
Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG; David Boadella 1955 über UFOs
Es stellt sich die Frage, ob es auf dem Mars (und auf der Venus) einst auch menschliche Zivilisationen gab. Irgendwie hat sich in den Mythen der alten Völker bis hin zu den modernen Trivialmythen die Vorstellung festgesetzt, daß es „Marsmenschen“ gibt – ein feststehender Begriff. In der UFO-religiösen Literatur, insbesondere der 1950er Jahre, die ein Greuel für jeden seriösen UFO-Forscher ist, gab es Bücher wie Fliegende Untertassen vom Mars von Cedric Allingham oder Meine Reise zum Mars, zum Mond und zur Venus von Buck Nelson. Hinter diesem Schund von den „Marsianern“ (und „Venusianern“) verbirgt sich vielleicht doch zumindest die Ahnung einer Wahrheit. Tief in uns scheint die Zwangsvorstellung verankert zu sein, daß es Marsmenschen gibt. Sie erklärt die Aufregung um Schiaparellis und Lowells „Marskanäle“. Diese Kanäle seien von einer an einer Klimakatastrophe zugrundegehenden Zivilisation zur Bewässerung errichtet worden. 1897 folgte H.G. Wells‘ Erzählung Der Krieg der Welten, aus der 1938 Orson Wells sein bereits erwähntes Hörspiel machte. Die Marsbewohner flüchteten von ihrem zur Wüste werdenden Planeten auf die Wasserreiche Erde, um diese militärisch zu erobern. Man denke an den Kriegsgott Mars. Wieso hat jeder einzelne Mensch und jede Kultur beim Mars die Assoziation „kriegerisch“?
Von Rupert Sheldrake stammt die Theorie von der „morphischen Resonanz“, eine Naturkraft, die der Orgonenergie ähnlich ist; oder sagen wir: Sheldrake hat offenbar einen weiteren Aspekt der Orgonenergie entdeckt, der mit der Speicherung und Weitergabe von Information zu tun hat. Die morphische Resonanz ist Sheldrake zufolge das Gewohnheits- und Gedächtnisprinzip, das in der Natur eingebaut ist, sozusagen die „Macht der Gewohnheit“ an sich. Alle Lebewesen sind über morphische „Verhaltensfelder“ über Raum und Zeit miteinander verbunden, so daß es zwischen ihnen zur „Resonanz“ kommen kann. Wenn man z.B. europäische Schüler mit Chinesisch konfrontiert, einer Sprache deren morphisches Feld angesichts der weit mehr als eine Milliarden Chinesen, die eine 3000jährige Geschichte hinter sich haben, sehr stark sein sollte, sollten diese Schüler aus unerfindlichen Gründen das Chinesische weit über der Zufallswahrscheinlichkeit beherrschen. Diese „morphische Resonanz“ erklärt, wie in all den Mythen über den Mars (und je trivialer, je weiter verbreitet sie sind, desto besser!) Information über eine vergangene Marszivilisation enthalten sein kann. „Die Weisheit der Volksseele.“
Es stellt sich auch die Frage, ob nicht ein weiterer Planet, einer der zwischen Mars und Jupiter lag, einst erdähnliche Lebensverhältnisse garantierte. Heute finden wir an Stelle des Planeten „Phaethon“ den Asteroidengürtel. Die Asteroiden könnten die Überreste des Planeten sein. Geht es nach Venus, Mars und Phaethon nun der Erde an den Kragen?
