen und lehrten Unrecht tun. Die Beschränkung durch die Gesetze zerschnitt und zernagte die Gemeinschaft. Das „Mein“ und das „Dein“ ist durch das Gesetz hereingekommen, da die Menschen nicht mehr zu gemeinsamen Genuß von Erde und von Besitz Gebrauch machen konnten und auch nicht mehr von der Ehe.
Denn gemeinsam für alle hat Gott die Weingärten gemacht, die keinen Sperling und keinen Dieb abweisen. Doch der Rechtsbruch an der Gemeinschaft schuf den Dieb an Vieh und Früchten …
… Die Aber so gezeugt sind, verleugnen die Gemeinschaft, der sie ihre Geburt verdanken und sagen: Wer eine Frau genommen hat, soll sie besitzen – wo doch alle an ihr teilnehmen könnten, wie bei den übrigen Lebewesen …
Daher: Wie lächerlich ist das Wort des Gesetzgebers von: „Du sollst nicht begehren“ angefangen bis zu dem noch lächerlicheren „alles was Deinem Nächsten gehört.“ Denn derselbe, der die Begierde als etwas Angeborenes gab, befiehlt nun, daß wir uns ihrer entledigen sollen, wo er sie doch keinem Tier wegnimmt. Doch dies „Deines Nächsten Weib“ zwingt die Gemeinschaft in die Vereinzelung und ist darum noch lächerlicher.

Unser Kirchenvater ist natürlich auf’s tiefste empört über die Ketzerei, mit der hier die theologische Betrachtung durch ihre eigenen Widersprüche ad absurdum geführt wird. Auch ist er sogleich mit einem Bericht über den wahllosen Geschlechtsverkehr bei der Hand, der die Gelage der Karpokratianer angeblich abschließe. Also: Wer die herrschende Sexualordnung angreift, der predigt und praktiziert „das sexuelle Chaos“: Im zweiten Jahrhundert genau wie im zwanzigsten. Wahr wird er wahrscheinlich damals so wenig gewesen sein wie heute.

Jesus war ein gewissenloser Libertinist, ein antinomistischer Nihilist wie nur LaMettrie oder Max Stirner. Dazu gehörten z.B. Amalrich von Bena (um 1200) und die „Brüder und Schwestern des freien Geistes“ (13. und 14. Jahrhundert), des weiteren die „Reformation der Reformation“, wie z.B. Sebastian Franck (1499-1543). Sie lehnten die 10 Gebote und alle kirchlichen Institutionen ab. Wahre Christen bräuchten kein Gesetz.

Jesus war kein Jude mehr, sondern Sohn des Menschen. Alfons Rosenberg (Jahrgang 1902) der, nachdem er 1935 in die Schweiz geflüchtet war, 1942 vom Judentum zu Christentum übertrat, legt dies in seinem Fragment Jesus der Mensch (München 1987) eindringlich dar. Jesus befreite sich vom Judentum als Menschensohn, den Jesus

weder nur innerlich noch nur eschatologisch verstanden wissen wollte, sondern ontologisch. Er muß gespürt haben, daß in ihm die lebendige Substanz, der göttliche Kern des Menschseins durch alle Schalen durchgebrochen ist (…) Wie begreiflich ist es, daß einem so fremden, unbegreiflichen Wesen gegenüber die einen zwar in Erstaunen, die anderen aber in Furcht und Zorn gerieten. Wie kann es da anders gewesen sein, als wie Johannes sagt: „Er kam in das Seine, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Joh 1,11)

Ein gläubiger Jude könnte jetzt mit Recht einwenden, der Kern des Judentums sei das Gebot der Nächstenliebe und alles andere nur sekundärer Zusatz – und das sei ja auch die Meinung des frommen Juden Jesus gewesen, der sich dabei ausdrücklich auf die Thora berufen hätte (Mt 22,34-40). Der Witz bei der Sache ist nur, daß dies die einzige Stelle in den Evangelien ist, wo Jesus überhaupt von Nächstenliebe spricht!

