Posts Tagged ‘Geologie’

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 10. Der Stellung des Menschen im Universum. d. Das Fermi-Paradoxon (Fortsetzung 1)

24. Januar 2022

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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 10. Der Stellung des Menschen im Universum. d. Das Fermi-Paradoxon (Fortsetzung 1)

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 9. Antischwerkraft. b. Das dynamische Universum

23. Dezember 2021
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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 9. Antischwerkraft. b. Das dynamische Universum

Bione im Untergrund (Teil 1)

30. Juli 2021

Es ist eine schier unglaubliche Geschichte. Der wichtigste und gleichzeitig häufigste Organismus dieses Planeten wurde erst vor einem Vierteljahrhundert entdeckt. Es geht um den photosynthetisierenden marinen Mikroorganismus Prochlorococcus. Ein einziger Milliliter kann über 100 000 dieser Bakterien enthalten. Der Mikroorganismus sorgt für die Hälfte der Photosynthese in den Ozeanen. Aber so gut wie niemand hat je von Prochlorococcus marinus gehört.

Die Entdeckerin ist die Meeresökologin Sallie Chisholm vom Massachusetts Institute of Technology in Boston. Vor einigen Jahren rief sie ein Student ans Elektronenmikroskop:

Wir sahen kleine Bläschen auf der Oberfläche der Zellen. Erst wußten wir nicht, was das sein soll, aber dann sagte ein Mikrobiologe, das sind Vesikel. Die kannte man noch nicht bei Meeresbakterien. Also das ist eine neue Eigenschaft für das Ökosystem Ozean.

„Das sind Vesikel.“ Das sind Bione, Orgonenergie-Bläschen, die Reich Mitte der 1930er Jahre entdeckt hat! Aber was lesen wir im Jahre 2014:

Vesikel das sind kleine, von einer fettigen Membran umhüllte Bläschen voll mit Eiweißen und sogar gengroßen Stücken Erbsubstanz. Viele Zellen schnüren solche Vesikel ab, ganz offenbar auch Prochlorococcus. Als sich Sallie Chisholm ihre Kulturen noch einmal genauer ansah, entdeckte sie in manchen zehnmal so viele Vesikel wie Zellen. Wenn das nicht nur im Labor geschieht, sondern auch auf offener See, wäre das ein völlig neuer und wichtiger Effekt. Immerhin dominiert Procholorcoccus die Mikrobengemeinschaft im Ozean.

Diese Vesikel würden wohl von vielen Mikroorganismen im Meer gebildet werden.

Nur warum? Gerade in der nährstoffarmen Saragossa See ist es doch kostspielig für eine Mikrobe ständig Vesikel abzuschnüren. Sallie Chisholm hat gleich mehrere Theorien. Nummer eins: Virenabwehr. (…) Theorie zwei: Nahrung für die Helfer. (…) Theorie drei: die Vesikel dienen dem Austausch von Genen (…).

Noch nach fast 90 Jahren ist es der Biologie fremd, daß es Bione gibt, daß alles Lebendige auf Bionen beruht und wieder in Bione zerfällt und daß sich alle Aufgaben, die man diesen „Vesikeln“ zuordnen kann, sekundäre Funktionen sind.

Es ist wirklich erschreckend, in was für einem Ausmaß Reich seiner Zeit voraus war – und in welchem Ausmaß die gesamte heutige Wissenschaft der blinden mittelalterlichen Scholastik ähnelt. Wenn man denn dieses mit Billiarden finanzierte Gebilde überhaupt als „Wissenschaft“ bezeichnen kann. Es ist mechano-mystischer Obskurantismus, der wie blind für die alleroffensichtlichsten Dinge ist und nur bestehen kann, weil die Menschen, die diese angebliche „Wissenschaft“ betreiben, gepanzert sind, d.h. überhaupt keinen Zugang zum Objekt ihrer Forschung haben – dem Lebendigen.

Es gibt zwei verborgene Biosphären auf diesem Planeten, die in den vergangenen Jahren entdeckt wurden und die von ganz besonderer Bedeutung für die Orgonomie sind: Bakterien, die in den heißen Tiefen der Erde leben und Bakterien, die von reiner Energie leben. Beides verweist auf Reichs Entdeckung der Bione in den 1930er Jahren bzw. der „Orgonenergie-Bläschen“, wie er sie später bezeichnete.

Reich hat gezeigt, daß seine Bione nicht mit Hilfe von „Luftkeimen“ erklärt werden können, da Bione sofort nach Herstellung der Präparate nachweisbar sind, während Gebilde, die sich aufgrund von „Luftinfektion“ bilden, Stunden zur Entwicklung brauchen und ohnehin keine Ähnlichkeit mit Bionen haben. Durch Luftinfektion konnte er nur „bestimmte Formen von großen Stäben und einfachen Kokken“ erzeugen (Der Krebs, Fischer TB, S. 94-96).

In den amerikanischen Proceedings of the National Academy of Sciences wurde 2007 erstmals ein umfassender Zensus der Bakterien in der Luft vorgelegt, der eher ein Fragezeichen hinter dieser, Reichs Aussage setzt:

Früher mußten Forscher versuchen, die Luftkeime zu kultivieren, um sie identifizieren zu können, was problematisch ist, weil bis zu 99% der Bakterien in den Nährböden gar nicht überleben können. Inzwischen kann man mit dem sogenannten „PhyloChip“ die DNS bzw. RNS der Bakterien nachweisen und sie so identifizieren. Auf diesem Weg wurden 1800 Bakterienarten in der Luft von Texas gefunden.

Interessant ist der Befund, daß nicht der Ort so wichtig ist, an denen die Probe genommen wird, sondern vielmehr die Jahreszeit und die Witterungsbedingungen. Reich fand entsprechend, daß frisches Gras sich in einer Nährlösung weniger schnell bionös zersetzt und sich durch die Organisierung der Bione weniger schnell Protozoen bilden, als es bei Aufgüssen mit Heu der Fall ist.

Je extremer Reich die Stoffe behandelte (d.h. je besser er sie „sterilisierte“), etwa durch Glühen, desto einfacher bildeten sich Bione in der Nährlösung.

Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, daß man Mikroben auch an Orten findet, an denen sie theoretisch keine Überlebenschancen haben. Tatsächlich wurden in den letzten Jahren Bakterien in immer lebensfeindlicheren Umgebungen entdeckt.

Anfang des Jahrtausends ist man in den Goldminen Südafrikas, mit 3,5 km den tiefsten Minen überhaupt, in Wassereinschlüssen auf Bakterien gestoßen. Im gleichen Jahr hat man entsprechendes auch in Millionen Jahren alten Sedimenten unter dem Meeresboden gefunden. Wie das Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie berichtet, wurden vor der Küste Perus bei bis zu 420 m tiefen Bohrungen lebende Einzeller gefunden. Es sei nicht bekannt, wie diese Zellen existieren können.

