Posts Tagged ‘Tiefenpsychologie’

Neo-Psychoanalyse

27. August 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Neo-Psychoanalyse
 

 

O. sagte 2013: “Es handelte sich um den Beginn der Orgon-Theorie. Fenichel und ich wagten nicht, uns anzugucken, denn kalte Schauer liefen uns den Rücken hinab.“
Ich mag mich ja irren, aber 1933 gab es noch keinen Beginn der Orgon-Theorie, weil es das Orgon noch nicht gab; dies enstand als Begriff 1939/40. Der Urgegensatz des Vegatativum war 1934 im enstehen, worüber sich die Herren unterhalten haben können und dies als „schizophrene Vorstellung“ betrachten.
Irgendwas kam Fenichel hier spanisch vor, was er als „schizophren“ versteht, wenn Reich dies noch mit einem Nachsatz wie „Kinder, wenn ich meiner Sache nicht so sicher wäre, würde es mich anmuten wie eine schizophrene Phantasie“ (Reich) kommentiert haben soll, dann hat Reich den Begriff selbst ausgedrückt, der im Gedächtnis haften blieb. Was war denn die „schizophrene Phantasie“? Das „Orgon“ war es noch nicht, sondern das eine biologische/bioelektrische Energie nachzuweisen wäre. Oder?

Darauf Robert: Naja, Reich hat seine Sachen erst dann veröffentlicht, wenn er sich seiner Sache absolut sicher war, also oft Jahre später. Er hat dann (1933) also sicher schon Vegeto-Therapie betrieben und gemeint, Libido wäre eine eigenständige biophysikalische Energie, die man evtl. am Hautwiderstand messen kann.

O.: Es war der hier genannte „erste Schritt“, der erinnert wird, verbunden mit genau der „Orgonthese“ (die später kam), als Reichs Untergang. Genau genommen ist es die Beschreibung der Funktion des Orgasmus als nachweisbarer Prozess, was nicht ertragen werden konnte. Solange es eine Theorie darüber gab, war noch alles einigemaßen ok, außer bei Freud. – Freud hätte ihn so oder so „gekillt“.

Renate fragte: Warum hätte ihn Freud „so oder so ‚gekillt’“ ?
Hatte den Eindruck, Freud war der einzige, der WR gegen Attacken verteidigt hatte (vor 1930), wo war dann der Bruch?

Sebastian: http://www.lsr-projekt.de/wrfreud.html#fueberr

O.: Meine schöne Erklärung hat sich im Äther verflüchtet ggrrrrr ….
Da nichts so ätzend ist, wie sich zu wiederholen, fällt die bessere Erklärung für Renate aus. Sorry.
Kurz gesagt: Reich und Freud inhaltliche Differenzen sind so groß, dass beide nicht zusammenpassten, was Freud sehr wohl bemerkte und Reich aber nicht sehen wollte.
Freud schmeißt Reich elegant raus (über Jones) und schmeißt ihn den Nazis zum Frass vor.
Die Freudsche Psychoanalyse passte hervorragend in die „arische Psychologie“, Reichs bessere Charakteranalyse hingegegen entarnte den Faschismus und wandte sich gegen Freuds Konzept der Triebsublimierung, um gesellschaftlich „besser“ zu funktionieren.

O.: Einerseits ging er auf Nummer sicher und hat später veröffentlicht. Die bioelektrischen Untersuchungen kamen aber erst nach 1933 – nämlich 1934 in Oslo als er dort die Geräte hatte.
Andererseits:
Sein „Orgon“ hat er in Anmerkungen erst im Nachhinein noch eingearbeitet in der 2. oder 3. Auflage der Charakteranalyse, die Zwischenphase der Vegetotherapie wird dadurch geschmälert und ein theoretisches Chaos entsteht durch mangelnde Abgrenzung der Phasen zum Nachteil der Orgontherapie, wie ich finde.

Robert: Aber die Hinweise von Sterba und Gerö lassen das Indiz zu, dass er schon angefangen hatte, in diese Richtung zu forschen. Wir wissen nicht, wann er erste Hypothesen diesbezüglich aufstellte, z. B auf der Nässetheorie von Kraus, die er schon in den Zwanziger Jahren laß.

Klaus schrieb 2011: „Es hat sogar ‚Satanisten’ gegeben, die sich auf Adler beriefen!“
Mag sein – besagt aber nicht viel. Man kann so viel Schauriges für „…“ einsetzen in „Es hat sogar … gegeben, die sich auf Reich beriefen!“
„Der Witz bei der ganzen Angelegenheit ist, daß Reich selbst bei sich von Anfang an, konstatierte, er stünde ‚draußen vor’.“ Ja ja, das behaupten allerdings so viele notorische Einzelgänger von sich, die sich für etwas ganz Einzigartiges halten, und spricht nicht für irgendetwas Relevantes.
Warum sich so sehr mit dem Mann Reich befassen und nicht eher nur insofern mit ihm, als es Beobachtung und Deutung interessanter Phänomene formulieren hilft?
Klar, das eine schließt das andere nicht aus; der Kult um IHN ist aber schon nervig genug und Wasser auf die Mühlen der Turners usw.

