Posts Tagged ‘Homosexualität’

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 8)

6. Juli 2018

von Paul Mathews, M.A.*

Die emotionale Pest (Fortsetzung)

Der Bereich von Sex und Ehe ist voller Pest-Mechanismen. In verschiedenen Medien werden Pornografie und Promiskuität sowie Homosexualität und andere sexuelle Abweichungen häufig als „legitime“ sexuelle Ausdrucksformen propagiert. Es ist in Mode gekommen, Pornografie als nicht nur akzeptabel, sondern als notwendige therapeutische Maßnahme und sogar als „Spaß“ zu verteidigen. Ein Befürworter dieses letzteren Konzepts, ein Theaterkritikerk von gutem Ruf, stellt uns dieses Ideal des Theaters vor (10):

Dali stellt sich einen Mann und eine Frau vor, die in einen Zustand überempfindlicher sexueller Komplizenschaft geraten sind. Nach monatelanger erotischer Praxis erscheinen sie in gegenüberliegenden Ecken eines riesigen Barocksaals, eingehüllt in Gewänder, die sie, abgesehen von schmalen Augenlöchern, von Kopf bis Fuß vollständig umhüllen. Sie sind in der Lage, einen Orgasmus zu erreichen, indem sie sich nur durch die Gucklöcher auf eine besonders ausdrucksstarke Weise betrachten. Es wäre ein großer Triumph, das so auf die Bühne zu bringen, dass es auch das Publikum begeistert. Aber ich fürchte, wir müssen noch viel lernen.

Dies zeigt auch die übliche, weit verbreitete Ignoranz in Bezug auf die Natur der Funktion des Orgasmus

Eng verbunden mit der „Fun-These“ ist die Idee einer massenhaften therapeutischen Wirkung von Pornografie. Dies ist eine Verzerrung des Konzepts der emotionalen Katharsis und man begegnet ihr in einigen extremen Formen in Gruppen vom „Encounter-Typ“. Eine bloße anarchische Abfuhr ist nicht nur nutzlos, sondern kann auch schädlich sein.

Wenn Pornografie „Spaß“ ist, dann ist es Spaß zu einem schrecklichen Preis – die der ständigen Ablenkung von den realen und ernsten sexuellen Problemen, die die Menschen in das Reich der Pornografie locken. Pornografische Einstellungen sind besonders schädlich im Bereich der Kindererziehung. Parallel zur Toleranz gegenüber Pornografie findet man normalerweise die gröbsten Verzerrungen der natürlichen Sexualität und der Prinzipien der Selbstregulierung. Dies wurzelt in der Kontaktlosigkeit der Eltern. Es kann zu einer so schwerwiegenden Pathologie führen wie dem Sexspiel zwischen Kindern und Erwachsenen, der schlüpfrigen und schuldbeladenen Überreizung der Sexualität in der Kindheit und dem Versäumnis, die Entwicklung eines natürlichen Gefühls von Privatsphäre und Feingefühl zu ermöglichen. Eine raffinierte Fassade ist ein schlechter Ersatz für orgastische Potenz, und Zügellosigkeit und Pornografie repräsentieren weder echte Liebe und Sexualität noch die Fähigkeit für beides.

Auch der Bereich der Ehe hat seine Pest-Merkmale. Reichs Konzept einer Ehe, die kein Zwang ist, wurde in Gestalt denkbar neurotischer Formen polygamer oder polyandrischer Ausprägungen, die in sekundären Trieben wurzeln, verzehrt. Kinofilme mit diesen Themen, wie auch andere Formen der Entstellung der Sexualität, stellen Kassenrekorde auf, während das Hauptproblem – orgastische Impotenz – konsequent umgangen wird.

Ein herausragendes Merkmal der Pest ist ihre Fähigkeit, sich in den im Wesentlichen anständigen Eigenschaften der Menschen zu verankern, was es schwierig macht, die guten Absichten von den schlechten zu unterscheiden. Jeder anständige Mensch reagiert beispielsweise positiv auf Parolen wie „Frieden“, „Brüderlichkeit“, „Verhandlungen“, „hungernde Menschen zu ernähren“, „Verdächtigungen zu beseitigen“, „Friedensinitiativen“, „Geld für Bildung und Gesundheit“ usw. Gleichzeitig gehen nur wenige Menschen über diese Slogans hinaus, um ihren Ursprung, ihre versteckten Absichten und ihre langfristigen Folgen zu untersuchen; noch haben sie genügend Selbsterkenntnis, um ihr eigenes Potenzial für Pest-Reaktionen zu erkennen.

