Posts Tagged ‘Bluthochdruck’

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11. August 2018

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1. Mai 2017

Herztod

29. April 2016

In der MMW (Fortschritte der Medizin) vom 7. April 2011 wird von einer amerikanischen Metaanalyse (Dahabreh IJ, Paulus JK) berichtet, die nachweist, daß sporadische körperliche und sexuelle Aktivitäten mit einem etwa dreifachen Risiko für Myokardinfarkte einhergehen. Das Risiko für einen plötzlichen Herztod wird durch gelegentliche körperliche Anstrengung sogar um das Fünffache erhöht.

Dazu gibt der Münchner Internist und Kardiologe Prof. Dr. H. Holzgreve einen sehr guten Kommentar ab: Zwar würden diese wahrlich erschreckenden Zahlen sowohl bei Fachleuten als auch bei Laien sicherlich Furore machen, doch warne er vor einer Fehlinterpretation. Herzinfarkt und Herztod werden in den untersuchten Studien nämlich nur innerhalb einer Stunde nach der vereinzelten körperlichen Anstrengung erfaßt und diese Stunde dann mit langen anstrengungslosen Zeiträumen, die meist ein ganzes Jahr umfassen, verglichen. „Das bedeutet, daß das absolute Risiko der nur seltenen körperlichen Anstrengung sehr gering ist, nämlich zwei bis drei Herzinfarkte bzw. ein plötzlicher Herztod pro 10 000 Probandenjahren.“

Ohnehin habe der, der sich regelmäßig, d.h. etwa drei- bis fünfmal pro Woche körperlich und sexuell verausgabe, einen Überlebensvorteil gegenüber dem Sport- und Sexmuffel.

Wie geradezu gemeingefährlich derartige Studien sind, hat bereits Reich Anfang der 1940er Jahre in seiner Notiz „Sex-Economy and Medicine: The ‚Dangers‘ of Sexual Intercourse“ diskutiert (International Journal of Sex-Economy and Orgone-Research, Vol. 1, No. 1, March 1942, S. 94f). Dort geht es um ein junges Ehepaar. Der Mann leidet an hohem Blutdruck, die Frau an „Nervosität“. Ihr Hausarzt riet ihnen unter keinen Umständen Geschlechtsverkehr zu haben, da „Geschlechtsverkehr den Blutdruck erhöht, was jede Art von schlimmen Folgen nach sich ziehen kann“. Infolge des Rates stieg der Blutdruck des Mannes immer weiter an und die Frau entwickelte eine schwerwiegende Zwangssymptomatik. Reich beklagt, daß Ärzte in ihrer Ausbildung und in den Fachzeitschriften nichts über die Verbindung zwischen Bluthochdruck, Nervosität und Sexualstauung erfahren. Statt den Patienten die Angst vor den „schlimmen Folgen des Geschlechtsverkehr“ zu nehmen, werden sie von den Ärzten darin bestärkt.

Wäre er gut ausgebildet gewesen, hätte der Hausarzt des Ehepaares durch Sexualaufklärung versucht, den Eheleuten ein gesundes Geschlechtsleben zu ermöglichen. Handelte es sich hingegen um tiefsitzende neurotische Ängste, wäre eine entsprechend tiefgehende Psychotherapie angemessen gewesen.

Bereits Mitte der 1920er Jahre hatte Reich in seiner Studie Die Funktion des Orgasmus ausgeführt, daß Neurosen („Psychoneurosen“) durch Entwicklungsstörungen der bzw. Regression zur infantilen Sexualität entstünden. Sie hätten stets einen stauungsneurotischen („aktual-neurotischen“) Kern durch unmittelbare Störung der motorischen Energieabfuhr. Dies äußere sich in Stauungs- und Herzangst, da die Erregung nicht über das genitale System abfließe und sich so im Vegetativum staue, weshalb Reich auch von „Sexualstauungsneurosen“ spricht, bei der die motorisch nichtabgeführte Genitallibido das vasovegetative System innerviere und für periphere Vasokonstriktion, arteriellen Hochdruck, Herzbeschwerden, Pupillenerweiterung, Versiegen der Speichelsekretion, kalte Schweißausbrüche, Hitze- und Kälteempfindungen, Erschlaffung der Muskulatur mit Tremor, Schwindel, Diarrhöen, etc. verantwortlich sei. Reich vergleicht die Symptome, die frustrierte Genitallibido zeitigt, mit einer Nikotinvergiftung und der sie begleitenden „Herzangst“ und bestätigt so Freuds Intuition über die „toxischen Sexualstoffe“.