O.: Leute, die über vermeintliche Persönlichkeitsmerkmale anderer – hier über Reich – reden, sind mir suspekt. An anderer Stelle geäußerte und auch nicht neue Meinung Reich habe viele Frauen um sich gehabt oder die Frauen seien fasziniert von ihm gewesen, nun das halte ich für völlig normal für einen normal entwickelten Menschen. Wer das betonen muss, dem fehlt offensichtlich selbiges und sollte sich diesen Mangel mal anschauen. Das geht jetzt nicht direkt an Turner, der dies als Argument brachte, weil mich seine „Frauengeschichten“ eh nicht interessieren und bei einer solch unqualifizierten Bemerkung, ich ihn bemitleiden müsste.
Reich hatte nicht außergewöhnlich viel Frauen und hatte, was viel auffälliger war, doch schon in der psychoanalytischen Phase, sehen wir vom Altherrenclub einmal ab, und wohl auch in Berlin und Norwegen deultich viel attraktive und intellektuelle Männer um sich. Hieraus ist auch kein besonderer Schluss zu ziehen, außer dass auch diese Männer für Frauen eine Faszination gehabt haben dürften.
Männer, die stets auch (!) von Frauen umgeben sind, die ihnen zugeneigte sind, interessieren sich am wenigsten für dieses Phänomen, um nicht zu sagen, bekommen das meist auch gar nicht mit. Darüber mögen so manche Männer sich dann wundern und eifersüchtig werden. Viel Hass und Kontaktabbruch zwischen Männern kann hieraus resultieren, möglicherweise ist dies auch eher Reichs Problem geworden, dass die „konkurrierenden“ Männer sich in übler Rede selbst post mortem noch rächen wollen. Möglicherweise geht es gar nicht um den ORAC oder das Orgon, welches für die meisten ien Abstraktum bleibt, sondern um ihre eigenen geringe Anerkennung, die sie in ihrem Leben erhalten haben, speziell von Frauen und sich selbst als nicht liebenswert betrachten. Adler hätte dies in seinen Großgruppen themaisieren können. Das dahinterliegende Problem wäre dann wieder auch das der Sexualität geworden, ein Thema, das vorraussetzt, dass man welchen haben kann. Doch ohne ein Selbstwertgefühl wird man sich dem eigenen Gefühl, keine Chance gegenüber dem anderen Geschlecht zu haben, nicht stellen können.
Das Problem homosexueller Psychoanalytiker, die sich dann in die „verschmähte Mädchenrolle“ einordnen und ihren Hass ausagieren, will ich hier nicht ansprechen, dies hat sicherlich zur Zuspitzung der Problematik geführt.
Betrachtet man die Rolle der Frau innerhalb der Orgonomie, so spielen (von der Museumsleiterin ein mal abgesehen), die Frauen eine unterstützende und sich unterordnende Rolle. Nun das wäre mal auch für Kritiker ein interessantes Thema gewesen, aber offensichtlich sind sie immer nur an der Abarbeitung ihres Minderwertigkeitsgefühls orientiert, ohne dies auflösen zu können. Turner könnte sich mal fragen, wie männlich kommt er in seinem Reichroman rüber? Welche Frau wird so etwas lesen wollen? Frauen würden wohl eher etwas über die Psychologie oder Körpertherapie erfahren wollen, jedoch nicht „Eh, seht her, der Mann war ein Frauenliebling und schizophren! Nur damit alle, die nichts über ihn wissen, das nun endlich mal wissen.“ – So bleibt ein Autor doch single und kann mit seinem „orgasmotron“ spielen oder auf einen „Spontanorgasmus“ warten, der irgendwann dann tatsächlich doch eintritt – ohne einen auslösenden Reiz oder erkennbaren Anlass. Das kann dann auch beim Anblick der BILD-Zeitung passieren.

Darauf Peter: Barbara Koopman, Louisa Lance, Conny Huthsteiner, Irmgard Bertelsen, etc.

Peter: Barbara Koopman (einst zweite Frau des ACO, heute unabhängig), Louisa Lance (erst ACO, dann IOS, heute unabhängig), Conny Huthsteiner (IOS), Irmgard Bertelsen (erst ACO, dann IOS), etc.

Jonas: Sind all diese Damen in den USA ansässig, oder auch in Europa? Meines Wissens gibt es zwei Orgonominnen in Griechenland, und ansonsten noch Frau Fuckert in Waldbrunn. Würde mich interessieren, ob es noch mehr in Europa/Deutschland gibt.

Peter: Alles Ami-Frauen. Ansonsten weiß ich von keinen weiteren Therapeutinnen, nur das welche in Ausbildung sind. Das weiß ich aber nichts genaueres. Vor dem Facharzttitel halten Ärzte ihr Reich-Interesse eh geheim!

O.: Nun mir fällt eine andere Frage ein: Wie alt sind die Damen? Ist eine noch unter 40? Ich denke mal, dass es zu wenig Nachwuchs gibt. Und als 30-Jähriger zu einer 60-Jährigen Therapeutin zu gehen, passt auch nur schlecht.