Die Bewältigung der Pest war immer deshalb schwierig, weil sie eine Erfahrung und eine Einsicht erfordert, die dem Durchschnittsmenschen fehlen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass das Konzept der emotionalen Pest für persönliche Beschimpfungen zweckentfremdet wird – und damit ein fundierter medizinischer Begriff missbraucht wird. Andererseits wäre es ein schwerwiegender Fehler, durch Unentschlossenheit hinsichtlich der richtigen Diagnose so gelähmt zu sein, dass die Pest unentdeckt bleibt und von vornherein ihre Ziele erreicht. Dieser Verpflichtung nicht Gerecht zu werden, weil man „nett“ oder „tolerant“ sein will, kann tödlich sein.

Reich hat erklärt, dass wir bei der Bekämpfung der Pest, wo immer möglich, ihre Mechanismen enthüllen und die Pest sequestrieren müssen, um ihren charakteristischen Angriff aus dem Hinterhalt zu verhindern. In der Angst der Menschen, sie zu entlarven, hat die Pest einen gewaltigen Verbündeten gehabt. Diese Angst hat natürlich eine vernünftige Grundlage, um Missbrauch und Verleumdung zu vermeiden. Die Aufdeckung von Motiven und Methoden ist jedoch die einzige Möglichkeit, die Auswirkungen der Pest dort zu neutralisieren, wo es notwendig ist. Wenn die Diagnose falsch ist, wird sie wahrscheinlich bei genauerer Prüfung nicht bestehen. Ich glaube eher, dass das Element der Gefahr größer ist, der Pest nicht ausreichend entgegenzutreten, als Unschuldige zu schädigen. Die einzige andere Alternative wäre, sich auf den Glauben an den ultimativen Triumph des Guten über das Böse zu verlassen – historisch gesehen eine äußerst dürftige Prämisse.

 

Folgerungen

Die menschliche Rasse ist mit einer Vielzahl von tief verwurzelten, komplexen Problemen konfrontiert. Diese Probleme wirken noch größer und komplexer, da es der Menschheit gewissermaßen gelungen ist, dem entscheidenden Ursprung dieser Probleme, dem verzerrten Funktionieren der biologischen (Orgon-) Energie im Organismus, auszuweichen. Wie können wir hoffen, diese gewaltigen Probleme zu lösen, die Massen von Menschen betreffen, wenn wir nicht einmal das Dilemma der einzelnen Männer und Frauen lösen können, die nicht in der Lage sind, einander zu lieben, nicht kommunizieren können und von irrationalem Hass und Furcht belastet sind? Es ist dieser biologischer Rechenfehler, wie Reich es formuliert hat, der für unsere bisherigen Misserfolge verantwortlich ist.

Es gibt einige hoffnungsvolle Zeichen. Zum ersten Mal stehen dem Menschen das Wissen um die Existenz einer kosmischen Lebenskraft und der Beginn des Verständnisses der Gesetze des Lebens zur Verfügung. Wenn wir seine Verschleierung durch die emotionale Pest verhindern können, können wir vielleicht einen größeren Teil des Umschwungs in Richtung Freiheit bewahren, als es bisher möglich war. Wir wollen uns zum Wohle der Kinder der Zukunft dieser Aufgabe verschreiben.

 

Fußnoten

* Pädagoge, Sprachlehrer und Kliniker. Doktorand der Psychologie, New York University. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

 

Anmerkungen des Übersetzers

k Kenneth Tynan (gest. 1980), galt als Bewunderer Reichs. Plante sein Hauptwerk über ihn, das wegen Erkrankung unvollendet blieb. Für Tynan war Pornografie die Hauptplattform zur sexuellen Befreiung.

 

Literatur

10. Tynan, K.: „Pornography? And Is that Bad?“ New York Times, Section 2, 15. Juni 1969, S. 1

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 111-125.
Übersetzt von Robert (Berlin) mit Unterstützung von Peter Nasselstein

Der verdrängte Christus: 7. Die Beschneidung

19. Mai 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

7. Die Beschneidung

ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

12. April 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, e. Der kastrierte Junge

7. April 2018

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6. Das sexuelle Elend der Jugend, e. Der kastrierte Junge

Der unsensible Peter über das deutschsprachige CHILDREN OF THE FUTURE

15. Februar 2018

Wir haben es geschafft und sind endlich beim Material in Kinder der Zukunft, das auf deutsch verfaßt und (bis auf „Mißhandlungen von Kindern“) auch ursprünglich auf deutsch veröffentlicht wurde: S. 127-195.