Paulus ist derjenige, der ständig von ihr predigt. Jesus gibt nur die pharisäische Lehrmeinung von sich – und das war’s dann auch schon. Auf die Frage seiner Jünger nach den Speisevorschriften, Fasten, Beten und dem Gebot des Almosengebens, antwortet Jesus lapidar: „Lügt nicht, und tut nicht was ihr haßt!“ (Th 6). Demgemäß paßt auch das Hauptgebot seine Mitmenschen so zu lieben, wie man sich selbst liebt, einfach nicht zu seiner frohen Botschaft der Freiheit – die uns frei macht unsere Mitmenschen zu lieben – eben weil wir nicht mehr verpflichtet sind, „Liebe“ zu heucheln.

Wie der Gott Stirner in Der Einzige und sein Eigentum (Reclam, S. 324) schrieb:

Ich liebe die Menschen auch, nicht bloß einzelne, sondern jeden. Aber ich liebe sie mit dem Bewußtsein des Egoismus; Ich liebe sie, weil die Liebe Mich glücklich macht, Ich liebe, weil Mir das Lieben natürlich ist, weil Mir’s gefällt. Ich kenne kein „Gebot der Liebe.“

Hier spricht Christus! Man hat sich oft darüber lustig gemacht, daß Stirner sein Buch, „das extremste, das wir überhaupt kennen“ (F.A. Lange), ausgerechnet seinem „Liebchen“ Marie gewidmet hat, so als wäre die Liebe nicht die letzte Konsequenz des Einzigen. Das werden „gute Menschen“ wie Paulus oder Erich Fromm mit ihren widerwärtigen „Hoheliedern der Liebe“ (1 Kor 13) nie verstehen.

Die letzte Konsequenz des Gebots der Nächstenliebe ist der Haß. Das wird jeder bestätigen, der Opfer dieser Art von „Liebe“ geworden ist, etwa Menschen, die katholische Heimerziehung genossen haben. Genauso ist auch die affektierte „Liebe“ der weitaus meisten Pärchen nichts weiter als Haß, Angst und Verachtung (E.F. Baker).

Nach 5000 Jahren moralischer Bearbeitung des Menschen ist die Welt eine einzige große Hölle, die sich mit jedem Gebot weiter verfinstert. Es geht nicht um bessere Gesetze, bessere Ideologien oder bessere Religionen. Es geht um das Überflüssigmachen aller konservativen und „fortschrittlichen“ Ideologien und Religionen. Es geht um das Überflüssigmachen aller Moral, aller Ethik und aller Sittlichkeit. Selbst ein „guter Mensch“ wie Alfons Rosenberg hat hier Jesus teilweise verstanden, wenn er schreibt:

Indem Jesus feststellte, daß ein Teil, pars pro toto, des jüdischen (…) Gesetzes nur Menschenwerk sei, hat er das ganze System fragwürdig gemacht. Eine solche Relativierung muß aber unweigerlich (…) auch zur Relativierung der „Religion“ schlechthin führen. Dies betrifft auch jene „Religion“, die in seinem Namen (…) geschaffen wurde (…)

Fragen wir doch, warum sich denn ausgerechnet die Botschaft Jesu im von religiösen Angeboten übersättigten Römischen Reich hat durchsetzen können. Weil es eine Botschaft der Befreiung war! Die „Frohe Botschaft“, die den Menschen aus dem spätantiken Schicksalsglauben befreite. Von Astrologie und Magie, die jede Lebensäußerung zu ersticken drohte. Genauso wie es bei den Juden „das Gesetz“ tat. Das Christentum befreite von derartigen „gesetzlichen“ Verstrickungen. Dies erklärt zum Teil auch heute noch die Missionserfolge in Weltgegenden wie z.B. Zentral-Neuguinea, wo die Menschen von Dämonenglauben, Stammessatzungen und Tabus geradezu zerdrückt werden.

In dieses alles zermalmende Räderwerk schien das befreiende Licht Christi und verkündete, daß kein Schicksal, keine Gestirne, kein Gesetz, kein Karma uns bindet, denn Gott ist unser unmittelbarer Vater, der uns bedingungslos auch ohne Opfer und gute Taten annimmt. Wir sind frei. In der Reformation bahnte sich dies Licht dann einen breiteren Weg, der unmittelbar zur eigentlichen Aufklärung führen sollte. Und gerade heute, 200 Jahre später, wo das Mittelalter und das Schicksal wieder an die Tür klopfen, ist die Frohe Botschaft aktueller denn je.