O. weiter: Bitte keine Gerüchte in die Welt setzen: Fr. Dr. Buhl und Fr. Dr. Fuckert mögen Medizinerinnen sein, sie sind nicht vom ACO therapiert oder ausgebildet worden. Die Zertifikate möchte ich dann aber sehen. Eva Reich hat nie von einer Ausbildung bei ihrem Vater gesprochen, wir sind ja hier nicht in der Psychoanalyse bei den Freuds, wo der Vater die Tochter analysiert.
Barbara Koopman gehörte zum ACO. (s. JO) spielt aber keine führende Rolle, sondern bleibt „brav“ untergeordnet. (Baker, Blasband)
Eine „Schülerin“ von H. ist eben auch untergeordnete Schülerin will ich mal behaupten ohne zu wissen, wer sie ist. Von den anderen Damen habe ich auch noch nichts gehört, von daher scheinen sie in keinen führenden Positionen zu sein.
Es gab auch andere Ärtzinnen, aber das Studium macht sie meiner Ansicht nach nicht zu „führenden“ Persönlichkeiten, sondern lassen sie auch nicht aus der untergeordneten Rolle gegenüber Männern hervorstechen, insbesondere gegenüber ihren eigenen Partnern.

Robert: „Das Problem homosexueller Psychoanalytiker, die sich dann in die „verschmähte Mädchenrolle“ einordnen und ihren Hass ausagieren, will ich hier nicht ansprechen, dies hat sicherlich zur Zuspitzung der Problematik geführt.“
Es ist sowieso ein Wahnsinn, Perverse als Therapeuten auszubilden.

O.: Wenn es damals schon eine Ausbildung gegeben hätte, da gab es die Lehranalyse und fertig war der Therapeut.

Robert zu Rattner: Ich habe in den Siebzigern eine Menge Rattneranhänger kennengelernt, meist waren es Dipl-Psychologen/Innen oder LehrerInnen. Es war eine ganz normale Strömung zu der Zeit und sicherlich noch keine Sekte oder Guru-Fangemeinde.
Rattner ist zu verdanken, dass er viele Menschen mit der Tiefenpsychologie bekannt machte, die zu der Zeit noch weit unbekannt war oder falsch dargestellt.
Heutzutage wird die Tiefenpsychologie als eine minderwertige oder veraltete Strömung in der Psychologie angesehen und durch Pharmaka oder Kognitive Psychologie ersetzt (alles läuft nur im Gehirn!).
Einer seiner Anhänger meinte zu mir, es gäbe kar keine Libido, worauf ich fragte, und was ist mit dem Sexualtrieb?

O.: Tiefenpsychologie scheint nach neuerer Rechtslage zum berufsrechtlichen Verbot für Diplom Psychologen, die Psychotherapie ausüben zu können, einseitig als „Psychoanalyse“ definiert zu sein.
Dies ist historisch völlig falsch. Tiefenpsychologie ist ein Oberbegriff unterschiedlichster psychologischer und philosophischer Theorien, zu denen später auch die Psychoanalyse von Freud zählte. DAmit nicht nur die Psychoanalyse (PA) als Richtlinienverfahren anerkannt wurde, sondern auch Adlers Indiviualpsychologie und Jungs Analytische Psychologie wird die „Tiefenpsychologie“ erlaubt, die von Eugen Bleuler wieder popularisiert wurde. Mesmer und Reich würden hier genauso reinpassen, weswegen diese Therapien auch von der Kasse zugelassen wären. Da die Lobby um Prof. Grawe aber definiert, was wissenschaftlich fundiert sei, gelten nur Verhaltenstherapie (VT) und nochmals VT und mit geschlossenen Augen und Schmerz verzerrtem Gesicht auch PA.
Tiefenpsychologie ist schon sehr alt über 200 Jahre. Man kann argumentieren, das die PA keine Wirkung besäße. Dann sollte man auch erwähnen dürfen, das VT keine Therapie ist, sondern eine Verhaltensmodulation.
Faktisch gibt es in der BRD keine Psychotherapie mehr und der Ausspruch eines Prof. Eysenk wird Realität: Psychotherapie wirkt nicht. Daher kann man getrost alle Kosten für Psychotherapie einsparen, da Deutsche im Gegensatz zum Ausland keine Psyche (oder auch Seele genannt) haben. Es ist eben alles irgendwie somatisch und gehirnphysiologisch erklärbar und mit Medikamenten zu behandeln.
Die dt. Psychotherapie besteht modern aus drei Phasen: Aufnahmegespräch – Placebo – Entlassungsgespräch.
Wobei ein Placebo wissenschaftlich erwiesen mindestens genauso, wenn nicht wirksamer als ein Medikament ist.
Demnach besteht die dt. Orgontherapie modern auch aus drei Phasen:
Aufnahmegespräch – ORAC – Entlassungsgespräch.
Die Therapiedauer würde dann ca. 2 Stunden betragen.
Nun, es gibt natürlich auch die klassische Variante der Orgontherapie, die noch mehrere Jahre für die Therapie benötigt, aber so etwas wäre in Deutschland ja nicht nötig, da man die Blackbox der Psyche nicht unnötig überschätzen sollte.
Selbst Reich redete ja gegen Ende seiner therapeutischen Entwicklung nicht mehr von „Psycho-„, sondern Biotherapie zur Behandlung der Biopathie, statt Psychopathie.
Nun sicher wird diese moderne Sicht der „Psychotherapie“ nicht jedem gleich gefallen, aber man wird sich an alles gewöhnen können. Das Diplom wurde auch an den meisten Universitäten abgeschafft und durch Bachelor und Master ersetzt.

