Posts Tagged ‘Außerirdische’

Buchrezension: Wilhelm Reich. The Evolution of His Work (Teil 2)

25. Dezember 2020

von Paul Mathews, M.A.
Brooklyn, N.Y.

 
Trotz aller scheinbaren Gelehrsamkeit (mit einigen Vorbehalten für Fehler, die auf schlechtes Korrekturlesen zurückzuführen sein könnten) spürt man eine etwas oberflächliche Besserwisserei, eine Art intellektuellen Exhibitionismus, der sich schließlich in drei grauenhaften Schlusskapiteln mit den Titeln „Verschwörung“, „Klima und Landschaft“ und „Schöpfung oder Zerstörung“ voll entfaltet.b In diesen Kapiteln enthüllt Boadella das Fortbestehen dessen, was Ritter einmal als eine unzureichend ausgearbeitete „positive Übertragung“ auf Reich bezeichnete (3). Und das ist schade, denn ohne diese destruktiven Kapitel wäre das Buch unendlich viel wertvoller und nützlicher gewesen. Wie die Dinge liegen, wird das weite Panorama von Reichs Werk durch Boadellas Analyse von Reichs sogenannter letzter Periode so besudelt, dass das Buch im Ganzen der Orgonomie einen schlechten Dienst erweist und seine Nützlichkeit stark eingeschränkt ist.

Diese drei Schlusskapitel sind im Wesentlichen eine Erweiterung des Themas des von Boadella 1961 veröffentlichten Artikels mit dem Titel „Occupational Hazards in Orgonomy“ (4)c. Bei der Auswertung dieser Kapitel muss man bedenken, dass Boadella weder Arzt noch medizinischer Orgonom ist und daher nicht in der Lage ist, Diagnosen zu stellen. Darüber hinaus ist er Reich nie begegnet und hat die meisten seiner Informationen nicht aus erster Hand, sondern indirekt durch Lesen oder Korrespondenz mit anderen Personen als Reich erlangt.

Zusammenfassend behauptet Boadella:

1. Dass das Oranur-Experiment und seine biophysikalischen Auswirkungen auf Reich den akuten Wendepunkt seiner Rationalität und geistigen Gesundheit markierte.d

2. Dass die Untersuchungen der Food and Drug Administration die zugrundeliegende Erkrankung nur noch verschlimmert haben.e

3. Dass folgendes die Beweise für Reichs Paranoia oder Wahnsinn waren:

a. Die angebliche Verschiebung von einer wissenschaftlichen zu einer ad hominem-Haltung gegenüber der emotionellen Pest, d.h. die Verwendung von Begriffen wie „Modju“, „emotionelles Stinktier“, „No-See-Ems“f usw. bei der Beschreibung der affektiven Eigenschaften von emotionellen Pestcharakteren. g

b. Reichs „fanatischer“ Antikommunismush; seine Verurteilung von Paul Ritter als „Werkzeug“ der Roten Faschisten und sein Verdacht gegen Neill, weil der an Kommunisten in seinem Lehrkörper festhielti; seine Unterstützung Amerikas im Vergleich zur kommunistischen Welt; und Reichs gesamte „Verschwörungs“-Anklage gegen seine Gegner, Kritiker und Verfolger.

c. Die angebliche Verschlechterung von Reichs wissenschaftlicher Objektivität und Behutsamkeit in seiner letzten Phase; die Raumfahrer-DOR-Frage; Reichs Spekulationen über seinen möglichen außerirdischen Ursprung usw.

d. Reichs Neigung zu glauben, dass hohe Beamte in der US-Luftwaffe und der Regierung nicht nur von ihm und seiner Arbeit wussten, sondern ihn tatsächlich unterstützten, zum Beispiel bei seinen Bemühungen, feindliche Eindringlinge aus dem Weltraum zu bekämpfen.j

 

Anmerkungen des Übersetzers

b In der deutschen Ausgabe anderslautend. Vermutlich meint Mathews hier Unterkapitel wie „Die kommunistische Verschwörung“ der deutschen Ausgabe.