Zuerst löst sich Jesus radikal von seinen Familienbanden (Mt 12,46f), er überwindet die „Familitis“ (Reich). Danach befreit er sich von der „Sozialistis“ (Reich), transzendiert sein Menschentum und wird er selbst. Dies ist auch schon daran ersichtlich, daß Jesus vielleicht als erster das Individuum entdeckt hat. Dazu schreibt der Theologe Pfarrer Horst Georg Pöhlmann:

Wie sehr Jesus den Einzelmenschen aufgewertet hat, erhellt sich nicht nur aus seiner Parteinahme für die Ausgestoßenen der Gesellschaft, sondern auch aus seiner Unabhängigkeit von seiner Sippe und Verwandtschaft (Mk 3,31-35). Im damaligen Judentum hatte der Mensch nur einen Stellenwert als Glied seiner Sippe, von der er in allem abhängig war. Man könnte fast sagen: Jesus hat den Einzelnen entdeckt. Wenn er eine Gruppe gegründet hat, dann nicht als Kollektiv, sondern als Gemeinschaft unverwechselbarer Einzelner. (Wer war Jesus von Nazareth?, Gütersloh 1988, S. 97f)

Dazu muß man sich sein Umfeld vergegenwärtigen:

Der Mensch (…) wird in der hebräischen Anthropologie so sehr in seine Gemeinschaften einbezogen gesehen, daß höchstens der Sippe oder dem Volk als Groß-Ich das Prädikat „Person“ zugeschrieben werden kann. Erst in der neutestamentarischen Religion wird der Kollektivbezug der Religion völlig gebrochen und insofern jedes Individuum vor Gott zur Person. (Reclams Bibellexikon, Stuttgart 1978)

Dies erklärt auch die Renaissance des Christentums in Osteuropa und die geradezu sensationellen Missionserfolge im konfuzianischen Korea, neuerdings auch in China und sogar in islamischen Ländern wie dem Iran.

Vergleicht man alle Hochkulturen miteinander, wird man feststellen, daß ausschließlich im christlich geprägten Abendland das Individuum sich emanzipiert hat. Nur hier hat es so etwas wie die Reformation und die Aufklärung gegeben. Hier finden wir die Phylogenese von Max Stirners „Einzigen“. Und deshalb macht es auch einen tiefen Sinn, daß unsere Zeitrechnung mit Jesus anfängt. Diese Zeitrechnung hat eine ähnliche Bedeutung, wie jene, die vor 200 Jahren die französischen Revolutionäre einsetzen wollten. Damit will ich sagen, daß wir nicht nur den 200sten, sondern auch den 2000sten Jahrestag der Revolution feiern: Wir feiern sozusagen den Geburtstag von Stirners „Einzigem“!

Wir könnten den Geburtstag des Einzigen feiern, hätte man nicht alle wahren Christen als Ketzer verfolgt und wären nicht in der Neuzeit die einzig wahren Aufklärer (LaMettrie, Stirner, Reich) in Acht und Bann getan worden. Hören wir, wie nah sich doch die wahren Christen und die wahren Aufklärer stehen:

In seinem Buch der Ketzer (Frankfurt 1962, S. 223) beschreibt Walter Nigg das Denken der mittelalterlichen Sekte der „Brüder und Schwestern des freien Geistes“ wie folgt:

Der Christ müsse Gott werden wollen, und dann werde er zuletzt auch wie Gott. Wenn der Mensch aus der Äußerlichkeit in die Innerlichkeit sich wendet, Gott und Gottes willen läßt, dann wird er Gott gleich, Gottselbst und bedarf Gottes nicht mehr; dann ist er auch über die Liebe hinausgekommen und hat den Zustand erreicht, in welchem Gott alles in ihm wirkt. (…) Nach Auffassung der gottleidenden Menschen ist der Christ bei der Erreichung dieser Stufe über alle Verdienste der Heiligen und Marias hinausgelangt und hat sogar Christus übertroffen.

Schon auf der Erde habe er den vollkommenen Zustand der Auferstehung und die absolute Freiheit erlangt.

