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Nachbemerkungen zu Dr. Koopmans Artikel (Teil 3)

11. April 2019

Was vor allem bei Drogenkonsum draufgeht ist die ohnehin sehr labile Funktion „Urteilsvermögen“. Bei der Urteilkraft geht es um die Befähigung eine Situation bzw. einen Sachverhalt korrekt einzuordnen und entsprechend rational zu entscheiden und entsprechend zu handeln.

Jeder Psychiater weiß, daß die Urteilsfähigkeit in der Kindheit sich als letztes entwickelt. Kinder, die ansonsten vollkommen selbständig sind, sind bis weit in die Schulpflicht hinein noch vom magischen Denken geprägt – und „glauben an den Weihnachtsmann“. Im Alter ist es das erste Geistesvermögen, das flötengeht. Entweder verhärten sich die Meinungen („Altersstarrsinn“) oder alle Prinzipien, die sie vorher hochgehalten haben, werden über Bord geworfen („die wilden Alten“). Man nehme eine Familienkonferenz, wo es um den Hausverkauf geht: Die Jungen und die Alten sind vollkommen benebelt von der Aussicht eine Million Euro in der Hand zu halten und bedenken gar nicht, daß man einen Sachwert gegen buntes bedrucktes Papier eintauscht. Was soll man damit machen? Eine Immobilie kaufen? Oder umgekehrt: Sie wollen partout nicht verkaufen, weil sie so am schönen alten Haus hängen und begreifen einfach nicht, daß alles getan werden muß, um die Insolvenz der Familie abzuwenden. Mit anderen Worten geht es beim Urteilsvermögen darum funktionelle Zusammenhänge zu erkennen – funktionell zu denken.

Insbesondere Drogen sind für diese Funktion absolut verheerend. Dieses Vermögen ist sozusagen der Schlußstein der orgonotischen Integration des menschlichen Organismus. Aber leider ist er sehr wackelig. Alkohol, Tabletten, Streß, eine manische Phase – schon fällt er herunter. Bei angeborener Minderbegabung ist er nie richtig da. Solche Leute brauchen zeitweise oder ständig einen Betreuer.

Das Erschreckende dabei ist, daß sich heute die gesamte Gesellschaft in einem solchen Zustand befindet. Die Massen schreien nach dem Staat und die Politiker schreien nach „Europa“. So als hätten sie alle zusammen nicht mehr alle Tassen im Schrank. Die Politiker verschleudern unser Volksvermögen an kriminelle Abenteurer („Flüchtlinge“), als gäbe es kein Morgen, und die Massen klatschen dazu wie geisteskrank – was sie auch tatsächlich sind. Das hatten wir schon mal, als die Gosse, das „Männerwohnheim“ und die infantile Massenhysterie Deutschland regierten und uns schnurrstraks nach Stalingrad und darüber hinaus führten. Schon damals spielten Drogen eine zentrale Rolle. Wie dem auch sei: wer ein Auge dafür hat, sieht, daß praktisch alle, dein Nachbar, dein Arbeitskollege, der Politiker im Fernsehen auf Droge ist (meistens natürlich legal, verschrieben von Hausarzt oder Psychiater).

Die Überschuldung des Staates, die Überschuldung der Individuen, auf allen Ebenen Verantwortungslosigkeit, Zerfall, Wahnsinn, Dekadenz, Sinnlosigkeit und der schiere Wahnsinn. Was wir um uns herum sehen, ist der Zerfall der orgonotischen Integration, der „bionöse Zerfall“ der antiautoritären Gesellschaft. Als erstes verschwindet das Urteilsvermögen – und dann ist der Untergang unausweichlich. Es wird keinen „Betreuer“, keinen Gott geben, der uns an die Hand nimmt.

Das ist übrigens auch der tiefere Grund, warum der Orgonomie das Menschenmaterial abhanden kommt: die Menschen können schlichtweg nicht mehr in Zusammenhängen denken, nicht funktionell denken. Die Zombieapokalypse ist da!

