Posts Tagged ‘Diabetes’

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 6)

7. Februar 2019

Eine Einführung in die klinische Theorie der Orgonomie mit einer Diskussion einiger paralleler Funde in der modernen Neurowissenschaft und Psychotherapie von David Holbrook, M.D.

 

ERGEBNISSE DER ZEITGENÖSSISCHEN NEUROWISSENSCHAFT UND PSYCHOTHERAPIE, DIE PARALLEL ZUR ORGONOMISCHEN PERSPEKTIVE VERLAUFEN (Fortsetzung)

Im allgemeinen konzentrieren sich die Felder Psychologie, Psychotherapie und Neurowissenschaften immer mehr auf den Körper, die Emotionen und nichtverbale Elemente in Kommunikation und Psychotherapie (siehe beispielsweise Anderson 2008, Aposhyan 2004, Aron und Anderson 1998, Fosha 2000; Fosha, Siegel, Solomon 2009, Fotopoulou, Pfaff, Conway 2012, Goleman 1995 und 2006, Gottman 1997, Knoblauch 2000, La Barre 2001, Modell 2003, Ogden 2006, Schore 2003a, 2003b, Spezzano 1993, Totten 2003, 2005, Wallin 2007). Manchmal wird Reichs Beitrag anerkannt, meistens jedoch nicht. Obwohl der zunehmende Fokus auf den Körper und die Beziehung zwischen dem Verbalem und dem Nonverbalen in psychoanalytischen Schriften ein neueres Phänomen ist, hat sich die Psychoanalyse immer auf die wichtige Rolle von Emotionen im menschlichen Leben und in der psychotherapeutischen Behandlung konzentriert. Freud betonte, daß Heilung allein durch intellektuelle Einsicht, ohne emotionale Entladung, nicht möglich sei.

Die Charakteranalyse entwickelte sich innerhalb der psychoanalytischen Tradition. Empirische Forscher (z.B. Blagys und Hilsenroth 2000) haben eine Reihe von Merkmalen identifiziert, die die psychodynamische (d.h. psychoanalytisch orientierte) Therapie zuverlässig von der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) unterscheiden. Eines dieser Unterscheidungsmerkmale ist der „Fokus auf den Affekt und den Ausdruck von Emotionen … im Gegensatz zu einem kognitiven Fokus, bei dem der Schwerpunkt auf Gedanken und Überzeugungen liegt“ (Shedler 2010, S. 99). Sechs weitere charakteristische Merkmale der psychodynamischen Therapie wurden identifiziert, von denen viele eindeutig einen Fokus auf den Charakter beschreiben, wie ihn die Orgonomie konzeptualisieren würde: „2. Erkundung von Versuchen, quälende Gedanken und Gefühle zu vermeiden … 3. Identifikation wiederkehrender Themen und Muster …. 4. Diskussion vergangener Erfahrungen (Entwicklungsfokus) …. 5. Fokus auf die zwischenmenschlichen Beziehungen …. 6. Fokus auf die therapeutische Beziehung“ (ibid).

Obwohl in den letzten 20 bis 30 Jahren KVT die empirisch nachgewiesene Wirksamkeit für sich reklamiert hat, hat die neuere Forschung begonnen, die Schlußfolgerung zu stützen, daß die psychodynamisch orientierte Therapie für eine Vielzahl von psychiatrischer Erkrankungen mindestens genauso wirksam und wahrscheinlich effektiver ist, mit längerfristiger Wirkung als die KVT (siehe zum Beispiel Shedler 2010; Yeomans, et al 2012). Darüber hinaus haben psychotherapeutische Ansätze, die die Emotion explizit betonen, wie die sogenannte Emotionsfokussierte Therapie für Paare, in empirischen Studien gleichermaßen hohe Wirksamkeit gezeigt (siehe beispielsweise Johnson 2009).