Die Orgonenergie-Hüllen von Mars und Venus wurden durch UFOs derartig geschädigt, daß beide Planeten ihre Umlaufbahnen um die Sonne verließen und regelrecht austauschten und dabei auch die Erde in Mitleidenschaft zogen. Velikovsky weist zur Erklärung dieser Bahnänderungen auf elektrostatische Phänomene hin, die offenbar in dieser neuen Himmelsmechanik eine gewichtige Rolle spielen. Reich hat nachgewiesen, daß elektrostatische Aufladungen ein Nebenprodukt orgonotischer Prozesse sind. Reich zufolge bewegen sich die Planeten auf Orgonenergie-Strömen durch das All, so können wir folgern, daß die Zerstörung der Orgonenergie-Hülle eines Planeten diesen aus der Bahn werfen könnte. Auf Phaethon, sollte er jemals existiert haben, hat sich sogar eine noch größere Katastrophe ereignet. Es gibt Anzeichen dafür, daß Erdbeben u.a. von ORANUR hervorgerufen werden, wie z.B. die Korrelation zwischen Atombombentests und Erdbeben zeigt. Reich hat geglaubt, daß die Erdwärme durch orgonotische Prozesse erzeugt wird. Kann es sein, daß Phaethon durch ein extrem überaktiviertes Orgon (und damit verbundenen Kernspaltungsprozessen) förmlich auseinandergerissen wurde?
Nach Venus, Mars und Phaethon wollen wir uns nun wieder der Erde zuwenden, die wir hier als den Organismus „Gaia“ auffassen. Gaia (Gäa) war die griechische Erdgöttin und als Mutter des „Urgottes“ Uranos die Urgöttin schlechthin (später wurde sie zur Gattin die Uranos erniedrigt). Heute denkt jeder beim Wort „Gaia“ an James Lovelocks Gaia-Theorie. Einer Theorie über die Wechselbeziehung von Klima und Organismen; ein Zusammenspiel, das praktisch die ganze Biosphäre zu einem einzigen Organismus macht, der sich selbst steuert. Dieser Organismus erhält, wie jeder andere Organismus auch, seine Homöostase aktiv aufrecht. Die Konstanz der Körperkerntemperatur, egal ob wir uns in der Sahara oder am Südpol befinden, ist dafür ein Beispiel. Genauso hält auch Gaia die Durchschnittstemperatur in der Biosphäre konstant auf einem erträglichen Niveau. Diese Selbstregulation bedeutet, daß wir vor dem „Treibhauseffekt“, dem „Ozonloch“, etc. nicht diese hysterische Angst haben brauchen.
Aber selbst diese Sichtweise ist noch zu pessimistisch, denn die Gaia-Theorie beinhaltet nicht nur, „daß ein stabiler Zustand unseres Planeten davon abhängt, ob der Mensch als Teil oder Partner in einer höchst [arbeits-] demokratischen Gemeinschaft auftritt oder nicht“ (Lovelock: Unsere Erde wird Leben, München 1982), vielmehr nimmt die Menschheit, die hier zu Nietzsches „kosmischem Ich“ wird, in Lovelocks Theorie die zentrale Rolle ein. Lovelock:
Wenn wir ein Teil Gaias sind, wäre es interessant zu fragen: Bis zu welchem Ausmaß ist unsere kollektive Intelligenz auch ein Teil Gaias? Bilden wir als Art ein Gaiasches Nervensystem mit einem Gehirn, das bewußt Umweltveränderungen voraussehen kann? Ob wir wollen oder nicht, wir sind schon dabei, auf diese Weise zu funktionieren.
Lovelock geht davon aus,
daß die Entwicklung des Homo sapiens mit seinem Technischen Erfindungsreichtum und seinem unglaublich komplizierten Kommunikationsnetzwerk Gaias Wahrnehmungsbereich unglaublich vergrößert hat. Durch uns ist sie erwacht und sich ihrer selbst bewußt geworden.
Der Aufhänger für die Darstellung der Gaia-Theorie sind zumeist kosmische Katastrophen wie z.B. Meteoreinschläge, die das ökologische Gleichgewicht des Planeten zerstören, was dann aber, und das macht die Gaia-Theorie aus, aktiv von den Selbstheilungskräften Gaias wieder eingependelt wird – die Homöostase wird wiederhergestellt. Genauso müßte der selbstregulatorische Organismus auch mit der Umweltverschmutzung fertigwerden. (Solange wir nicht so dumm sind, lebenswichtige Organe Gaias zu verletzen!)