O.: Zu mir ist nie etwas durchgedrungen, vielleicht habe ich auch erfolgreich nicht mehr zugehört. Und was über einen selbst geredet wird, soll man ja eigentlich nicht erfahren. Ich würde auch auf Gerüchte nichts geben, sondern eine Person selbst kennenlernen wollen. Respekt bekommt eine Person, wenn sie authentisch ist in meinen Augen, ohne sich mit falschen Titeln aufzublasen und mir ist der Status eines Menschen völlig egal.
Im Gegenteil kann ich diese „ich bin Orgonom“ Haltung, weil ich eine Ausbildung gemacht habe (was meist nicht stimmt), nicht leiden. Das ist klarer Etikettenschwindel, weil es diesen Titel überhaupt nicht gibt. Bei Reich kann man nachlesen, was ein Orgonom ist. Da könnte die auch sagen „ich bin ein Bion, ausgebildet unter dem Mikroskop“.
Ferner gibt es auch keinen, der sich rühmen könnte die Orgonomie zu vertreten, außer Herr Nasselstein, der seit vielen Jahren sich hierum bemüht und dies nur auf theoretischer und inhaltlicher Weise macht. Auch Herr Dr. Müschenich hat nicht den Ansrpuch erhoben, die Orgonomie zu vertreten. Die Wilhelm Reich Institutionen usw. in Deutschland sind esoterische Fakes! Sie sind inhaltlich eine Schande für Wilhelm Reich und von ihm nicht authorisiert worden. Sie folgen auch nicht den Grundsätzen von ihm. Jeder Mensch ungeachtet seines Berufes hat das gleiche Recht sich dieser Titel zu bedienen, nur haben diese mehr Anstand, dies nicht zu benutzen, als die, die es tun.

David: In dieser Gesellschaft kann man, Baker zufolge, eh nur mit Einschränkung ein genitaler Charakter sein, nur ein „funktioneller genitaler Charakter“, d.h. man würde nur unter denkbar guten Bedingungen wie ein mustergültiger genitaler Charakter funktionieren – wenn Schwierigkeiten auftreten, fiele man früher oder später in seine alten neurotischen Verhaltensmuster zurück.
Das mit dem Rückfall wird wohl tatsächlich so sein – ich muss auch daran denken, wie berichtet wurde, dass während des Oranur-Experiments Rückfälle körperlicher Erkrankungen – an der biologisch schwächsten Stelle – aufgetreten sind.

O.: Baker bleibt mir zu allgemein: Ich kann dann sagen, ja – er hat da Recht (Irgendwo und irgendwie).
1. Das Erreichen des Genitalen Charakters ist ein Abstraktum, ein Ideal, dass keiner erreichen kann.
2. „Unter denkbaren guten Bedingungen …“, Wo soll es so etwas geben? Wieder ein Abstraktum und Ideal.
3. Ein „fertig therapierter“ Mensch wird nicht in die alten neurotischen Muster zurückfallen, da er sich schon strukturell weiterentwickelt hat, sonst wäre die Therapie wirkungslos gewesen.
4. Der therapierte Mensch muss zurück in die Familie …(aber nicht unbedingt) und in die Gesellschaft und wird dieselben Bedingungen vorfinden, die ihn geprägt und krank gemacht haben. Günstigerweise hat er den Arbeitplatz gewechselt und sich einen besseren besorgt oder einen für ihn günstigeren Weg eingschlagen. Dennoch wird er sich wieder verhärten müssen und seine Panzerung aufbauen und auch als Erwachsener ist er nicht viel kompetenter als er es als kompetenter Säugling war. Eva Reich hat immer gewarnt vor einer Auflösung der Blockaden (Panzerung) bei Säuglingen und Kindern, da sie in die gleiche Umwelt zu ihren neurotischen Eltern zurückkehren und sich nur stärker panzern müssen, um zu überleben. Tendenziell trifft das auch jeden therapierten Klienten. Es muss also auch nach der Therapie eine jahrelange Nachsorge geben, darüber wurde noch nicht nachgedacht!
Das Oranurexperiment war ein Schock und traf unvorbereitet. Oranur auch im kleinen wird den Körper immer treffen – und die Therapie oder ein Erreichen des Genitalen Charakters würde nichts nutzen, wie es auch vor Gift nichts nützt. Es aktiviert alte Wunden und Schwächen, trifft an den schwächsten Stellen zuerst.
Diese Einflüsse haben wir heute dauerhaft. Die Frage wie wir uns davor schützen können, wird zu wenig gestellt und beachtet. Die überkommene Vorstellung, dass man durch Körpertherapie „härter“ wird und nicht mehr so sensibel gegen Oranureinflüsse, dürfte dem therapeutischen Ziel widersprechen.
Baker meinte wohl: Ein Mensch kann auch (Jahre) nach einer Therapie bei einer Krise – meist geht es um das Thema Liebe (Entzug und Zurückweisung) – wieder in dem für ihn typischen Muster reagieren. Er durchlebt dann, genau wie in der Therapie sein Drama neu und intensiv. Es ist zu hoffen, dass er hier wieder alleine rausfindet oder sich Hilfe holt. Dies ist ein normaler Vorgang, eine Therapie gibt nicht die Garantie, das man nicht mehr im Leben leiden muss. Der Mensch stellt sich wieder seinen Problemen neu und kann sie hoffentlich besser lösen.

