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Horace Dudley und ORANUR

16. Februar 2014

Im EDEN BULLETIN (Vol. 3, No. 2, April 1976, S. 8) berichtet Jerome Eden über den Strahlenphysiker Prof. Horace D. Dudley vom University of Illinois Medical Center in Chicago. Durch Atombombentests oder einen Nuklearunfall könne, so Dudley, jederzeit eine atomare Kettenreaktion ausgelöst werden, die die die Erde zerstört. Die Wahrscheinlichkeit für diese „ultimative Katastrophe“ erhöhe sich täglich. Als 1945, vor der Detonation der ersten Atombombe, Berechnungen vorgenommen wurden, kalkulierten die Wissenschaftler eine Wahrscheinlichkeit von drei zu einer Million für eine solche Katastrophe, in der der Wasserstoff in der Atmosphäre und im Meerwasser weltweit „hochgehen“ könnte. Aber diese Berechnungen sind laut Dudley lange veraltet. Dudley:

Es ist heute eine ganz andere Sache. Zunächst einmal ist der Energieertrag unserer Atombomben 1000 mal größer als alles, was Wissenschaftler in ihre Kalkulationen im Jahr 1945 einsetzten. Zweitens gibt es Unterwasser viele Atomsprengköpfe aus mindestens drei verlorenen U-Booten. Schließlich gibt es ganz neue Daten und physikalische Konzepte, von denen die Wissenschaftler damals noch keine Kenntnis hatten. Einiges davon läuft vollständig den Ideen zuwider, die sie ihren Berechnungen zugrunde legten.

Das wichtigste Konzept ist der alte Begriff des Äthers, den man sich als ein gasartiges Medium im gesamten Raum des Universums vorstellte. In den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts wurde dieses Konzept von Einstein und anderen Wissenschaftlern nach und nach aufgegeben. So daß zu der Zeit, als die Wahrscheinlichkeit für einen nuklearen Holocaust in den 1940er Jahren berechnet wurde, diese Vorstellung draußen vorgelassen wurde. Aber Einstein lag falsch – zumindest was den Äther betraf. Obwohl unsere Wissenschaftler davon ausgehen, daß er nicht existiert, ist es eine Tatsache, daß es ihn gibt. 1975 beginnen Astronomie und Physik zu zeigen, daß der Äther tatsächlich ein energiereiches Meer aus subatomaren Teilchen ist, die als Neutrinos bezeichnet werden. Dieses Neutrino-Meer füllt den gesamten interstellaren Raum. Es könnte der entscheidende Faktor sein, der eine Atomexplosion in eine globale Kettenreaktion entarten läßt.

Dudley schrieb Eden im April 1975 und legte Nachdrucke einiger seiner Artikel über das „Neutrinomeer“ bzw. den „Äther“ bei. Er fragte Eden, ob das Äther-Konzept „das Orgon Reichs“ sein könnte „oder die Quelle der Energie, die [die UFO-Forscher] Keel, Keyhoe und Fontes suchen?“ Dudley war damals Berater der UFO-Forschungsgruppe APRO.

Dudley machte Mitte und Ende der 1970er Jahre einige Furore in der orgonomischen Szene, war hier doch endlich ein Physiker, der das andachte, auf das Reich 1951 gestoßen war, als er winzige medizinische Radiumnadeln in einen extrem starken Orgonenergie-Akkumulator steckte: es entwickelte sich eine verheerende Kettenreaktion, das „ORANUR“. Es war wohl keine „Atomexplosion“, wie sie Dudley befürchtete, aber eine Reaktion genau in jenem „Äther“, den die Atomphysiker mit Bedacht immer draußen vorgelassen hatten. Sie operierten so, als würde sich alles in einem „Vakuum“ zutragen, nicht in einem „Meer“, in dem sich alles ausbreitet.

Heute ist Dudley vergessen. Man macht sich allenfalls über ihn lustig als Beispiel für einen der vielen Wissenschaftler, die mal verrückte Ideen vorgetragen haben:

Horace Chester Dudley war beruflich am Medical Center der University of Illinois mit Strahlentherapie beschäftigt, favorisierte in seinen privaten Studien äthertheoretische Konzepte als Gegenentwurf zur theoretischen Physik und wird deshalb im sogenannten „GOM-Projekt Relativitätstheorie“ als crackpot und Einsteingegner geführt.

