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Was soll am Konservativsein gesund sein?

2. Februar 2015

Anlaß dieses Artikels sind die Facebook-Seiten einiger amerikanischer Reichianer aus dem Umfeld des Wilhelm Reich Museums, die ich neulich überflogen habe: Haß und Verachtung für Sarah Palin (sic!), ein militanter Atheismus, Angriffe gegen den Papst, weil der behauptete, Marx sei überholt, Angriffe gegen die Republikaner, Parteinahme für die Sozialdemokratisierung Amerikas durch Obama, etc. Ich war sowas von wütend, weil es dermaßen dem Zeitgeist entspricht, der Welt der New York Times. Und vor allem: mal wieder ist mir aufgegangen, daß die Orgonomie ohne Elsworth F. Baker, Charles Konia und das American College of Orgonomy schon längst verloren wäre – jedenfalls für mich. In der Welt des Liberalismus, der Gutmenschen und der Political Correctness kann ich nicht atmen.

Reichs negative Aussagen über den Konservatismus sind Legion. Er war für ihn vor allem eins: Ausdruck von Beharrung, Erstarrung und Rückschritt – mit einem Wort: Panzerung!

Was sollte also am Konservatismus gesund sein? Nun, man lese doch einfach den folgenden Artikel aus pi-news.net über den hessischen CDU-Politiker Hans-Jürgen Irmer und wie er von der organisierten Emotionellen Pest verfolgt wird. Zu Reichs Zeiten wurden so Linke verfolgt und systematisch fertiggemacht, weil sie es wagten auf die Realität hinzuweisen, etwa die Sexualnot der Jugend und die Doppelmoral der autoritären Gesellschaft, insbesondere was die Homosexualität betraf. Heute, in der antiautoritären Gesellschaft, findet dasselbe unter umgekehrten Vorzeichen statt.

Konservativ, gesund? Das fängt damit an, daß beim genuinen Konservativen die Ergebnisse nicht die Mittel rechtfertigen. „Fair Play“ steht über allem. Dies ist der Grund warum der Konservative, wie Reich sich ausdrückt, seine Seele nicht an den Teufel verkauft (Christusmord).

Ich beschäftige mich gerade mit der George Smiley-Saga des konservativen Schriftstellers John le Carré. Smiley ist der typische sexuell verklemmte und unsichere Konservative, der in einer Welt lebt, in der sich alle hinter einer Fassade verstecken und „die alten Werte“ nichts gelten. Er versteht einfach nicht was vorgeht, glaubt beispielsweise, daß es um „Liebe“ ginge, wenn seine Frau Anne ihn ständig mit immer neuen Liebhabern hintergeht. Aber trotzdem ist er der einzige, der effektiv gegen die organisierte Emotionelle Pest, verkörpert durch seinen Gegenspieler Karla, vorgehen kann, weil er zumindest teilweise aus seinem bioenergetischen Kern heraus lebt.

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Reich war zu seiner Zeit besonders verbittert, weil seine Gegner, die Psychoanalytiker, die Kommunisten und die FDA durchweg mit verdeckten Karten spielten, während er stets offen agiert hat. Für ihn sollte das sich Verstecken um des Versteckens willen, die Mimikry und das Vorspiegeln falscher Tatsachen zum Kennzeichen der kommunistischen Subversion werden, dem der „gradlinige“ Konservative schutzlos ausgeliefert ist. Heute ist der Konservative der Political Correctness ausgeliefert und wird von „Progressiven“ am Nasenring durch die politische Arena geführt.

Ein weiterer naheliegender Grund für die „Gesundheit“ des Konservativen ist seine Orientierung an der Praxis und der „Praktikabilität“. Das Leben wird nicht der Ideologie geopfert. Man nehme die großen Projekte der Linken: Umweltschutz wird vorgegeben, doch “Biosprit” ist die größte Gefährdung der Urwälder; Flüchtlingsschutz – doch die Heime sind mit wohlgenährten Afrikanern überfüllt, die nur ihr Glück machen wollen; nationale Sicherheit – doch der Terrorismus wird im Inneren nicht ernst genommen, gar geschützt (Minderheitenschutz), und im Äußeren nicht effektiv angegangen.

Der Konservative denkt von der Tendenz her funktionell, weil er immer die Frage vor Augen hat, was nach menschlichem Ermessen am Ende dabei herauskommen wird. Linke hingegen sehen sich nicht in einer Linie von Vor- und Nachfahren, denen sie jeweils verpflichtet sind, sondern sie leben „emanzipiert“ im Hier und Jetzt blind für die Zusammenhänge (trotz aller pseudointellektuellen „Analysen“). Es sind pestilente Parasiten, die rücksichtslos die Lebensgrundlagen ihrer Kinder und das zerstören, was die Generationen vor ihnen erarbeitet haben. Man denke nur an die gegenwärtige Ausmerzung Deutschlands durch „Migration“ und den obszönen A-Sozialstaat (Fachkräfte gehen und „Fachkräfte“ kommen). Eine Generation von ekelerregenden, eitrigen Pestratten wie dem Grünen Gesocks…

Ein Konservativer geht davon aus, daß das, was ist, zunächst einmal gut ist, einfach weil es „ist“. Es hat seine Überlebensfähigkeit durch seine bloße Existenz bewiesen. Jedwede Veränderung hingegen birgt in sich die Gefahr, daß alles schlechter wird, vielleicht alles zusammenbricht. Unendlich viele Einflußgrößen haben über einen unendlich langen Zeitraum auf das Gegebene eingewirkt, das Teil eines unendlich großen Netzwerkes ist. Dem Linken geht dieser Respekt vor der Komplexität vollkommen ab. Er hat dafür keinerlei Sinn. Beispielsweise wird die Monarchie abgeschafft – und nicht etwa die Demokratie ist das Resultat, sondern es entwickelt sich fast immer die eine oder andere Art von Faschismus.