Die Wissenschaft hat im Allgemeinen zunehmend erkannt, daß Körper, Gehirn und Geist aus demselben Stoff sind und daß das, was zwischen Menschen und innerhalb der einzelnen Psyche geschieht, unseren Körper auf jeder Ebene beeinflußt. Ein Artikel im Wall Street Journal (Wang 2012) beschreibt:

Wissenschaftler stellen zunehmend fest, daß Depressionen und andere psychische Störungen ebenso sehr Erkrankungen des Körpers wie des Geistes sein können. Menschen mit psychischem Langzeitstreß, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen neigen dazu, frühere und ernstere Formen von körperlichen Erkrankungen zu entwickeln, die normalerweise Menschen im Alter treffen, wie Schlaganfall, Demenz, Herzkrankheiten und Diabetes. Aktuelle Untersuchungen zeigen auf, was auf zellulärer Ebene geschehen könnte, um dies zu erklären. Wissenschaftler stellen fest, daß die gleichen Chromosomveränderungen, die mit zunehmendem Alter der Menschen auftreten, auch bei Menschen mit starkem Streß und Depressionen zu finden sind.

Forscher haben in Experimenten auch gezeigt, daß die Ernährung genetische Struktur, Funktion und Expression beeinflussen kann. Zum Beispiel wurde gezeigt, daß Rattenwelpen, die eine größere Menge an liebevoller Aufmerksamkeit der Mutter erhalten (gemessen an der Häufigkeit des Leckens, durch die Mutter), eine erhöhte Methylierung bestimmter DNA-Abschnitte aufweisen.

Ein weiterer interessanter Befund stammt aus der Forschung mit Affen. Es wurden zwei Affenstämme gezüchtet, von der ein Stamm neurotischer war, schlechte soziale Fähigkeiten hatte und ausnahmslos am Ende der Dominanzhierarchie endete. Der andere Stamm war eine Supermama, das Äquivalent eines Therapeuten-Affen, der überragende Fähigkeiten in der Erziehung zeigte und dessen Nachkommen außergewöhnlich gut angepaßt und dominant waren. In der zweiten Phase des Experiments wurden die neurotischen Affen ihren leiblichen Müttern entrissen und den Supermüttern zugeführt. Diese neurotischen Affen verwandelten sich, wurden gut angepaßt und tatsächlich außergewöhnlich dominant.

 

Literatur

  • Anderson F (Ed.) 2008: Bodies in Treatment: The Unspoken Dimension. New York and London: The Analytic Press
  • Aposhyan S 2004: Body-Mind Psychotherapy. New York and London: W.W. Norton and Company
  • Aron L, Anderson F (Eds.) 1998: Relational Perspectives on the Body. New York and London: Psychology Press
  • Blagys M, Hilsenroth M 2000: Distinctive activities of short-term psychodynamic-interpersonal psychotherapy: A review of comparative psychotherapy process literature. Clinical Psychology: Science and Practice 7:167-188
  • Fosha D 2000: The Transforming Power of Affect. Basic Books
  • Fosha D, Siegal D, Soloman M (Eds.) 2009: The Healing Power of Emotion: Affective Neuroscience, Development, and Clinical Practice. New York: W.W. Norton and Company
  • Fotopoulou A, Pfaff D, Conway M (Eds.) 2012: From the Couch to the Lab: Trends in Psychodynamic Neuroscience. Oxford: Oxford University Press
  • Goleman D 1995: Emotional Intelligence. New York: Bantam Books
  • Goleman D 2006: Social Intelligence: The New Science of Human Relationships. Bantam Books
  • Gottman J 1997: Raising An Emotionally Intelligent Child. New York: Simon and Schuster
  • Knoblauch M 2000: The Musical Edge of Therapeutic Dialogue. Hillsdale, NJ and London: The Analytic Press
  • La Barre F 2001: On Moving and Being Moved. Hillsdale, NJ: The Analytic Press
  • Modell A 2009: Metaphor – the bridge between feelings and knowledge. Psychoanalytic Inquiry 29:6-11
  • Ogden P, Minton K, Pain C 2006: Trauma and the Body. A Sensorimotor Approach to Psychotherapy. New York and London: W.W. Norton and Company
  • Schore A 2003a: Affect Dysregulation and Disorders of the Self. New York and London: W.W. Norton and Company.
  • Schore A 2003b: Affect Regulation and the Repair of the Self. New York and London: W.W. Norton and Company [Dieses und sein Begleitband enthalten zusammen 135 Seiten mit Hinweisen auf neurowissenschaftliche Literatur, die vorgeblich psychoanalytische Konzepte unterstützen sollen.]
  • Shedler J 2010: The efficacy of psychodynamic therapy. American Psychologist 65(2):98-109
  • Spezzano C 1993: Affect in Psychoanalysis: A Clinical Synthesis. Hillsdale, NJ: The Analytic Press
  • Totten N 2003: Body Psychotherapy: An Introduction. Philadelphia: Open University Press
  • Totten N (Ed.) 2005: New Dimensions in Body Psychotherapy. New York: Open University Press
  • Wallin D 2007: Attachment in Psychotherapy. New York and London: The Guilford Press
  • Wang S 2012: New view of depression: an ailment of the entire body. Wall Street Journal, Jan. 10
  • Yeomans F, Levy K, Meehan K 2012. Treatment approaches for borderline personality disorder. Psychiatric Times (April)

