Posts Tagged ‘Klassik’

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 37)

30. März 2021

Wir dürfen nie vergessen, welche Rolle die Großkapitalisten bei der Zerstörung der Gesellschaft gespielt haben. Man nehme etwa die Musik der 1970er Jahre: Frank Zappa, das Mahavishnu Orchestra, Return to Forever, Jean-Luc Ponty, Klaus Doldinger etc. Man machte damals das Radio an und konnte tatsächlich Musik hören. Jazzmusiker, die jeden klassischen Musiker in die Tasche steckten, wenn sie nicht sogar selbst ursprünglich klassisch ausgebildet waren. Die Leute kamen auf den Geschmack für anspruchsvolle Musik und es konnte sein, daß etwa Fans von Emerson, Lake and Palmer sich tatsächlich Klassikalben kauften, weil sie auf den Geschmack gekommen waren oder beispielsweise Fans von Santana sich begannen für John Coltrane zu begeistern.

Das endete in den USA Ende der 1970er Jahre, als Großkonzerne anfingen die lokalen Radiostationen aufzukaufen und sich von Marketingspezialisten beraten ließen, die keinerlei Interesse an Musik hatten. Es wurden schließlich nur noch die „Top 40“ gespielt und nach und nach änderte sich der Massengeschmack. In den 1960er und 1970er Jahre hatten die Plattenbosse noch bei Weather Report gesagt: „Was ist denn das für ein Krach?! Aber wenn’s den jungen Leuten gefällt. Versuchen wir’s.“ Später versuchten umgekehrt Marketingstrategen die Jugendlichen zu beeinflussen. Es kam infolge zu einer schier unfaßbaren Verflachung bis zur heutigen Bubblegum-„Musik“, die auf den denkbar anspruchslosesten Massengeschmack getrimmt ist.

Diese Entwicklung ist so überaus dramatisch, weil Musik ein unmittelbarer Zugang zu unseren orgonotischen Körperfunktionen bietet. Daraus wurde ein Alptraum aus ORANUR-artigem Fickerkrach. Schiere Emotionelle Pest durch den Äther direkt in deine Seele. Kostenlose Lobotomie!

Und es geht noch weitaus diabolischer, denn als in den 1980er Jahren die Rapmusik aufkam und gleichzeitig in den USA die Gefängnisse privatisiert wurden, haben die gleichen Marktstrategen eine aus ihrer Sicht schlichtweg geniale Strategie gefahren: um die Gefängnisse auch füllen zu können, wurde Gangsterrap kreiert und den jungen Schwarzen das Gangstertum als authentische schwarze Kultur eingebleut. Pure Emotionelle Pest! Bei den Köpfen der Unterhaltungsindustrie haben wir es nicht mehr mit Menschen zu tun, sondern mit Dämonen in Menschengestalt. Deine Kinder der heutigen Popkultur auszusetzen ist, als würdest du sie in eine Schule schicken, deren Direktor Satan persönlich ist!

Wir hören die kosmische Orgonenergie

6. Juli 2017

Bin gerade an einem kleinen Open Air-Konzert im Park, kleine Rockband mit Sängerin, vorbeigegangen und wieder ist mir aufgefallen, was mir seit vielen Jahren durch den Kopf geht: Alle Instrumente das übliche Geschrammel, sind ja schließlich keine Jazz- oder Klassikvirtuosen, nur der Drummer, ausgerechnet der Mann, der auf Trommeln und Zimbeln eindrischt, zeigte Leben, eine Identität, eine Seele. Der Takt ist vorgegeben und die Verzierungen, die das Stück strukturieren und akzentuieren, sind auch nicht gerade besonders und hervorstechend, aber trotzdem: nur hier spürt man unmittelbar die Essenz des Musikers. Die anderen könnten ebensogut Roboter sein. Aber ausgerechnet, der, dessen Musizieren kaum mehr als stupides Roboten ist, wirkt lebendig. Er hat mich wirklich berührt.

Zunächst einmal ist zu sagen, daß der Drummer wirklich der wichtigste Part in einer Band ist. Ihm sind alle anderen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Ein Gitarrist kann sich vergreifen, über den falschen Akkord improvisieren oder seinen Einsatz verpassen – fällt eh nicht auf, wenn er und seine Mitspieler gut sind. Wenn aber der Drummer einen Fehler macht, dann gerät alles durcheinander. Zweitens, Mick Jagger wurde mal gefragt, wann die Rolling Stones definitiv aufhören würden, denn schließlich wurde der Leadgitarrist und der Bassist bereits ausgetauscht. Darauf Jagger: jeder sei ersetzbar, inklusive der Sänger, doch wenn Charlie Watts aufhören sollte, dann wäre die Seele der Stones nicht mehr da und es machte keinen Sinn fortzufahren. Watts ist nun wirklich kein Meistertrommler. Ein Vergleich mit Billy Cobham, Vinnie Colaiuta oder gar dem Gott Buddy Rich wäre einfach grotesk. Aber trotzdem, selbst wenn er nur stur den Takt schlägt – niemand auf diesem Planeten wird es so machen können wie er, während alle anderen Instrumentalisten problemlos ersetzt werden können.