Eine geile Party im Swingerclub

13. Juni 2012

Der Ökonom und Psychoanalytiker Mark Stein von der University of Leicester School of Management hat in einer Studie dargelegt, daß die Ökonomien des Westens im 20 Jahre andauernden Vorlauf zur Kreditkrise von 2008 das gleiche manische Verhalten aufwiesen wie bestimmte psychisch gestörte Menschen. Ökonomen und Politikern sei eine „Kultur der Manie“ gemeinsam gewesen, die gekennzeichnet war durch Verleugnung, Allmachtsphantasien, Triumphalismus und Überaktivität. Genau wie bipolare Patienten in der manischen Phase wurde jede Vorsicht in den Wind geschlagen. Ohne Rücksicht auf das Risiko wurde Geld verliehen bzw. geliehen. Stein warnt:

Solange die manische Natur der Reaktionsweise im Vorfeld von 2008 nicht erkannt wird, kann sich die gleiche ökonomische Katastrophe erneut zutragen.

Alle allzu deutlichen Warnhinweise und die Erfahrungen des Zusammenbruchs der japanischen Ökonomie von 1991 (von dem sich Japan bis heute nicht erholt hat!) und der südostasiatischen Krise von 1998 wurden ignoriert. Die politischen und ökonomischen Führungsetagen hätten, so Stein, unisono auf derartige Einbrüche mit ausgesprochener Angst reagiert. Statt jedoch ihre Lektion zu lernen, hätten sie manisch und auftrumpfend reagiert, um die Überlegenheit ihrer eigenen Ökonomien zu zeigen. Es wurde fleißig dereguliert und Geld in hochriskante Kreditgeschäfte investiert.

Stein bringt das ganze mit den Triumphgefühlen des Kapitalismus nach seinem Sieg über den Kommunismus Ende der 1980er Jahre in Zusammenhang. Doch wer damals das Geschehen verfolgt hat, wird sich erinnern, daß diese Zeit ganz im Gegenteil von einem verstörenden Mangel an Triumphgefühlen gekennzeichnet war, wie sie für einen „Sieger“ nur natürlich gewesen wären. Was wir tatsächlich beobachten sind die langsam aber sicher zum tragen kommenden Auswirkungen der antiautoritären Gesellschaft, die sich seit etwa 1960 formiert.

Sowohl bei den Individuen als auch in der Gesellschaft hat die Panzerung nachgegeben, was zu einem erhöhten Angstniveau geführt hat, dem mit einem manischen Verhalten gegengesteuert wird, da gleichzeitig die Fähigkeit abgenommen hat Angst auszuhalten, d.h. in der muskulären Panzerung zu binden. Je größer die Krise, desto „verrückter“ das Verhalten. Daher der Kult der Expansion, den wir gegenwärtig insbesondere in der Wirtschaftspolitik Obamas und der der Eurozone beobachten können. Liest man Zeitung, bekommt man den Eindruck man habe es mit durchgeknallten „Junkies“ zu tun.

Die Verbindung zum manisch-depressiven bzw. „bipolaren“ Verhalten, wie es die Psychotherapeuten aus ihrer Praxis kennen, ist offensichtlich. Der manisch-depressive Charakter leidet unter einem „unbefriedigten oralen Block“, was, wenn dieser und mit ihm die Depression nachgibt, zu einer Überschwemmung des okularen Segments mit Erregung und damit zum entsprechenden quasi psychotischen manischen Verhalten führt. Das geschieht, weil der Wegfall der körperlichen (in diesem Fall oralen) Panzerung durch eine um so stärkere okulare Panzerung kompensiert werden muß.

Die Verbindung zwischen Panzerstruktur und Ökonomie ist sehr weitreichend, denn Kreditvergabe und Kreditaufnahme, die den Kern des Kapitalismus ausmachen, sind funktionell identisch mit der Fähigkeit des Organismus eine angemessene bioenergetische Ladung und d.h. einen angemessenen Wechsel von Ladung und Entladung aufrechtzuerhalten. Bricht die Panzerung zusammen, verliert der Organismus diese Fähigkeit. Das sieht man in der heutigen Gesellschaft, wo die Menschen zunehmend weniger körpergepanzert, dafür aber immer mehr okular gepanzert sind: Spannung (Ladung) wird nicht mehr ertragen zw. kurzschlußartig in „Manie“ umgesetzt. Lehrer, Jugendbetreuer, Personalmanager wissen wovon ich spreche.

