
Wilhelm Reich, Physiker: 2. Orgonbiophysik, h. Wie unten, so oben
Neuere Forschungen haben ergeben, daß der heiße Wüstenplanet Venus einst sehr große Wasservorräte besaß und zwar in einem solchen Ausmaß, daß es Ozeane gegeben haben könnte. Man vermutet auch, daß die Venus einst Umweltbedingungen aufwies, die den gegenwärtig auf der Erde herrschenden glichen und daß es entsprechende Lebensformen gab. Offenbar wird die Venus nicht ohne Grund der Fruchtbarkeitsgöttin zugeordnet. Diesem Bewußtsein entsprach einst eine Realität. Auf der Venus gab es Leben und es ist nicht ausgeschlossen, daß dieses weiterentwickelter und rezenter war, als man bisher annimmt; der extreme Wasserverlust, der hohe Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre und das Verschwinden des Sauerstoffs – all dies spricht für eine DOR-Katastrophe von gigantischen Ausmaßen auf der Venus. DOR verringert die Fähigkeit des Bodens Wasser an sich zu binden, DOR absorbiert Wasser und Sauerstoff und DOR erhöht die Zerstörungskraft der Sonneneinstrahlung, Stichwort „Treibhauseffekt“.
Für die Hitze auf dem Planeten und das Verdampfen der Ozeane wurde auch eine mögliche 30prozentige Steigerung der Sonneneinstrahlung verantwortlich gemacht. Velikovsky war der Meinung, die Venus wäre ein noch sehr junger Planet, der, nachdem er vom sonnenartigen Planeten Jupiter ausgestoßen worden war, noch nicht genug abgekühlt sei. Diese These Velikovskys wird aber von den neueren Daten kaum bestätigt. Das wirkliche Szenario wird vielleicht wie folgt ausgesehen haben:
Die Venus war ein erdähnlicher Planet (die Venussonden fanden eine Oberfläche vor, die erstaunliche Ähnlichkeit mit den Formationen vieler Erdlandschaften aufweist), dessen Orgonenergie-Hülle vollständig in DOR umgewandelt wurde. Daraufhin stieg der Luftdruck in einer krampfhaften atmosphärischen Kontraktion auf das 100fache des Erdwertes, die Temperatur stieg auf 400 Grad. Die Venus verlor ihr Magnetfeld und verließ ihre ursprüngliche Umlaufbahn, die vielleicht da lag, wo heute der Mars ist. Sie wurde zu einem Kometen, um schließlich auf der heutigen Umlaufbahn in größerer Sonnennähe zu landen („30prozentiger Anstieg der Sonneneinstrahlung“). Die Venus wurde zum einzigen Planeten mit einer retrograden Rotation, d.h. sie hat eine dem vom Orgonenergie-Feld des Sonnensystems vorgegebenen Umlaufsinn entgegenlaufende Eigenrotation. Dies mag auch der Grund dafür sein, daß die Rotation der Venus im Vergleich mit den anderen Planeten extrem langsam ist. Erde und Mars drehen sich einmal in ca. 24 Stunden um die eigene Achse, die Venus braucht dafür 243 Tage!
Aber zurück zum Leben auf der Venus: Der Astronom Fred Hoyle hat die These aufgestellt, daß das niedere Leben innerhalb von Kometen entsteht und von den Kometenschweifen ausgestoßen wird, um dann in Wolken durch das Weltall zu driften, bis es auf der Erde niederregnet, wodurch z.B. die periodisch alle 11 Jahre weltweit auftretenden Grippeepidemien zu erklären seien. Da zu diesen Zeiten die Sonnenaktivität immer besonders hoch sei, würden vom Sonnenwind Grippeviren aus der oberen in die untere Atmosphäre gedrückt werden. Velikovsky zufolge war auch die Venus einst ein Komet mit einem Kometenschweif. Als nun dieser Kometenschweif die Erdatmosphäre durchdrang, sind, so Velikovsky, um 1500 v.Chr. sogar Insekten und anderes Getier auf die Erde gelangt.