In „The Biopathic Diathesis: Arteriosclerosis and Coronary Artery Disease“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 4, No. 2, November 1970) führt der orgonomische Internist Robert A. Dew aus, daß Sympathikotonie Grundlage der kardiovaskulären Erkrankungen ist: eine Kontraktion gegen Expansion, d.h. eine reaktive Sympathikotonie. Die Sympathikotonie im Brustkorb kann, neben Arrhythmien, zu Bluthochdruck und weiter zu Arteriosklerose führen.

Reich merkt an:

Es ist durchaus wahrscheinlich, daß (…) Herzklappenfehler und andere Formen organischer Herzerkrankungen eine Reaktion des Organismus auf chronische Hypertonie des Gefäßsystems darstellen. (Die Funktion des Orgasmus, S. 273)

Dew führt den kardiovaskulären Hochdruck auf einen „lebhaften, stark erregbaren Kern“ zurück (siehe dazu Der Krebs, S. 220f), hinzu komme

eine sehr ausgeprägte Beckenblockierung, chronische orgastische Impotenz und eine daraus sich ergebende mächtige Expansion in die höher gelegenen Segmente hinein. Diese nach oben gerichtete Expansion wird eingedämmt durch eine vergleichsweise starke Kontraktion im Brust- und im Halssegment, was einen Großteil der physiologischen und symptomatologischen Störungen hervorruft, die mit der Erkrankung verbunden sind. („The Biopathic Diathesis: Hypertension“, Journal of Orgonomy, 10(2), November 1976, S. 214)

Emanuel Levine, einem der Mitarbeiter Reichs, zufolge zeige sich die spezifische Panzerstruktur beim Bluthochdruck darin, daß „der Hochdruckpatient gewöhnlich ein rötliches Gesicht hat. Die unteren Segmente jedoch blaß wirken“ („Treatment of a Hypertensive Biopathy with the Orgone Energy Accumulator“, Orgone Energy Bulletin, 3(1), January 1951, S. 24).

Reich vertrat die Ansicht, daß kardiovaskuläre Biopathien ihre Ursache hauptsächlich in einer Verschiebung von sexueller Energie aus dem Genitalbereich in die obere Körperhälfte haben. Einige neuere Ergebnisse unterstützen diese Auffassung. (Sean Haldane und Adolph E. Smith: „Das Konzept der Biopathie: Bestätigungen aus neueren Ergebnissen der Verhaltensendokrinologie“, Wilhelm Reich Blätter, 4/77, S. 106-110)

Die Anlage für Arteriosklerose und andere Erkrankungen der Koronararterien zeigt sich bei der orgontherapeutischen Mobilisierung des reaktiv in einer Einatmungshaltung festgehaltenen Brustsegments, wobei, so Dew, stets tiefe Trauer und Sehnsucht an die Oberfläche kommt. Unsere Sprache bringe die Verbindung zwischen Trauer, Sehnsucht und dem Herzbereich sehr klar zum Ausdruck. Reich hat die Emotion Sehnsucht als Energiefluß definiert, der in den Brustbereich und die Arme geht. Gegen diese parasympathische Expansion kommt es reaktiv zu der festgehaltenen sympathischen Inspirationshaltung. Das besondere ist nun, daß diese äußere mit Vasokonstriktion verknüpfte Sympathikotonie einhergeht mit einer zentralen Parasympathikotonie. Der Parasympathikus hemmt jedoch die Herztätigkeit, obwohl das Herz wegen der peripheren durch den Sympathikus hervorgerufene Gefäßverengung mehr leisten muß. Die für das Herz fatale Gleichzeitigkeit dieser beiden Faktoren stellt die biopathische Diathese der Arteriosklerose dar (Dew, S. 198-200).