In seinem „Gegenwort eines Mitgliedes der Berliner Gemeinde“ (Parerga) meinte fünf Jahrhunderte später Max Stirner weit weniger radikal:

Gott ist der Mensch, das ist die Lehre Christi; wer sich selbst ganz besitzt, wer in das Heiligtum seines eigenen Wesens eingedrungen, wer bei sich ist, der ist beim Vater.

Und weiter:

Erkennt euch, so erkennt ihr Gott und die Welt, liebt euch, so liebt ihr alle, sucht euch, so sucht ihr Gott, habt euch, so habt ihr alles, trachtet im höheren Sinn zuerst nach euch, so fällt euch alles andere zu. Nichts ist euch so verborgen, als ihr euch selbst, nichts kann euch aber auch so offenbar werden, als euer Selbst und auch darin offenbart sich Gott eurem suchenden Geiste.

Übrigens meint auch der Neutestamentler Herbert Braun, daß der, der sich annimmt, damit gleichzeitig auch Gott annimmt (Jesus der Mann aus Nazareth, Gütersloh 1988, S. 129).

Bei der Gleichsetzung des eigenen Selbst mit Christus steht Stirner in einer deutschen Tradition zwischen Goethe und Nietzsche. So schreibt Goethe 1787 aus Rom

mit einer Anspielung auf Lukas [2,49] die wieder einmal, wie früher ähnliche Stellen in der Umgebung des Werther, auf einen leisen Versuch, sich Christus gleichzusetzen, schließen läßt: „So lebe ich denn glücklich, weil ich in dem bin, was meines Vaters ist.“ (Emil Staiger: Goethe, Bd. 2, Zürich 1962)

Und wenn Nietzsche alle Werte umwertet, tut er dies mit der gleichen „unerhörten Souveränität“, mit der Jesus in der Bergpredigt Gottes Gebote aufhebt: „Gebote Gottes aufheben kann nur einer, der mit Gott identisch ist“ (Pöhlmann, S. 28).

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VII.4.f.

1. September 2015

orgonometrieteil12

VII. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik

1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik

a. Algebra

b. Differenzieren

c. Integrieren

d. Vektoren

2. Körper in Bewegung

a. Masse

b. Jenseits der Masse

c. Himmelsmechanik

d. Die Kreiselwelle

e. Kosmische Überlagerung

3. Der Orgonenergie-Akkumulator

a. Die Kreiselwelle (Schwingungen und Wellen)

b. Wellen im Orgonenergie-Medium

c. Von der Thermodynamik zum Orgonenergie-Akkumulator

d. Von der Elektrostatik zum Orgonenergie-Akkumulator

e. Elektrotechnik

f. Orgontechnik

4. Kosmogonie

a. Gravitation im Funktionsbereich „Bewegung“

b. Gravitation im Funktionsbereich „Erstrahlung“

c. Quantenmechanik

d. Spezielle Relativitätstheorie

e. Allgemeine Relativitätstheorie

f. Funktionalismus

Die atmosphärische und die kosmische Orgonenergie

10. August 2015

Reich hat als Äquivalente für die Orgonenergie in der Schulphysik insbesondere die atmosphärische Elektrizität und den Äther ausgemacht. Was die zweite Entsprechung betrifft, war für ihn Einsteins Relativitätstheorie natürlich eine Herausforderung.

Reich schreibt Ende der 1940er Jahre in Äther, Gott und Teufel:

„Statische Elektrizität“ ist eine spezifische Funktion der atmosphärischen Orgonenergie. Paradoxerweise nimmt die Elektrizitätstheorie an, daß die Atmosphäre sowohl frei von elektrischer Ladung wie auch voll von statischer Ladung ist, wobei „statisch“ von elektrischer Natur ist. Flächenblitz und Gewitterblitz sind bisher unerklärt geblieben. Die Orgonomie weist die atmosphärische Ladung mittels spontaner elektroskopischer Entladung nach, dem sogenannten „natural leak“ der klassischen Physik. Diese Entladung geht in einer geringer konzentrierten orgonotischen Atmosphäre schneller und in einer höher konzentrierten langsamer vor sich. Darüberhinaus ist sie in der Mittagszeit langsamer als frühmorgens oder abends; dies widerspricht der Ionisationstheorie.