Psychologismus, Soziologismus, Biologismus

22. Januar 2015

Freud hat darum gerungen, kein Biologe („Naturkundler“) mehr zu sein, sondern als Psychologe anerkannt zu werden. Die Soziologie hat er als eigenständiges Wissensgebiet abgelehnt:

Denn (…) die Soziologie, die vom Verhalten der Menschen in der Gesellschaft handelt, kann nichts anderes sein als angewandte Psychologie. Streng genommen gibt es ja nur zwei Wissenschaften, Psychologie, reine und angewandte, und Naturkunde. (Freud z.n. Béla Grunberger und Janine Chesseguet-Smirgel: Freud oder Reich?, Frankfurt 1979, S. 31)

Angesichts von Reichs Schriften Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre wird den Orgonomen von „Reichianern“ ab und an vorgehalten, „biologistisch“, gar im Freudschen Sinne „psychologistisch“ zu sein. Und wenden Orgonomen nicht tatsächlich „bioenergetische“ Konzepte auf die Gesellschaft an, so wie es einst Psychoanalytiker mit weitgehend identischen psychoanalytischen Konzepten getan haben? Was doch Reich heftig kritisiert hat! Dazu sollte man sich folgendes grundlegendes Schema in Erinnerung rufen (vgl. Äther, Gott und Teufel):

biosoziopsy1

Reich ist in seiner Entwicklung von der Psychologie ausgegangen (Freud), hat diese Beschränkung über seine Beschäftigung mit der Marxistischen Bewegung überwunden (Soziologie) und ist dann weiter zur „sexualökonomischen Lebensforschung“ vorgedrungen (Biologie). Dabei war die Soziologie bereits in der Tiefenpsychologie angelegt (der Ödipuskomplex geht auf die Beziehung zwischen Menschen zurück) und die Biologie sowohl im Freudismus als auch im Marxismus (Libidotheorie, „lebendige Arbeitskraft“, Dialektischer Materialismus). Man kann psychologische Phänomene von der Soziologie her betrachten und beides von der Biologie her, aber es macht keinen Sinn diese Reihe umzukehren, soweit nicht rechte Bereiche (siehe das Schema oben!) in linken Bereichen bereits angelegt sind – was aber erst sichtbar wird, wenn man von rechts nach links zurückschaut.

Beispielsweise geht es bei einem Streik um „materielle“, „objektive“ Interessenkonflikte, die mit tiefenpsychologischen Begriffen nur verkleistert werden. Wenn es jedoch um offensichtlich irrationale Überlagerungen ökonomischer Interessenkonflikte durch Ideologien und um Machtmißbrauch geht, macht eine biologische Betrachtung durchaus Sinn: der gepanzerte (sozusagen „biologisch behinderte“) Mensch handelt irrational und sozusagen „unsoziologisch“. Diese biologische (d.h. charakterologische) Betrachtung kann dann durchaus auf psychoanalytische Versatzstücke zurückgreifen. Das ist auch deshalb so, weil es sich sowohl bei der Psychoanalyse als auch bei der sexualökonomischen Lebensforschung im Gegensatz zur Soziologie um die Betrachtung innerer Phänomene handelt.

In diesem Zusammenhang verlohnt sich zu erwähnen, daß die Freudsche Therapie ausschließlich kopfzentriert ist (Psychologie). In der Orgontherapie geht es hingegen nicht um die „Innenschau“ und darum, die Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern ein befriedigendes Liebes- und Arbeitsleben aufzubauen, d.h. um unsere Beziehung zu unseren Mitmenschen (Soziologie) und natürlich um den Körper, Atmen, Ausdruck (Biologie).

Einerseits haben gesellschaftliche Phänomene ein Eigenleben und andererseits spielt sich das, was es an orgonotischen Erregungsprozessen gibt, nicht in der Gesellschaft, sondern im Inneren der Individuen ab. Beispielsweise kann man den Kommunismus mit Krebs vergleichen. Die „Energieproduktion“ der Gesellschaft wird eingestellt, die Gesellschaft stirbt und hinterläßt einen zerfallenden Leichnam, der seine Umgebung vergiftet („T-Bazillen“). Wir sehen dies gerade in der Ukraine. Die wirkliche Schrumpfung findet jedoch in den Organismen der Individuen statt. Nicht die Gesellschaft schrumpft bioenergetisch, sondern das Protoplasma der Individuen. Nicht Orgonenergie fließt durch die Gesellschaft, sondern Informationen und Güter, die dann sekundär die Orgonenergie in den Individuen anregen. Umgekehrt hört der besagte Informations- und Güte-„Fluß“ auf, wenn die Orgonenergie in den Individuen aufhört zu fließen.