Die Venus wurde von den Kanaanitern u.a. mit Baal-Zevuv („Beelzebub“), dem „Herrn der Fliegen“ gleichgesetzt. Ein iranischer Text spricht davon, daß dieser böse Geist (Ahriman) „schädliches Getier“ über die Erde ausstreute, „stechend und giftig, als da sind Schlangen, Skorpione, Frösche und Eidechsen“. Eine ähnliche Ungezieferplage beschreibt Ex 8-10 und Ps 78. Danach wurde die zweite, dritte, vierte und achte „ägyptische Plage“ durch Ungeziefer verursacht. Spätere Heimsuchungen durch Ungeziefer werden in Ex 23,29, Num 21,6f, Dtn 7,22 und 8,15 beschrieben. Velikovsky bringt weitere Beispiele aus aller Welt vor, wonach Ungezieferplagen mit der Venus in einem kausalen Zusammenhang standen. Einerseits führt Velikovsky dies auf die Hitze zurück, die durch die Begegnung von Erde und Venus hervorgerufen wurde und die zur übermäßigen Vermehrung von Ungeziefer führte. Er stellt aber auch die Frage, „ob etwa der Komet Venus die Erde mit Ungeziefer verseuchte, das er in der nachgeschleppten Atmosphäre zusammen mit Steinen und Gasen in Form von Larven mit sich führte“ (siehe Welten im Zusammenstoß, Frankfurt 1978, S. 166-169).
Velikovsky hat wie schon erwähnt die These aufgestellt, die Venus sei in geschichtlicher Zeit aus dem Jupiter hervorgegangen („Aphrodite entspringt dem Haupte des Zeus“). Es ist aber kaum wahrscheinlich, daß sich ein so hochentwickeltes Lebewesen wie die Fliege auf dem sonnenartigen, gasförmigen Jupiter sich hätte entwickeln, geschweige denn von Jupiter auf einen dort neu entstehenden Planeten gelangen können. Vielmehr verweist Velikovskys eigene Beschreibung des „Fliegenplaneten“ (auch Erdöl soll von der Venus auf die Erde gelangt sein) darauf, daß Venus einst ein erdähnlicher Planet mit einer langen Entwicklungsgeschichte war, dessen Fauna durch die zunehmende DORifizierung sich schließlich auf Gliederfüßler beschränkte, die sich explosionsartig vermehrt hatten. Dieser Umbruch vom pulsierenden zum gepanzerten Leben spiegelt sich ja auch in der Mythologie wider, wo die Venus einerseits für die liebreizende Fruchtbarkeitsgöttin steht („OR“), andererseits für den ekelhaften Herrn der Fliegen („DOR“). Durch das überhandnehmende DOR wurde die Venus schließlich aus ihrer Bahn gerissen und auf eine der Sonne näheren Umlaufbahn geschleudert: Luzifer fährt vom Himmel in die Hölle. Heute, 3500 Jahre nachdem sich die Venus an der Erde vorbeibewegte und mit ihrem Ungeziefer verseuchte, ist auf der Venus alles Leben bei 400 Grad in der Hölle verbrannt.
Im 8. Jahrhundert v. Chr. kam es auf der Erde zu einer weiteren, wenn auch kleineren Katastrophe, als der Mars von seiner ursprünglichen (jetzt von der Venus eingenommen Bahn) auf seine gegenwärtige Umlaufbahn überwechselte. Hierbei ereigneten sich Beinahezusammenstöße mit der Venus und der Erde. Velikovsky:
Die Begegnungen zwischen dem Mars und den anderen größeren und massigeren Planeten lassen es höchst unwahrscheinlich erscheinen, daß irgendwelche Formen höheren Lebens auf dem Mars davongekommen wären. Er ist vielmehr ein toter Planet; jedes höhere Lebewesen gleichgültig welcher Art, dürfte bei einem solchen Ereignis seine letzte Stunde erlebt haben. Auch von irgendwelchen Bauwerken dürfte nichts übriggeblieben sein. (Welten im Zusammenstoß, S. 321)
Wie die Venus scheint auch der Mars nicht immer so lebensfeindlich gewesen zu sein wie heute. Die ausgetrockneten Flußbetten, die man durch die Marssonden entdeckt hat, haben gewisse Ähnlichkeit mit Flußläufen in sehr trockenen Wüstengebieten der Erde. Wissenschaftler glauben, daß es einst vielleicht sogar Meere auf dem Mars gegeben hat. Das Leben sei dann allerdings einer globalen Klimakatastrophe zum Opfer gefallen. Wasser gibt es auf dem Mars genauso wie auf der Venus nur noch in Restbeständen. Ansonsten ist der Mars das genaue Gegenbild der Venus: der Luftdruck ist 100 mal geringer als auf der Erde; je nach Jahreszeit herrschen Temperaturen zwischen -30°C und -140°C. Aber genauso wie bei der Venus ist das Magnetfeld des Mars kaum stärker als das des interplantaren Raumes.