Wie dieses Phänomen erklären? Entspricht das Trommelschlagen der orgonotischen Pulsation? Kaum, denn wo sind hier Expansion und Kontraktion? Die finden sich eher im Auf und Ab von Melodie und Harmonik. Man nehme etwa die kurze sich kontrahiernde und dann wie befreit expandierende Anfangsmelodie meiner Videos! Das Trommeln entspricht eher der Pulsfunktion (p) der Kreiselwelle im Gegensatz zu deren Wellenfunktion (W), der Melodie.

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Die Pulsfunktion ist mit der vorantreibenden Motorfunktion der Orgonenergie verbunden, die uns vorantreibt, uns Dynamik und „Impuls“ gibt. Dieses Vorantreibende wird unmittelbar deutlich, wenn der Drummer den sturen Takt auf der kleinen Trommel und dem Becken verläßt und zu den Tom-Toms und der großen Trommel überwechselt, um vom einen Abschnitt des Musikstücks ins andere überzuleiten.

Es muß nicht erklärt werden, warum die anderen, weitaus komplizierteren und anspruchsvolleren Instrumente, wenn sie denn virtuos und emotionell expressiv gespielt werden, einen Einfluß auf uns haben. Das bloße Schlagen auf Trommeln hat auch einen, weil es ebenfalls ein Ausdruck einer fundamentalen orgonotischen Funktion ist. Hier kommt unmittelbar die bioIologische Energie des Drummers zum Ausdruck, die seine „Individualität“ ausmacht. Wir hören die kosmische Orgonenergie:

Orgonmusik

18. Juni 2012

Bei Angst pressen Tiere verzerrte und dissonante Töne aus ihrer Lunge. Wir reagieren erregt und irritiert, wenn wir entsprechende Musik hören.

Auf dieser Weise übte beispielsweise die Musik von Jimi Hendrix seine Wirkung aus. Hier seine kreischende ORANUR-Hymne Purple Haze („violetter Dunst“):

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=0lSRISMVb_E%5D

Musik ist unmittelbarer Ausdruck des Erregungs- und Bewegungszustandes unserer organismischen Orgonenergie bzw. kann diese entsprechend beeinflussen.

Reich hat dazu geschrieben:

(…) Jeder musikalische Mensch kennt den Emotionszustand, den große Musik hervorruft. (…) Die Musik ist wortlos und will es bleiben. Sie ist trotzdem ein Bewegungsausdruck des Lebendigen und ruft im Hörer „Ausdruck“ oder „Bewegtheit“ hervor.

Man pflegt die Wortlosigkeit der Musik entweder als Zeichen von mystischer Geistigkeit oder aber als allertiefsten, in Worten nicht faßbaren Gefühlsausdruck zu bezeichnen. Der naturwissenschaftliche Standpunkt bekennt sich zur Deutung, daß der musikalische Ausdruck mit letzten Tiefen des Lebendigen zusammenhängt. Was man als „Geistigkeit“ großer Musik betrachtet, wäre demnach nur eine Umschreibung der einfachen Tatsache, daß Gefühlsernst identisch ist mit Kontakt mit Lebendigem jenseits der Sprachgrenze.

(…) Der Künstler selbst spricht zu uns zweifellos in der Form wortloser Ausdrucksbewegungen aus der Tiefe der Lebensfunktion; aber er könnte das, was er musikalisch (…) ausdrückt, selbst ebensowenig in Wort fassen wie wir. (…) Er bestätigt dadurch die orgonphysikalische Behauptung, daß das Lebendige über eine eigene Ausdruckssprache vor, jenseits und unabhängig von aller Wortsprache verfügt. (…) (Charakteranalyse, KiWi, S. 475f)

Ich verweise nur auf John Diamonds Erkenntnisse über „Lebensenergie in der Musik“.

Es gibt in der klassischen Musik bestimmte Komponisten (etwa Beethoven, Bach und Mozart, aber auch viele andere), die mehr als andere direkt von „göttlicher Inspiration“ beflügelt wurden bzw. sich beflügeln ließen. Die Musik dieser Komponisten hat eine besonders energiestärkende Wirkung. Voraussetzung: Ihre Musik wird von Interpreten gespielt, die sich in den Dienst dieser göttlichen Inspiration stellen und nicht verkrampft oder aus egoistischem Interesse spielen (etwa um Starstatus zu erlangen).