Doch nun steht eine ähnliche kosmische Katastrophe wie auf Venus und Mars ins Haus. Wir haben den langsamen aber stetigen Umwandlungsprozeß eines gesunden Orgonenergue-Metabolismus in einen pathologischen DOR-Metabolismus vor uns. Dies ist z.B. an der Bildung und Ausbreitung der Sahara in den letzten 6000 Jahren ersichtlich. Das Aufdecken dieser Umwandlung von OR in DOR ist der eigentliche originäre Beitrag der Orgonomie zum Verständnis des UFO-Problems. UFOs nehmen gesunde Orgonenergie (scheinbar benötigen sie jedoch erregtes Orgon, bzw. ORANUR) aus der Atmosphäre auf, metabolisieren sie in ihren Antriebssystemen und geben sie als giftiges Orgon (DOR) wieder an die Umwelt ab. So bildet sich im Laufe der Jahrtausende um die Erde herum ein DOR-Panzer, der der Panzerung beim Menschen entspricht. Man kann davon ausgehen, daß dieser atmosphärische DOR-Panzer erst die Abpanzerung beim Menschen hervorgerufen hat.
Wie im menschlichen Organismus zerstört auch der atmosphärische Panzer die Fähigkeit des Systems sich selbst zu regulieren und sich zu regenerieren. Gaia würde sterben, hätte sie sich nicht in der Orgonomie das Werkzeug für ihre Gesundung geschaffen. Diese Überlegungen zeigen auch, daß die UFO-Bedrohung und die menschliche Umweltverschmutzung, bzw. UFO-Abwehr und Umweltschutz ein und dasselbe sind. Funktionell betrachtet sind die Umweltzerstörer schon keine Menschen mehr, sondern Komplizen der Außerirdischen – sie sind selbst zu DOR-Wesen geworden.
Neuere Forschungen haben ergeben, daß der heiße Wüstenplanet Venus einst sehr große Wasservorräte besaß und zwar in einem solchen Ausmaß, daß es Ozeane gegeben haben könnte. Man vermutet auch, daß die Venus einst Umweltbedingungen aufwies, die den gegenwärtig auf der Erde herrschenden glichen und daß es entsprechende Lebensformen gab. Offenbar wird die Venus nicht ohne Grund der Fruchtbarkeitsgöttin zugeordnet. Diesem Bewußtsein entsprach einst eine Realität. Auf der Venus gab es Leben und es ist nicht ausgeschlossen, daß dieses weiterentwickelter und rezenter war, als man bisher annimmt; der extreme Wasserverlust, der hohe Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre und das Verschwinden des Sauerstoffs – all dies spricht für eine DOR-Katastrophe von gigantischen Ausmaßen auf der Venus. DOR verringert die Fähigkeit des Bodens Wasser an sich zu binden, DOR absorbiert Wasser und Sauerstoff und DOR erhöht die Zerstörungskraft der Sonneneinstrahlung, Stichwort „Treibhauseffekt“.
Für die Hitze auf dem Planeten und das Verdampfen der Ozeane wurde auch eine mögliche 30prozentige Steigerung der Sonneneinstrahlung verantwortlich gemacht. Velikovsky war der Meinung, die Venus wäre ein noch sehr junger Planet, der, nachdem er vom sonnenartigen Planeten Jupiter ausgestoßen worden war, noch nicht genug abgekühlt sei. Diese These Velikovskys wird aber von den neueren Daten kaum bestätigt. Das wirkliche Szenario wird vielleicht wie folgt ausgesehen haben:
Die Venus war ein erdähnlicher Planet (die Venussonden fanden eine Oberfläche vor, die erstaunliche Ähnlichkeit mit den Formationen vieler Erdlandschaften aufweist), dessen Orgonenergie-Hülle vollständig in DOR umgewandelt wurde. Daraufhin stieg der Luftdruck in einer krampfhaften atmosphärischen Kontraktion auf das 100fache des Erdwertes, die Temperatur stieg auf 400 Grad. Die Venus verlor ihr Magnetfeld und verließ ihre ursprüngliche Umlaufbahn, die vielleicht da lag, wo heute der Mars ist. Sie wurde zu einem Kometen, um schließlich auf der heutigen Umlaufbahn in größerer Sonnennähe zu landen („30prozentiger Anstieg der Sonneneinstrahlung“). Die Venus wurde zum einzigen Planeten mit einer retrograden Rotation, d.h. sie hat eine dem vom Orgonenergie-Feld des Sonnensystems vorgegebenen Umlaufsinn entgegenlaufende Eigenrotation. Dies mag auch der Grund dafür sein, daß die Rotation der Venus im Vergleich mit den anderen Planeten extrem langsam ist. Erde und Mars drehen sich einmal in ca. 24 Stunden um die eigene Achse, die Venus braucht dafür 243 Tage!