Levine hatte 20 Jahre zuvor geschrieben:

Der allgemeine Hintergrund des Koronararterienverschlusses wurde von Reich beschrieben. Er fand, daß der Koronarverschluß sich aus starken expansiven Bewegungen in der Brust ergibt, denen starke Kontraktionen im gleichen Segment entgegenstehen und daß wegen Blockaden in den Schultern und im Zwerchfell, die schraubstockartige Kontraktion nicht anderswo freigesetzt werden kann, was schließlich zur Koronarruptur führt. („Observations on a Case of Coronary Occlusion“, Orgone Energy Bulletin, 4(1), January 1952, S. 46)

Baker bringt eine interessante Beobachtung über die hier besprochenen Herzerkrankungen vor:

Bei diesen Herzschäden findet man sogar schon Jahre, bevor eine körperliche Erkrankung auftritt, immer eine Trias von extrem schmerzhaften Punkten, einen unterhalb der linken Brustwarze, einen zweiten oberhalb der Brustwarze und den dritten in der linken Achselhöhle. Eine Lockerung des Krampfes an diesen Punkten lindert die Herzsymptome. Bei der paroxysmalen Tachykardie kann durch diese Methode keine Linderung erreicht werden, wenn der Patient ein Chininpräparat nimmt. (Der Mensch in der Falle, S. 290)

Ein anderer sehr interessanter Punkt stammt von Levine: Bei Frauen können die Brüste als Sicherheitsventil für den biopathischen Druck im Brustkorb wirken und er fragt, ob dies erklärt, „daß Koronararterienverschluß bei unter Bluthochdruck leidenden Frauen weit weniger häufig ist als bei unter Bluthochdruck leidenden Männern“ („Treatment of a Hypertensive Biopathy…“, S. 33).

Reich selbst litt der Autopsie zufolge unter Arteriosklerose, als er 1957 an seinem zweiten Herzinfarkt verstarb: „Herzmuskelschwäche mit plötzlichem Herzversagen, das mit einer generellen Arteriosklerose und einer Sklerose der Herzkranzgefäße verbunden war“ (Myron Sharaf: Fury on Earth, New York 1982, S. 477). In den Originalunterlagen aus dem Gefängnis heißt es: „myokardiale Insuffizienz aufgrund einer kalzifizierten Aortenstenose, die mit einem generalisierten arteriosklerotischen Herzen und einer Koronarsklerose verbunden war“ (Jerome Greenfield: „Wilhelm Reich in Prison“, International Journal of Life Energy, Vol. 2, No. 1, Winter 79-80, S. 49). Zu Beginn der Haft „stellten Mediziner bei Untersuchungen ein ‚besonders raues anschwellendes systolisches Herzgeräusch‘ Grad 2 fest” (ebd., S. 25). Außerdem heißt es in den Unterlagen, daß

zur Zeit seines Todes eine Grippeepidemie in der Anstalt wütete; (…) die histopathologische Untersuchung zeigte eine eitrige Bronchopneumonie. Meiner Meinung nach weisen diese Umstände auf einen Tod durch Komplikationen in einem Fall von asiatischer Grippe hin. (ebd., S. 48)

Im Oktober 1951 hatte sich der erste Herzinfarkt ereignet und Reich erkrankte schwer an Myokarditis (Elsworth F. Baker: „My Eleven Years With Wilhem Reich“, Journal of Orgonomy, 12(2), November 1978, S. 181). Übrigens gab er aus diesem Anlaß das Rauchen auf. „Zwei Jahre zuvor hatte er wegen eines Tachykardie-Anfalls einen Herzspezialisten konsultiert, der festgestellt hatte, daß er an Bluthochdruck litt“ (David Boadella: Wilhelm Reich, München 1980, S. 255; siehe auch Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 127).