Gesellschaften haben Grenzen, so wie das Individuum eine Membran hat. Ich habe das an anderer Stelle ausführlich dargelegt. Jedoch haben diese Grenzen weder die charakteristische Orgonom-Form, noch pulsieren sie. Zwar pulsiert die Ökonomie, angefangen von Saat und Ernte in primitiven Gesellschaften bis hin zu den Wirtschaftszyklen in entwickelten Gesellschaften, jedoch ist das nicht unmittelbarer Ausdruck konkreter expandierender bzw. kontrahierender Orgonenergie-Ströme, wie Reich sie bei seinen bio-elektrischen Experimenten gemessen hat.

Diese Zusammenhänge kann man erst dann ganz erfassen, wenn man im Gegensatz zur Psychoanalyse streng zwischen sekundären (gepanzerten) und primären (ungepanzerten) Trieben unterscheidet. Die Psychoanalyse beruht geradezu auf der Negation dieser Unterscheidung! Die orthodoxen Psychoanalytiker Grunberger und Chesseguet-Smirgel drücken das wie folgt aus:

Der Ödipuskomplex ist überall im Unbewußten gegenwärtig, die Grundtriebe sind bei allen Menschen dieselben. Auf diese Weise wird es möglich, vom Gebiet der Geistesstörungen auf das Gebiet der „Normal“-Seele überzublenden, und umgekehrt. So wird die Differenz zwischen dem Normalen und dem Pathologischen, zwischen dem Individuellen und dem Allgemeinen, allmählich getilgt, und es kommt der unveränderliche Kern einer Menschenseele zum Vorschein, beherrscht von Gesetzen, die bei allen Menschen gleichartig sind. (ebd., S. 20)

Das ist genau jene Sicht der Dinge, die Reich als groben Unfug bekämpft hat. Man lese dazu etwa sein Buch Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral. Freud hat mit dieser Haltung wirklich alles verbaut. Er hat den Einfluß der teilweise drastischen vertikalen und horizontalen gesellschaftlichen Unterschiede negiert, d.h. die Unterschiede zwischen Klassen, Kasten, etc. innerhalb der Gesellschaften und die Unterschiede zwischen den Gesellschaften selbst. Und er hat nicht zuletzt den „Einbruch ins biologische Fundament“ geradezu systematisch verbarrikadiert, denn er war ja vermeintlich bereits zum „unveränderlichen Kern der Menschenseele“ vorgedrungen.

Psychoanalyse contra Orgontherapie

28. August 2012

Anfang der 1980er Jahre wurde mir von gutinformierter Seite gesteckt, daß etwa eineinhalb Jahrzehnte zuvor, der damals berühmteste deutsche Psychoanalytiker (ja, genau der!) persönlich beim Verlag Kiepenheuer & Witsch interveniert hatte, um den Druck von Reichs Büchern in Deutschland zu verhindern. Woher diese Abgründe von Haß bei Leuten, die Toleranz und Rationalität wie eine Monstranz vor sich hertragen?

Intuitiv erahnen sie, daß Reich gleichbedeutend mit ihrem Ende, bzw. dem Ende ihrer absurden Profession ist.

Sagen wir, ein Mensch kommt zu ihnen wegen einer Spinnenphobie. Sie werden alles tun, um das „infantile Ich“ (nur Kinder haben Angst vor Spinnen!) zu stärken. Mit anderen Worten, sie werden ihren Patienten dabei behilflich sein, sich noch mehr abzupanzern, den „Loch im Panzer“ wieder zu schließen, auf daß sie sich wieder als brauchbare Roboter in die gepanzerte Gesellschaft einfügen.

In der Psychoanalyse findet Angst sozusagen „im Ich statt“. Es ist ein Warnsignal gegen verbotene Triebe und kann nur bewältigt werden, wenn, wie gesagt, das Ich in der Therapie gestärkt wird. Entsprechend, gelinde gesagt, merkwürdig wirken Psychoanalytiker und ihre Patienten.

Die Psychoanalyse beruhte zwar ursprünglich auf der Libidotheorie, doch endete sie damit, daß ein „souveränes Ich“ Lust im Namen der „Kultur“ von sich weist, bzw. sozusagen „Lustprämien“ bilanziert.

Letztendlich haben wir ein „Kontrollzentrum“ vor uns, in das, wie bei einem Roboter, Signale eingehen und verarbeitet werden.

Die psychoanalytische „Therapie“ dreht sich darum, die Vergangenheit, imgrunde einen zweidimensionalen Film, zu „analysieren“ und entsprechende infantile Triebregungen zu verurteilen. Ein Zuschauer, der Signale verarbeitet.

Die Orgontherapie ist grundsätzlich andersgeartet: Angst und Lust sind keine „Signale“, sondern die beiden grundlegenden Körperströmungen (Kontraktion und Expansion). Es dreht sich alles um das dreidimensionale Hier und Jetzt.