c Siehe „Antwort auf David Boadellas ‚Occupational Hazards in Orgonomy‘“ von Paul Mathews in https://nachrichtenbrief.com/2019/03/14/antwort-auf-david-boadellas-occupational-hazards-in-orgonomy/

d „Das fortschreitende Hervortreten paranoider Züge in Reichs privatem Verhalten hat seine Frau Ilse Ollendorff geschildert. In akuter Form geschah dies erstmals im Winter 1950/51, als das Oranur-Experiment gestartet wurde. Der zunehmende Einfluß, den wahnhafte Vorstellungen auf sein politisches und soziologisches Denken gewannen, gipfelnd in der Einbildung, die Hetze gegen seine Arbeit von psychiatrischer, medizinischer und pharmazeutischer Seite her sei Teil einer kommunistischen Verschwörung, wurde bereits geschildert. Ich glaube allerdings nicht, daß es vor Juli 1953 zu einem nennenswerten Übergreifen paranoider Vorstellungen auf seine wissenschaftliche Arbeit gekommen ist; diese entscheidende Grenzüberschreitung, dieser mit dramatischer Plötzlichkeit wirksam werdende Bruch, vollzog sich erst in jenem Monat.“ Boadella, Scherz Verlag, S. 286.

e „Als die F.D.A.-Inspektoren ihn des Betrugs beschuldigten, ein klarer Fall von Verleumdung und Beleidigung in ‚Pest-Manier‘, konterte Reich, indem er die F.D.A.-Ermittler anklagte, Spione Moskaus und ‚Higs‘ (hoodlums in govemment, d. h. ‚Gangster in der Regierung‘) zu sein. Schließlich übertraf er mit seinen tollen Anschuldigungen selbst den antikommunistischen Eiferer McCarthy.“ Boadella, Scherz Verlag, S. 271.

f Winzige und deshalb „unsichtbare“ blutsaugende Mücken. Reichs Bild für den hinterhältigen und feigen pestilenten Charakter, der aus dem Verborgenen mit übler Nachrede arbeitet. (PN)

g „Mit der Ad-hominem-Argumentation wurde nachträglich auch die norwegische Kampagne gegen Reich von 1938 erklärt (…) Sinngleich mit ‚Modju‘ verwendete Reich die Bezeichnungen ‚emotionelles Stinktier‘ und ‚emotioneller Bandwurm‘. Die ganze Sprache des Artikels über ‚Modju‘ ist eine Sprache schwelenden Hasses. Der Übergang von seiner klinisch-besonnenen Diktion zu dem eigenartigen, ‚wilden‘ Privatjargon der Modju-Welt war eines der ersten Anzeichen dafür, daß Reichs psychische Integrität, nachdem er sie so lange allen ihm hart zusetzenden Erfahrungen zum Trotz bewahrt hatte, schließlich doch zu zerbrechen begann.
Als Reich von der klinischen Auffassung der ‚emotionellen Pest‘ als einer keineswegs nur auf bewußte Böswilligkeit reduzierbaren psychischen Krankheit abzukommen begann und ein politisches Verständnis der Pest als organisierter Spionage und bewußter Konspiration und Klüngelwirtschaft hervorkehrte, gab er sich nicht mehr mit bioenergetisch fundierten Beschreibungen der Krankheit ab; vielmehr fing er an, deren aktivste Vertreter selbst mit ‚Pest-Methoden‘ anzugreifen.“ Boadella, Scherz Verlag, S. 270f.

h „Als Ausdruck seines Bedürfnisses, die Anerkennung und das Wohlwollen eines Teils der einflußreichen, meinungsbildenden Kräfte in den Vereinigten Staaten zu gewinnen, ist wohl auch der fanatische Kommunistenhaß zu verstehen, den Reich entwickelte und der seine letzten Lebensjahre prägte. Der wütende Antikommunismus vieler amerikanischer Politiker ist eine der krassesten Äußerungsformen der virulenten ‚emotionellen Pest‘. Reich stimmte nun in den Chor dieser Fanatiker ein. Und dieser Geisteshaltung entsprang auch der ‚Verschwörungs‘-Vorwurf, der Reichs politisches Denken während seiner letzten Jahre beherrschte. (…) Von diesem Zeitpunkt an wurde der ‚Rote Faschismus‘ zum Hauptfeind, und die klinisch-wissenschaftliche Bedeutung des Begriffes der ‚emotionellen Pest‘ machte einem politischen Gebrauch des Wortes Platz(.)“ Boadella, Scherz Verlag, S. 268f.

i „‚Ritter‘, schrieb er an A. S. Neill, ‚war das Werkzeug der roten Faschisten, die Jean Ritters starke Identifizierung mit ihm mißbrauchten.‘ Selbst Neill, einer der engsten Freunde Reichs, geriet in Verdacht, vielleicht wegen einer Fürsprache für Paul Ritter, vielleicht aber auch, weil in seinem Lehrerkollegium einige Kommunisten waren.“ Boadella, Scherz Verlag, S. 272.