Nach zwei Jahrhunderten des Rätselns kann die mechanistische Physik erst jetzt erklären, wie die Elektrizität in die Atmosphäre kommt. Es gibt sogar schon Ansätze, wie man die „atmosphärische Elektrizität“ ins Stromnetz leiten könnte! Auch könne man die Gefahr durch Blitzschlag beseitigen, da man nun weiß, wie sich Elektrizität in der Atmosphäre bildet und ausbreitet.

Es geht um Forschungen an der University of Campinas, Brasilien unter Fernando Galembeck.

Ursprünglich hatte man angenommen, daß die Wassertröpfchen, die in der Atmosphäre schweben, elektrisch neutral sind und so bleiben, wenn sie mit den elektrischen Ladungen auf Staubteilchen in Kontakt kommen. Andererseits wußte man schon seit langem, daß es eine enge Beziehung zwischen Elektrizität und Wasser in der Atmosphäre gibt. Beispielsweise hatte man beobachtet, daß es zu elektrischen Entladungsfunken kommen kann, wenn Dampf aus Boilern entweicht. So ging man schließlich davon aus, daß sich Elektrizität bildet, wenn Wasserdampf an in der Atmosphäre schwebenden Staubteilchen kondensiert.

Galembeck und seine Kollegen konnten nun die Theorie bestätigen, daß Wasser in der Atmosphäre eine elektrische Ladung aufnehmen kann. Sie simulierten dazu unter Laborbedingungen die Wechselwirkung zwischen Wasser und Silizium- bzw. Aluminium-Teilchen, die beide natürlicherweise in der Atmosphäre auftreten. Silizium zeitigte unter hoher Luftfeuchtigkeit eine negative elektrische Ladung und Aluminiumphosphat eine positive.

Es seien bereits „hygroelektrische Kollektoren“ angedacht, ähnlich den „Sonnenkollektoren“, um Elektrizität zu produzieren. Indem man dergestalt der Atmosphäre die elektrische Spannung entzieht, könne man auch Blitze verhindern.

Reich zufolge kennt die mechanistische Wissenschaft die Orgonenergie nur als das vage Konzept einer „atmosphärischen Elektrizität“. Endlich nähert sie sich einer Nutzung, ohne zu erkennen, daß kontaktelektrische bzw. „elektrostatische“ Ladungen nur Epiphänomene orgonotischer Prozesse sind.

Diese Prozesse sind der mechanistischen Wissenschaft nicht zugänglich, weil sie langsam und unabhängig von der Materie ablaufen. Sie kennt nur die explosionsartigen, extrem konzentrierten Entladungen in Blitzen und die Aufladung von Materie („statische Elektrizität“). Daß man mit Hilfe des Orgonenergie-Akkumutors, des Cloudbusters und des Orgonmotors die „atmosphärische Energie“ direkt nutzbar machen kann, ist prinzipiell außerhalb ihres Horizonts.

So ist ihr auch nicht zugänglich, daß bei niedriger Luftfeuchtigkeit die „Spannung“ in der Atmosphäre höher ist als bei hoher Luftfeuchtigkeit, wenn sich die atmosphärische Energie hauptsächlich in ihrer immobilisierten, an Materie gebundenen Form zeigt, der „elektrostatischen Spannung“.

Hier die Orgonspannung an drei aufeinanderfolgenden Tagen:

In seinem Buch über die Relativitätstheorie frägt Ernst Schmutzer:

Woher stammte nun eigentlich die Äthervorstellung? (…) Da nun gemäß der Huygenschen Wellentheorie des Lichtes tatsächlich große Analogien zwischen Licht und Schall bestehen – wie gefährlich können doch, obwohl für die Forschung unumgänglich, Analogien sein! – ersann man als Medium für die Lichtfortpflanzung den Äther als ein Objekt mit merkwürdigen Eigenschaften: Durchdringlichkeit aller Körper, Unwägbarkeit usw. (…) Aus diesen Darlegungen geht klar hervor, daß die Mechanik der Kontinua der Äthervorstellung Pate gestanden hatte. Im Grunde genommen handelte es sich also um einen Mechanizismus. (…) Der an die mechanische Bewegungsform gewöhnte Geist dieser Zeit benötigte aus Gründen einer falsch verstandenen Anschaulichkeit – gemeint war eine mechanische Anschaulichkeit – den Weltäther. (Relativitätstheorie – aktuell. Ein Beitrag zur Einheit der Physik, Stuttgart 1996, S. 49f)