 

Dieser Text aus dem Jahre 2013 wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

nachrichtenbrief120

6. August 2018

nachrichtenbrief119

10. Juli 2018

ZUKUNFTSKINDER: 5. Säuglingspflege und Kindererziehung, d. Schläge machen dumm und fett

8. März 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

5. Säuglingspflege und Kindererziehung, d. Schläge machen dumm und fett

ZUKUNFTSKINDER: 2. Die Vererbungsfrage, a. Genetik und Epigenetik

31. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

2. Die Vererbungsfrage, a. Genetik und Epigenetik

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? d. Das moderne Leben

29. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? d. Das moderne Leben

Schrumpfungsbiopathie: Schizophrenie und Diabetes

24. Juni 2017

„Patienten mit beginnender Psychose zeigen häufig Zeichen einer Glukoseintoleranz und Insulinresistenz. Offenbar erhöht bereits die Erkrankung das Diabetesrisiko und nicht erst die Therapie.“ So die ÄrzteZeitung für Neurologen und Psychiater (Juni 2017).

Es geht darum, daß Schizophrene im Durchschnitt 15 Jahre, wenn nicht sogar 30 Jahre, früher sterben als Normale. Gut, sie bewegen sich weniger, rauchen viel, gehen weniger zum Arzt, aber das erklärt nicht alles. Beispielsweise deutet einiges auf einen gestörten Blutzuckerhaushalt mit Insulinresistenz hin und zwar vor der Gabe von Antipsychotika, die das Problem weiter verschärfen. Es spreche viel für einen gemeinsamen Hintergrund von Schizophrenie und Diabetes. Beispielsweise läßt sich bei Menschen, die während oder kurz nach einer Hungersnot zur Welt kommen, ein vermehrtes Auftreten sowohl von Schizophrenie als auch von Diabetes nachweisen. Vermehrter Streß und ein erhöhter Kortisolspiegel gehen ebenfalls mit einem gesteigerten Risiko für Schizophrenie und Diabetes einher. Und schließlich gebe es, wie könnte es anders sein, auch gemeinsame genetische Prädispositionen, denn Verwandte von Schizophrenie-Patienten erkranken vermehrt an Typ-2-Diabetes.