Diese bioenergetischen (und nicht nur, wie Stein glaubt, tiefenpsychologischen) Zusammenhänge finden ihren unmittelbaren Niederschlag in der Ökonomie, d.h. konkret in der Kreditaufnahme und –abgabe. Bioenergetische Ladung („Geld“) kann nicht mehr gehalten werden, sondern beginnt buchstäblich „zu fließen“ in einer Art Keynesianischen (krypto-Gesellianischen) Alptraum. Es ist ungefähr so wie in einem „enthemmten“ Swingerparadies, wo jeder Anflug von sexueller Spannung als Angst verspürt wird und sofort triebhaft abgeführt werden muß.

Der Orgonenergie-Haushalt der Wirtschaft selbst ist grundlegend gestört. Linke sprechen in diesem Zusammenhang von „Casino-Kapitalismus“, während Rechte beispielsweise im Sinne der katholischen Soziallehre an die Moral appellieren. Tatsächlich haben wir es jedoch mit bioenergetischen Vorgängen zu tun, die psychoanalytisch geprägte Denker wie Stein zumindest erahnen.

Charles Konia hat die entsprechenden wirtschaftlichen Vorgänge wie folgt orgonometrisch dargestellt:

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Lithium und die orgonotische Pulsation

14. März 2012

Bipolare Störungen sind die Hölle auf Erden. Die manischen Phasen, etwa wenn die Patienten in einen ruinösen Kaufrausch verfallen, zerren genauso an der Substanz wie die unweigerlich folgenden depressiven Phasen, in denen das Leben schlimmer ist als der Tod. Es ist, als könne der Organismus nicht mit der natürlichen Pulsation zwischen Expansion und Kontraktion umgehen. Bei Expansion reagiert er „verkrampft“ und erratisch („Manie“), bei Kontraktion verfällt er geradezu in Todesstarre („Depression“). Das ganze erinnert etwas an den Erstickungstod, wo der Organismus auch zwischen grotesker Überaktivität und vollständiger Erstarrung, Aufbäumen und Ergeben ins Unvermeidliche hin und her schwankt, während die orgonotische Pulsation immer schwächer wird. Könnte es sein, daß die bipolare Störungen letztendlich auf eine chronisch reduzierte orgonotische Pulsation zurückgeht? Daß die bipolaren Phasen Ausdruck des „Todeskampfes“ eines sterbenden orgonotischen Systems sind?

Seit sechs Jahrzehnten hilft den Betroffenen das „Natursalz“ Lithiumchlorid, dessen therapeutische Wirkung vollkommen zufällig entdeckt wurde und seitdem ein Rätsel der Psychiatrie geblieben ist. Das Alkalimetall Lithium, so ungefähr die einfachste Substanz, die man sich überhaupt vorstellen kann (sie hat im Periodensystem die Ordnungszahl 3!), ist ein hochwirksames Psychopharmakon – und keiner kann erklären, wie es überhaupt auf die berühmte Chimäre „Hirnchemie“ einwirkt.

Dieser unhaltbare Zustand hat sich jetzt geändert. Qing-Jun Meng von der University of Manchester et al. konnten zeigen, daß Lithium den, wenn man so sagen kann, „Schlag der biologischen Uhr“ verstärkt. Lithium stärkt die innerzelluläre biologische Uhr dramatisch, indem es das Enzym Glykogen-Synthase-Kinase 3 (GSK-3) hemmt.

Die genaueren Zusammenhänge sind etwas für den Spezialisten, uns hat hier nur die naheliegende Verbindung zwischen der Hemmung bzw. Anregung der orgonotischen Pulsation und der manisch-depressiven Erkrankung bzw. deren Heilung zu interessieren. Sekundär ist die Frage, wie diese Störung der „inneren Uhr“ ausgelöst wurde: genetische Faktoren, psychosoziale Faktoren oder deren Zusammenspiel.

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