Diese Respektlosigkeit gegenüber dem Überkommenen und die Rücksichtslosigkeit gegenüber den zukünftigen Generationen im Namen der „Freiheit“. Diese alles zersetzende Verantwortungslosigkeit und Blindheit im Namen der „Aufklärung“. Diese elende Lügnerei der Linken, dieses Spielen mit verdeckten Karten, dieses Reden und dann das Gegenteil tun, was Arbeit, Liebe und Wissen betrifft. Ein echter Konservativer läßt das nicht zu: er läßt nicht zu, daß die Fassade in den Dienst der sekundären Schicht tritt. Ansonsten, d.h. wenn bestimmte Essentials gewährleistet sind, sollen die Linken doch treiben, was sie wollen!

Ein konkretes Beispiel: Dient die Inklusion wirklich den Behinderten – oder sollen nicht vielmehr die Gesunden „behindert“ werden? Das Essential, um das es hier geht, ist schlichtweg ein funktionierender Schulalltag. Wenn der funktioniert: sollen doch die Progressiven mit der Inklusion fortfahren! Es ist der Konservative, der in solchen Fällen für Vernunft eintritt. Wird das abgedrängt, deskreditiert, als „Nazi“ denunziert, bricht der (linke) Wahnsinn aus und die Gesellschaft ist unrettbar dem Untergang geweiht. Am Ende steht dann nicht etwa ein „Neuanfang“, sondern die Barbarei, die potentiell ewig andauern kann. Der Konservative hat ein Gespür für die drohende Hölle, währen der kontaktlose Linke blindlings auf sie zusteuert.

Beispielsweise war der linke Reich anfangs von Aussagen wie denen Engels fasziniert:

Was wir also heutzutage vermuten können über die Ordnung der Geschlechterverhältnisse nach der bevorstehenden Wegwerfung der kapitalistischen Produktion ist vorwiegend negativer Art, beschränkt sich meist auf das, was wegfällt. Was aber wird hinzukommen? Das wird sich entscheiden, wenn ein neues Geschlecht herangewachsen sein wird: ein Geschlecht von Männern, die nie im Leben in den Fall gekommen sind, für Geld und andere sozialen Machtmittel die Preisgebung einer Frau zu erkaufen, und von Frauen, die nie in den Fall gekommen sind, weder aus irgendwelchen Rücksichten als wirklicher Liebe sich einem Mann hinzugeben noch dem Geliebten die Hingabe zu verweigern aus Furcht vor ökonomischen Folgen. Wenn diese Leute da sind, werden sie sich den Teufel darum scheren, was man heute glaubt, daß sie tun sollen; sie werden sich ihre eigene Praxis und ihre danach abgemessene öffentliche Meinung über die Praxis jedes einzelnen selbst machen – Punktum. (Engels: Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates, Berlin 1983, S. 98)

Ein echter Konservativer würde sich nie und nimmer auf einen derartigen Blindflug einlassen. Es stimmt zwar, daß er sich stets gegen notwendige Sexualreformen ausgesprochen hat, aber hätte man mehr auf seine Skepsis gehört, wäre uns viel von der heutigen Promiskuität und Pornographie erspart geblieben, die sexualökonomisch betrachtet nicht nur vollständig sinnlos sind, sondern auch in hohem Maße kontraproduktiv. In Christusmord schreibt Reich, es gäbe keine größere Katastrophe für die Menschheit als „eine Religion der permissiven, pornographischen Sexualität“ (Freiburg 1978, S. 183).

Ich erinnere nur daran, wie Mitte der 1970er Jahre die Pornographie durch die „Progressiven“ freigegeben wurde. Die Linke wollte nur eins: „Freiheit“, ohne Respekt vor der Weisheit von unzähligen Generationen. Exakt die gleichen Leute piesaken uns heute mit einer „sexuellen Korrektheit“, die das Spiel zwischen den Geschlechtern zunehmend zu einem Feld voller juristischer Mienen macht.

Ich erinnere mich noch gut an die Jungfernrede der ekelig pomadigen Grünen Waltraud Schoppe im Bundestag: es gäbe Sexualpraktiken, die sehr befriedigend seien und die Möglichkeit einer Schwangerschaft völlig ausschlössen. Helmut Kohl solle „hier stehen und die Menschen darauf hinweisen, daß es Formen des Liebesspiels gibt, die lustvoll sind und bei denen man nicht schwanger wird“. Aber man könne natürlich „nur über das reden, wovon man wenigstens ein bißchen was versteht“. Dazu noch diese verdruckste Stimme… Daß es Leute gab und gibt, die so etwas mit Reich verbinden… Als Folge wird dann Reich zu dem Haßobjekt der Konservativen, was wieder die linken Reichianer anspornt und so weiter und so fort.