Betrachten wir nun die oben beschriebene biopathische Anlage, fällt auf, daß Reich in seinen letzten Jahren auffällig oft über „kosmische Sehnsucht“ geschrieben hat. Auch kann man bei ihm wohl tiefe Trauer über die Tragödie seiner Ursprungsfamilie und diverse weitere Brüche in seinem Leben annehmen. „Heartbreak“ war eines von Reichs Lieblingswörtern (Fury on Earth, New York 1983, S. 20). Ilse Ollendorff erinnert sich über Reichs Herzanfall: „Er sagte damals, daß jeder Herzanfall in Wirklichkeit ein gebrochenes Herz ist“ (Ollendorff, S. 141). In diesem Zusammenhang erwähnt sie einen Brief an Neill, den Reich wenige Tage vor seinem Herzanfall schrieb und in dem er seine herzzerreißende Einsamkeit beklagte (ebd., S. 142f).

Die Panzersegmente (Teil 5): Der Bauch- und Beckenpanzer

9. November 2014

Der Orgontherapeut und Internist Robert A. Dew hat in der Artikelserie „The Biopathic Diathesis“ (Journal of Orgonomy, 1968-1978) beschrieben, wie das Wechselspiel von sympathikotoner und vagotoner Erregung in den sieben Segmenten der Panzerung die folgenden Biopathien erzeugt: Skoliose, Muskelrheumatismus, Krebsmetastasen, Entzündungserkrankungen wie Ekzeme und Rhinitis, Spannungskopfschmerz und Migräne, Epilepsie und Schizophrenie, Parkinsonsche Krankheit, Myopie, Glaukom, Strabismus, Fettleibigkeit, Basedow, kardiale Arrhythmien, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Asthma, Bronchitis, Diabetes, Hepatitis, Gallenstein, Nierenstein, Magen- und Darmgeschwüre, Verstopfung, sowie gut- und bösartige Unterleibsgeschwulste, Rheumatisches Fieber. Hinzu kommt die Gicht (Charles Konia: „The Gouty Diathesis“, Journal of Orgonomy, 18(2), November 1984, S. 172-182).

Ein Problem, das mit dem Bauchsegment zu tun hat, ist die Dickdarmentzündung, die in vielem dem Asthma entspricht. Der auslösende Mechanismus „ist eine Überreizung durch den Parasympathikus in dem Versuch, Angst zu überwinden“ (Der Mensch in der Falle, S. 292; siehe auch in Charles Konia: „Somatic Biopathies (Part 1)“, Journal of Orgonomy, 23(2), November 1989, S. 234-236).

Dew befaßt sich eingehender mit der Kolitis ulcerosa in seinem Artikel „The Biopathic Diathesis: Ulcerative Colitis“ (Journal of Orgonomy, 3(2), November 1969, S. 198-212). Zu den typischen Symptomen der Kolitis ulcerosa gehört durch parasympathische Innervation verursachte spastische Obstipation.

Über die chronische Verstopfung schreibt Elsworth F. Baker: „Chronische Sympathikotonie läßt eine Ausdehnung der Darmwände zu, während sie zugleich eine Verkrampfung der Afterschließmuskeln herbeiführt. Gewöhnlich entstehen mit der Zeit Hämorrhoiden“ ( Der Mensch in der Falle , S. 293). Reich erwähnt, daß „die chronische Obstipation einen überragend häufigen Hintergrund der Krebserkrankung des Darmtrakts“ bildet (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 275; siehe dazu auch Dews bereits erwähnten Artikel „The Biopathic Diathesis: Ulcerative Colitis“, S. 206-208).

Und über den vorderen Beckenapparat schreibt Reich beispielsweise:

Die Sperrung der biosexuellen Erregung in den Genitalien (…) geht mit einer muskulären Spannung der Beckenmuskulatur einher. Dies ist regelmäßig der Fall bei den Gebärmuttermuskelspasmen frigider und neurotischer Frauen. Menstruationsstörungen, menstruale Schmerzen, polypöse Wucherungen und Myome sind häufig Folgezustände solcher Spasmen. Der muskuläre Gebärmutterkrampf hat keine andere Funktion als die, die biosexuelle Energie nicht zur Empfindung an der Vaginalschleimhaut durchzulassen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 172)

Baker schreibt zur Problematik der Menstruation in einer gepanzerten Gesellschaft:

[Fibrome und Eierstockzysten] sind die Folge eines expansiven Energiestoßes gegen die Kontraktion von Uterus und Ovarien, der eine Aufblähung der Gewebe verursacht. In solchen Fällen hat das Becken eine hohe Energieladung, aber der adäquate Ausdruck der Sexualität ist blockiert. Die Kontraktion ist erfolgt, damit die Sexualenergie sich nicht als vaginale Empfindung bemerkbar macht. Während der Menstruation führt dies zu schweren Verkrampfungen, die als Menstruationskrämpfe spürbar werden. Die emotional gesunde Frau hat keine Menstruationsschmerzen. (Der Mensch in der Falle , S. 293f)

2007 wurde Lybrel in den USA zugelassen. Die erste Anti-Babypille, die gleichzeitig die Monatsblutung komplett unterbindet! Zwei Drittel der Frauen würden wegen der mit ihr einhergehenden Beschwerden (Übelkeit, Stimmungsschwankungen) nur allzu gerne auf die Menstruation verzichten. Ohnehin:

21 kleine Pillen, sieben Tage Pause: Längst nicht mehr alle Frauen nehmen die Antibabypille auf diese Weise ein. Aus den unterschiedlichsten Gründen verzichten sie auf die siebentägige Pause und beginnen nach 21 Tagen direkt mit der nächsten Packung. Durch diesen Langzyklus verzichten sie über Monate und teilweise sogar Jahre hinweg auf ihre Monatsblutung. Ob das Durchnehmen der Pille dem Körper schaden kann? Nein, aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen.

Es läßt sich kaum ein besseres Beispiel für die mechanistische Lebensauffassung finden! Unter den Tisch fällt, daß die Menstruation eine Art von energetischer Entladung ist und daß „Monatsbeschwerden“ ein direkter Ausdruck von Beckenpanzerung und der damit einhergehenden Ablehnung des eigenen Frauseins sind. Es soll kein Blut mehr fließen, bedeutet letztendlich: es soll keine Orgonenergie mehr strömen. (Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag über die Ejakulation.)

Man denke nur daran, daß es in Saharasia kein größeres Schrecknis als das Menstruationsblut gibt. In Guantanamo kann man mit roter Farbe „foltern“. Und in Nepal beispielsweise wurden menstruierende Frauen in Kuhställe gesperrt. Das Verfassungsgericht des hinduistisch-buddhistischen Landes ordnete an, den „Chhaupadi“ genannten Brauch gesetzlich zu verbieten.

Kali_Ma

Der Nachweis des Kontinuums der Funktion in der Medizin (Teil 2)

26. Oktober 2012

Reich hat sich bemüht, den Schweregrad seelischer Erkrankungen und den Schweregrad der Genitalstörung wenigstens ansatzweise zu quantifizieren: in seinen bio-elektrischen Untersuchungen und seinen Untersuchungen zur orgonotischen Erstrahlung. Sein Hauptfeld war aber natürlich die Klinik.

Es stehen sich gegenüber erektive, ejakulative und orgastische Impotenz, Orgasmusangst und Sexualstauung als Indikatoren für die Schwere der genitalen Störung und Panzerstruktur, psychosomatische Beschwerden und „psychoneurotische“ Beschwerden als Indikatoren für die Schwere der seelischen Störung. Wenn sich da nicht einiges mehr oder weniger direkt statistisch untersuchen läßt, dann läßt sich ja wirklich gar nichts untersuchen. Es ist also nicht so, daß hier nur zwei Variablen vorliegen, die man nicht miteinander korrelieren darf.

Nach dem ICD-10 gibt es etwa 13 000 Krankheiten. Ich habe gehört, daß für den praktischen Mediziner etwa 100 Krankheiten wichtig sind, da sie den weit überwiegenden Teil der Fälle ausmachen. Den Rest kann man getrost den Spezialisten zur Abklärung überlassen. Wie viele von diesen 100 Krankheiten mögen davon Biopathien sein? Eine Handvoll biopathischer Krankheiten, einschließlich den biopathischen psychiatrischen Störungen, machen imgrunde das gesamte Gesundheitsproblem der Nation aus. Sie beruhen Durchweg auf einer Genitalstörung. Der Rest ist Noise!

Über die Ursachen dieser Krankheiten kann die Schulmedizin größtenteils nichts sagen. Es gibt nur mehr oder weniger plausible Theorien und Therapien, die zumeist durch Zufall entdeckt wurden. Wirkliche „Wirkungsketten“ können nicht angegeben werden. Um die „Wissenschaftlichkeit“ der Medizin im allgemeinen und der Psychiatrie im besonderen sieht es nun wirklich nicht gerade berauschend aus!

Der Ansatz der Orgonomie war nun (und dieser Ansatz kann mangels Personal auch nicht nur ansatzweise mit Leben ausgefüllt werden – aber bei einer Handvoll Krankheiten wird es wohl doch realistisch machbar sein) für jede Biopathie das herzustellen, was Reich als „den Nachweis der Kontinuums der Funktion“ bezeichnet hat (Die bio-elektrische Untersuchung von Sexualität und Angst, S. 52). Lückenlos, d.h. ohne jene Lücken, die (wie Reich kritisiert hat) Biologie und Medizin stets mit den beiden Worten „um zu“ übersprungen haben, muß theoretisch und in der klinischen Praxis aufgezeigt werden, was etwa den biopathischen Bluthochdruck mit der orgastischen Impotenz verbindet.

Das ist m.E. „wissenschaftlicher“ als bloße statistische Korrelationen ohne jedes „Kontinuum der Funktion“. Es wurde z.B. schon nachgewiesen, daß die Storchenpopulation mit der menschlichen Geburtsrate perfekt korreliert. Entsprechend wäre es zugegebenermaßen nicht unbedingt berauschend, wenn man die Abhängigkeit des Schweregrads seelischer Erkrankungen vom Schweregrad der Genitalstörung nun statisch doch noch nachweisen könnte. Zumal es zwei gravierende theoretische Schwierigkeiten gibt: da ist zunächst das Energieniveau als Zwischenglied, d.h. (übertrieben ausgedrückt) wo keine Energie ist, kann auch keine entladen werden, weder in Symptomen noch in der genitalen Umarmung; und zweitens kann ja grade der Mangel an Symptomen ein ganz übles Zeichen sein, da die Panzerung perfekt ist.

Natürlich ist die reine Klinik, die bis heute die medizinische Orgonomie bestimmt, mit all ihren Unwägbarkeiten kein tragfähiger Boden. Immerhin hat aber die medizinische Orgonomie mit Reichs primitiver statistischen Erhebung, die er 1927 in Die Funktion des Orgasmus veröffentlichte, angefangen – und sie endete 1948 in Der Krebs mit Reichs Vorschlag, die Wirkungen des Orgonenergie-Akkumulators statistisch in einem Großversuch zu überprüfen. Die heutigen Orgonomen wären sicherlich über alle Maßen begeistert, wenn so eine Untersuchung der Orgasmustheorie möglich wäre – und, wie gesagt, theoretisch muß sie möglich sein, trotz aller Probleme.

An sich gibt es nur ein Problem: die Orgonomie im allgemeinen und die Orgasmustheorie im speziellen würde erst infolge einer solchen statistischen Untersuchung offiziell anerkannt werden, – doch um diese praktisch möglich zu machen, müßte sie bereits offiziell anerkannt sein…

Sexterror (Teil 3)

12. Februar 2012

Eine der zentralen orgonometrischen Gleichungen ist die folgende:

Sie erklärt die diversen Charaktere, die Elsworth F. Baker in Der Mensch in der Falle beschrieben hat. Der hier dargestellte phallisch-narzißtische Charakter wird durch die genitale Rache bestimmt. Beim, beispielsweise, manisch-depressiven Charakter wird diese genitale Rache durch orale Strebungen maskiert, beim, beispielsweise, modern-liberal character drückt sich die genitale Rache durch den Intellekt aus. Auf diese Weise, d.h. weil 80 Prozent der Männer phallische Narzißten sind und die genitale Rache ein zentrales Element der Emotionellen Pest ist, kann man die Rolle der genitalen Rache nicht überschätzen: sie ist der eigentliche „Sexterror“.

Gestern befaßte ich mich mit dem oberen („psychologischen“) Teil der Gleichung, der Orgasmusangst, die hinter der genitalen Rache steht. Heute soll es um den unteren („somatischen“) Teil, die orgastische Impotenz, gehen. Den „Sexterror“, wie er am eigenen Leibe verspürt wird; seine medizinische Seite. Er ist unmittelbar an den Gesichtern und dem Gehabe von Männern jenseits der 50 abzulesen: diese Mischung aus tiefster Verunsicherung, Verbitterung und gespielter „Männlichkeit“.

Ich habe mich bereits an anderer Stelle mit der erektilen Dysfunktion und ihrer funktionellen Behandlung beschäftigt.

Die orgastische Impotenz geht mit allen möglichen eingebildeten und wirklichen Wehwehchen und ernsthaften Erkrankungen einher, insbesondere „Zivilisationskrankheiten“ wie Bluthochdruck, Diabetes und Depressionen. Die erektile Dysfunktion macht die Hersteller von Viagra, Levitra und Cialis reich, während die allgemeinen Erkrankungen, die mit der orgastischen Impotenz verknüpft sind, den Rest des Pharmamarktes am Laufen hält.

Nun hat eine Studie von Diana C. Londoño et al. (Quality & Clinical Analysis for Kaiser Permanente Southern California) gezeigt, daß je mehr Pillen ein Mann nimmt, um gegen die erwähnten Erkrankungen vorzugehen, er desto mehr an einer erektilen Dysfunktion leidet. Die Forscher weisen darauf hin, daß diesen Männern mehr gedient wäre, wenn man sie dazu brächte ihren Lebensstil zu ändern, etwa sich anders zu ernähren, sich mehr zu bewegen und etwa das Rauchen aufzugeben.

So berechtigt dieser Vorschlag ist, zeigt er doch, wie imgrunde hilflos die mechanistische Medizin mit den Problemen umgeht. Sie doktert an den beiden oberflächlichen Variationen herum (erektile Dysfunktion und „Zivilisationskrankheiten“) und verschlimmert die eine, wenn sie die andere in den Griff bekommen will, während die gemeinsame Ursache, die orgastische Impotenz, vollkommen draußen vorgelassen wird. Sie wird nicht einmal als Problem erkannt, sondern mit all den chemischen Mittelchen, die die Energie zusätzlich immobilisieren, weiter verfestigt.

Konkret geht es um die Sympathikotonie, die energetische Kontraktion, die allen biopathischen Leiden zugrundeliegt und die von medizinischen Orgonomen direkt angegangen wird. Der heutigen Medizin ist sie nur zugänglich, indem beispielsweise Smpathikusnerven durchtrennt werden, um den Bluthochdruck zu senken („renale Sympathektomie“).

Imgrunde ist auch die mechanistische Medizin nichts anderes als „Sexterror“!

Von dem Terror der direkt auf die Genitalien von Männern und Frauen gerichtet ist, möchte ich erst gar nicht anfangen.

Bluthochdruck und emotionale Dämpfung

7. November 2011

Die mechanistische Medizin steht gegenwärtig vor einem großen Rätsel: James McCubbin (Clemson University) et al. haben festgestellt, daß Menschen, die unter hohem Blutdruck leiden, Gefühle bei anderen nur gedämpft wahrnehmen.