Aber zurück zum Leben auf der Venus: Der Astronom Fred Hoyle hat die These aufgestellt, daß das niedere Leben innerhalb von Kometen entsteht und von den Kometenschweifen ausgestoßen wird, um dann in Wolken durch das Weltall zu driften, bis es auf der Erde niederregnet, wodurch z.B. die periodisch alle 11 Jahre weltweit auftretenden Grippeepidemien zu erklären seien. Da zu diesen Zeiten die Sonnenaktivität immer besonders hoch sei, würden vom Sonnenwind Grippeviren aus der oberen in die untere Atmosphäre gedrückt werden. Velikovsky zufolge war auch die Venus einst ein Komet mit einem Kometenschweif. Als nun dieser Kometenschweif die Erdatmosphäre durchdrang, sind, so Velikovsky, um 1500 v.Chr. sogar Insekten und anderes Getier auf die Erde gelangt.
Die Venus wurde von den Kanaanitern u.a. mit Baal-Zevuv („Beelzebub“), dem „Herrn der Fliegen“ gleichgesetzt. Ein iranischer Text spricht davon, daß dieser böse Geist (Ahriman) „schädliches Getier“ über die Erde ausstreute, „stechend und giftig, als da sind Schlangen, Skorpione, Frösche und Eidechsen“. Eine ähnliche Ungezieferplage beschreibt Ex 8-10 und Ps 78. Danach wurde die zweite, dritte, vierte und achte „ägyptische Plage“ durch Ungeziefer verursacht. Spätere Heimsuchungen durch Ungeziefer werden in Ex 23,29, Num 21,6f, Dtn 7,22 und 8,15 beschrieben. Velikovsky bringt weitere Beispiele aus aller Welt vor, wonach Ungezieferplagen mit der Venus in einem kausalen Zusammenhang standen. Einerseits führt Velikovsky dies auf die Hitze zurück, die durch die Begegnung von Erde und Venus hervorgerufen wurde und die zur übermäßigen Vermehrung von Ungeziefer führte. Er stellt aber auch die Frage, „ob etwa der Komet Venus die Erde mit Ungeziefer verseuchte, das er in der nachgeschleppten Atmosphäre zusammen mit Steinen und Gasen in Form von Larven mit sich führte“ (siehe Welten im Zusammenstoß, Frankfurt 1978, S. 166-169).
Velikovsky hat wie schon erwähnt die These aufgestellt, die Venus sei in geschichtlicher Zeit aus dem Jupiter hervorgegangen („Aphrodite entspringt dem Haupte des Zeus“). Es ist aber kaum wahrscheinlich, daß sich ein so hochentwickeltes Lebewesen wie die Fliege auf dem sonnenartigen, gasförmigen Jupiter sich hätte entwickeln, geschweige denn von Jupiter auf einen dort neu entstehenden Planeten gelangen können. Vielmehr verweist Velikovskys eigene Beschreibung des „Fliegenplaneten“ (auch Erdöl soll von der Venus auf die Erde gelangt sein) darauf, daß Venus einst ein erdähnlicher Planet mit einer langen Entwicklungsgeschichte war, dessen Fauna durch die zunehmende DORifizierung sich schließlich auf Gliederfüßler beschränkte, die sich explosionsartig vermehrt hatten. Dieser Umbruch vom pulsierenden zum gepanzerten Leben spiegelt sich ja auch in der Mythologie wider, wo die Venus einerseits für die liebreizende Fruchtbarkeitsgöttin steht („OR“), andererseits für den ekelhaften Herrn der Fliegen („DOR“). Durch das überhandnehmende DOR wurde die Venus schließlich aus ihrer Bahn gerissen und auf eine der Sonne näheren Umlaufbahn geschleudert: Luzifer fährt vom Himmel in die Hölle. Heute, 3500 Jahre nachdem sich die Venus an der Erde vorbeibewegte und mit ihrem Ungeziefer verseuchte, ist auf der Venus alles Leben bei 400 Grad in der Hölle verbrannt.