j „Ein weiteres Anzeichen für Reichs wahnhaftes Denken zu jenem Zeitpunkt ist die Tatsache, daß er dieses Gespräch als Indiz dafür deutete, daß die Luftwaffe in der Beurteilung der von den Ufos ausgehenden Gefahr mit seiner Interpretation übereinstimmte. Aus formalen Empfangsbestätigungen und Höflichkeitsantworten, die er auf Schreiben erhielt, die er an verschiedene hohe Regierungsstellen geschickt hatte, schloß er, daß seine Tätigkeit in Regierungskreisen als ‚streng geheim‘ eingestuft werde; dementsprechend sah er in den Militärflugzeugen, die Orgonon überflogen, Wächter, die ihn beschützten, bzw. Dankesbezeigungen für seine Operationen mit dem Wolkenbrecher oder mit der Raumkanone. So suchte und fand er die Bestätigung für seine Überzeugung, daß ihm nun endlich machtvolle Unterstützung und Rückendeckung für seine Forschungen zuteil geworden sei.“ Boadella, Scherz Verlag, S. 292.

 

Literatur

3. Ritter, P.: Editorial in Orgonomic Functionalism, May-July, 1961.

4. Orgonomic Functionalism, May-July, 1961.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 2, S. 272-276.
Übersetzt von Robert (Berlin)

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Außerirdische Seelenfänger

5. Dezember 2020

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Außerirdische Seelenfänger

36 Jahre im Kampf gegen den dunklen Dreiklang

20. November 2020

1953 schrieb Reich in einem Brief an eine US-Behörde, daß die menschliche Gesellschaft mit drei Hauptgefahren konfrontiert sei:

1. durch die roten Imperialisten und potentiellen Machttrunkenen jeglicher Art;

2. von der inneren emotionalen und charakterlichen Hilflosigkeit der Menschen im allgemeinen, die durch ihre Passivität und Neurose ohne böse Absicht unwissentlich das politische Übel an die Macht bringen;

3. aus dem Weltall. Und hier, ohne anmaßend erscheinen zu wollen, möchte ich hinzufügen: Ich glaube nicht, daß die US-Regierung dieser Gefahr gewachsen sein wird, ohne vollständige praktische Kenntnisnahme meiner Entdeckung der kosmischen Urenergie.

Darum dreht sich der Nachrichtenbrief (und seine Vor- und Nebenprojekte) seit 1984: um den Kampf gegen den Roten Faschismus bzw. den Pseudo-Linksliberalismus, die Trägheit und Verblendung der Massen, die diesen Faschismus erst ermöglichen, und den kosmischen DOR-Notstand. In dieser Hinsicht hat sich in den letzten 67 Jahren nichts geändert!

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Der orgonomische Funktionalismus und die UFO-Forschung

29. Oktober 2020

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Der orgonomische Funktionalismus und die UFO-Forschung

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Die Entdeckung des Orgons und die UFO-Forschung

27. Oktober 2020

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Die Entdeckung des Orgons und die UFO-Forschung

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Einführung

23. Juni 2020

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Einführung

Die 15 Orgonomie-Gruppen (Teil 2)

10. Februar 2020

6. Reichs Tochter und anfängliche Treuhänderin seines Nachlasses, Eva Reich, hielt sich ebenfalls „aus allem raus“, begann aber in den 1970er Jahren eine Vortragstätigkeit und arbeitete weltweit mit wirklich fast jedem zusammen, der auch nur ein entferntes Interesse an Reich zeigte. Sie wurde dergestalt so etwas wie die Übermutter des „Reichianismus“. All das wurde gefärbt durch ihre absurde persönliche Ideologie („ich bin eine christliche Sozialistin“) und ihre bereits in den 1980er Jahren einsetzende Demenz. Übrigens war sie nie Orgontherapeutin und hat das auch nie von sich behauptet!

7. Neben Silvert war Robert McCullough, ein Biologe, der zweite wichtige Mitarbeiter Reichs im nichtmedizinischen Bereich. Insbesondere spielte er während der Expedition nach Arizona eine Rolle. Anfang der 1970er Jahre tat er sich mit dem anthroposophisch (sic!) und allgemein okkultistisch orientierten Cloudbuster-Operateur Trevor Constable zusammen. Ich verweise auf meine Rezension von dessen Buch The Cosmic Pulse of Life. Vor kurzem verstorben, bildete Constable bis heute sozusagen die „Schnittstelle“ zwischen Orgonomie und Okkultismus, insbesondere über die Borderland Science Research Foundation.

