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Autoimmunbiopathien

8. Mai 2016

In Der Krebs beschreibt Reich, wie das Gewebe an gepanzerten Stellen des Körpers bionös zerfällt und sich dort bevorzugt Tumoren bilden. Eine gegenteilige Reaktion finden wir bei Entzündungserkrankungen, hier zerfällt das Gewebe nicht an durch Panzerung „inaktivierten“ Stellen, sondern ganz im Gegenteil kommt es an diesen Stellen zu den klassischen Entzündungssymptomen „Rötung, Schwellung, Hitze, Schmerz“. (Obzwar natürlich jede Entzündung krebsig entarten kann). Der Orgontherapeut und Internist Robert A. Dew nennt in „The Biopathic Diathesis: Autoimmune Inflammatory Biopathies“ (Journal of Orgonomy, Vol. 3, No. 1, March 1969) diesen Entzündungsvorgang in Anlehnung an Reich (Der Krebs, Fischer TB, S. 318f und S. 370f) „Erstrahlung“.

Erstrahlung wird bei Krebspatienten zunehmend schwächer, während sie bei den entzündlichen Biopathien in den stark gepanzerten Bereichen überstark wird und so zerstörerisch wirkt.

Ich vermute, daß ganz allgemein in entzündlichen Autoimmunbiopathien die Panzerung des Patienten nicht in der Lage ist ausreichend Energie in sich zu binden, um Unheil abzuwenden. Sie hält jedoch den explosiven Drang zur Peripherie zurück. Diese Stauung ruft eine Erstrahlung hervor, d.h. das plasmatische System strebt danach die Stauung zu überwinden. Die Erstrahlung entspricht dem Krankheitszustand in seiner akuten Phase. Das häufige Auftreten von Hautläsionen bei diesen Erkrankungen deutet, so mein Eindruck, auf einen chaotischen Durchbruch an der Peripherie hin. (Dew, S. 79)

Dew weiter:

Was in den entzündlichen Biopathien generell geschieht, entspricht dem Entzünden von Schießpulver (Kernexpansion) im inneren eines geschlossenen starren Behälters (das gepanzerte Biosystem). Das Ergebnis ist eine Explosion, die verständlicherweise den Behälter zerstört. Offensichtlich ist die Kraft der Explosion von der Menge des Schießpulvers und der Starrheit des Behälters abhängig. (ebd., S. 75)

Es ist offensichtlich, daß diese Entzündungs-Krankheiten dann an den gepanzerten Stellen ausbrechen.

Aus orgonomischer Sicht sind Heuschnupfen, Asthma, Nesselsucht und aktopische Ekzeme segmentäre Erscheinungsformen ein und derselben Biopathie: Erstrahlung gegen Kontraktion durch bestimmte Panzerungen. Die unterschiedlichen betreffenden Allergene lösen einfach den Prozeß in jenen Segmenten aus, die zuvor durch die Blockierungen dafür „empfänglich“ gemacht worden sind. (ebd., S. 76)

So zeigt sich in diesen Biopathien an der erkrankten Haut unmittelbar die starke Segment-Panzerung, denn Hautkrankheiten wie Nesselsucht und Ekzeme entstehen durch eine pathologische Entladung der Energie mittels der Haut. „Viele dieser Erkrankungen tauchen meist während bestimmter Phasen der Therapie auf, wenn die Energie bis zur Haut durchbricht“ (Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle, S. 288). Wie die Läsionen emotional sinnvoll auftreten, zeigt sich z.B. bei einer Patientin des Orgontherapeuten Morton Herskowitz:

Die Panzerung war bis auf das Becken bereits aufgelöst und nun sollte auch das Becken selbst gelöst und so die vollständige Heilung bewerkstelligt werden.

Als sie zu ihrer nächsten Sitzung erschien, machte sie den Eindruck, als kenne sie ein ganz großes Geheimnis. „Mensch, ich habe Ihnen etwas zu zeigen“, sagte sie (…): Als ich sie auf der Behandlungscouch betrachtete, war ein unscharfer rosaroter Ausschlag zu sehen, der von einer wohldefinierten Linie, die über die Mitte des Bauches reichte, ausging. „Sehen sie das“, fragte sie, „das ist ein rotes Licht und sagt ‚Stop!‘“. (Morton Herskowitz: „The Segmental Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science Vol. 4, September 1987, S. 86)

Reich selbst litt unter einer schweren Hautkrankheit mit Ausschlag (Psoriasis). Inwieweit diese einen biopathischen Hintergrund hatte, ist schwer zu sagen. Immerhin hat Reich so etwas im persönlichen Gespräch durchblicken lassen. Seine Sekretärin und zeitweilige Geliebte Lois Wyvell berichtet:

Als ich ihm begegnete war Reich in seinen Fünfzigern und die Haut seiner Hände und seines Gesichts war meist von roten Flecken leicht bedeckt, da wo die Haut irritiert war. Ein Ausbruch unterdrückter Wut, der nach seiner eigenen Aussage anfing, als er auf Ellis Island interniert wurde. Ilse Ollendorff und Elsworth Baker schreiben, es sei eine Hautkrankheit gewesen, die in seiner Kindheit begann und die wieder ausbrach, als er auf Ellis Island festgehalten wurde. Jene, die ähnliche Ausschläge gehabt haben, können sich nur wundern, wie ich es tue, daß er seine Haut nie gerieben oder sich gekratzt hat. Er schien es einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen. (…) man bemerkte es nicht nach dem ersten Blick; der Mann selbst war bemerkenswert, nicht dieses Detail. (Lois Wyvell: „Orgone and You“, Offshoots of Orgonomy, No. 3, Autumn 1981, S. 4f)

Reichs guter Umgang mit seiner Hautkrankheit kann auch mit seinem Gebrauch des Orgonenergie-Akkumulators zu tun haben (vgl. A. Alan Cott: „Orgonomic Treatment of Ichthyosis“, Orgone Energy Bulletin, Vol. 3, No. 3, July 1951, S. 165).

An ihre Erinnerungen schließt Wyvell eine interessante Spekulation an:

Der Hautausschlag wies auf ein Ungleichgewicht hin, das durch eine soziale Notwendigkeit verursacht wurde. Es war ein direkter Weg, um die Wut teilweise zu entladen, die durch die ständigen Angriffe auf ihn verursacht wurde. Obwohl er seine Wut kaum zurückhielt, wenn er seinen Gefühlen freien Lauf ließ, verbaten ihm die Anforderungen des zwischenmenschlichen Umgangs und das Gesetz den vollständigen Ausdruck seiner Wut. Sein Körper mußte irgendwie das Gleichgewicht herstellen, da er ohne Unterlaß angegriffen wurde und nicht in einem Zustand dauernder Wut leben, arbeiten und lieben konnte; so quoll der Zorn durch die Haut heraus. (Wyvell, S. 5)

Siehe dazu auch Fury on Earth, wo Myron Sharaf auf den biopathischen Hintergrund von Reichs Hautkrankheit verweist (New York 1983, S. 47f und S. 63).

Baker schreibt über Allergien:

Es scheint, als ob das fremde Protein eine übermäßige (allergische) Energieerregung im Organismus hervorruft, wodurch eine Erweiterung eintritt, die der Organismus nicht ertragen kann. Es erfolgt eine Gegenkontraktion, die die Energie am Verlassen des Körpers hindert. Dann bläht die Energie, die zwischen dem Druck von innen und der Blockierung gefangen ist, die Gewebe auf. Juckreiz und Schmerzen sind die Folge von Lustempfindungen, die über der Toleranzgrenze liegen, wenn die Energie die Hautoberfläche erreicht. (Der Mensch in der Falle, S. 205f)

Merkwürdigerweise scheint, so Baker, „die Hauptblockierung meist im Augensegment zu liegen“ (ebd., S. 287). Auch vergleicht er die Allergien mit den Phobien, die ebenfalls eng mit dem okularen Segment verbunden sind:

Auch die Phobie scheint ein allergischer Zustand zu sein, nur ist sie auf den psychischen Beriech beschränkt. Auch hier ist ein Erregungsfaktor vorhanden, der eine übermäßige Erregung verursacht, und eine Gegenkontraktion, die starke Angst hervorruft. (…) ich habe Fälle erlebt, wo sich eine Phobie entwickelte, als der allergischer Zustand verschwand. Ich habe auch einen Fall erlebt, in dem das Umgekehrte eintrat (…) Menschen, die an diesen Erkrankungen leiden, scheinen überempfindlich zu sein, d.h. „dünnhäutig“ oder vom ektodermen Typus. Sie sind überempfindlich gegen ihre Umwelt, die für sie bedrohlich ist. Sie neigen dazu, sich zurückzuziehen, besonders in den Augen. In ihnen baut sich eine explosive, destruktive Wut auf, die sich gegen das als gefährlich ausgewählte Objekt richtet (…).Der Rückzug in den Augen ermöglicht wahrscheinlich die Projektion der Angst auf ein Symbol. (ebd., S. 294f)

Die Panzersegmente (Teil 5): Der Bauch- und Beckenpanzer

9. November 2014

Der Orgontherapeut und Internist Robert A. Dew hat in der Artikelserie „The Biopathic Diathesis“ (Journal of Orgonomy, 1968-1978) beschrieben, wie das Wechselspiel von sympathikotoner und vagotoner Erregung in den sieben Segmenten der Panzerung die folgenden Biopathien erzeugt: Skoliose, Muskelrheumatismus, Krebsmetastasen, Entzündungserkrankungen wie Ekzeme und Rhinitis, Spannungskopfschmerz und Migräne, Epilepsie und Schizophrenie, Parkinsonsche Krankheit, Myopie, Glaukom, Strabismus, Fettleibigkeit, Basedow, kardiale Arrhythmien, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Asthma, Bronchitis, Diabetes, Hepatitis, Gallenstein, Nierenstein, Magen- und Darmgeschwüre, Verstopfung, sowie gut- und bösartige Unterleibsgeschwulste, Rheumatisches Fieber. Hinzu kommt die Gicht (Charles Konia: „The Gouty Diathesis“, Journal of Orgonomy, 18(2), November 1984, S. 172-182).