Ende des 19. Jahrhunderts zeigten Michelson und Morley, daß sich die Erde unmöglich durch ein „Äthermeer“ bewegen konnte, weil die Lichtstrahlen, die sich angeblich in diesem Meer wellenförmig bewegten nicht mitgerissen wurden. Astronomische Beobachtungen hatten bereits vorher verdeutlicht, daß dieses „Meer“ ähnlich in sich ruhen muß, wie der reale Ozean durch den ein schnelles Schiff (die Erde) gleitet. Um im Bild zu bleiben: Es konnte keine (oder allenfalls eine lächerlich geringe) Bewegung des Bootes relativ zum Meer festgestellt werden, da sich aber das Boot relativ zum Land sehr wohl bewegte, konnte daraus nur geschlossen werden – daß es das Meer nicht gibt…

Das Ergebnis des Michelson-Versuches zeigte, daß Denken und Erfahrung in Widerspruch gerieten. In solchen Fällen sind die Tatsachen ausschlaggebend; nach diesen hat sich das Denken zu richten. Die Natur läßt sich nicht vorschreiben, wie sie sein soll, damit man in altgewohnter Weise denken könne. Das Denken hat sich der Natur anzupassen. In solchen Fällen müssen oft Denkvoraussetzungen analysiert und – wenn erforderlich – revidiert werden. Darauf kann sich dann ein logisch einwandfreies Begriffssystem gründen (Horst Melcher: Relativitätstheorie in elementarer Darstellung, Köln 1978, S. 237).

Dieses Begriffssystem und die dazugehörigen Formeln hat Einstein entwickelt.

Das Problem besteht darin, daß diese Formeln physikalisch interpretiert werden müssen. Dazu ist es notwendig, bestimmte „Zuordnungsregeln“ zu finden, die einen Zusammenhang zwischen den mathematischen Formelzeichen und den physikalischen Meßgrößen herstellen. Hier liegen die eigentlichen Schwierigkeiten verborgen, denn diese Zuordnungsregeln können sehr komplex sein. Bei der Interpretation der mathematischen Formeln kann es zu Irrtümern und Meinungsverschiedenheiten kommen. (Roman U. Sexl, Herbert K. Schmidt: Raum, Zeit, Relativität, Braunschweig 1991, S. 48)

Zu Leopold Infeld sagte Einstein einmal,

es gäbe in der Physik eigentlich nur einige grundsätzliche Ideen, und die könne man in gewöhnlichen Worten ausdrücken. Er fügte hinzu: „Kein Wissenschaftler denkt in Formeln“. (Friedrich Herneck: Albert Einstein, Leipzig 1974, S. 48)

Trotzdem ließ Einstein immer unerklärt,

warum die Lichtgeschwindigkeit stets gleich c ist und warum man eine Lichtwelle nicht einholen kann. Vielmehr müssen diese Experimente per Definition negativ ausgehen und per Definition ist auch der Raum in jedem Inertialsystem homogen und isotrop für die Lichtausbreitung. (Arthur I. Miller in: Peter C. Aichelburg, Roman U. Sexl: Albert Einstein, Braunschweig 1979)

Mit anderen Worten: Die mechanistische, auf einer rigiden, gepanzerten Körperwahrnehmung beruhende, Auffassung der Natur zwang zunächst zum Postulat eines mechanisch verstandenen Äthers, dem immer exoterischere, d.h. „nicht-mechanische“ Eigenschaften zuerkannt werden mußten, um mit den Beobachtungen in Übereinstimmung zu bleiben. Bereits mehr als drei Jahrzehnte vor Einsteins Spezieller Relativitätstheorie konstatierte F.A. Lange, daß viele Naturforscher dazu neigen würden, den Äther ganz aufzugeben (Geschichte des Materialismus, Frankfurt 1974, S. 742).