8. Jerome Eden, ebenfalls Cloudbuster-Operateur, war gewisserweise der Gegenpol Constables in der Orgonomie. Ich verweise auf den „Jerome Eden-Teil“ von www.orgonomie.net.

9. Paul Ritter und sein Mitstreiter David Boadella wirkten zwar nicht in Amerika, doch gehören sie hierher, weil es bereits in den frühen 1940er Jahren enge Kontakte zwischen Reich und der „englischen Gruppe“ gab, hierher gehört insbesondere der Name Derek Eastmond. Ritters 1954 erstmals erschienene Zeitschrift Orgonomic Functionalism war das einzige Periodikum, das ein Kontinuum zwischen der Orgonomie zu Reichs Zeiten, der vorangegangenen Sexpol (etwa in Holland) und den späteren Entwicklungen herstellte. Das Problem mit dem Architekten Ritter war, daß er sich als vollkommener Laie anmaßte „therapeutisch“ tätig zu sein und Reichs Funktionalismus „weiterzuentwickeln“. Einen Eindruck von der, zumindest zu Reichs Lebzeiten und kurz danach teilweise durchaus wertvolle, Arbeit der Gruppe vermitteln die Artikel von Boadella, die ich hier im Nachrichtenbrief veröffentlicht habe: „Orgonenergie, Liebe und Raumschiffe (1955)“ (11 Teile), „Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958)“ (7 Teile) und „Orgonotische Erregungseffekte II (1958)“ (8 Teile).

Fliegende Wikinger

10. Januar 2019

Es gibt zwei grundlegende UFO-Mysterien: Erstens, daß angesichts der unüberbrückbaren Distanzen überhaupt jemals Besucher da waren! Das Problem Raum. Und zweitens, daß wir in einem 14 Milliarden Jahre alten Universum (oder gar in einem Universum ohne Anfang!) nicht von außerirdischen Besuchern geradezu überschwemmt werden und das seit unvordenklichen Zeiten. Das Problem Zeit. Man sieht: das Problem Zeit sticht das Problem Raum aus, d.h. jede Jahrtausende, gar Jahrmillionen ältere Zivilisation müßte auch die „unüberwindbaren“ astronomischen Distanzen überwinden können.

Die einzige Lösung dieses Dilemmas liegt m.E. darin, daß im Universum weite Teile einer gegebenen Galaxie, wenn nicht gar die gesamte Galaxie, durch Supernovae oder Ausbrüche des Galaxiekerns mehr oder weniger regelmäßig von jedwedem Leben sozusagen „desinfiziert“ wird. Was von den besagten überentwickelten Zivilisationen bleibt, entspricht dann dem, was von Menschen bleibt, die plötzlich aus dem Leben gerissen werden: Gespenster. Vielleicht neben ganz wenigen, gar nur einer, raumfahrenden Zivilisation, die (noch) nicht vernichtet wurde.

Dieses Szenario würde unsere beiden UFO-Mysterien in einem neuen Licht erscheinen lassen – es würde erklären, warum auf der Erde offensichtlich nie ein „Raumschiff Enterprise“ gelandet ist; und zweitens, warum wir ständig von „UFOs“ und deren Insassen heimgesucht werden. UFOs und „Außerirdische“, die nie wirklich greifbar sind, außer in Zeugenaussagen und in nichtssagenden verschwommenen Bildern. Die Geschichten über UFO-Entführungen sind von Berichten über Nahtodeserfahrungen und „Jenseitsreisen“, sowie über Begegnungen mit Geistern und Gespenstern kaum zu unterscheiden.

Man nehme die „Wikinger in Huyton“:

Im November 1965 peitschten über die britischen Inseln apokalyptische Sturmwinde. Gleichzeitig wurde in Nordengland, beispielsweise Liverpool und Manchester, am nördlichen Himmel in den Nächten ein seltsamer grüner Schein gesehen, der zeitweise extrem hell war. Es sei eindeutig kein Nordlicht gewesen. Als diese Erscheinung am intensivsten war, geschah in Huyton bei Liverpool etwas sehr seltsames. Gegen 23:00 Uhr beobachteten ein Polizist und ein Verdächtiger, den er vorläufig festgenommen hatte, ein intensives grünes Leuchten am nächtlichen Firmament:

In der grünen, glühenden Wolke, die sich vor ihnen bildete, war die schwarze Silhouette von etwas auszumachen, was offensichtlich ein Wikinger-Langschiff war. Es glitt durch die Luft, wobei knisternde Elektrizitätsblitze von ihm ausgingen. Das Schiff segelte durch die Straße und allmählich wurde der Schatten heller, so daß die beiden Männer das riesige viereckige Segel sehen konnten und etwa zwanzig Männer, die auf dem Deck saßen und an den langen Rudern zogen. (…) Sekunden später verschwand das Wikingerschiff langsam im Nichts, und auch die grüne Wolke verschwand. In der Luft roch es stark nach Ozon.