Entgegen dem Eindruck, den der – schlaue Redakteur vermittelt, der die obige Bemerkung verzapft hat, ist das GOM-Projekt Relativitätstheorie ein hervorragende Quelle gemacht von Einsteingegnern für Einsteingegner…

dudleymeer

Im EDEN BULLETIN (Vol. 5, No. 1, Jan. 1978, S. 17) führt Eden weiter aus:

Eine aktuelle Mitteilung von Dr. Dudley [an Eden] hebt deutlich die Punkte dieser Debatte hervor, die derzeit bei den Nuklearwissenschaftler wütet. Einer planetarischen Gemeinschaft die, wie Reich erwähnt, darüber streitet, „ob es legitim und weise sei, unsere Atmosphäre (beziehungsweise das, was von ihr übrig ist) durch ständige aus Gründen der Machtdemonstration ausgelöste Atombombenexplosionen zu zerstören” (Das ORANUR-Experiment II, S. 282).

Dr. Dudley glaubt, daß es ein Energiesubstrat (Reichs Orgonenergie) gibt. Er bezieht sich dabei auf klassische Begriffe wie „Äther“ oder „Neutrinomeer“. Derzeit beruhen sämtliche theoretischen Vorstellungen hinsichtlich Kernenergie-Reaktionen auf der Annahme eines leeren Raumes. Aber da die Daten, die von Kernreaktionen abgeleitet werden, nicht zu den akzeptierten Theorien passen wollen, sehen sich mehr und mehr Physiker gezwungen, die fehlerhaften theoretischen Grundlagen näher zu betrachten und entweder drastisch zu überarbeiten oder ihre Geigerzähler beiseite zu legen!

Was sich hier angehäuft hat, befeuerte zusätzlich die Kontroverse um Dudleys kürzlich erschienenes Buch The Morality of Nuclear Planning? (…)

Dudleys Buch, seine entschlossene Haltung und sein Arsenal an überzeugenden Fakten, schlägt eine Bresche mitten durchs Atomlager. Er wird von vielen Seiten verbal verdroschen. Auch Nobelpreisträger Hans Bethe beschloß, Dudley in ein literarisches Gefecht zu verwickeln und, wenn wir den Tumult richtig interpretieren, hat Bethe seine verdiente Abreibung erhalten. In seiner jüngsten Mitteilung sagt Dr. Dudley: „Habe jetzt einige ernsthafte wissenschaftliche Aufmerksamkeit dafür erhalten, daß ich darauf beharrt habe, daß mit unserer nuklearen Theorie nicht alles zum besten steht. Wurde eingeladen, meine Ansichten in England darzulegen (1.-14. Nov. 1976). Sprach zweimal vor dem Imperial College, London, und einmal in Cambridge. Ein Bursche aus Oxford hat mich in einer kürzlich erschienenen Ausgabe des New Scientist vehement in Schutz genommen. (…)”

Wie Dr. Dudley sagt, besteht der Kern seiner Auseinandersetzung mit den Hardlinern der Orthodoxie in folgendem: „Die unausgesprochene Annahme, die allen aktuellen Berechnungen und Prognosen der nuklearen Sicherheit innewohnt, sei es bei der Stromerzeugung oder bei der Waffentechnik, besteht darin, daß die derzeit akzeptierten Theorien alle möglichen Parameter der Kernreaktionen festlegen. Während der letzten 10 Jahre sind jedoch buchstäblich Hunderte von wissenschaftlichen Veröffentlichungen erschienen, die zur alten Vorstellung vom ‚Äther‘ zurückgekehrt sind, der als ‚Fermi-Gas‘, ‚Subquantenmedium‘, ‚Neutrino-Meer‘, etc. bezeichnet wird. Daraus folgt eine entscheidende Frage: Sind die Theorien und Annahmen, die die Grundlage für Bethes Schlußfolgerungen bilden, noch immer haltbar, denn diese erfordern das Fehlen eines solchen allgemeinen Mediums.“

Dr. Dudley ist sehr besorgt darüber, daß eine Atomexplosion eine thermonukleare Reaktion im „Äther“ entzünden könnte, die die Erde zerstörte! Dr. Bethe bezeichnet das als „Unsinn“! Reichs ORANUR-Experiment war kein „Unsinn“, wie Dr. Dudley weiß. (…)