Da hätten wir erst mal das „Kapitel“ mit der Überschrift „Mißhandlungen von Kindern“. Eine Rückübersetzung! Warum mir das deutsche Manuskript vorliegt, dem Übersetzer aber nicht… Ich begreife es nicht! Übrigens ist das deutsche Originalmauskript überschrieben mit „Mißhandlung [kein Plural!] von Säuglingen“, was die amerikanische Übersetzung auch korrekt widergibt („infants“). Warum daraus in der deutschen Ausgabe „Kinder“ wurden…

Danach folgt „Über kindliche Masturbation“, ein „Kapitel“ über das ich mich bereits geäußert habe. Der deutsche Urtext ist für jeden, der schon mal eine Universitätsbibliothek von innen gesehen hat, zugänglich: trotzdem eine Rückübersetzung! Das war mir bei der Lektüre gar nicht aufgefallen, was glatt als Lob an den Übersetzer betrachtet werden könnte;-)

„Ein Gespräch mit einer sensiblen Mutter“: In diesem „Interview“ geht es um Sexualerziehung und daß man genitale Freiheit nicht von prägenitalen Fixierungen trennen kann. Alles sehr gut und lesenswert. Halt Reich. Ich frage mich nur, was die Herausgeber der deutschen Ausgabe geritten hat, die Überschrift der amerikanischen Originalausgabe („A Conversation with a Sensible Mother“) rückzuübersetzen in „Gespräch mit einer sensiblen Mutter“. Was soll sowas?! DIE DEUTSCHE ÜBERSETZUNG VON „SENSIBLE“ LAUTET „VERNÜNFTIG“, sonst würde da nämlich „sensitive mother“ stehen. – Ich will es nicht glauben und überprüfe es jetzt nochmals: der gesamte Text dieses „Kapitels“ ist nicht mit dem deutschen Original aus der Zeitschrift für politisch Psychologie und Sexualökonomie identisch.

Bei der Ankündigung von Kinder der Zukunft war ich ganz aus dem Häuschen, weil bald das deutsche Original der revidierten Fassung von Reichs Der sexuelle Kampf der Jugend allgemein zugänglich würde… Bei der Lektüre stelle ich heute fest: RÜCKÜBERSETZUNG. Das bedeutet, daß die WRIT, also Miss Higgins, es nicht für nötig befunden hat, dem Übersetzer eine Kopie des deutschen Originalmanuskripts zuzusenden. Aber selbst ohne dieses Manuskript: ganze Abschnitte, wie etwa „Enthaltsamkeit und Arbeitsleistung“ und „Zur Frage der Homosexualität“, hätte der Übersetzer aus der extrem leicht zugänglichen Veröffentlichung von 1932 mit nur kleinen Änderungen übernehmen können.

Beim Durchblättern dieses letzten „Kapitels“ bin ich auf eine erläuternde Fußnote des Übersetzers gestoßen (S. 171), wo aus Julius Wagner-Jauregg tatsächlich ein „Dr. (sic!) Wagner-Lauregg“ wurde! Ja, der bis heute weltberühmte Nobelpreisträger Wagner-Jauregg war ein Doktor, aber kein Mensch schreibt beispielsweise „Dr. Freud“, „Dr. Einstein“ oder „Dr. Hans Hass“ und erstrecht nicht „Dr. Wagner-Jauregg“! Ich könnte mich jedesmal vor Wut in der Auslegeware verbeißen, wenn mal wieder irgendein „Reichianer“ von „Dr. Reich“ schreibt!

By the way: Woher der amerikanische Übersetzer und mit ihm der deutsche Rückübersetzer (S. 172) im Zusammenhang mit der Syphilis-Erkrankung den Verweis auf „penicillin (or other antibiotics if the person is penicillin-sensitive)“ haben, ist mir rätselhaft, denn diese Stelle findet sich nicht im revidierten Originalmanuskript, d.h. der Vorlage der amerikanischen Übersetzung. Wie auch, denn wenn ich mich nicht ganz irre, stammt dieses Manuskript aus dem Jahre 1938… Die Stelle macht nur Sinn, wenn sie 1945 oder doch eher Jahre später von Reich verfaßt worden wäre, was abwegig ist. In meinen Augen ist es schlichtweg ausgeschlossen, daß sie von Reich stammt! Wie ist sie dann in dieses, ähhh, „Buch von Wilhelm Reich“ geraten?