Nicht nur, daß es weitere Berichte über diese Erscheinung gibt, die über die Jahre an gleicher Stelle auftrat, sondern seit Jahrhunderten geistern überall in der Welt Schiffe, Reiter und ganze Armeen durch die Lüfte.

Hilfe, ich sehe überall UFOs! (Eine Ergänzung zum gestrigen Blogeintrag)

1. August 2018

Alien Hunter, wo man außerirdische Lebensaktivitäten auf offiziellen NASA-Photos der Mondoberfläche ausmachen soll, hat den fatalen Einfluß auf mich, daß ich plötzlich überall Zusammenhänge ausmache, die gar nicht vorhanden sind. Hat man erst einmal seinen Geist darauf trainiert, aus jedem Muster, das man zu erkennen glaubt, welterschütternde Schlußfolgerungen zu ziehen, ist nichts mehr vor einem sicher. Beispielsweise sehe ich, wenn ich zum Himmel schaue, gigantische Raumschiffe, die sich in den Wolkenformationen verstecken bzw. hinter den Wolkenformationen stecken. Das ist eine der Gefährdungen des orgonomischen Funktionalismus; man sieht Muster, wo keine sind. Teilweise gemahnt das an die Wahrnehmung des Schizophrenen in einer psychotischen Phase! „Das ist doch kein Zufall, daß wir uns hier begegnen!“ „Hä??!“ – Paranoiker akzeptieren schlichtweg keine Zufälle, also keine sozusagen „Musterlosigkeit“.

Reich selbst wird oft eine paranoide Schizophrenie angedichtet, weil er „überall“ eine kommunistische Verschwörung sah, im Zusammenhang mit seinen „Raumkanonen“ die US-Luftwaffe und das Weiße Haus als heimliche Verbündete betrachtete und gegen treue Mitarbeiter zunehmend mißtrauischer wurde. Zunächst einmal hängt alles von der Einschätzung ab, die man von „Moskau“ und generell der sozialistischen Bewegung hat, davon, ob es UFOs wirklich gibt, davon wie man Reichs Mitarbeiter bewertet, etc. Vor allem zeigt sich hier aber die inhärente Gefahr des unvoreingenommenen Suchens nach gemeinsamen Funktionsprinzipien, also die Gefahr, die im orgonomischen Funktionalismus lauert. Von daher sollte man nochmals Reichs ausführliche Beschreibung eines Falls von paranoider Schizophrenie in Charakteranalyse durcharbeiten, wo es darum geht, daß die betroffene Patientin Dinge bzw. Zusammenhänge sieht, an denen Homo normalis wie blind vorbeigeht.

Wenn man beispielsweise, frei nach Hans Hass, ein Auto als zusätzliches Organ betrachtet, neben Organen wie Leber und Sprache (sic!), wird die Grenze zum Irrsinn fließend. Oder man denke an Reichs Konzept der Emotionellen Pest. Eine der passendsten Allegorien dafür findet sich in dem Science Fiction/Horror-Film Die Invasion der Körperfresser, also einem psychotischen Fiebertraum, der zu einem Drehbuch geronn. Wie etwa die Geschichte des Mesmerismus gezeigt hat, ist es vom Sehen und Manipulieren des organismischen Orgonenergie-Feldes zur spiritistischen Spökenkiekerei nur ein Schritt. Der entscheidende Unterschied zwischen dem Funktionalismus und dem krankhaften Obskurantismus ist, daß der erstere zwar zeitweise sozusagen „entgleisen“ oder dauerhaft mystisch entarten kann, es aber vom letzteren keinen Weg zum ersteren gibt. Schizophrene und Mystiker ertragen das einheitliche Strömen der Energie nicht, ziehen sich ängstlich zurück oder deskompensieren vollends.

Eine notwendige Ergänzung zu David Boadellas „Orgonenergie, Liebe und Raumschiffe“: der Verweis auf Jerome Eden

6. Juni 2018

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Einführung