Ein Problem, das mit dem Bauchsegment zu tun hat, ist die Dickdarmentzündung, die in vielem dem Asthma entspricht. Der auslösende Mechanismus „ist eine Überreizung durch den Parasympathikus in dem Versuch, Angst zu überwinden“ (Der Mensch in der Falle, S. 292; siehe auch in Charles Konia: „Somatic Biopathies (Part 1)“, Journal of Orgonomy, 23(2), November 1989, S. 234-236).

Dew befaßt sich eingehender mit der Kolitis ulcerosa in seinem Artikel „The Biopathic Diathesis: Ulcerative Colitis“ (Journal of Orgonomy, 3(2), November 1969, S. 198-212). Zu den typischen Symptomen der Kolitis ulcerosa gehört durch parasympathische Innervation verursachte spastische Obstipation.

Über die chronische Verstopfung schreibt Elsworth F. Baker: „Chronische Sympathikotonie läßt eine Ausdehnung der Darmwände zu, während sie zugleich eine Verkrampfung der Afterschließmuskeln herbeiführt. Gewöhnlich entstehen mit der Zeit Hämorrhoiden“ ( Der Mensch in der Falle , S. 293). Reich erwähnt, daß „die chronische Obstipation einen überragend häufigen Hintergrund der Krebserkrankung des Darmtrakts“ bildet (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 275; siehe dazu auch Dews bereits erwähnten Artikel „The Biopathic Diathesis: Ulcerative Colitis“, S. 206-208).

Und über den vorderen Beckenapparat schreibt Reich beispielsweise:

Die Sperrung der biosexuellen Erregung in den Genitalien (…) geht mit einer muskulären Spannung der Beckenmuskulatur einher. Dies ist regelmäßig der Fall bei den Gebärmuttermuskelspasmen frigider und neurotischer Frauen. Menstruationsstörungen, menstruale Schmerzen, polypöse Wucherungen und Myome sind häufig Folgezustände solcher Spasmen. Der muskuläre Gebärmutterkrampf hat keine andere Funktion als die, die biosexuelle Energie nicht zur Empfindung an der Vaginalschleimhaut durchzulassen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 172)

Baker schreibt zur Problematik der Menstruation in einer gepanzerten Gesellschaft:

[Fibrome und Eierstockzysten] sind die Folge eines expansiven Energiestoßes gegen die Kontraktion von Uterus und Ovarien, der eine Aufblähung der Gewebe verursacht. In solchen Fällen hat das Becken eine hohe Energieladung, aber der adäquate Ausdruck der Sexualität ist blockiert. Die Kontraktion ist erfolgt, damit die Sexualenergie sich nicht als vaginale Empfindung bemerkbar macht. Während der Menstruation führt dies zu schweren Verkrampfungen, die als Menstruationskrämpfe spürbar werden. Die emotional gesunde Frau hat keine Menstruationsschmerzen. (Der Mensch in der Falle , S. 293f)

2007 wurde Lybrel in den USA zugelassen. Die erste Anti-Babypille, die gleichzeitig die Monatsblutung komplett unterbindet! Zwei Drittel der Frauen würden wegen der mit ihr einhergehenden Beschwerden (Übelkeit, Stimmungsschwankungen) nur allzu gerne auf die Menstruation verzichten. Ohnehin:

21 kleine Pillen, sieben Tage Pause: Längst nicht mehr alle Frauen nehmen die Antibabypille auf diese Weise ein. Aus den unterschiedlichsten Gründen verzichten sie auf die siebentägige Pause und beginnen nach 21 Tagen direkt mit der nächsten Packung. Durch diesen Langzyklus verzichten sie über Monate und teilweise sogar Jahre hinweg auf ihre Monatsblutung. Ob das Durchnehmen der Pille dem Körper schaden kann? Nein, aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen.

Es läßt sich kaum ein besseres Beispiel für die mechanistische Lebensauffassung finden! Unter den Tisch fällt, daß die Menstruation eine Art von energetischer Entladung ist und daß „Monatsbeschwerden“ ein direkter Ausdruck von Beckenpanzerung und der damit einhergehenden Ablehnung des eigenen Frauseins sind. Es soll kein Blut mehr fließen, bedeutet letztendlich: es soll keine Orgonenergie mehr strömen. (Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag über die Ejakulation.)

Man denke nur daran, daß es in Saharasia kein größeres Schrecknis als das Menstruationsblut gibt. In Guantanamo kann man mit roter Farbe „foltern“. Und in Nepal beispielsweise wurden menstruierende Frauen in Kuhställe gesperrt. Das Verfassungsgericht des hinduistisch-buddhistischen Landes ordnete an, den „Chhaupadi“ genannten Brauch gesetzlich zu verbieten.

Kali_Ma