Der Rote Faden: Der rote Faden einer Verschwörung

13. Dezember 2017

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DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

c. Reich und Lenin

d. Reich und Trotzki

e. Reich und Stalin

5. Reich in Amerika

a. Drei Sozialistinnen

b. Reich und der Kalte Krieg

c. Der rote Faden einer Verschwörung

Der Rote Faden: Reich und der Kalte Krieg

6. Dezember 2017

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DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

c. Reich und Lenin

d. Reich und Trotzki

e. Reich und Stalin

5. Reich in Amerika

a. Drei Sozialistinnen

b. Reich und der Kalte Krieg

Wichser!

3. Juli 2017

In vieler Hinsicht steht es um die Sexualökonomie der Massen heute weitaus schlechter als zu Reichs Zeiten. Damals war die Wahrheit durch die sexualfeindliche Moral nur verdeckt. Heute wird die Wahrheit durch die Political Correctness explizit angegriffen, etwa was die Rolle eines normalen Geschlechtslebens für die Leistungsfähigkeit betrifft oder die Homosexualität als Ersatzkontakt.

Ein Professor J. Dueck in William J. Robinsons Essayband Sexual Truths versus Sexual Lies, Misconceptions and Exaggerations, der 1932 in New Jersey herauskam, über sexuelle Abstinenz bei Männern und Frauen:

Studenten, auch wenn sie gut vorbereitet sind, gehen in ihre Prüfungen mit viel Angst und Beklemmung. Studenten, die normalen Geschlechtsverkehr haben, sind in guter Verfassung und auch die dümmsten unter ihnen zeigen im Verlaufe der Prüfungen ein erstaunliches Maß an Selbstvertrauen. Diese Art von Männern sind erfolgreich, die Unbefriedigten und diejenigen, die der Selbstbefleckung frönen, scheitern…“ (z.n. Max Hodann: History of Modern Morals, S. 248)

A.S. Neill 1936:

Das Fortfallen des Schuldgefühls ist es, das Summerhill, wie der Zweifler sagen würde, „sicher“ macht. Dies Freisein von Schuld ist es, das die Schule seit sechzehn Jahren ohne das geringste Anzeichen von Homosexualität hat bestehenlassen. Vor ein paar Jahren hat ein Junge aus einer Volksschule versucht, Sodomie einzuführen, blieb aber erfolglos und war aufs höchste überrascht und beunruhigt, als er entdeckte, daß die ganze Schule von seiner Absicht wußte. Das Wegfallen der Homosexualität ist von größter Wichtigkeit. Das bringt mich auf den Gedanken, daß Homosexualität nichts ist als Onanieren mit einem Zweiten, man teilt dadurch die Schuld und erleichtert sich die eigene Bürde. Wenn aber Onanieren gar nicht als Schuld angesehen wird, kommt der Gedanke, die Schuld zu teilen, gar nicht auf. Die Wurzel der ganzen sexuellen Frage ist die Onanie. Wenn diese nicht von Schuldgefühlen belastet ist, geht das Kind ganz natürlich zu gegebener Zeit zur Heterosexualität über. (Selbstverwaltung in der Schule, S. 28)

Der linke Schwulinkski Wilhelm Reich

6. April 2017

Bei Freud ist eine Sexualbetätigung dann pervers, wenn sie auf das Fortpflanzungsziel verzichtet, bzw. es noch nicht erfüllen kann (Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, Frankfurt: Fischer Taschenbuch, 1992, S. 302). Dementsprechend muß Freud seinen Schüler Reich als ebenso pervers eingestuft haben, wie etwa einen Homosexuellen, jemand der sein „Steckenpferd reitet“ und die von der Fortpflanzung losgelöste Genitalität fetischisiert.

Die orgonomische Haltung zur Homosexualität hat Reich bereits 1932 in Der sexuelle Kampf der Jugend abschließend zusammengefaßt: Homosexualität ist eine Fehlentwicklung, die man, im Gegensatz zur Heterosexualität, behandeln kann. Der Krankheitswert zeigt sich auch daran, daß beim Homosexuellen die Befriedigung geringer ist als beim vergleichbaren Heterosexuellen. Doch solange die sexualfeindliche Erziehung Homosexualität erzeugt und die Betroffenen glücklich sind und nicht geheilt werden wollen, geht ihre Homosexualität niemanden etwas an.