Im 8. Jahrhundert v. Chr. kam es auf der Erde zu einer weiteren, wenn auch kleineren Katastrophe, als der Mars von seiner ursprünglichen (jetzt von der Venus eingenommen Bahn) auf seine gegenwärtige Umlaufbahn überwechselte. Hierbei ereigneten sich Beinahezusammenstöße mit der Venus und der Erde. Velikovsky:
Die Begegnungen zwischen dem Mars und den anderen größeren und massigeren Planeten lassen es höchst unwahrscheinlich erscheinen, daß irgendwelche Formen höheren Lebens auf dem Mars davongekommen wären. Er ist vielmehr ein toter Planet; jedes höhere Lebewesen gleichgültig welcher Art, dürfte bei einem solchen Ereignis seine letzte Stunde erlebt haben. Auch von irgendwelchen Bauwerken dürfte nichts übriggeblieben sein. (Welten im Zusammenstoß, S. 321)
Wie die Venus scheint auch der Mars nicht immer so lebensfeindlich gewesen zu sein wie heute. Die ausgetrockneten Flußbetten, die man durch die Marssonden entdeckt hat, haben gewisse Ähnlichkeit mit Flußläufen in sehr trockenen Wüstengebieten der Erde. Wissenschaftler glauben, daß es einst vielleicht sogar Meere auf dem Mars gegeben hat. Das Leben sei dann allerdings einer globalen Klimakatastrophe zum Opfer gefallen. Wasser gibt es auf dem Mars genauso wie auf der Venus nur noch in Restbeständen. Ansonsten ist der Mars das genaue Gegenbild der Venus: der Luftdruck ist 100 mal geringer als auf der Erde; je nach Jahreszeit herrschen Temperaturen zwischen -30°C und -140°C. Aber genauso wie bei der Venus ist das Magnetfeld des Mars kaum stärker als das des interplantaren Raumes.
Hat es auch auf dem Mars einen DOR-Notstand („Klimakatastrophe“) wie auf der Venus gegeben? Die NASA plant jedenfalls so etwas wie einen „OROP“, eine Orgonenergie-Operation zur Beseitigung von DOR. Es wird ernsthaft die „Terra-Formung“ des roten Planeten in Erwägung gezogen, d.h. die Umformung in einen erdähnlichen Planeten mit ausreichend Luftdruck, Temperatur, Wasser und Sauerstoff, um den Mars dann besiedeln zu können. Praktisch will man also das Zerstörungswerk der außerirdischen DOR-Wesen rückgängig machen.
Was den eingedrungenen Wüstennomaden ihre „Religion“ („Der hat meine Religion beleidigt!“) ist ihren linksintellektuellen Willkommensklatschern die „Kultur“. Kaum einer wagt zu sagen, was offenkundig ist: daß die moderne Malerei, das moderne Theater und die moderne ernste Musik fast durchweg nichts anderes sind als minderwertiger Dreck. So sah jedenfalls Reich die Sache.
Die Hamburger Morgenpost rezensiert die Uraufführung eines zeitkritischen Theaterstücks Die Kontrakte des Kaufmanns von Elfriede Jelinek, die 2004 den Literatur-Nobelpreis erhalten hatte:
Die muntere Schauspielertruppe tat ihr Bestes, um das Publikum am Einschlafen zu hindern. Eisenstangen knallten auf die Bühne, Luftballons wurden zerstochen, und schließlich kletterte das Ensemble sogar über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Ganz ehrlich, man kann es schaffen bis zum Ende.