Hat es auch auf dem Mars einen DOR-Notstand („Klimakatastrophe“) wie auf der Venus gegeben? Die NASA plant jedenfalls so etwas wie einen „OROP“, eine Orgonenergie-Operation zur Beseitigung von DOR. Es wird ernsthaft die „Terra-Formung“ des roten Planeten in Erwägung gezogen, d.h. die Umformung in einen erdähnlichen Planeten mit ausreichend Luftdruck, Temperatur, Wasser und Sauerstoff, um den Mars dann besiedeln zu können. Praktisch will man also das Zerstörungswerk der außerirdischen DOR-Wesen rückgängig machen.
Es ist eine schier unglaubliche Geschichte. Der wichtigste und gleichzeitig häufigste Organismus dieses Planeten wurde erst vor einem Vierteljahrhundert entdeckt. Es geht um den photosynthetisierenden marinen Mikroorganismus Prochlorococcus. Ein einziger Milliliter kann über 100 000 dieser Bakterien enthalten. Der Mikroorganismus sorgt für die Hälfte der Photosynthese in den Ozeanen. Aber so gut wie niemand hat je von Prochlorococcus marinus gehört.
Die Entdeckerin ist die Meeresökologin Sallie Chisholm vom Massachusetts Institute of Technology in Boston. Vor einigen Jahren rief sie ein Student ans Elektronenmikroskop:
Wir sahen kleine Bläschen auf der Oberfläche der Zellen. Erst wußten wir nicht, was das sein soll, aber dann sagte ein Mikrobiologe, das sind Vesikel. Die kannte man noch nicht bei Meeresbakterien. Also das ist eine neue Eigenschaft für das Ökosystem Ozean.
„Das sind Vesikel.“ Das sind Bione, Orgonenergie-Bläschen, die Reich Mitte der 1930er Jahre entdeckt hat! Aber was lesen wir im Jahre 2014:
Vesikel das sind kleine, von einer fettigen Membran umhüllte Bläschen voll mit Eiweißen und sogar gengroßen Stücken Erbsubstanz. Viele Zellen schnüren solche Vesikel ab, ganz offenbar auch Prochlorococcus. Als sich Sallie Chisholm ihre Kulturen noch einmal genauer ansah, entdeckte sie in manchen zehnmal so viele Vesikel wie Zellen. Wenn das nicht nur im Labor geschieht, sondern auch auf offener See, wäre das ein völlig neuer und wichtiger Effekt. Immerhin dominiert Procholorcoccus die Mikrobengemeinschaft im Ozean.
Diese Vesikel würden wohl von vielen Mikroorganismen im Meer gebildet werden.
Nur warum? Gerade in der nährstoffarmen Saragossa See ist es doch kostspielig für eine Mikrobe ständig Vesikel abzuschnüren. Sallie Chisholm hat gleich mehrere Theorien. Nummer eins: Virenabwehr. (…) Theorie zwei: Nahrung für die Helfer. (…) Theorie drei: die Vesikel dienen dem Austausch von Genen (…).
Noch nach fast 90 Jahren ist es der Biologie fremd, daß es Bione gibt, daß alles Lebendige auf Bionen beruht und wieder in Bione zerfällt und daß sich alle Aufgaben, die man diesen „Vesikeln“ zuordnen kann, sekundäre Funktionen sind.
Es ist wirklich erschreckend, in was für einem Ausmaß Reich seiner Zeit voraus war – und in welchem Ausmaß die gesamte heutige Wissenschaft der blinden mittelalterlichen Scholastik ähnelt. Wenn man denn dieses mit Billiarden finanzierte Gebilde überhaupt als „Wissenschaft“ bezeichnen kann. Es ist mechano-mystischer Obskurantismus, der wie blind für die alleroffensichtlichsten Dinge ist und nur bestehen kann, weil die Menschen, die diese angebliche „Wissenschaft“ betreiben, gepanzert sind, d.h. überhaupt keinen Zugang zum Objekt ihrer Forschung haben – dem Lebendigen.