Ich habe mich damit bereits an anderer Stelle beschäftigt.

Beethoven war Reichs Lieblingskomponist. Alexander Lowen hat 1951/52 über dessen Symphonien einen Artikel geschrieben, der mit folgendem Absatz endet:

Es gibt viele Gemeinsamkeiten, was die Persönlichkeiten von Reich und Beethoven betrifft. Beide betrachteten sich selbst als große Männer, die über der Masse der kleinen Menschen standen. Jeder arbeitete mit kosmischen Gefühlen, Beethoven in der Musik, Reich in der Wissenschaft. Ich glaube, es wurde deutlich, daß sie mit identischen Prinzipien arbeiteten, die die natürlichen Erregungsvorgänge beherrschen. Reich identifizierte sich mit Beethoven. Er stimmte mir zu, als ich ihn 1952 während meines Besuches auf Orgonon auf seine Ähnlichkeit mit Beethoven hinwies. Reich sagte: „Wir haben den gleichen Blick vom Berggipfel auf die Welt unten.“ Es bleibt zu hoffen, daß die Menschheit eines Tages Reichs Beiträge genauso anerkennen wird, wie sie es bei Beethoven getan hat. („Beethoven. Music and the Cosmos“, The Creative Process, 4(1), Sept. 1964, S. 31-54)

Als ich 17 oder 18 war, lag in mal für ein paar Tage im Bett, um einen Infekt auszukurieren. Während dieser Zeit hörte ich täglich stundenlang Kammermusik von Beethoven. Es ist eines der intensivsten spirituellen Erlebnisse meines Lebens. Es ist wirklich ein Privileg, mit dem Geist eines so großen Mannes in eins fließen zu dürfen.

Der Musikologe Jack Diether, der Reich 1946 kennenlernte, hat auf Anregung des Orgonomen Paul Mathews, der ein begeisterter Hörer der Symphonien Bruckners und Mahlers war, den Artikel „Gustav Mahler and Orgonomy“ verfaßt (The Journal of Orgonomy, 8(2), November 1974, S. 216-224).

Mahlers Musik sei von einer ungeheuren inneren Spannung erfüllt, die manche besonders gepanzerte Menschen einfach nicht ertragen können. Diether zitiert in diesem Zusammenhang Mathews:

Die dämonische Natur Mahlers beruhte auf dem Kampf zwischen seiner Panzerung und der enorm kontaktvollen Orgonenergie, welche die großen Löcher in seinem Panzer durchdrang. Seine Musik ist geprägt von der Mischung aus Todesangst – d.h. Orgasmusangst – und der himmlischen Freude, die den Menschen beim letztendlichen Durchbrechen seines Panzers erwartet.

Ganz dasselbe ließe sich über Bruckner sagen.

Mein Lieblingskomponist, neben Mozart, ist Bela Bartok, dessen enge Verbindung zur Orgonomie gegenwärtig ein Freund von mir en detail erforscht. Bartoks geniales Stück „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta“ ist das Stück, das man dem Drama des 20. Jahrhunderts unterlegen könnte. Es ist die Vertonung jener inneren Spannung, die das letzte Jahrhundert buchstäblich zerrissen hat.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=m6R4uw-Bapc%5D

Noch etwas ist absolut bemerkenswert an Bartok: wie kein anderer ist er in der Volksmusik verankert – und zwar in der ursprünglichen Volksmusik, die er als Musikethnograph selbst dokumentiert hat. Diese Elemente scheinen in „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta“ durch, das gleichzeitig von einer extrem komplexen Harmonik und nicht zuletzt vom Goldenen Schnitt und der Fibonacci-Reihe bestimmt ist. Wirklich in jeder denkbaren Beziehung „kosmische Musik“.

Zum Schluß klassische indische Musik, die der klassischen Musik des Westens in nichts nachsteht. Sie hat sogar den Vorteil, daß sie, in einem sehr strengen Rahmen (ein falscher Ton und das Stück ist irreparabel zerstört!), zu mehr als 90 Prozent auf Improvisation beruht, d.h. Interpret und Komponist identisch sind:

„Raga Basant Bahar“ wird von Lalmani Misra auf der Vichitra Vina gespielt. Dieser Raga verschmilzt mit der starken Hitze des frühen indischen Frühlings, von dem es heißt, daß alle Wesen durch die allumfassende Schöpferkraft, die die Umwälzung der Jahreszeiten hervorbringt, zu sprießen beginnen. In seiner Wiedergabe von Basant Bahar preist Lalmani Misra auf unnachahmliche Weise dieses prächtige Blühen der Natur.

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Das ist der Klang der kosmischen Orgonenergie jenseits der Panzerung des Menschen. Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag Was ist wahre Spiritualität?

Namaste!