Was würde Reich über Jelinek und die masochistische „Kultur“-Schickeria sagen, die diesen entarteten Müll über sich ergehen läßt? Wahrscheinlich dasselbe, was er über Kafka gesagt hat. Als Myron Sharaf ein Kafka-Zitat für das Orgone Energy Bulletin benutzen wollte, protestierte Reich: „Er (Kafka) war ein Neurotiker und andere Neurotiker sammelten sich um ihn und machten ihn zu einem großen Helden“ (M.R. Sharaf: “Some Remarks of Reich (1949-1952)”, Journal of Orgonomy, Vol. 8, No. 1, May 1974).
Wirkliche Kunst entspricht „Löchern“ in der Panzerung, ist also in jedem Fall unneurotisch. Die nervende Kakophonie der Neurotiker, der sogenannten „Künstler“, die, statt sich eine Kugel durch den Kopf zu jagen, uns ihre Alpträume ins Gesicht kotzen, trägt nur zur allgemeinen Verpanzerung bei, gebiert neue Verzweiflung; ist Niedertracht, Menschenverachtung, Emotionelle Pest und sonst nichts! Immerhin hatte Kafka die innere Größe, darum zu bitten, daß nach seinem Tod seine Manuskripte verbrannt werden – statt dessen machten sie ihn zum Helden….
Zur neurotischen Schriftstellerei siehe auch Wilhelm Reich, das Schreiben, meine Neurose und ich von Jan Decker.
Der Gegenpol zu Kafka, den Erzneurotiker, bildet der „Naturmystiker und Dichtermaler“ William Blake (1757-1827). Dazu das Bild „Venus und Anchises“ des viktorianischen Malers Sir William Blake Richmond (1842-1921), der von seinem Vater nach dessen Freund William Blake benannt worden war:
Hier sieht man, wie die Liebesgöttin in einen herbstlichen Wald tritt und neues Leben spendet. Sowohl Blake als auch der nach ihm benannte Maler waren im Christentum verankert gewesen, gleichzeitig ging es ihnen aber um den Zauber der Natur und um sinnliche Leidenschaft, die nicht im Widerstreit steht zu Gott und den Botschaften der Bibel. Für William Blake offenbarte sich Gott erst in der menschlichen Lebensfreude.
Blake war einer der seltsamsten und „fremdesten“ Menschen, die je gelebt haben. Von seinen Graphiken geht eine bezwingende Kraft aus, der man sich kaum entziehen kann. Seine Gedichte wirken, als wären sie von Wilhelm Reich inspiriert. Gewisserweise ist Blake Teil der Orgonomie.
In seiner Einführung in die Orgonometrie Before the Beginning of Time meint Jacob Meyerowitz, daß Blake der einzige Künstler gewesen sei, den man mit Fug und Recht als „genitalen Charakter“ beschreiben kann. Dies erkläre, warum uns, die wir gepanzert sind, sein Werk so fremdartig, geradezu „außerirdisch“ erscheine.
Tatsächlich wirken Blakes Werke auf den ersten Blick „mystisch“ und „verschroben“, doch offensichtlich war das seine einzige Möglichkeit, mit seinem Gefühlsleben umzugehen, das so radikal anders war als das seiner gepanzerten Umgebung. Genauso interpretiere ich das Wirken Jesu im zweiten Band von Der verdrängte Christus.
Tatsächlich ist es manchmal schwer zu sagen, ob man es mit Mystizismus (durch die Panzerung verzerrter Kontakt zum Kern) oder mit einem genuinen Kontakt mit dem bioenergetischen Kern zu tun hat. Das betrifft etwa den bekannten Schriftstelle Paulo Coelho, der mit seiner Weltsicht, die von einer „Weltseele“ bestimmt wird, sich geren als William Blake der Neuzeit stilisiert.