Bestimmte Bakterien, „Elektrobakterien“, „essen“ und „atmen“ reine Energie (Elektronen). Man kann sie entsprechend mit Elektroden anlocken und auf diese Weise „füttern“, d.h. auf Batterien wachsen lassen. Bisher waren zwei Arten bekannt, Shewanella und Geobacter, weitere unterschiedlichste „Elektrobakterien“ werden gerade entdeckt. Sie verzichten auf komplizierte bio-chemische Zwischenschritte, bei denen Organismen Zucker verbrennen, um Energie in Form von Elektronen zu gewinnen, sondern sie ernten Elektronen direkt von der Oberfläche von Mineralien. Im Labor läßt man diese Bakterien gleich auf Elektroden wachsen, ohne alle Nährstoffe, die andere Bakterien benötigen. Es wäre so, als würden wir uns dadurch ernähren, indem wir unsere Finger in die Steckdose stecken! Da sie unabhängig von der Sonne sind, nimmt man an, daß sich im Inneren der Erde eine ganze Biosphäre aus „Elektrobakterien“ verbirgt.

Die unterste Krustenschicht des Ozeanbodens besteht aus der Basaltabart „Gabbro“. In diese Tiefen drang der Mensch erst 2006 vor. 2010 hat das von Stephen Giovannoni (Oregon State University) geleitete Integrated Ocean Drilling Programme in 1400 Metern unter dem Meeresboden im Gabbro ein differenziertes Ökosystem aus Bakterien entdeckt. Und das bei Temperaturen nahe dem Siedepunkt!

2008 haben französische und britische Forscher 1600 Meter, 2015 ein japanisches Bohrschiff sogar 2500 Meter unter dem Meeresboden lebende Mikroorganismen entdeckt. In den Bohrkernen fanden sie Mikroben, die offenbar trotz der widrigen Bedingungen, zu denen Temperaturen zwischen 40, 60 und sogar 100 Celsius gehören, einen aktiven Stoffwechsel besitzen und sich vermehren.

2015 wurde von Hinweisen berichtet, daß Bakterien in 19 Kilometer Tiefe leben.

2018 wurde berichtet, daß 70 % der Bakterien und Archaeen der Erde im Untergrund leben. Etwa Altiarchaeales, die in Schwefelquellen leben, und Geogemma barossii, einem Einzeller, der in 121 °C heißen hydrothermalen Schloten am Meeresgrund zu finden ist.

Ein Organismus, der 2,5 km unter der Oberfläche gefunden wurde, ist seit Millionen von Jahren begraben und ist möglicherweise überhaupt nicht auf die Energie der Sonne angewiesen. Stattdessen hat das Methanogen einen Weg gefunden, in dieser energiearmen Umgebung Methan zu erzeugen, das es möglicherweise nicht zur Vermehrung oder Teilung, sondern zum Ersatz oder zur Reparatur defekter Teile verwendet.

So könnten einzelne Mikroorganismen in den Tiefen Jahrtausende leben.

Die Biosphäre im Inneren der Erde scheint global vernetzt zu sein – oder tatsächlich deshalb identisch zu sein, weil es halt Bione sind. Matthew Schrenk (Michigan State University) und sein Team untersuchten Proben aus dem tiefen Untergrund Kaliforniens und Finnlands, aus den tiefen Minenschächten Südafrikas und den tiefsten hydrothermalen Spalten des karibischen Meeres.

Schrenk berichtet:

Noch vor zwei Jahren hatten wir nur eine vage Vorstellung welche Mikroben in unterirdischen Gesteinsschichten vorhanden sind oder was sie fressen. Wir gewinnen jetzt dieses neue Bild nicht nur darüber, welche Art von Organismen man in diesen Systemen findet, sondern eine gewisse Übereinstimmung zwischen den Standorten weltweit – wir sehen die gleichen Arten von Organismen, wo wir auch hinschauen. Es ist leicht nachzuvollziehen, wie Vögel oder Fische sich ähneln können, obwohl sie Ozeane voneinander entfernt sind. Aber sich vorzustellen, daß 16 000 Kilometer voneinander entfernte Mikroben in den Ritzen harten Gesteins in extremen Tiefen, unter extremen Drücken und Temperaturen nahezu identisch sind, fordert die Phantasie heraus.

2005 wurde berichtet, daß Forscher im Grönlandeis in 3000 Meter Tiefe methan-produzierende Bakterien entdeckt hätten.

Die Wissenschaftler um Buford Price von der University of California schätzen das Alter der Bakterienkolonie auf mehr als 100 000 Jahre. Sie gehen davon aus, daß die Mikroben sich in der unwirtlichen Umgebung nur mühsam am Leben erhalten. Anstatt ihre Gemeinschaft zu vergrößern, müssen sie sich damit begnügen, Erbgutschäden zu reparieren.

Das auch für Einzeller winzig kleine Bakterium Herminiimonas glaciei hat über ein Jahrhunderttausend eine Umgebung praktisch ohne Sauerstoff, Nahrung, bei minus 50 Grad Celsius in dünnen Schichten flüssigen Wassers überlebt, in denen einen gewaltiger Druck herrscht.

2009 ist es Forschern der der Pennsylvania State University gelungen, diese Bakterien über 12 Monate hinweg langsam aufzutauen, d.h. zu einem Teil unserer Biosphäre zu machen. Sie haben kleine Kolonien gebildet.

2012 haben Forscher unter Gletschern in Grönland und der Antarktis am Meeresboden Bakterien der Gattungen Chryseobacterium und Paenisporosarcina entdeckt, die bei bis zu minus 33 Grad Celsius leben und sich sogar vermehren.

Auflösung von Strukturen und Freilegung von Strukturen

9. Juni 2016

Was ist Orgonomie? Imgrunde dreht es sich um zwei Dinge: das Auflösen und das Freilegen von Strukturen. Erstens soll die Energie aus ihren materiellen Beschränkungen befreit werden und zweitens zeigt sich, wie die Energie für Strukturierung sorgt.

Das Human Genome Project hat herausgefunden, daß der Mensch seine Existenz nicht etwa einem Mehr, sondern einem Weniger an Genen verdankt. Im Vergleich zum Schimpansen fehlen beim Menschen 510 DNA-Sequenzen, die bis auf ein einziges Gen sämtlich der Regulation der Genexpression dienen. Zwei dieser fehlenden regulatorischen Gene konnte man bisher dingfest machen: das eine begrenzt das Hirnwachstum, das andere ruft auf dem Penis Stacheln hervor. Das Fehlen dieser beiden Gene ist also für unser wucherndes Hirngewebe und für unsere liebevolle weitgehend monogame Sexualität verantwortlich. Soweit Manfred Spitzer, Herausgeber der Nervenheilkunde, in einem Editorial (5/2011).

Für uns ist neben dieser bemerkenswerten Verbindung zwischen Gehirn und Genital zunächst von Bedeutung, daß Entwicklung primär mit einem Wegfall von Hemmungen verbunden ist, die zuvor einen freien Ausdruck der organismischen Orgonenergie verhindert haben. Ich habe diesen Aspekt bereits in Die Verfassungen des Lebendigen angeschnitten.