Was blieb waren abstrakte Formeln und ebenso abstrakte, auf keinerlei Körperwahrnehmungen mehr beruhenden, Postulate, die entsprechend in keinen sinnvollen Funktionszusammenhang mit anderen Erscheinungen der Natur gebracht werden konnten. Tatsächlich hat sich die Relativitätstheorie als ausgesprochen steril erwiesen. Man könnte fragen, ob es nicht ihr zu schulden ist, daß wir im Jahre 2015 entgegen aller Voraussagen noch immer nicht in einem Science-Fiction-Szenario leben.

Reich schreibt zum Äther-Problem:

Der negative Ausgang des Michelson-Morley-Versuchs, der den Äther nachweisen wollte, muß verstanden werden. Die Prämissen, die zur Durchführung des Michelson-Morley-Experiments führten, beruhten auf falschen Annahmen. Die Orgonphysik geht von vollkommen neuen Beobachtungen und neuen theoretischen Annahmen aus. Von einem prinzipiellen orgonomischen Standpunkt her muß das Denken selbst als eine Funktion der Natur im allgemeinen begriffen werden. Dementsprechend müssen die Ergebnisse bloßen Denkens als sekundär gegenüber den beobachtbaren Naturfunktionen angesehen werden. Als Funktionalisten sind wir in erster Linie an beobachtbaren Naturfunktionen interessiert; von da aus gelangen wir zu den Funktionen des menschlichen Denkens mittels der emotionalen (bioenergetischen) Funktionen im beobachtenden Menschen. Solange die beobachtbare Natur nicht den Ausgangspunkt für menschliches Denken bildet, und mehr noch, solange die Funktion des Denkens selbst nicht logisch und konsistent aus den beobachtbaren Naturfunktionen im Beobachter selbst abgeleitet wird, solange stellen sich gegenüber allen Resultaten bloßen Denkens, das nicht durch Beobachtung gestützt ist, grundlegende methodologische und faktische Fragen. Das zeigt deutlich die Schlußfolgerung, die aufgrund bloßen Denkens aus dem negativen Ausgang des Michelson-Experiments gezogen wurde. (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt/M 1983, S. 150f)

Die strahlende Kraft des Lebendigen

ist überall vorhanden und erfüllt den ganzen Weltraum, der durch die leeren Menschen leer gemacht wurde. (Christusmord, Freiburg im Breisgau 1978, S. 268)

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel III

21. Mai 2015

orgonometrieteil12

III. Das Wesen der Zahlen

1. Der sekundäre Funktionsbereich

a. Die Priorität der Qualität

b. Das Problem der Null

c. Das Problem des Unendlichen

2. Der primäre Funktionsbereich

a. Die funktionellen Zahlenreihen

b. Die Entwicklungsgleichung der Zahlen

c. Das „arithmetische Pendel“

d. Die Kreiselwelle

Nahwirkungstheorie und Fernwirkungstheorie (Teil 1)

31. August 2013

Denkbar knapp ausgedrückt besagt die Nahwirkungstheorie, daß alles in der Welt wie ein Billardspiel funktioniert, bei dem alles auf dem direkten Kontakt zwischen den Billardkugeln, dem Coe und den Banden beruht. Ein Beispiel für die Fernwirkungstheorie ist die Newtonsche Gravitationstheorie, die auf jeden „Erklärungsmechanismus“ verzichtet. Der Fall des Apfels vom Baum und die Bewegung des Mondes um die Erde werden von einer hypothetischen „Kraft“, der Gravitation, bestimmt, ohne daß irgendein Mechanismus angegeben wird, wie diese Kraft funktioniert. Ein „Mechanismus“ ist auch schwer vorstellbar, da die Wirkung der „Schwerkraft“ instantan sein soll.

Newton selbst war diese Vorstellung zutiefst zuwider. Sie war jedoch unausweichlich. Angenommen die Gravitation würde sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten: dann würde die Erde zu einem Ort hingezogen, an dem die Sonne vor 8 Minuten war und umgekehrt die Sonne zu einem Ort, wo die Erde vor 8 Minuten war. Ergebnis wäre, daß die beiden Objekte gemäß den Gravitationsgesetzen spiralförmig aufeinander zustürzten! Diese Überlegung war der Tod aller mechanischen Nahwirkungstheorien der Gravitation, insbesondere der von Descartes, welcher die Gravitation mittels „Ätherwirbeln“ erklären wollte. Er dachte dabei etwa an einen Wasserstrudel, bei dem alles „gravitationsartig“ dem Mittelpunkt zustrebt. Newton wollte die Gravitation ähnlich wie vor ihm Descartes ebenfalls auf den Äther zurückführen, da ihm wie gesagt die Fernwirkungstheorie persönlich zutiefst zuwider war, beließ es aber bei privaten naturphilosophischen Spekulationen, die er nicht mit seinen mathematischen Formulierungen verbinden konnte.