Aus orgonomischer Sicht drängt sich die Erklärung von vornherein auf, denn beide Erkrankungen sind Schrumpfungsbiopathien, bei denen der Organismus seine Orgonität nicht aufrechterhalten kann. Nicht nur die Welt und das eigene Ich des Schizophrenen zerfällt, sondern auch sein Körpergefühl und nicht zuletzt der Körper selbst. Typisch ist eine extrem schlechte Atmung, eine klamme, kalte, blasse, teigige Haut und ein schwaches und vor allem diffuses Orgonenergie-Feld. Bei Diabetes ist das Gewebe energetisch so schwach, daß es die Nährstoffe, insbesondere aber den Zucker nicht mehr aus dem Blut gemäß dem orgonomischen Potential abziehen kann, sondern ganz im Gegenteil gemäß dem mechanischen Potential sie ins Blut abgibt. Diabetiker verdauen sich praktisch selbst und pissen ihr aufgelöstes Fleisch aus.

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.d.

20. April 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

Diabetes

8. April 2016

Dem orgonomischen Internisten Robert A. Dew zufolge ist Diabetes mellitus eine „metabolischen Biopathie“ („The Biopathic Diathesis“, The Journal of Orgonomy, Vol. 2, No. 2, November 1968).

Zentral in dieser Biopathie sind zwei Elemente: erstens die Panzerung des Zwerchfellsegments, d.h. dem Sitz der Bauchspeicheldrüse. Wie Charles Konia später schrieb, manifestiert sich die Panzerung hier insbesondere in einem Fettring, um die Taille herum („Somatic Biopathies, Part 2: The Diaphragmatic Segment“ Journal of Orgonomy, 24(2), November 1990, S. 182). Es scheint sich aber auch um eine den ganzen Organismus umfassende „Schrumpfungsbiopathie“ ähnlich dem Krebs zu handeln. Dew und Konia weisen darauf hin, daß bereits Arteus im ersten nachchristlichen Jahrhundert Diabetes als ein Auflösen des Fleisches in Urin betrachtet hat (ebd., S. 183).

Orgonomisch wird Diabetes als eine Schrumpfungsbiopathie betrachtet, bei der sich der Körper mangels ausreichender orgonotischer Ladung selbst zersetzt. Während bei der Krebsschrumpfungs-Biopathie vor allem die Roten Blutkörperchen zerfallen und es so zum Energieverlust kommt, zerfallen beim Diabetes die Körpergewebe selbst.

Die Kennzeichen einer Schrumpfung sind zweifellos vorhanden. Autonome und periphere Neuropathie (…) ist eine seit langem bekannte Komplikation bei Diabetes. Ich glaube sie ist funktionell identisch mit dem, was man bei Krebs sieht. Das gehäufte Auftreten von Furunkulose, „frühzeitige“ Arteriosklerose und schmerzunempfindliche Geschwürbildung der unteren Extremitäten, weist insgesamt auf eine geringe Ladung des Gewebes, Schrumpfung des plasmatischen Systems und des bioenergetischen Kerns hin. Außerdem weist schlechte Umgang mit Infektionen auf eine beeinträchtigte Fähigkeit zur Erstrahlung hin. Das sehr häufige Auftreten von Jugenddiabetes unterstützt ebenfalls die Vorstellung, daß dies eng mit einer Schrumpfungsbiopathie zusammenhängt. (Dew, S. 164)

Durch den Verlust an Orgonenergie verlieren die Zellen an Fähigkeit Glucose aufzunehmen, was nur durch vermehrte Insulinproduktion wettgemacht werden kann. Was speziell die Zwerchfellpanzerung betrifft schreibt Dew, daß sie nur die zugrundeliegende Schrumpfungsbiopathie sichtbar macht, indem sie verhindert, daß die Bauchspeicheldrüse dem steigenden Bedarf an Insulin nachkommen kann und diese daran schließlich zugrundegeht (ebd., S. 167).