Das erinnert an die Entwicklung der Bione aus nichtlebender, sozusagen „eckiger“ Materie. Durch Quellung, Autoklavieren oder Glühen wird die Materie soweit „aufgelöst“, daß sich eine nachgiebige membranöse Hülle bildet, die der Fließbewegung und Pulsation des Orgons nachzugeben vermag.

Vergleicht man die Morphologie eines Menschen mit der eines Affen wird deutlich, daß der menschliche Organismus weit mehr durch das Orgonom geprägt ist und entsprechende mathematische Gesetzmäßigkeiten widerspiegelt. Darauf bin ich in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht eingegangen.

Schließlich beweisen die von Spitzer referierten Forschungsergebnisse auch, daß der Mensch nicht außerhalb der Evolution steht. Es hat keines Gottes, bzw. keiner „Götter“ (außerirdischer Gentechniker), bedurft, um aus Menschenaffen die heutigen Menschen zu machen. Tatsächlich berauben derartige mystische und mechano-mystische Theorien dem Menschen seiner kosmischen Bedeutung, die Reich erstmals offengelegt hat. Ich verweise auf meine Ausführungen über die Entwicklung der Orgasmusfunktion im Tierreich in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.

In der psychiatrischen Orgontherapie wird nichts anderes getan als den Menschen zu befähigen, seiner biologischen Bestimmung gerecht zu werden: frei mit der kosmischen Orgonenergie mitzuschwingen.

Und was das „strukturierende“ Wesen dieser Energie betrifft:

In „The Electroscope (Part II)“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 4, No. 1, May 1970) diskutiert Courtney F. Baker (unter dem Pseudonym C. Frederick Rosenblum) das Funktionieren von Elektroskopen aus dem Blickwinkel der Orgonphysik.

Besonders interessant ist das Verhalten einer Leuchtstoffröhre im Feld eines elektrostatischen Generators. Bewegt man die Leuchtstoffröhre immer weiter von einer Metallplatte, die an den Generator angeschlossen ist, weg, sieht man, daß es einen Abstand gibt, an dem die Röhre aufhört zu erstrahlen, das Leuchten in einer weiteren Entfernung aber wieder anfängt. Ähnliche „Schalen“ des elektrostatischen Feldes beobachtete Baker am Elektroskop, als er einen geladenen Kamm vom Elektroskop weg und wieder auf es zu bewegte.

Als Beispiele für energetische Schalen um geladene Körper herum erwähnt er das Atommodell mit seinen unterschiedlichen „Elektronenschalen“, das „Titius-Bode-Gesetz“, das sich Gravitationsfeld der Sonne und der äußeren Planeten zeigt (siehe dazu meine Ausführungen im IV. Kapitel von Orgonometrie: Teil 1), den „Energiekörper“ des Menschen mit seinen unterschiedlichen Schichten und die unterschiedlichen Schichten der Erdatmosphäre.

Ich möchte auf eine weitere Schichtung verweisen, die auf den ersten Blick denkbar weit von allen „bioenergetischen“ Überlegungen entfernt zu sein scheint: die geologischen Schichten der Erdkruste.

Minerale und Gesteine sind häufig rhythmisch gebändert, was bislang durch Schwerkraft oder sequentielle Stoffzufuhr erklärt wurde. Mechanische Erklärungsmuster allein sind nicht in der Lage, die beobachtbare Vielfalt gebänderter Strukturen zu deuten. Rhythmite können auch durch interne Phänomene der Selbstorganisation (z.B. Liesegang-Ringe) entstehen, die durch äußere Energiepotentiale noch verstärkt werden. – Neben dem Schwerefeld verfügt das elektrische Feld der Lithosphäre über wesentliche gefügebildende Kräfte, so wahrscheinlich auch bei der Lagerstättengenese. Durch naturverwandte Elektrolyse-Experimente lassen sich rhythmische Mineralgefüge erzeugen, die das Verständnis natürlicher Gefüge erweitern. (Jacob, K. H.; Krug, H.-J. & Dietrich, S. (1992): „Lagerstättenbildung durch Energiepotentiale in der Lithosphäre“, Erzmetall, 45: 505-513)

Wie ein solches denkbar einfaches Experiment, das nun wirklich jeder nachvollziehen kann, aussieht, wird im folgenden Video gezeigt (ab min 7:20):

Sozialdarwinismus (Teil 1)

24. August 2015

Das soziale Denken des 19. Jahrhunderts spannt sich zwischen zwei Antipoden auf: Karl Marx (1818-1883) und Herbert Spencer (1820-1903).

In seiner umfassenden Universalität war Spencer ein Vorläufer Wilhelm Reichs, befaßt sich doch Spencer in seinem zehnbändigen System der synthetischen Philosophie (1867-96) von der Psychologie, Soziologie, Ökonomie, Geschichte, Biologie, Geologie, Astronomie bis zur Kosmologie schlechthin mit der Welt als funktioneller Einheit, die er mit Hilfe eines quasi orgonometrischen Ansatzes analysiert.

Schon vor Darwin entwickelte Spencer eine vom Evolutionsgedanken ausgehende Theorie. Nach dieser Entwicklungstheorie kommt es zu einer fortschreitenden Integration verschiedener Teile zu immer größeren Einheiten, in denen es dann zu einer ebenfalls ständig fortschreitenden Differenzierung kommt. Dies falle aber schließlich mit Zerfall und Auflösung zu primitiven Organisationsniveaus zusammen, die dann Ausgangspunkt für neue Entfaltung werden.

Dieses „Gesetz der Entwicklung“ entspricht in etwa Reichs Darstellung des Orgonenergie-Metabolismus:

Spencer glaubte, daß sich die Organismen und Menschen nach diesem Gesetz an ihre ökologische bzw. soziale Umwelt durch wachsende Spezialisierung immer besser anpassen. Auch die Gesellschaft als Ganzes betrachtete Spencer als Organismus. Deshalb würden sich, gemäß der gleichzeitigen Integration und Differenzierung, die Gesellschaften zu immer mächtigeren Gebilden entwickeln, in denen aber gleichzeitig, bedingt durch die wachsende Differenzierung, die Freiheit immer weiter zunehme.

So entwickele sich die Menschheit vom militaristischen Staatsabsolutismus orientalischen Gepräges (Zwangsgemeinschaften, die sich aus indifferenten Mischungen sozialer Formen organisiert hatten) folgerichtig in Richtung individueller Freiheit und Demokratie. Der Lebensstrom würde die Menschheit also automatisch zu einem staatenlosen Zustand führen – ein Konzept, das das genaue Gegenteil von Hans Hass’ Vorstellungen der unbeeinflußten Energon-Entwicklung darstellt.