Der Körper panzert sich gegen Angst ab, d.h. die Atmung wird zurückgehalten und die Muskeln angespannt, um die Intensität der Angst so weit wie möglich zu drosseln. Eine andere Möglichkeit liegt darin, gegen die Angst mit Gewalt sozusagen „kontraphobische“ Gefühle zu aktivieren. In die gleiche Kategorie fällt die intellektuelle Abwehr: wir nehmen eine „skeptische“ Haltung ein, relativieren die Bedeutung von Ereignissen, lenken bewußt unsere Aufmerksamkeit auf irrelevante Nebensächlichkeiten, etc. Nicht zuletzt wenden wir die Aufmerksamkeit von der Gegenwart auf eine imaginäre kindliche Vergangenheit, die „psychoanalytisch“ aufgearbeitet wird.

All das hilft zweifellos kurzfristig, doch tatsächlich verschärft es das Problem, denn die Energie hinter dem Affekt staut sich immer weiter auf, bis sie irgendwann dramatisch durchbricht, was dann zu neuen derartigen Interventionen führt und immer so weiter, bis der Organismus schließlich unter der Last dieses grausamen Spiels kollabiert.

„Echte“ Heilungen erfolgen in der Psychoanalyse nicht wegen, sondern trotz ihrer Techniken. Sie erfolgen, weil der Therapeut trotz seiner wirren Theorien kontaktvoll genug ist, den Patienten erst einmal reden zu lassen, was diesem ermöglicht in Kontakt mit seinen Emotionen zu treten. Bioenergetischer Kontakt ist, entgegen allen gottverfluchten „Reichianischen“ kontaktlosen „Körpertherapeuten“, der effektivste Weg, Panzerung zielgerichtet aufzulösen und so den pathogenen Energiestau aufzulösen.

Katharina Kircanski (University of California, Los Angeles) et al. konnten einen Effekt für Arachnophobiker nachweisen, der bereits für andere psychische Störungen verifiziert worden war: bloßes Reden über Probleme und negative Gefühle vermindert deren Gewicht (Druck?).

In der Studie wurden 88 Menschen untersucht, die eine starke Angst vor Spinnen zeigten. Nachdem sie im realen Leben mit ihrer Spinnenphobie konfrontiert worden waren, setzte man sie vor Bildschirme auf denen entsprechende Spinnen gezeigt wurden. In diesem Fall ganz besonders eklige haarige Vogelspinnen.

Die Probanden wurden in vier Gruppen eingeteilt und ihnen jeweils folgende Anweisung gegeben:

  1. Gruppe: die Spinne mit negativen Worten beschreiben und dabei den ganzen Ekel zum Ausdruck bringen;
  2. Gruppe: die Spinne mit neutralen Worten beschreiben;
  3. Gruppe: über etwas vollkommen anderes sprechen, was rein gar nichts mit Spinnen zu tun hat (beispielsweise Möbel); oder
  4. Gruppe: keine Anweisung.

Zum Abschluß befragten die Wissenschaftler die Probanden erneut nach ihrer Angst vor den Spinnen. Die Ergebnisse der Befragung sowie die körperliche Anspannung beim Betrachten der Bilder zeigten eine deutlich verminderte Spinnenangst für Probanden, die ihre Empfindungen laut formuliert hatten. Entsprechend trauten sie sich auch näher an die Vogelspinne heran. Der geringste positive Effekt war bei denjenigen zu beobachten, die über Einrichtungsgegenstände gesprochen hatten, sich also von ihrer Angst abgelenkt hatten. (Hervorhebungen hinzugefügt)

All das heißt nicht, daß die Erkenntnisse der Psychoanalyse, aus der die Orgontherapie schließlich erwachsen ist, null und nichtig sind. Der Punkt ist, daß sie, beispielsweise der Ödipuskomplex oder die Entwicklung der Libido, in der Psychoanalyse selbst durch immer kompliziertere Theorien hoffnungslos überwuchert sind.

Was von der Psychonalyse nachwievor brauchbar ist, findet sich, zum Schrecken „orgonomischer“ Puristen, in Elsworth F. Bakers Der Mensch in der Falle. Auch daß Myron Sharaf in seiner Reich-Biographie Fury on Earth Reichs Leben psychoanalytisch aufgeschlüsselt hat, ist akzeptabel. Was auf keinen Fall akzeptabel ist, daß Therapeuten ihre Patienten helfen wollen, indem sie sie weiter von ihren Gefühlen im Hier und Jetzt entfremden und ihnen die abstrusen Deutungen irgendwelcher „Schulen“ aufzwingen. Daß die Kassen diesen „tiefenpsychologischen“ Unsinn finanzieren, ist ein Skandal.

Eine geile Party im Swingerclub

13. Juni 2012

Der Ökonom und Psychoanalytiker Mark Stein von der University of Leicester School of Management hat in einer Studie dargelegt, daß die Ökonomien des Westens im 20 Jahre andauernden Vorlauf zur Kreditkrise von 2008 das gleiche manische Verhalten aufwiesen wie bestimmte psychisch gestörte Menschen. Ökonomen und Politikern sei eine „Kultur der Manie“ gemeinsam gewesen, die gekennzeichnet war durch Verleugnung, Allmachtsphantasien, Triumphalismus und Überaktivität. Genau wie bipolare Patienten in der manischen Phase wurde jede Vorsicht in den Wind geschlagen. Ohne Rücksicht auf das Risiko wurde Geld verliehen bzw. geliehen. Stein warnt:

Solange die manische Natur der Reaktionsweise im Vorfeld von 2008 nicht erkannt wird, kann sich die gleiche ökonomische Katastrophe erneut zutragen.