Es gibt zwei verborgene Biosphären auf diesem Planeten, die in den vergangenen Jahren entdeckt wurden und die von ganz besonderer Bedeutung für die Orgonomie sind: Bakterien, die in den heißen Tiefen der Erde leben und Bakterien, die von reiner Energie leben. Beides verweist auf Reichs Entdeckung der Bione in den 1930er Jahren bzw. der „Orgonenergie-Bläschen“, wie er sie später bezeichnete.
Reich hat gezeigt, daß seine Bione nicht mit Hilfe von „Luftkeimen“ erklärt werden können, da Bione sofort nach Herstellung der Präparate nachweisbar sind, während Gebilde, die sich aufgrund von „Luftinfektion“ bilden, Stunden zur Entwicklung brauchen und ohnehin keine Ähnlichkeit mit Bionen haben. Durch Luftinfektion konnte er nur „bestimmte Formen von großen Stäben und einfachen Kokken“ erzeugen (Der Krebs, Fischer TB, S. 94-96).
In den amerikanischen Proceedings of the National Academy of Sciences wurde 2007 erstmals ein umfassender Zensus der Bakterien in der Luft vorgelegt, der eher ein Fragezeichen hinter dieser, Reichs Aussage setzt:
Früher mußten Forscher versuchen, die Luftkeime zu kultivieren, um sie identifizieren zu können, was problematisch ist, weil bis zu 99% der Bakterien in den Nährböden gar nicht überleben können. Inzwischen kann man mit dem sogenannten „PhyloChip“ die DNS bzw. RNS der Bakterien nachweisen und sie so identifizieren. Auf diesem Weg wurden 1800 Bakterienarten in der Luft von Texas gefunden.
Interessant ist der Befund, daß nicht der Ort so wichtig ist, an denen die Probe genommen wird, sondern vielmehr die Jahreszeit und die Witterungsbedingungen. Reich fand entsprechend, daß frisches Gras sich in einer Nährlösung weniger schnell bionös zersetzt und sich durch die Organisierung der Bione weniger schnell Protozoen bilden, als es bei Aufgüssen mit Heu der Fall ist.
Je extremer Reich die Stoffe behandelte (d.h. je besser er sie „sterilisierte“), etwa durch Glühen, desto einfacher bildeten sich Bione in der Nährlösung.
Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, daß man Mikroben auch an Orten findet, an denen sie theoretisch keine Überlebenschancen haben. Tatsächlich wurden in den letzten Jahren Bakterien in immer lebensfeindlicheren Umgebungen entdeckt.
Anfang des Jahrtausends ist man in den Goldminen Südafrikas, mit 3,5 km den tiefsten Minen überhaupt, in Wassereinschlüssen auf Bakterien gestoßen. Im gleichen Jahr hat man entsprechendes auch in Millionen Jahren alten Sedimenten unter dem Meeresboden gefunden. Wie das Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie berichtet, wurden vor der Küste Perus bei bis zu 420 m tiefen Bohrungen lebende Einzeller gefunden. Es sei nicht bekannt, wie diese Zellen existieren können.
Bestimmte Bakterien, „Elektrobakterien“, „essen“ und „atmen“ reine Energie (Elektronen). Man kann sie entsprechend mit Elektroden anlocken und auf diese Weise „füttern“, d.h. auf Batterien wachsen lassen. Bisher waren zwei Arten bekannt, Shewanella und Geobacter, weitere unterschiedlichste „Elektrobakterien“ werden gerade entdeckt. Sie verzichten auf komplizierte bio-chemische Zwischenschritte, bei denen Organismen Zucker verbrennen, um Energie in Form von Elektronen zu gewinnen, sondern sie ernten Elektronen direkt von der Oberfläche von Mineralien. Im Labor läßt man diese Bakterien gleich auf Elektroden wachsen, ohne alle Nährstoffe, die andere Bakterien benötigen. Es wäre so, als würden wir uns dadurch ernähren, indem wir unsere Finger in die Steckdose stecken! Da sie unabhängig von der Sonne sind, nimmt man an, daß sich im Inneren der Erde eine ganze Biosphäre aus „Elektrobakterien“ verbirgt.