Einstein löste das Problem mit seiner Allgemeinen Gravitationstheorie, der zufolge Gravitation „gekrümmte Raumzeit“ ist und die Energie der Gravitation selbst die „Raumzeit krümmen“ kann, was den oben beschriebenen Effekt aufhebe, obwohl sich die Schwerkraft nur mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet.

Schaut man in die Weiten des Universums mit seinen weiträumigen Strukturen, wo die Lichtgeschwindigkeit „zum Verzweifeln“ langsam ist, wird jede Nahwirkungstheorie, inklusive der Einsteinschen, vollkommen absurd. Es bleibt dann nämlich nichts, was das ganze organisiert und zusammenhält, d.h. das Universum zu einer funktionellen Einheit macht.

Entsprechendes läßt sich auch über den menschlichen Organismus sagen. Wie bereits F.A. Lange vor 150 Jahren in seiner Geschichte des Materialismus herausarbeitete, gibt es keinen denkbaren Schritt von „Atomen“, welcher Natur diese auch immer seien, d.h. den oben erwähnten Billardkugeln der Nahwirkungstheorie, zu dem, was wir „Geist“ nennen. Der Geist ist etwas, was schlichtweg keine „Teile“ hat. Oder anders ausgedrückt: Teile konstituieren ein Objekt, aber nie und nimmer ein Subjekt. Der „Geist“ repräsentiert das einheitliche Funktionieren des Organismus.

Es bleibt natürlich Newtons verzweifelte Frage, wie man die Fernwirkungstheorie verstehen soll, bzw. was man sich eigentlich darunter vorzustellen hat. Wie Newton selbst sagte, ist sie vollkommen absurd. Lange berief sich auf Kant. Das „Ding an sich“ sei unerkennbar, weshalb der ansonsten in jeder Hinsicht vorzuziehende Materialismus und damit alles menschliche Wissen hier an seine Grenze stoße.

Die Antwort findet sich in Einsteins Relativitätstheorie, der zufolge der Raum kein starrer Rahmen wie bei Newton ist, in dem sich das besagte Billardspiel „zeitlich“ abspielt, sondern Raum und Zeit ineinander verzahnt sind. Es kommt, abhängig vom Beobachter, aber trotzdem nicht nur subjektiv, zur „Längenkontraktion“ und „Zeitdilatation“. In der Allgemeinen Relativitätstheorie ist der Uhrenlauf von der Krümmung der vierdimensionalen Raumzeit abhängig, in der Raum und Zeit zu einer Art „Substanz“ vereinigt sind, die theoretisch auch mit Überlichgeschwindigkeit verschoben werden kann (der berüchtigte „Warp-Antrieb“ des Science Fiction).

Als Einstein sich mit dem Äther-Problem beschäftigte, zunächst in der Speziellen Relativitätstheorie mit dem „Lichtäther“ und dann in der Allgemeinen Relativitätstheorie mit dem, wenn man so sagen kann, „Gravitationsäther“, ist er zwangsläufig auf die entsprechenden orgonotischen Funktionen gestoßen, in denen beispielsweise aus einem räumlichen Nebeneinander ein zeitliches Nacheinander wird und entsprechend der trennende Raum zu verschwinden scheint. Newton hat das für die Schwerkraft beschrieben, Henri Bergson für den „Geist“, den man nur „zeitlich“, aber nicht räumlich beschreiben könne. (So ist auch Reichs frühes Studium der Werke Langes und Bergsons zu verstehen: der letztere wies den Weg aus der Sackgasse, die der erstere aufgezeigt hatte.)

Orgonometrisch läßt sich „Fernwirkung“ in allen ihren Aspekten auf folgendes reduzieren:

translt

Siehe zu diesen Ausführungen auch The Journal of Orgonomy (Vol. 40, No. 2, Fall/Winter 2006).