Hans Joachim Störig stellt in seiner Kleinen Weltgeschichte der Philosophie Spencers Anschauungen so dar, daß sie in jeder Beziehung in vollkommener Übereinstimmung mit der orgonomischen Soziologie stehen:

Der Sozialismus gehört nach Spencer in den Bereich der alten absolutistischen Gesellschaftsformen. (…) In einem sozialen Wohlfahrtsstaat sieht Spencer zwei große Gefahren: Erstens würde eine Zuteilung der auf den einzelnen entfallenden Anteile am gemeinsamen Arbeitsertrag durch den Staat nach Maßgabe der Bedürfnisse anstatt nach Fähigkeit und Leistung den natürlichen Wettbewerb, die Bedingung jeder Weiterentwicklung, stören und zu einem Verfall der Gesellschaft innerhalb weniger Generationen führen. Zweitens: Würde der Staat den Versuch machen, den höchst verwickelten Organismus – der unter der automatischen Selbstregulierung durch Angebot und Nachfrage zwar nicht ideal funktioniert, aber doch wenigstens funktioniert – in allen Einzelheiten selbst zu regeln, so würde das zu einer lähmenden totalen Bürokratie führen. Eine trostlose Erstarrung würde eintreten, eine Gesellschaft von Ameisen und Bienen entstehen.

Im krassen Gegensatz zum tragikomischen Schicksal der Marxschen Philosophie wurde wohl kaum je ein Philosoph derartig wie Spencer durch die spätere Entwicklung bestätigt. Trotzdem ist Spencer heute so gut wie vergessen, in den Bibliotheken findet man kaum Bücher von oder über ihn und in Geschichtswerken über Philosophie handelt man den Autodidakten Spencer verächtlich ab – was wieder im krassen Kontrast zum Schicksal Marxens steht.

Wird nicht Spencers Andenken dadurch tatsächlich fragwürdig, daß er (wie angedeutet lange vor Darwin) Wendungen wie „der Kampf ums Dasein“ und „das Überleben der Tüchtigen“ geprägt und den „Sozialdarwinismus“ begründet hat, der so viel Leid über die Menschheit brachte? (Bei Marx tauchen entsprechende „Darwinistische“ Vorstellungen bei der Theorie des „Klassenkampfes“ auf.)

Für den Evolutionsbiologen Hans Hass sind der biologische „Selektionswert“ und die wirtschaftliche „Konkurrenzfähigkeit“ von der Funktion her identisch. In diesem Zusammenhang ist eine Anmerkung interessant, die Stephan Lackner (der in den 1930er Jahren mit Reich in Kontakt stand), in seinem Buch Die friedfertige Natur (München 1982) gemacht hat, wonach die industrielle Revolution mit einer dramatischen Wandlung der Haltung zur Natur zusammenfalle. Habe vorher eine idyllisch-romantische Naturauffassung („friedfertige Natur“) vorgeherrscht, sei zusammen mit dem brutalen Konkurrenzkampf im Frühkapitalismus der Darwinismus mit seinem „Kampf ums Dasein“ aufgekommen. Lackner malt, wohl zu recht, die letzte Konsequenz des Darwinismus auch so aus, daß sie ganz der von Reich beschriebenen emotionalen Wüste entspricht:

Das Dasein ist der Krieg aller gegen alle. Die Erde ist von graugrün getarnten, mit Panzern und Stacheln bewehrten, übelriechenden und giftigen Ungeheuern überlaufen. Kein Wesen vertraut dem anderen.

Man findet sich in dieser „Darwinistischen“ emotionalen Wüste wieder, wenn Hass z.B. geradezu faschistoid schreibt:

Solange es Energone gibt, fußt deren Höherentwicklung auf einem untereinander ausgefochtenen Kampf und der damit verbundenen Eliminierung des Schwächeren. Wenn deshalb vom Menschen gebildete Gruppen die Vernichtung von anderen anstrebt, ja sogar mit vehementen Glücksgefühlen für solche Vernichtung belohnt werden, fällt es keineswegs aus der üblichen Praxis, sondern entspricht jenem rücksichtslosen Willen zur Macht, der die gesamte Evolution kennzeichnet und in dem bereits Nietzsche den tiefsten Wesenszug der Lebensentfaltung sah. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

So nimmt bei Hass der Lebensstrom den gleichen Charakter an, der auch den Hegelschen „Weltgeist“ auszeichnet. Beides sind diabolische Mächte, die von den Individuen Macht ergreifen, sie benutzen, aussaugen und dann als leere Hüllen fallenlassen, wenn sie ihre Funktion erfüllt haben. Beide, der „Weltgeist“ und der „Lebensstrom“ verwirklichen sich schließlich im absoluten Staat.

Natürlich hing auch Marx einem ähnlichen Mythos an, denn schließlich war die ganze Geschichte der Ausbeutung vom Sklavenstaat bis zum brutalen Kapitalismus etwas Gutes, weil notwendiges. Ganz in diesem Sinne schreibt Hass:

Manche Erscheinung seit Auftreten des Menschen, welche in ethischer Sicht höchst verwerflich erscheinen – wie Tyrannei und Ausbeutung –, mögen (…) sehr wohl den Lebensstrom befördert haben, indem der Machtzuwachs einiger seiner Weiterträger dem Fortschritt mehr diente und ihn förderte, als die Unterdrückung und Erpressung anderer sich in seiner Gesamtbilanz negativ niederschlug. (ebd.)

Daß die Wirtschaft von Liebe, Arbeit und Wissen regiert wird, hält Hass für eine oberflächliche Illusion. Wie in der Natur stehen in Wirklichkeit „die einzelnen Erwerbskollegen, diese ‘Brüder’ und Teile in der gleichen Entwicklung, in einem erbitterten Kampf gegeneinander“ (Hass: Naturphilosophische Schriften, Bd. 3, München 1987).

Wer wollte bestreiten, daß dies einen Großteil des wirtschaftlichen Geschehens beschreibt! Doch kann man das ganze auch mit Reichs Augen sehen:

Die praktische Notwendigkeit der Arbeitsdemokratie erfordert, daß man vom wirklichen Charakter seines wirtschaftlichen Gegenübers absieht und sich nur um die objektiven Erfordernisse der Arbeit kümmert. Und auch man selbst kann nicht immer wahrhaftig sein, sondern muß praktisch ständig als Schauspieler auftreten. Das kann man ganz konkret beim Geschenkaustausch der Trobriander beobachten, die nie ihre wahren Gefühle zeigen; so tun, als würden ihnen die Geschenke nichts bedeuten, etc.

Dies heißt nicht, daß Ehrlichkeit in der Arbeitsdemokratie keinen Platz hat, – vielmehr sind wahrheitsfanatische Moralisten, die das Spiel verderben, stets pestilente Charaktere, – die nie ehrlich sind. Ehrlichkeit hat wenig mit Wahrheit zu tun, sondern vielmehr mit Anständigkeit. Anständigkeit bedeutet Rücksicht auf die Umstände zu nehmen, d.h. z.B. daß man die Wahrheit nicht unabhängig von den Umständen sagt, sondern – lügt („Notlüge“).