Über das Gegenbild des Diabetes, den Hyperinsulinismus schreibt Elsworth F. Baker:

Diese Erkrankung scheint auf einer Blockierung im Zwerchfellsegment zu beruhen, ist aber wahrscheinlich die Folge einer weniger schweren Blockierung als bei Diabetikern. Die Kontraktion ist stark genug, um eine Reizung der Bauchspeicheldrüse und anderer Organe in diesem Bereich (z.B. der Leber) herbeizuführen, aber nicht so schwer, daß sie zerstörend wirkt. Ich habe erlebt, daß die Hypoglykämie sich besserte, nachdem die Spannung im Zwerchfellsegment beseitigt worden war. (Der Mensch in der Falle, S. 292, Übersetzung leicht verbessert)

Es wurde Diabetes auch mit dem Orgonenergie-Akkumulator behandelt, was sich positiv auf die ihn begleitenden Symptome auswirkte. Der Patient brauchte weniger Insulin und entwickelte einen „Heißhunger“ nach Orgon vergleichbar „mit dem Bedürfnis nach Süssigkeiten und Nahrung während einer Insulinreaktion“ (N. Wevrick: „Die Behandlung eines Falles von Diabetes mit dem Orgon Akkumulator“, Internationale Zeitschrift für Orgonomie, Band 1, Heft 2, April 1951).

Wenn ein mechanistischer Arzt einen Fall von Diabetes mellitus vor sich hat, sieht er so gut wie gar nichts: Er sieht nicht, daß es einen tieferen Sinn hat, daß es vor dem Ausbruch der Krankheit häufig zu Hyperinsulinismus kommt. „Zwerchfellpanzerung“ sagt ihm rein gar nichts. Er sieht nicht, daß der Ausbruch von Diabetes in der Kindheit ein panisches Weglaufen, eine Panikreaktion des orgonotischen Systems ist, daß sich angesichts der Herausforderungen der Pubertät einfach „aufgibt“ (Anorgonie). Auf psychologischer Ebene entspricht das dem Grufti-Gehabe und dem düsteren Weltschmerz von Jugendlichen.

Alles, was der Arzt sieht, ist Biochemie. So als wäre er ein Mechaniker, der bei Robotern fehlerhafte Module austauscht!

Warum das so ist? Der funktionelle Blick nimmt allen Erscheinungen ihre Unschuld. Deine Bewegungen, deine Stimme, dein Blick, deine Mimik, dein Verhalten, deine Gewohnheiten, dein Äußeres, dein Körper sagen alles über dich aus, die allerintimsten Details. Du bist ein offenes Buch! Du bist vollkommen nackt! Damit die gepanzerte Gesellschaft weiter funktionieren kann, müssen wir uns jedoch alle blind stellen. Es ist nur die Biochemie, es ist nur dies und es ist nur das, Genetik, Anlage, Infektion. Alles vollkommen harmlos.

Ein richtiger Arzt könnte in dieser Gesellschaft gar nicht leben! Ihn würde Reichs Schicksal ereilen.

Es hat eine verquere Rationalität („Gegenwahrheit“), daß die Orgonomie hoffnungslos marginalisiert ist und sich mit ziemlicher Sicherheit niemals durchsetzen, sondern vielmehr sang und klanglos verschwinden wird.

Aber zurück zum Thema:

Sebastian M. Schmid vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, und Kollegen haben herausgefunden, daß zu kurzer, nicht erholsamer Schlaf das Risiko für Diabetes Typ II erhöht.

Bereits in der „Nurses’ Health Study“, in der ab 1986 insgesamt 70 000 Krankenschwestern regelmäßig untersucht und unter anderem zu ihren Schlafgewohnheiten befragt wurden, hatte man herausgefunden, daß eine kurze Schlafdauer von weniger als fünf Stunden und eine hohe von mehr als neun Stunden das Risiko für eine Zuckererkrankung deutlich erhöht. Schmid et al. konnten dies nun im Schlaflabor anhand von gesunden Probanden, bei denen untersucht wurde, wie ihr Stoffwechsel auf Schlaf bzw. Schlafentzug reagiert, bestätigen.