Die unterste Krustenschicht des Ozeanbodens besteht aus der Basaltabart „Gabbro“. In diese Tiefen drang der Mensch erst 2006 vor. 2010 hat das von Stephen Giovannoni (Oregon State University) geleitete Integrated Ocean Drilling Programme in 1400 Metern unter dem Meeresboden im Gabbro ein differenziertes Ökosystem aus Bakterien entdeckt. Und das bei Temperaturen nahe dem Siedepunkt!
2008 haben französische und britische Forscher 1600 Meter, 2015 ein japanisches Bohrschiff sogar 2500 Meter unter dem Meeresboden lebende Mikroorganismen entdeckt. In den Bohrkernen fanden sie Mikroben, die offenbar trotz der widrigen Bedingungen, zu denen Temperaturen zwischen 40, 60 und sogar 100 Celsius gehören, einen aktiven Stoffwechsel besitzen und sich vermehren.
2015 wurde von Hinweisen berichtet, daß Bakterien in 19 Kilometer Tiefe leben.
2018 wurde berichtet, daß 70 % der Bakterien und Archaeen der Erde im Untergrund leben. Etwa Altiarchaeales, die in Schwefelquellen leben, und Geogemma barossii, einem Einzeller, der in 121 °C heißen hydrothermalen Schloten am Meeresgrund zu finden ist.
Ein Organismus, der 2,5 km unter der Oberfläche gefunden wurde, ist seit Millionen von Jahren begraben und ist möglicherweise überhaupt nicht auf die Energie der Sonne angewiesen. Stattdessen hat das Methanogen einen Weg gefunden, in dieser energiearmen Umgebung Methan zu erzeugen, das es möglicherweise nicht zur Vermehrung oder Teilung, sondern zum Ersatz oder zur Reparatur defekter Teile verwendet.
So könnten einzelne Mikroorganismen in den Tiefen Jahrtausende leben.
Die Biosphäre im Inneren der Erde scheint global vernetzt zu sein – oder tatsächlich deshalb identisch zu sein, weil es halt Bione sind. Matthew Schrenk (Michigan State University) und sein Team untersuchten Proben aus dem tiefen Untergrund Kaliforniens und Finnlands, aus den tiefen Minenschächten Südafrikas und den tiefsten hydrothermalen Spalten des karibischen Meeres.
Schrenk berichtet:
Noch vor zwei Jahren hatten wir nur eine vage Vorstellung welche Mikroben in unterirdischen Gesteinsschichten vorhanden sind oder was sie fressen. Wir gewinnen jetzt dieses neue Bild nicht nur darüber, welche Art von Organismen man in diesen Systemen findet, sondern eine gewisse Übereinstimmung zwischen den Standorten weltweit – wir sehen die gleichen Arten von Organismen, wo wir auch hinschauen. Es ist leicht nachzuvollziehen, wie Vögel oder Fische sich ähneln können, obwohl sie Ozeane voneinander entfernt sind. Aber sich vorzustellen, daß 16 000 Kilometer voneinander entfernte Mikroben in den Ritzen harten Gesteins in extremen Tiefen, unter extremen Drücken und Temperaturen nahezu identisch sind, fordert die Phantasie heraus.
2005 wurde berichtet, daß Forscher im Grönlandeis in 3000 Meter Tiefe methan-produzierende Bakterien entdeckt hätten.
Die Wissenschaftler um Buford Price von der University of California schätzen das Alter der Bakterienkolonie auf mehr als 100 000 Jahre. Sie gehen davon aus, daß die Mikroben sich in der unwirtlichen Umgebung nur mühsam am Leben erhalten. Anstatt ihre Gemeinschaft zu vergrößern, müssen sie sich damit begnügen, Erbgutschäden zu reparieren.
Das auch für Einzeller winzig kleine Bakterium Herminiimonas glaciei hat über ein Jahrhunderttausend eine Umgebung praktisch ohne Sauerstoff, Nahrung, bei minus 50 Grad Celsius in dünnen Schichten flüssigen Wassers überlebt, in denen einen gewaltiger Druck herrscht.
2009 ist es Forschern der der Pennsylvania State University gelungen, diese Bakterien über 12 Monate hinweg langsam aufzutauen, d.h. zu einem Teil unserer Biosphäre zu machen. Sie haben kleine Kolonien gebildet.