Alle allzu deutlichen Warnhinweise und die Erfahrungen des Zusammenbruchs der japanischen Ökonomie von 1991 (von dem sich Japan bis heute nicht erholt hat!) und der südostasiatischen Krise von 1998 wurden ignoriert. Die politischen und ökonomischen Führungsetagen hätten, so Stein, unisono auf derartige Einbrüche mit ausgesprochener Angst reagiert. Statt jedoch ihre Lektion zu lernen, hätten sie manisch und auftrumpfend reagiert, um die Überlegenheit ihrer eigenen Ökonomien zu zeigen. Es wurde fleißig dereguliert und Geld in hochriskante Kreditgeschäfte investiert.

Stein bringt das ganze mit den Triumphgefühlen des Kapitalismus nach seinem Sieg über den Kommunismus Ende der 1980er Jahre in Zusammenhang. Doch wer damals das Geschehen verfolgt hat, wird sich erinnern, daß diese Zeit ganz im Gegenteil von einem verstörenden Mangel an Triumphgefühlen gekennzeichnet war, wie sie für einen „Sieger“ nur natürlich gewesen wären. Was wir tatsächlich beobachten sind die langsam aber sicher zum tragen kommenden Auswirkungen der antiautoritären Gesellschaft, die sich seit etwa 1960 formiert.

Sowohl bei den Individuen als auch in der Gesellschaft hat die Panzerung nachgegeben, was zu einem erhöhten Angstniveau geführt hat, dem mit einem manischen Verhalten gegengesteuert wird, da gleichzeitig die Fähigkeit abgenommen hat Angst auszuhalten, d.h. in der muskulären Panzerung zu binden. Je größer die Krise, desto „verrückter“ das Verhalten. Daher der Kult der Expansion, den wir gegenwärtig insbesondere in der Wirtschaftspolitik Obamas und der der Eurozone beobachten können. Liest man Zeitung, bekommt man den Eindruck man habe es mit durchgeknallten „Junkies“ zu tun.

Die Verbindung zum manisch-depressiven bzw. „bipolaren“ Verhalten, wie es die Psychotherapeuten aus ihrer Praxis kennen, ist offensichtlich. Der manisch-depressive Charakter leidet unter einem „unbefriedigten oralen Block“, was, wenn dieser und mit ihm die Depression nachgibt, zu einer Überschwemmung des okularen Segments mit Erregung und damit zum entsprechenden quasi psychotischen manischen Verhalten führt. Das geschieht, weil der Wegfall der körperlichen (in diesem Fall oralen) Panzerung durch eine um so stärkere okulare Panzerung kompensiert werden muß.

Die Verbindung zwischen Panzerstruktur und Ökonomie ist sehr weitreichend, denn Kreditvergabe und Kreditaufnahme, die den Kern des Kapitalismus ausmachen, sind funktionell identisch mit der Fähigkeit des Organismus eine angemessene bioenergetische Ladung und d.h. einen angemessenen Wechsel von Ladung und Entladung aufrechtzuerhalten. Bricht die Panzerung zusammen, verliert der Organismus diese Fähigkeit. Das sieht man in der heutigen Gesellschaft, wo die Menschen zunehmend weniger körpergepanzert, dafür aber immer mehr okular gepanzert sind: Spannung (Ladung) wird nicht mehr ertragen zw. kurzschlußartig in „Manie“ umgesetzt. Lehrer, Jugendbetreuer, Personalmanager wissen wovon ich spreche.

Diese bioenergetischen (und nicht nur, wie Stein glaubt, tiefenpsychologischen) Zusammenhänge finden ihren unmittelbaren Niederschlag in der Ökonomie, d.h. konkret in der Kreditaufnahme und –abgabe. Bioenergetische Ladung („Geld“) kann nicht mehr gehalten werden, sondern beginnt buchstäblich „zu fließen“ in einer Art Keynesianischen (krypto-Gesellianischen) Alptraum. Es ist ungefähr so wie in einem „enthemmten“ Swingerparadies, wo jeder Anflug von sexueller Spannung als Angst verspürt wird und sofort triebhaft abgeführt werden muß.

Der Orgonenergie-Haushalt der Wirtschaft selbst ist grundlegend gestört. Linke sprechen in diesem Zusammenhang von „Casino-Kapitalismus“, während Rechte beispielsweise im Sinne der katholischen Soziallehre an die Moral appellieren. Tatsächlich haben wir es jedoch mit bioenergetischen Vorgängen zu tun, die psychoanalytisch geprägte Denker wie Stein zumindest erahnen.

Charles Konia hat die entsprechenden wirtschaftlichen Vorgänge wie folgt orgonometrisch dargestellt:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=BOHwqdv20E0%5D