Aus seiner großem psychoanalytischen Erfahrung heraus ist Reich zu dem Schluß gekommen, „daß die meisten ‚Homosexuellen‘ ihre Besonderheit einer Fehlentwicklung in ihrer Kindheit verdanken, und daß die Fixierung im allgemeinen um das vierte Lebensjahr herum erworben wird, weshalb ihr Ursprung den Betoffenen außerhalb des Bewußtseins bleibt. Reich konnte in zwölf Fällen eine Heilung erreichen, so daß zuvor Homosexuelle ein unwillkürliches Verlangen nach Frauen empfanden“ (Max Hodann: History of Modern Morals, S. 57, 1937 in England erschienen, 2013 von James DeMeo nachgedruckt).

Apropos Hodann: hier seine Beschreibung der Leunbach-Affäre, die das Ende der Sexpol markierte: Politischer Abtreibungsprozeß in Dänemark.

Tantra (1996/1997)

10. Dezember 2016

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Tantra (1996/1997)

 

 

O. 2011: Ein sehr klar und bestens formulierter Beitrag. Er trifft den Kern des Gegensatzes zwischen den zwei sexual-energetischen Ansätzen. Nun beide Richtungen sind letztlich eine Quälerei – Psychotherapie ist kein Vergnügen und das, was wie pures sexuelles Vergnügen in Form von Tantra aussieht, womöglich mit einer schönen Frau, ist nicht nur sexuelle Triebunterdrückung, sondern zugleich Gehirnwäsche mit dem Ziel Körper und Geist (in diesem Fall kann man davon sprechen) zu formen. Energetische Aufladung als Machtinstrument für mystisch-religiöse Zwecke und zur Bildung von Abhängigkeiten mit Suchtcharakter.
Was hier unerwähnt bleibt, ist, dass die Reichzene mit ihrer socalled „Ogrontherapie“ (etc.) nicht anderes macht!!!
Energetisches Wissen kann immer wieder missbraucht werden zur Bildung faschistoider Strukturen. Dies wird natürlich nicht bewußt, so doch wissentlich angewandt und konzipiert. Wer hierfür blind ist, dem ist nicht zu helfen. Ohne ein vernünftige Psychotherapie – ich wage nicht mehr von Orgontherapie zu sprechen – ist eine faschistische Orgontherapie a la östlicher „Energetik“ vorprogrammiert. Und diese Form der „deutschen Orgonomie“ ist leichter zu ertragen, als sich mit den Schmerzen seiner Psyche in einer Körpertherapie auseinanderzusetzen.
Deswegen ist man noch lange kein „Reichianer“, weil man sich einen Orgonakkumulator baut und da reinsetzt, oder weil man Eva Reichs Methode benutzt, um andere von der „Reichlehre“ zu überzeugen. Man ist noch derselbe Faschist, der man vorher strukturell war. Nur dass hier keine Rassenideologie verbreitet wird, sondern Reichs Dogma „orgastischer Puslation“ zum Kriterium für die Heilslehre genommen wird.
So wird aus einem kleinen privaten esoterischen Interesse eine faschistische Interpretation und Okkupation der Orgonomie. PN hat den Mut dies hier in den vielen Artikeln zu diskutieren. Und die Vermischung von blauen, roten und braunen Faschismus zerstört jeden Ansatz Reichs Gesellschaftskritik zu einer erkenntnistheoretischen und strukturellen Veränderung werden zu lassen. Es macht keinen Unterschied, ob Reich bildlich gekreuzigt wird, seine Bücher verbrannt werden oder ob man Reich auf diese Weise vertritt und in den blauen Himmel der lebensenergetischen Forschung lobt, wo die Engelchen fliegen.

Klaus: „Meditation führt zur Panzerung des okularen Segments und zur Zerstörung des Orgonenergie-Feldes.“
Solche Aussagen interessieren mich sehr; ich kenne regelmäßig Meditierende, die mir tatsächlich irgendwie so vorkommen, und eigene Versuche z. B. mit Stille-ChiGong erweckten bei mir den Eindruck einer merkwürdigen Einkapselung des Energiegefühls in einzelne ‚Bahnen‘, was einerseits für eine Weile konzentrationsfördernd sein konnte, sich andererseits aber unangenehm künstlich und verengt anfühlte. Doch gibt es Erfahrungen – etwa aus therapeutischer Praxis -, die diese Annahme in Bezug auf das okulare Segment und das Orgonfeld genauer stützen?