2012 haben Forscher unter Gletschern in Grönland und der Antarktis am Meeresboden Bakterien der Gattungen Chryseobacterium und Paenisporosarcina entdeckt, die bei bis zu minus 33 Grad Celsius leben und sich sogar vermehren.
In der mehr oder weniger „offiziellen“ Reich-Biographie von Myron Sharaf, Fury on Earth (New York, 1983, S. 347), hat der amerikanische Cartoonist William Steig die Rolle des fanatischen Idioten zu spielen, der Reich allzu wörtlich nimmt und ihn damit diskreditiert.
Steig wurde dem breiten Publikum durch den Disney-Streifen Shrek – Der tollkühne Held bekannt, dessen Hauptfigur eines von Steigs Kinderbüchern entnommen wurde. In den letzten Jahren vor Reichs Tod gehörte er zu Reichs engerem Umfeld. Er hatte die Karikaturen zum Büchlein Rede an den Kleinen Mann beigetragen. (Eine von ihnen ziert diesen Beitrag.) Auch hatte er einige kurze Übersichtsartikel in Reichs Zeitschrift über dessen neuste Theorien verfaßt und er organisierte die Herausgabe von Contact with Space unmittelbar vor Reichs Tod.
Sharaf zitiert das Tagebuch des Schriftstellers Isaac Rosenfeld:
Die Art und Weise, in der die Orgontheorie verbreitet wird, ist oft sehr komisch. Beispielsweise sagte mir Bill Steig im Gespräch: „Ein neues [Orgone Energy] Bulletin ist gerade herausgekommen. Sehr aufregend. Reich sagt, das Licht komme nicht von der Sonne.“ Es stellte sich heraus, daß es hier lediglich um die atmosphärische Zerstreuung des Lichts geht, indem das Orgon durch die Sonnenenergie erregt wird. Aber die Form, in der diese Neuigkeit daherkommt – „Haltet die Druckmaschinen an. Das Licht kommt nicht von der Sonne!“ – ist unbestreitbar komisch.

Es gibt ernstzunehmende Leute, die heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, weitaus „absurdere“ Theorien verbreiten. Ich verweise auf meinen alten Blogeintrag über John Lear. Lear will aus „zuverlässigen Quellen“ erfahren haben, daß der Mond, die restlichen Planeten des Sonnensystems und vielleicht sogar die Sonne selbst von menschenähnlichen Lebewesen bevölkert werden. Diese Vorstellung sei nur absurd, wenn man der (im übrigen durch so gut wie keine Beobachtung gerechtfertigte!) Theorie folgt, die Sonne sei ein Fusionsreaktor, der wie eine Glühbirne elektromagnetische Strahlung (Licht und Wärme) ins All strahlt, so daß man auf dem Merkur gekocht wird, während man auf den äußeren Planeten erfriert. Einige Wissenschaftler vertreten jedoch die Theorie, daß die Sonne in Wirklichkeit eine „elektrostatisch aufgeladene Kugel ist“, die mit ihrer Umgebung wechselwirkt. Die Sonneneinstrahlung und die Temperatur auf den Planeten wird, wie Lear erfahren haben will, durch diese Wechselwirkung der Sonne mit den jeweiligen planetaren „elektrischen Atmosphären“ so geregelt, daß zwischen Merkur und Pluto überall Leben möglich sei.
Was die Gravitation anbelangt, die auf den Kleinplaneten und Monden angeblich zu klein sei, um eine Atmosphäre zu halten, und auf den angeblichen „Gasriesen“ angeblich so groß, daß wir dort wie ein Pfannkuchen plattgedrückt werden würden, verweist Lear auf die Buch Gravitational Force of the Sun von Pari Spolter. Sie vertritt die Theorie, daß im Sonnensystem die Gravitation proportional zur Beschleunigung sei und nicht zur Masse – die man eh nicht messen kann, denn schließlich kann niemand die Erde, den Mond, die Sonne, etc. „wiegen“. Entsprechend herrschen beispielsweise auf der Mondoberfläche nicht 1/6, sondern 2/3 der Erdschwere.
Wir „wissen“ natürlich alles besser, weil wir – glauben, was uns erzählt wird.