Die Lüge und Verstellung gehört genauso untrennbar zu einer funktionierenden Wirtschaft, wie sie zur sexuellen Zweierbeziehung gehört. Statt morgens zu sagen: „Du siehst aus wie ein aufgedunsener Leichnam!“ lügt man: „Meine kleine chinesische Jadepuppe!“ So verkörpert sich die Genitalität auch: durch Lug, Trug, Bestechung und Berechnung! Wie sollte es in der Wirtschaft anders sein. Es ist nicht fair, es ist Emotionelle Pest, dem Leben die moralische Elle anzulegen. Und es zeigt emotionale Unreife, an der lügnerischen „Grausamkeit“ des Lebens übermäßig zu leiden.

In Kapitalismus und die Funktion des Orgasmus habe ich den Tausch im Wirtschaftsleben mit dem liebenden „Austausch“ in der Sexualität gleichgesetzt. Doch nach Hans Hass „sind Raub und Tausch nichts voneinander grundsätzlich verschiedenes.“ Diese Theorie entspricht einem typischen Charakterzug des Konservativen, für den der freiwillige arbeitsdemokratische Tauschprozeß ein Zeichen von Schwäche ist. Hierzu gehört auch, daß für Hass Diebe und Erpresser ebenfalls „gleichberechtigt“ als Energone betrachtet werden müssen. Er zitiert dazu den Volkswirtschaftler Werner Sombart:

Nach meiner Definition ist also Arbeit ebenso die Tätigkeit, die der Dieb aufwendet, um einen Einbruch auszuüben, obwohl sie (sozial) schädlich ist.

In Massenpsychologie des Faschismus hat Reich streng zwischen Arbeit und Nichtarbeit, „die den Lebensprozeß schädigt“, unterschieden.

Entsprechend der militaristischen „Zwangsorganisation“ Spencers, die durch die Notwendigkeit der Abwehr äußerer Feinde entsteht, ist für Hass sogar die arbeitsteilige Gemeinschaftsbildung an sich auf den Diebstahl bzw. auf dem Schutz vor ihm begründet, denn dadurch, daß die künstlichen Organe nicht mehr fest mit dem Körper verbunden seien, müsse man sie vor Raub schützen, brauche also die Kooperation mit anderen.

Für Hass ist „der Krieg der Vater aller Dinge“. Wobei er explizit in der Tradition von Konrad Lorenz steht.

Hass spricht davon, daß „manche in totalitären Staaten geläufige Betrachtungsweise gleichsam Sprachrohr der Lebensstrominteressen sind“: Ausmerzung lebensunwerten, funktionslosen Lebens! Erscheinungen wie die, daß manche Leute nicht angeborenermaßen empört darauf reagieren, wenn ein Kind mißhandelt wird, erklärt Hass damit, daß es „bereits eine Unzahl von ‘Abnormalitäten’“ gäbe, „besonders da die Heilkunst alles am Leben zu erhalten bemüht ist.“

Als konservativer Charakter scheint Hass, Jahrgang 1919, jenem Vorgang zum Opfer gefallen zu sein, den er selber wie folgt beschreibt:

In der Pubertät formen die Kinder ihre ethischen Ideale. Was ihnen in dieser Zeit aufgeprägt wird, können sie meist im späteren Leben nicht völlig überwinden.

Aus orgonomischer Sicht verfestigt sich in der Pubertät der Charakter endgültig und dazu gehört auch der soziopolitische Charakter. Hier hat Hass vollkommen recht, wenn er schreibt:

Wie sich allerorts und bei allen Rassen auf das deutlichste zeigt, können Jugendliche, die in dieser sensiblen Periode auf religiöse, doktrinäre oder ideologische Wertvorstellungen ausgerichtet werden, sich im späteren Leben nur schwer über solche hinwegsetzen, weil diese fest in ihnen verankert sind. Ja, sie wollen dies gar nicht – was deutlich zeigt, daß bei ihnen das so Geprägte zum integralen Ausdruck des Ichs und seiner höchstpersönlichen Neigung empfunden wird. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

In den letzten Jahren haben viele konservative Ideologen mit dem Begriff „egoistische Gene“ herumhantiert, um ihre sozialdarwinistischen Thesen wissenschaftlich zu fundieren. Dabei beriefen sie sich auf den englischen Zoologen Richard Dawkins. Nun hat aber ausgerechnet dieser Dawkins der traditionellen Evolutionstheorie des „Survival of the Fittest“ eine Theorie des „Überlebens des Kooperativen“ entgegengestellt.

Demnach zählt im Überlebenskampf die Kooperation weit mehr als der Konflikt. Das Konzept Dawkins ähnelt dem Reichschen Konzept der Arbeitsdemokratie. Beide beruhen darauf, daß man sich dem Mitlebewesen kooperationsbereit nähert.

Nach Hass ist ein rücksichtslos sich durchsetzendes Energon, das im Überlebenskampf mit einer ausbeuterischen Strategie vorgeht und die „dummen“ kooperativen Energone verdrängt, Anwalt der Interessen von Art und Lebensstrom. Jedoch hat Dawkins nachgewiesen, daß genau das Gegenteil wahr ist, nämlich daß jener, der seine Mitenergone auf dem Altar der angeblichen Interessen von Art und Lebensstrom opfert, überhaupt keine Überlebenschance hat – also Art und Lebensstrom schadet! In Wirklichkeit setzen sich jene durch, die der Tit for Tat-Strategie folgen: „Auge um Auge“, oder besser: Leben und Leben lassen!

Tit for Tat funktioniert wie folgt: Man geht innerhalb einer Lebensgemeinschaft nicht ausbeuterisch, sondern kooperativ auf ein Angebot ein. Betrachten wir in einer solchen Lebensgemeinschaft die Individuen A und B, wobei A einen lebensnotwendigen Dienst anbietet, den B, ohne Gegenleistungen zu geben, annimmt. B folgt also einer ausbeuterischen Strategie, verzeichnet einen beträchtlichen Energiegewinn und wird sich durchsetzen, während solche „sucker“ wie A zugrundegehen. In den kranken Hirnen von konservativen Ideologen funktioniert die Natur so, in Wirklichkeit aber geht natürlich nicht der kooperative A, sondern der ausbeuterische B zugrunde. Im natürlichen Ablauf der Dinge wird nämlich A, und auch sonst niemand, für B jemals wieder etwas tun, bzw. solange mit Sanktionen gegen B reagieren, bis auch B sich endlich anständig verhält.

Das ist das Grundgesetz der Natur:

  1. nähere dich einem anderen stets freundlich;
  2. reagiere auf die Freundlichkeit anderer ebenfalls freundlich;
  3. zahle jede Unfreundlichkeit sofort mit gleicher Münze heim; und
  4. verzichte auf jede Rache, wenn sich der Unfreundliche wieder freundlich verhält, d.h. lerne zu vergeben und zu vergessen.