Am 15.8.03 berichtete das ZDF-Kulturmagazin Aspekte über das damals erschienene Buch Elf Minuten (die durchschnittliche Dauer des Geschlechtsakts) von Paulo Coelho. Es geht ohne „aufklärerischen“ Sozialkitsch um die Geschichte einer jungen Prostituierten, die nach der „Sprache des Körpers“ auch die „Sprache der Seele“ kennenlernt und so erfährt, was Erotik und Liebe wirklich ist.
Doch leider versteigt sich „der weltberühmte katholische Kulturalchimist“ gegenüber Aspekte:
Sexuelle Ekstase ist dasselbe wie mystische Ekstase. Wenn man Bücher von Mystikern liest wie der heiligen Theresia von Avila oder dem heiligen Johannes, die zu beschreiben versuchen, was religiöse Ekstase ist, dann liest man: „Ich verliere das Gefühl für diese Welt“ – und dasselbe geschieht beim Sex. Beim Orgasmus, wenn man in Ekstase gerät, verliert man sich, nimmt nichts mehr wahr, findet man aus sich heraus. Und das ist, denke ich, die heilige Erfahrung von Sex.
Reich schrieb, „daß das religiöse Empfinden gehemmter Sexualität entspringt, daß in gehemmter Sexualerregung die Quelle der mystischen Erregung zu suchen ist“ (Hervorhebungen hinzugefügt). Und er unterstreicht: „Daraus folgt der zwingende Schluß, daß klares sexuelles Bewußtsein und natürliche Ordnung des sexuellen Lebens das Ende des mystischen Empfindens jeder Art sein muß, daß also die natürliche Geschlechtlichkeit der Todfeind der mystischen Religion ist“ (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 168).
Die Spaltung in der Kultur zwischen „Kafka“ und „Blake“ findet sich, wohin man schaut. Etwa, wenn Der Spiegel sich mit der Urgeschichte befaßt.
2005 berichtete Der Spiegel unter der Überschrift „Triebstau im Neandertal“ über den „Adonis von Zschernitz“ und andere Funde, die vom Sexualleben in der Frühzeit zeugen. Der Artikel liest sich, als wären wir noch im Jahre 1932, als Reich sein Buch Der Einbruch der Sexualmoral veröffentlichte. Ganz im Sinne Freuds sehen die „Tabuisten“ den Urmenschen in einem System aus Triebverzicht und Enthaltsamkeit mit einem streng reglementierten Fruchtbarkeitskult gefangen, in dem das geschlechtliche Verlangen sublimiert und zu ritueller Kunst umgeformt wird. Die Soziobiologen glauben hingegen, der haltlose Frühmensch habe dem genetischen Diktat folgend der Promiskuität gefrönt.
Von sexualökonomischen Überlegungen findet sich keine Spur. Stattdessen… – die Sprache des Pseudoliberalen (modern liberal) Kulturfatzkes: „Pornofiguren“, „Erotiktempel“, „Bewegung in der Sexfront“, „Reizwäsche aus der Bronzezeit“, es „wird gerammelt und geschleckt“, „Dildos“, „SM-Sklavin“, „Kloschmierereien“, „trunkene Orgie“, „Erotikriten“, „Eros-Center“.
Nach all dem gesellschaftlichen und wissenschaftlichen „Fortschritt“ der letzten Jahrzehnte sind Reich-Titel wie Der triebhafte Charakter, Die Funktion des Orgasmus und Geschlechtsreife, Enthaltsamkeit, Ehemoral aktueller als in den 1920er Jahren!
Immerhin schlägt der Bericht im Spiegel über die „Venus vom Hohle Fels“ einen anderen Ton an. Einen, bei dem man sich wohl fühlt. Die Statuette sei „– drall und erotisch (…), was wie ein Symbol für Wonne und Wohlleben, sattes Glück und sicheres Gebären scheint“.
Es gibt einen Unterschied zwischen Kultur, die in Einklang mit der Natur ist, und der entarteten Unkultur!
Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:
DER VERDRÄNGTE CHRISTUS: