Posts Tagged ‘Strabismus’

Die Panzersegmente (Teil 5): Der Bauch- und Beckenpanzer

9. November 2014

Der Orgontherapeut und Internist Robert A. Dew hat in der Artikelserie „The Biopathic Diathesis“ (Journal of Orgonomy, 1968-1978) beschrieben, wie das Wechselspiel von sympathikotoner und vagotoner Erregung in den sieben Segmenten der Panzerung die folgenden Biopathien erzeugt: Skoliose, Muskelrheumatismus, Krebsmetastasen, Entzündungserkrankungen wie Ekzeme und Rhinitis, Spannungskopfschmerz und Migräne, Epilepsie und Schizophrenie, Parkinsonsche Krankheit, Myopie, Glaukom, Strabismus, Fettleibigkeit, Basedow, kardiale Arrhythmien, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Asthma, Bronchitis, Diabetes, Hepatitis, Gallenstein, Nierenstein, Magen- und Darmgeschwüre, Verstopfung, sowie gut- und bösartige Unterleibsgeschwulste, Rheumatisches Fieber. Hinzu kommt die Gicht (Charles Konia: „The Gouty Diathesis“, Journal of Orgonomy, 18(2), November 1984, S. 172-182).

Ein Problem, das mit dem Bauchsegment zu tun hat, ist die Dickdarmentzündung, die in vielem dem Asthma entspricht. Der auslösende Mechanismus „ist eine Überreizung durch den Parasympathikus in dem Versuch, Angst zu überwinden“ (Der Mensch in der Falle, S. 292; siehe auch in Charles Konia: „Somatic Biopathies (Part 1)“, Journal of Orgonomy, 23(2), November 1989, S. 234-236).

Dew befaßt sich eingehender mit der Kolitis ulcerosa in seinem Artikel „The Biopathic Diathesis: Ulcerative Colitis“ (Journal of Orgonomy, 3(2), November 1969, S. 198-212). Zu den typischen Symptomen der Kolitis ulcerosa gehört durch parasympathische Innervation verursachte spastische Obstipation.

Über die chronische Verstopfung schreibt Elsworth F. Baker: „Chronische Sympathikotonie läßt eine Ausdehnung der Darmwände zu, während sie zugleich eine Verkrampfung der Afterschließmuskeln herbeiführt. Gewöhnlich entstehen mit der Zeit Hämorrhoiden“ ( Der Mensch in der Falle , S. 293). Reich erwähnt, daß „die chronische Obstipation einen überragend häufigen Hintergrund der Krebserkrankung des Darmtrakts“ bildet (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 275; siehe dazu auch Dews bereits erwähnten Artikel „The Biopathic Diathesis: Ulcerative Colitis“, S. 206-208).

Und über den vorderen Beckenapparat schreibt Reich beispielsweise:

Die Sperrung der biosexuellen Erregung in den Genitalien (…) geht mit einer muskulären Spannung der Beckenmuskulatur einher. Dies ist regelmäßig der Fall bei den Gebärmuttermuskelspasmen frigider und neurotischer Frauen. Menstruationsstörungen, menstruale Schmerzen, polypöse Wucherungen und Myome sind häufig Folgezustände solcher Spasmen. Der muskuläre Gebärmutterkrampf hat keine andere Funktion als die, die biosexuelle Energie nicht zur Empfindung an der Vaginalschleimhaut durchzulassen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 172)

Baker schreibt zur Problematik der Menstruation in einer gepanzerten Gesellschaft:

[Fibrome und Eierstockzysten] sind die Folge eines expansiven Energiestoßes gegen die Kontraktion von Uterus und Ovarien, der eine Aufblähung der Gewebe verursacht. In solchen Fällen hat das Becken eine hohe Energieladung, aber der adäquate Ausdruck der Sexualität ist blockiert. Die Kontraktion ist erfolgt, damit die Sexualenergie sich nicht als vaginale Empfindung bemerkbar macht. Während der Menstruation führt dies zu schweren Verkrampfungen, die als Menstruationskrämpfe spürbar werden. Die emotional gesunde Frau hat keine Menstruationsschmerzen. (Der Mensch in der Falle , S. 293f)

2007 wurde Lybrel in den USA zugelassen. Die erste Anti-Babypille, die gleichzeitig die Monatsblutung komplett unterbindet! Zwei Drittel der Frauen würden wegen der mit ihr einhergehenden Beschwerden (Übelkeit, Stimmungsschwankungen) nur allzu gerne auf die Menstruation verzichten. Ohnehin:

21 kleine Pillen, sieben Tage Pause: Längst nicht mehr alle Frauen nehmen die Antibabypille auf diese Weise ein. Aus den unterschiedlichsten Gründen verzichten sie auf die siebentägige Pause und beginnen nach 21 Tagen direkt mit der nächsten Packung. Durch diesen Langzyklus verzichten sie über Monate und teilweise sogar Jahre hinweg auf ihre Monatsblutung. Ob das Durchnehmen der Pille dem Körper schaden kann? Nein, aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen.

Es läßt sich kaum ein besseres Beispiel für die mechanistische Lebensauffassung finden! Unter den Tisch fällt, daß die Menstruation eine Art von energetischer Entladung ist und daß „Monatsbeschwerden“ ein direkter Ausdruck von Beckenpanzerung und der damit einhergehenden Ablehnung des eigenen Frauseins sind. Es soll kein Blut mehr fließen, bedeutet letztendlich: es soll keine Orgonenergie mehr strömen. (Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag über die Ejakulation.)

Man denke nur daran, daß es in Saharasia kein größeres Schrecknis als das Menstruationsblut gibt. In Guantanamo kann man mit roter Farbe „foltern“. Und in Nepal beispielsweise wurden menstruierende Frauen in Kuhställe gesperrt. Das Verfassungsgericht des hinduistisch-buddhistischen Landes ordnete an, den „Chhaupadi“ genannten Brauch gesetzlich zu verbieten.

Kali_Ma

The Journal of Orgonomy (Vol. 25, No. 2, November 1991)

17. Juni 2012

Gesunde Augen sind frei beweglich, können alle Emotionen ausdrücken, beidäugig, dreidimensional sehen und „Erregung von den Augen her wird unmittelbar als lustvoller Kitzel (pleasurable thrill) im Genitale gespürt“ (Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle, S. 56).

Bei Gesundheit sind die Augen beweglich, sie leuchten, sind feucht, weit geöffnet, sie sind weder eingesunken, noch stehen sie hervor. Sie sind lebhaft und wach. Die Pupillen reagieren schnell. Die Augenlider, die Stirn, die Seiten der Nase und die Kopfhaut sind frei beweglich und haben eine gute Farbe. (Philip Gold: „Orgonomic Therapy of the Ocular Segment“, Orgonomic Medicine, 2(1), April 1956, S. 51-63)

Betrachten wir nun das okulare Segment von Wilhelm Reich, angesichts der Behauptungen er selbst sei schizophren gewesen. Dazu schreibt Reichs letzter Schüler Morton Herskowitz:

(…) wenn die gestörte Funktion im Augensegment krankheitstypisch für psychotische Prozesse ist, war Reich, mit seinem außerordentlich klaren Blick, kein sehr wahrscheinlicher Kandidat für eine Psychose. (Morton Herskowitz: „Recollections of Reich“, Journal of Orgonomy, 12(2), November 1978, S. 185-200)

Eine biopathische Störung der Augen ist der Strabismus. Charles Konia schreibt dazu in „Somatic Manifestations of Ocular Armor: A Case of Vertical Strabismus with Scoliosis“ (S. 207-213):

Schielen (…) kann sich jederzeit während des Prozesses der okularen Koordination und Integration entwickeln, und ist einer der vielen Wege, wie eine emotionale Störung die Fähigkeit beeinträchtigen kann zu sehen. (S. 207)

Der divergente Strabismus einer Patientin konnte mit der adjuvanten Behandlung durch einen Augentherapeuten (Stichwort William H. Bates) in der Orgontherapie vollständig beseitigt werden. Ein interessanter Aspekt, von dem Konia berichtet, betrifft das unterschiedliche Funktionieren der beiden Augen:

In der Orgontherapie rief eine Augenklappe auf dem linken Auge Gefühle der Selbstkritik, Selbstzweifel und Angst hervor. Die Bedeckung ihres rechten Auges erzeugte angenehme Gefühle. (S. 211)

Das unterstreicht nur wieder, wie unmittelbar die „Spiegel unserer Seele“ tatsächlich mit der „Seele“ verbunden sind und wie wichtig es für das seelische Gleichgewicht ist, beidäugig zu sehen.

Im folgenden Video wird sehr deutlich, wie nahe sich die Bates-Methode und die medizinische Orgonomie sind. Wer immer in Orgontherapie war, kann bestätigen, daß das Sehen kein mechanischer Vorgang ist. Die Augen sind keine Miniphotoapparate, die ihre Daten ans Gehirn weitergeben und ansonsten nichts mit dem restlichen Körper zu tun haben. Jedoch genau so werden sie in der modernen biomedizinischen „Wissenschaft“ behandelt!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=O4BDvF1K85w%5D

Siehe auch The Journal of Orgonomy (Vol. 14, No. 2, November 1980).