Wie schon Nietzsche gesagt hat, gehört der Geist der Rache den niedrigen, nichtswürdigen Menschen. Das Böse kann nur dort gedeihen, wo man entweder immer die andere Wange hinhält oder wo man nicht vergeben kann. Verhielte sich jeder Mensch rational nach der Tit for Tat-Strategie, würde sich die Arbeitsdemokratie zwangläufig entfalten. Diese Überlegungen lassen sich wie folgt zusammenfassen (a = Strafe, b = Belohnung):

  1. „Christentum“ und liberaler Humanismus (masochistische Erduldung);
  2. Arbeitsdemokratie (Tit for Tat);
  3. Faschismus und Kommunismus (sadistische Rache).

Mit Hilfe des Tit for Tat können wir auch den Unterschied zwischen Arbeit und Antiarbeit schärfer fassen: Arbeit funktioniert immer nach den Gesetzen des Tit for Tat, während Antiarbeit diesen Gesetzen widerspricht.

Die Orgonomie und die Energetik (Teil 2)

3. Mai 2015

Das Werk des russischen Mineralogen Wladimir Wernadski (1863-1945) umfaßt fast die gesamte Energontheorie von Hans Hass. Bei der folgenden kurzen Darstellung stütze ich mich als einziger Quelle auf die Ausgabe von Wissenschaft in der UdSSR von Sept./Okt. 1987.

Wernadski belebte die statische Mineralogie, indem er die Mineralien evolutionär als Restspuren einstiger Reaktionen interpretierte. Dabei stieß er auf folgende vier Probleme:

1. Die kieselsaure Tonerde Kaolin (auch Porzellanerde genannt), die fast immer im Ton zu finden ist, bildet sich aus festem Feldspat oder Glimmer (Aluminiumsilikat). Diese Umwandlung kann aber nicht unter den normalen Bedingungen, wie sie heute normalerweise auf der Erde zu finden sind, vonstatten gehen, sondern nur unter Anwendung hoher Temperaturen und aggressiver Säuren.

Das veranlaßte Wernadski nach einem „übersehenen Kaolinisierungsfaktor“ zu suchen, der über die Grenzen der schematischen Geologie und Mineralogie hinausgeht.

Orgonenergie? Ließe sich hier ein Anschluß an Reichs Entdeckung von Gesteinsveränderungen infolge des ORANUR-Experiments finden?

2. Silikate bilden den überaus größten Teil der Erdkruste. Das wirft Fragen auf, denn damit solche siliziumhaltigen Gesteine entstehen können,

ist es nötig, daß die feste Verbindung zwischen den Aluminium- und Siliziumatomen gelöst wird und die Aluminium- von den Siliziumatomen getrennt werden. Eine dazu erforderliche geologische Energie aber liegt nicht vor.

Orgonenergie? Daß es sich bei dieser „geologischen Energie“ tatsächlich um das Orgon handeln könnte, wird klar, wenn Wissenschaft in der UdSSR solche Gesteine „außerhalb des geologischen Gleichgewichts“ mit thermodynamischen Modellen vergleicht und dabei das Orgonomische Potential anschneidet:

Eine spontane Trennung der Silizium- von Aluminiumatomen ist genauso schwer vorstellbar wie die Trennung „heißer“ und „kalter“ Moleküle, die dazu führte, daß das eine Ende einer Metallstange von selbst rot glüht, das andere aber sich mit Rauhreif bedeckt. Wenn aber die Trennung dennoch erfolgt war, mußte eine rationale Erklärung gefunden werden.

Man ersetze die besagte Stange durch einen Orgonenergie-Akkumulator auf der einen Seite und eine Kontrollbox auf der anderen: der ORAC wird sich von selbst erwärmen.

3. Mit seiner „Unvollständigkeitsmethode“, die nach dem (dritten) fehlenden Faktor suchte, analysierte Wernadski auch

die geochemischen Eigenschaften der Granite und sah in ihnen deutlich Verbindungen, deren Entstehung im Rahmen eines toten thermodynamischen Gleichgewichts undenkbar wäre. Seiner eigenen Logik folgend, gelangte er zu dem eindeutigen Schluß, daß eben jener „übersehene Faktor“ an der Herausbildung der Gesteine hatte teilnehmen müssen. Die lebende Substanz.

Danach waren die Granite Überreste „einstiger Biosphären“. Dergestalt war die „träge Materie“ dem „Druck des Lebens“ ausgesetzt. Tatsächlich hat man auf keinen anderen Himmelskörper Granite entdeckt. Auch ist man im Granitgestein Skandinaviens auf Erdöl gestoßen. Etwas, was bisher als unmöglich galt. (Siehe dazu unsere vorangegangene Diskussion über den „Ölplaneten Erde“.)

4. Die Atmosphäre selber, insbesondere das Vorhandensein von freiem Sauerstoff, paßte nicht in den Rahmen der „chemischen Thermodynamik“, ist doch Sauerstoff äußerst reaktionsfreudig, so daß sie sehr schnell einem „sauerstofflosen chemischen Gleichgewicht mit einem Maximum an Entropie“ zustreben müßte. „Da nichts dergleichen geschieht, ist wieder ein zusätzlicher Faktor zu vermuten (…).“ Dies ist natürlich über die „lebende Substanz“ indirekt die Orgonenergie. (Reich glaubte, daß die atmosphärischen Bestandteile auch direkt von der atmosphärischen Orgonenergie durch „Mikro-Überlagerung“ geschaffen werden.)

Jim Lovelock („Gaia-Hypothese“) hat in seinem Buch Unsere Erde wird Überleben (München 1982) darauf verwiesen, daß die gesamte chemische Zusammensetzung der Atmosphäre nicht dem entspricht, was

man aufgrund eines stationären chemischen Gleichgesichts erwarten dürfte. Das Vorkommen von Methan, Stickoxyd und sogar molekularem Stickstoff in unserer gegenwärtigen oxidierenden Atmosphäre stellt eine Verletzung chemischer Gesetze dar, und zwar um Faktoren von mehreren Zehnerpotenzen. Ungleichgewichte solcher Größenordnungen deuten darauf hin, daß die Atmosphäre nicht einfach ein Produkt, sondern wahrscheinlich sogar ein Konstrukt des Lebens darstellt: zwar nicht lebendig, doch wie das Fell einer Katze, die Feder eines Vogels oder die papierartige Wand eines Wespennestes der erweiterte Bestandteil eines lebenden Systems dazu bestimmt, eine passende Umwelt aufrechtzuerhalten.

Das Unterstrichene wird noch entscheidende Bedeutung für unsere Beurteilung der Energontheorie von Hans Hass haben.

Wernadski war der Meinung,

daß sich der erstaunlich hohe Energiegehalt der lebenden Substanz unmöglich ohne eine Analyse ihrer Beziehung zu Raum und Zeit erklären läßt.

Dabei sah er als Kristallograph „einen großen Unterschied zwischen der räumlichen Struktur der unbelebten und belebten Materie.“ So kommen in der Kristallographie Drei-, Vier- und Sechsecke und Kombinationen vor, aber keine Fünfflächner und Fünfecke. Diese sind auf das Lebendige beschränkt:

Eine fünfzackige Form haben die Seesterne, fünf Blätter haben die Fliederblüten, fünf Finger hat die menschliche Hand.