Peter 2011: Ich verweise etwa auf http://www.w-reich.de/nelson.html
Noch etwas:

Yoga, meditation, and mind control are processes of relaxed concentration that slow down the autonomic functions (breathing, heart, etc.) whereby the intuitive and telepathic processes are tapped. Demonstrably, they work, despite the mystical trappings usually associated with them; but, for most, they lessen contact with their direct organ perceptions. This was as true for me when I took courses in mind control and meditation, as it was for some of my classmates. Yet, when these orgonotic senses are used spontaneously and naturally, they have no side effects. Dr. Elsworth Baker says he habitually uses this kind of contact in treating patients, but he doesn’t hold his breath or slow down his heartbeat. When I, on rare occasions, have spontaneously had telepathic and intuitive experiences, they have not been accompanied by any detectable changes in other functions. This is not conclusive, but it is fairly good circumstantial evidence that mind control, meditation, and yoga are artificial, forced ways of achieving what is natural to the unarmored. The deliberate efforts to attain orgonotic sensory perceptin tend to fail or are at least miniscule in their results compared to the great effort put into them, probably because they are an effort to force an orgonotic function, and that doesn’t work any better than does trying to force love or human contact – they are purely spontaneous events that occur from the free flow of energy. (Loi Wyvell: „Orgone and You“ Offshoots of Orgonomy No. 1, S. 19f)

Tzindaro 2016: While in India, I visited a Reichian Ashram where the guru had a copy of Reich’s function Of The Orgasm on his bookshelf. He told me he thinks he is the only married guru in India. He said this is because his own teacher had a stroke at the age of 75 and after meditating on it, told his students he thought it had happened to him because of pent-up pressure from more than 50 years of sexual abstinence, so he advised his students to marry.

Denis Roller 2012: Ja, es gibt sie noch, die echten Vampirjäger, Exorzisten und-Männer. Nehmt euch in Acht ihr Spassemacken. Wir fackeln nicht lange…

Klaus: „Liste von „Erleuchteten“, die an somatischen Biopathien, insbesondere Krebs, verreckt sind“
Darüber wüsste ich gerne mehr!
Warum ‚Erleuchtung‘ überhaupt erstrebenswert sei, wird auch nie gesagt.

Klaus: Etwa so stelle ich mir das vor: http://blog.stuttgarter-zeitung.de/licht/2011/03/15/erleuchtungsram/

Robert: Der einzige Heilige in Hamburg-Altona

O.: Wer bei Reich bis jetzt die Erleuchtung des Orgasmus gefunden haben mag, wird hier fündig:
Nein jetzt kommt nicht Fischers Seite, sondern die hier:
http://www.advaita-tantra.de/wordpress/

Robert: Hier mal was zum Thema Körpertherapie bei Amazon läuft
http://www.amazon.de/gp/bestsellers/books/557528/ref=pd_zg_hrsr_b_1_5_last

Robert 2014: OSHO: Jenseits der Grenzen des Verstandes. Das Märchen von der Psychologie
Wilhelm Reich, ein Tantra-Meister unserer Zeit
Der deutsche Psychologe Wilhelm Reich stieß auf ein paar innere Geheimnisse der Bioenergetik, und er wandte sie auch in der Behandlung seiner Patienten an. Aber man warf ihm vor, er sei anti-sozial; er wurde eingesperrt und für verrückt erklärt. Was war es, woran Reich gearbeitet hat und woran ist er gescheitert ? … Wilhelm Reich fing an, mit der menschlichen Energie zu arbeiten. Und natürlich, wenn du mit der menschlichen Energie arbeitest, dann stößt du unweigerlich auf die Quelle von allem – und das ist die sexuelle Energie … Und im Gefängnis müssen sie ihn ungeheuer gequält haben. Er war kein Mann, der so leicht zerbricht; er war ein ausgeglichener Mensch, und diejenigen, die ihn kannten, haben bezeugt, dass es nur wenige gibt, die so stark, so in sich gefestigt und mit beiden Beinen auf der Erde sind, wie er es tat – aber im Gefängnis wurde er verrückt. Ich habe den Verdacht, dass man ihn mit Absicht in den Wahnsinn getrieben hat … Ich nenne Wilhelm Reich einen modernen Tantra-Meister, obwohl er selbst sich dessen nicht bewusst war. … Wilhelm Reich wird eine Renaissance erleben, denn was er getan hat, war absolut wissenschaftlich. … Er gehört zu uns. Ich gebe ihm nachträglich Sannyas.
http://h0rusfalke.wordpress.com/bernd-senf-uber-wilhelm-reich-die-bildung-des-charakterpanzers-in-der-kindheit/