Es wurde festgestellt, daß die Bauchspeicheldrüse unterschiedlich Hormone abgibt, je nach Normal- oder Kurzschlafbedingungen. Nach dem Schlaf mußten die Versuchspersonen Kohlehydrate zu sich nehmen. Bei Kurzschlaf stieg daraufhin der Blutzuckerspiegel deutlich höher an und es gab eine höhere Insulinausschüttung. Die Zellen sind also weniger in der Lage den Zucker aufzunehmen und die Bauchspeicheldrüse reagiert mit einer entsprechend höheren Freigabe von Insulin. Gleichzeitig stellte die Forschergruppe fest, daß bei Diabetikern der Schlafablauf gestört ist.

Diese Forschungsergebnisse unterstützen sowohl die orgonomische Theorie des Diabetes als auch die des Schlafes. Robert A. Harman zufolge, hat Schlaf die Funktion die hohe Orgonität des Menschen aufrechtzuerhalten. Wir alle wissen aus Erfahrung, wie schlapp, schwach und „hinfällig“ man sich fühlt, wenn man nicht ausreichend Schlaf genossen hat.

Orgonomische Medizin und bioelektronische Medizin

9. Juli 2015

Das folgende ist eine Ergänzung zu Neuropsychiatrie, Immunologie, Genetik, Orgontherapie.

Ich werde kaum mehr tun, als den zentralen Teil eines faszinierenden Artikel aus dem Weltnetz zu paraphrasieren, der erneut zeigt, daß die moderne Medizin langsam dahin kommt, wo Reich bereits Anfang der 1930er Jahre war, als er die sexualökonomische Bedeutung des Gegensatzes von Parasympathikus und Sympathikus, den beiden Zweigen des autonomen Nervensystems, aufzeigte. Der Parasympathikus steht für Expansion und Entspannung, der Sympathikus für Kontraktion und Anspannung. So gut wie alle psychischen und somatischen Erkrankungen gehen auf eine chronische Sympathikotonie zurück (bzw. auf eine reaktive Parasympathikotonie, beispielsweise Asthma). Mit Hilfe der „charakteranalytischen Vegetotherapie“, die er später zur Orgontherapie weiterentwickelte, als er die segmentäre Anordnung der Panzerung entdeckt hatte, und dem Orgonenergie-Akkumulator, der eine direkte parasympathische Wirkung ausübt, konnte Reich diese chronische Sympathikotonie langsam auflösen, den Organismus aus seiner ständigen Kontraktion befreien und die natürliche bioenergetische Pulsation, gleich Gesundheit, wiederherstellen.

Aber zum besagten wirklich erstaunlichen Artikel:

In den späten 1990ern experimentierte der New Yorker Neurochirurg Kevin Tracey mit Ratten, in deren Gehirne er entzündungshemmende Medikamente injizierte. Zu seiner Überraschung wirkten diese Medikamentengaben auch auf Entzündungen in der Milz und andere Organe. Die Dosis war an sich viel zu klein, um in den Blutkreislauf zu gelangen. Schließlich kam ihm die Idee, daß das Gehirn vielleicht über den Vagusnerv der Milz sagt, überall im Körper Entzündungen entgegenzuwirken. Bisher galt eine direkte Verbindung zwischen Gehirn und dem Immunsystem als unmöglich! Traceys These war immerhin einfach zu überprüfen: mittels Durchtrennung des Vagusnervs. Prompt hatte die Injektion der entzündungshemmenden Medikamente in das Gehirn keine Auswirkungen mehr auf den Rest des Körpers. Der zweite Test bestand darin, den Nerv ohne Gabe eines Medikaments elektrisch zu stimulieren. Tatsächlich kam es zu einer entzündungshemmenden Wirkung auf die Milz.