Bereits Kepler habe die fünfflächige Struktur mit der „lebensspendenden Kraft“, die „unfruchtbare Kraft“ jedoch mit der sechsflächigen gleichgesetzt.

Die Asymmetrie, oder, wie Wernadski sie nannte, „Disymmetrie“ des Raumes sei

auch mit der Disymmetrie der Zeit unlöslich verknüpft. Eine Vorwärtsbewegung ist nicht gleichbedeutend mit einer Rückwärtsbewegung, wobei diese Ungleichheit nur in der unausgewogenen Welt der Biosphäre deutlich zum Vorschein kommt.

Interessanterweise wird eine derartige „Inhomogenität des biosphärischen Raum-Zeit-Komplexes“ mit dem Orgonomischen Potential in Zusammenhang gebracht. Setzt sie doch

logisch zwingend voraus, daß sich darin unbedingt Bereiche finden, wo Raum und Zeit gleichsam komprimiert sind. In diesen Bereichen gehen alle Prozesse schneller vor sich. Oder sie sind komplizierter. Sie umfassen offensichtlich Funktionen wie Steuerung sowie Energie- und Informationsspeicherung.

Das Ungleichgewicht, die Anreicherung von Energie und die Beschleunigung der in der Biosphäre vor sich gehenden Prozesse mußten zwangsläufig zum Erscheinen eines neuen, noch mobileren und wirksameren Steuerungsfaktors führen. Zu diesem Faktor wurde der gesellschaftliche Mensch.

Dieser bildet im Anschluß an die natürliche Biosphäre die artifizielle „Noosphäre“. Dies ist Teilhard de Chardin (1881-1955) zufolge die Gesamtheit der vom Menschen Zwecken zugeführten („funktionalisierten“) Materie. (Auf dieses Konzept beruft sich auch Hans Hass.) Gemäß dem negentropischen Gesamtprozeß, der sich hier fortsetzt, bildet sich nach Wernadski „unter der Topologie der Noosphäre“ ein System „noosphärischer Herde“ aus, „die ihr Wirkungsfeld auf einen weiten Umkreis ausdehnen.“

Dies kann man als eine Äußerung des Orgonomischen Potentials im menschlichen Bereich ansehen. Für Hass fällt dies unter den „menschlichen Energonbau“, der analog zum natürllichen Energonbau zwar nicht Lebewesen aber ihr Äquivalent erzeugt: „Berufskörper“ und „Erwerbsorganisationen“.

Für Wernadski wird dergestalt die Menschenwelt zu einem „besonders dynamischen Wachstumsbereich“ im „Lebensstrom“ (ein Begriff von Hass). Aus dieser Sicht ist dann der Mensch nicht mehr „Feind der Natur“, „sondern ihr unerläßlicher Bestandteil aus energetischer, evolutionsseitiger und räumlich-zeitlicher Sicht“.

Mit dieser einheitlichen Sicht vom Mineral bis zur Kultur hat Wernadski eine „Einheit der wissenschaftlichen Kenntnisse“ verwirklicht, die an Reich gemahnt.

[Wernadski] legte auf der Evolutionsspirale gleichsam den Weg von den Gesetzen der unbelebten Materie, deren Unvollständigkeit er spürte, zu den Gesetzen der belebten und in der Folgezeit der denkenden Materie zurück. Der Tod ereilte ihn, als er seinen nächsten Schritt tat: zu einer Konzeption der „humanen Materie“.

Beim zeitgenössischen „Energetiker“ Josef Haid (Lebensrichtig, CH-Chur 1984) haben wir es mehr mit Weltanschauung als mit Wissenschaft zu tun. Er glaubt, mit Reich, daß „die Energie“ „in unserem Körper sich ihrer selbst bewußt geworden“ sei. Ganz ähnlich wie Wernadski sieht auch Haid den Menschen als „unerläßlichen Bestandteil“ des negentropischen Prozesses an, er sei eine „Regelstruktur“ (Wernadski sprach von „Steuerungselement“) des kosmischen Wesens, durch den es bzw. „die Energie“ ihre Entwicklung im Wirkungskreis des Menschen lenkt.

Leider widerspricht Haids Denken in einem zentralen Punkt den Reichschen Anschauungen, glaubt doch Haid (wie übrigens auch Hans Hass und, so soweit ich es überblocken kann, alle Energetiker), der Mensch müsse

seine Triebe (Aggression, Sexualität, Geltungs- und Besitzstreben, usf.) und die anderen, von den Regelstrukturen veranlaßten, unbewußten Lenkungen durch bewußte, lebensrichtige Verhaltensweisen soweit (…) ändern oder ausschalten, daß sie sich nicht mehr lebenswidrig auswirken können.

Es ist die alte Frontlinie „Freud gegen Reich“!

Wie Reich glaubt Haid, daß das Bewußtsein „irgendwie“ in der kosmischen Energie angelegt ist. Haid sagt dazu:

In der Energieeinheit der Welt ist das ganze „Wissen“ über sie enthalten. Den einzelnen Energieformen wird es bewußt, soweit sich in ihnen für das Bewußtwerden – das Erwecken des Wissens – die geeigneten Organe entwickelt haben.

Diese Entwicklung vollzieht sich aber, Haid zufolge, „nicht geradlinig“ (also nicht rein „vitalistisch“), denn da alle Energieformen „Teile der All-Einheit und untrennbar miteinander verbunden, verwoben, von einander durchstrahlt und abhängig“ sind, beeinflussen sie sich auch gegenseitig. So bringen sie sich gegenseitig „Lamarckistisch“ jene „Eindrücke“ bei, aus denen sich die Regelstrukturen entwickeln. Bei Haid reicht dies von den physikalischen und chemischen Ebenen, über die Erbrezepte der Pflanzen und Tiere und ihre Verhaltensprägungen bis zu den menschlichen „Denksystemen“.

Für Haid (wie auch für Hass) ist das Erbgut des Menschen nicht auf die Erbanlagen beschränkt.

Unter anderem sind auch die mittels Bild, Schrift und Ton konservierten Erfahrungen und Kenntnisse ein Teil der menschlichen Vererbung.

Zusammenfassend ist für Haid der Kosmos eine „Energieeinheit“, in der sich „Energieformen“ evolutionär von den Wasserstoffatomen bis zum Menschen und weiter entwickeln. Diese „Energieformen“ entsprechen formal den Hass’schen „Energonen“, obwohl sich letztere ausschließlich auf die Bio- und Noosphäre beziehen. Die Entwicklung bzw. die Konzentration der „Energieformen“ aus der primordialen „unkonzentrierten Energie“ schreibt Haid einem metaphysischen „Entwicklungs-Antrieb“ oder „Lebenstrieb“ zu. Er sei eine „unverlierbare Eigenschaft der Energie“.