Der Vagus ist Hauptbestandteil des Parasympathikus. Vom Stammhirn ausgehend verläuft er an beiden Seiten des Halses abwärts und reicht über die Brust bis in die Bauchorgane hinab. Er innerviert beispielsweise die Augen- und Gesichtsmuskeln, sowie die Sprachorgane, spiegelt sich also unmittelbar in unserem Kontakt mit unseren Mitmenschen wider. Er reicht neben der Milz hinab in Lunge, Herz, Gedärme, Leber und Nieren.

Der Vagotonus kann über den Herzschlag bestimmt werden. Beim Einatmen (bioenergetisch eine Kontraktion, „Enge“) schlägt das Herz etwas schneller, beim Ausatmen (bioenergetisch eine Expansion, „Weite“) schlägt es langsamer. Je größer dieser Unterschied ist, desto höher ist der Vagotonus. Ein hoher Vagotonus, also eine ausgeprägte Stärke der Vagusinnervation im Gesamtorganismus, geht beispielsweise, wie die Forschung zeigt, mit einem größeren Vermögen einher, den Blutzucker zu regulieren: man ist weitgehend gegen Diabetes gefeit. Ein niedriger Vagotonus ist, wie dargeleg,t mit chronischen Entzündungen verbunden, man denke zum Beispiel an die rheumatische Arthritis. Der Vagus reguliert dies in erster Linie über Eindämmung des Tumornekrosefaktors, einem Signalstoff des Immunsystems, der vor allem innerhalb der Milz entsteht.

Durch elektrische Stimulation des Vagusnervs ist es nun möglich, zumindest einen Teil der Patienten mit niedrigem Vagotonus weitgehend von der rheumatischen Arthritis zu befreien. Es geht dabei um eine Stimulation von nur drei Minuten am Tag! Wird diese Stimulation einige Tage unterlassen, steigt der Tumornekrosefaktor wieder an, um mit erneuter Stimulation wieder abzunehmen.

Mittlerweile überlegt man die Stimulation des Vagus, der bisher nur bei Epilepsie Anwendung fand, nun auch auf andere chronische Krankheiten wie beispielsweise chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Asthma, Diabetes, das chronische Erschöpfungssyndrom und Fettleibigkeit anzuwenden! Es gibt Überlegungen, daß die „bioelektronische Medizin“, d.h. die Stimulation von Nerven durch implantierte „Schrittmacher“, bei einigen Krankheiten die heute verabreichten (durchweg nebenwirkungsreichen!) chemischen Mittel ersetzen könnte.

Einer der Forscher, der Niederländer Paul-Peter Tak, klingt fast wie Reich:

Es wird immer deutlicher, daß wir Organsysteme nicht isoliert betrachten können, wie wir es in der Vergangenheit getan haben. Wir betrachteten nur das Immunsystem und wir haben entsprechende Medikamente, die auf das Immunsystem gerichtet sind. Aber es ist ganz klar, daß der Mensch eine Einheit ist: Körper und Geist sind eins. Das klingt logisch, aber so haben wir das in der Vergangenheit nicht gesehen. Wir hatten nicht die Wissenschaft, die mit dem übereinstimmte, was intuitiv richtig scheinen mag. Jetzt haben wir neue Daten und neue Einsichten.

Der entscheidende Unterschied zur Orgonomie ist, daß die elektrische Nervenstimulation lebenslang wiederholt werden muß und die Effekte mehr oder weniger schnell nachlassen, wenn man diese technischen Interventionen beendet. Bei Reich hingegen geht es (jedenfalls was die medizinische Orgontherapie betriff) um eine regelrechte „Restrukturierung“ (Entpanzerung) des Organismus, d.h. darum, eine natürliche Energieökonomie wiederherzustellen, ein neues permanentes Gleichgewicht. Und was den Orgonenergie-Akkumulator betrifft: hier wird eine Ebene beeinflußt, die unterhalb von Nervensignalen und biochemischen Vorgängen angesiedelt ist.

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