Die Energieformen, einschließlich des Menschen, sind für Haid (wie auch für Hass) nur „Übergang und Stufe auf dem Weg der Entwicklung“. So erinnert dieser Lebenstrieb stark an Hass‘ „Lebensstrom“, obwohl der letztere als etwas rein Mechanisches konzipiert ist.

Genau wie Hass ist aber auch Haid jemand, der glaubt, man könne das Leben mit Hilfe von Computern berechnen. Ist er doch davon überzeugt, daß „mit Hilfe von Denkmaschinen der Mensch die lebensrichtigen Verhaltensweisen – Ziele, Aufgaben, Aktionen, Reaktionen – für alle Daseinsbereiche immer schneller und genauer erkennen“ wird. Denn „mit Hilfe des Prinzips der Lebensrichtigkeit wird die wissenschaftliche (…) Bestimmung des optimalen menschlichen Verhaltens möglich.“

Dies kann man am ehesten verstehen, wenn man von den drei „Bewertungsniveaus“ der Energontheorie von Hass ausgeht:

  1. dem für das Individuum;
  2. für die Art; und
  3. für den „Lebensstrom“.

Für Haid (und für Reich) ist positiv zu bewerten, was „dem Leben“ dient: Ist dem Individuum geholfen, fördert dies die Spezies, zu der es gehört, und gedeiht die Spezies, entwickelt sich das gesamte Leben und weitet sich weiter über die tote Materie aus.

Für Hass jedoch gibt es gewichtige Interessenkonflikte zwischen den drei Stufen: Was dem Individuum zuträglich ist, z.B. sich nicht für die Nachkommen aufzureiben, kann der Art sehr wohl schaden. Und was der Erhaltung der Art dient, kann durchaus der weiteren Entwicklung des Lebens, dem „Lebensstrom“, unzuträglich sein. Ohne das Aussterben der Saurier hätte es wohl nie Menschen und damit bewußtes Leben gegeben, das zum Mond fliegen kann!

„Lebensrichtig“ und „Lebenswidrig“ beziehen sich bei Josef Haid auf die unmittelbare Beziehung des Individuums zur Energie. Deshalb kann bei Haid beispielsweise der Gedanke aufkommen, der Kontakt mit „der ewigen Energieeinheit des Alls“ würde eine tiefe (todes-) angstlösende Freude schenken. Haid:

Fördern oder schädigen wir unseren Körper, so begünstigen beziehungsweise beeinträchtigen wir (…) auch unsere Mitmenschen und die übrige Umwelt; und wenn wir diese fördern oder schädigen, begünstigen beziehungsweise beeinträchtigen wir auch uns selbst: wir sind mit allem untrennbar in der All-Einheit – in diesem unendlich „vernetzten“ System – verbunden.

Solche Ideen einer umfassenden Kommunion sind bei Hans Hass undenkbar. Im Gegenteil, bei Hass droht der diabolische Lebensstrom das Individuum zu verschlingen. „Lebenslust“ und „Lebensstrom“ liegen bei Hass in einem ständigen Konflikt.

Das antarktische Kalziumchloridwunder

1. März 2012

Antarktische Trockentäler sind in jeder Hinsicht lebensfeindliche Wüsten, jedoch sind die dortigen sandigen Böden im Frühling oft mit feuchten Flecken übersät trotz des Fehlens von Schneeschmelze und Regen. Jetzt hat eine Studie, die durch den Geologen Joseph Levy von der Oregon State University durchgeführt wurde, ergeben, daß diese Flecken durch Salzablagerungen entstehen, die Feuchtigkeit aus der Atmosphäre saugen. Für den Effekt ist eine Kombination der richtigen Salze und ausreichend Feuchtigkeit in der Atmosphäre notwendig. Bei Natriumchlorid (Tafelsalz) benötigt der Vorgang eine 75prozentige Luftfeuchtigkeit, bei Kalziumchlorid nur eine 35prozentige.

Die Salze werden aus dem Meer herangeweht, stammen von alten Fjorden, die das Gebiet einst überschwemmten, und, so Levy, auch aus Schneeflocken. Die so entstehenden Bodenflecken sind drei- bis fünfmal wasserreicher als die Umgebung. Außerdem sind sie voller organischer Stoffe einschließlich lebender Mikroben.

Levy zufolge entdeckte sein Team diesen Prozeß im Rahmen einer „Geologie im Spazierengehen“, d.h. ihnen fielen die mysteriösen Flecken im antarktischen Wüstenboden auf und sie gingen dann daran nach der Ursache für ihr Auftreten zu suchen. Levy über den per Ausschlußverfahren schließlich entdeckten Entstehungsprozeß:

Es scheint irgendwie sonderbar zu sein, aber es funktioniert wirklich. Vor einer unserer Reisen stellte ich eine Schüssel mit dem ausgetrockneten, salzigen Boden und ein Glas mit Wasser in einen versiegelten Tupperware-Behälter und ließ das ganze auf meinem Bücherbord stehen. Als ich zurückkam, war das Wasser vom Glas zum Salz übergewechselt und hatte dort Salzlake gebildet. Ich wußte, daß das geschehen würde, aber irgendwie war ich doch überrascht.

Ich habe hier in meiner Wohnung seit fast zwei Jahren eine Lösung aus Kalziumchlorid stehen. Sie trocknet einfach nicht aus. Ich weiß, daß sie auch niemals austrocknen wird, aber es ist doch immer wieder ein kleines Wunder, wenn ich mir die Schale vom Regal nehme und anschaue.

Was das mit Orgonomie zu tun hat? Immerhin geht es hier um die mögliche Bildung von Oasen des Lebens in ariden Gebieten und zweitens gemahnt das ganze an das „Orene“.

Orene (ich hasse die Eindeutschung „Orin“) ist sozusagen die „materielle Form“ der Orgonenergie, die Reich Ende 1953 entdeckt hat. Beispielsweise ist Schnee nicht einfach nur „kristallines Wasser“, sondern eine Form von Orene. Im Winter spürt man, daß von trockenem Schnee eine starke, wie man im Englischen so schön sagt, „uplifting“ Wirkung ausgeht, die sofort verlorengeht, wenn der Schnee feucht wird.

Die „prä-atomare“ Substanz Orene (Oe) ist ein Zwischenschritt zwischen der massefreien Orgonenergie (OR) und der Materie (M) und zeigt dementsprechend sowohl Qualitäten von Leben als auch von „toter, mechanischer Materie“.

Im Labor wird Orene erzeugt, indem Lösungen aus Ätznatron (Natriumhydroxid) oder einfachem Tafelsalz in gewöhnlichen Tonschalen der Atmosphäre ausgesetzt werden. Mit der Zeit bildet sich auf der Flüssigkeit und am Rande der Tonschale eine weiße Substanz, das Orene. Wie in Raum-Energie-Technik (Teil 1) erwähnt, bildet sich Orene spontan in unseren Wohnungen. Es ist die weiße Substanz, die sich auf den Tonkugeln von Hydrokulturen findet, nachdem sich durch Verdunstung eine „Salzlake“ gebildet hat.