Egal, ob es sich um emotionale Gesichtsausdrücke handelt oder um die Beschreibung einer emotional aufgeladenen Situation – je höher der Blutdruck, desto schlechter konnten die Probanden das vorherrschende Gefühl erkennen und beschreiben. Was bei diesem Zusammenhang allerdings Ursache und was Wirkung ist, können die Wissenschaftler bisher nicht sagen. Es sei möglich, daß der erhöhte Druck die Durchblutung im Gehirn verändert und damit die Reaktion auf Gefühle beeinflußt. Ebenso denkbar sei, daß beides, der höhere Blutdruck und die veränderte Wahrnehmung, auf Veränderungen in einem übergeordneten Regelkreis zurückgehen und somit nur zwei Symptome eines anderen Problems sind. Auch der umgekehrte Fall sei nicht auszuschließen, daß die gedämpften Emotionen Streß erzeugen und damit den Blutdruck erst hochtreiben.

Dies ist typisch für das mechanistische, an Modellvorstellungen orientierte Denken („Ursache und Wirkung“), in dem ein Faktor den anderen beeinflußt – oder, in einem alternativen Modell, umgekehrt. Alles ist schrecklich kompliziert und am Ende erschöpft sich Wissenschaft darin, daß alles „differenziert“ und „multifaktoriell“ zu betrachten ist.

Die Erklärung für den Zusammenhang von Bluthochdruck und „Gefühllosigkeit“, die Reich schon vor mehr als zwei Generationen gegeben hat, ist denkbar einfach: Bluthochdruck geht unmittelbar auf ein gepanzertes Brustsegment zurück und die psychische Komponente des Bluthochdrucks, die McCubbin und seine Kollegen beschreiben, ist tatsächlich die psychische Komponente des muskulären Brustpanzers, der Bluthochdruck entsprechend seine somatische Komponente:

Diese funktionelle Aufstellung wird unmittelbar evident, wenn nach der orgontherapeutischen Auflösung des Brustpanzers der Blutdruck auf Normalmaß sinkt und man gleichzeitig empathischer und im wahrsten Sinne des Wortes „herzlicher“ wird!

McCubbin und seine Kollegen stellten fest, daß je höher die Blutdruckwerte bei den Probanden sind, desto stärker die, wie sich die Forscher ausdrücken, „emotionale Dämpfung“ ausgeprägt ist: verringerte Schmerzempfindlichkeit, geringeres Streßempfinden, größere Unempfindlichkeit gegenüber den Gefühlen von anderen, wobei gleichzeitig auch eigene Gefühle weniger intensiv wahrgenommen werden, selbst wenn es sich um positive wie Freude oder Überraschung handelt. Man denke in diesem Zusammenhang an die perfekte Tötungsmaschine in olivgrün, die nichts spürt und nichts fühlt: Brust raus, Bauch rein!

The Journal of Orgonomy (Vol. 6, No. 2, November 1972)

10. September 2011

Der internistische Orgonom Robert A. Dew weist auf die interessante Tatsache hin, daß man Asthma bronchiale ursprünglich nicht als eine allergische Reaktion, sondern als „Nervenkrankheit“ auffaßte und „Asthma nervosa“ nannte. Erst mit dem Aufkommen der psychosomatischen Medizin, habe man diesen „nervösen“ Aspekt wieder mit ins Kalkül gezogen. Asthma ist, so Dew, eine parasympathische (expansive) Überreaktion gegen eine zugrundeliegende sympathische Kontraktion.

Der [Asthma-] Anfall selbst stellt eine akute emotionale Blockierung in der Brust dar, von der sich der Organismus durch parasympathische Zuckungen selbst zu befreien sucht. Das Ergebnis sind akute Bronchospasmen, Bronchorrhö und Lungenaufblähung (Emphysem). („The Biopathic Diathesis: The Pulmonary Biopathies“, S. 189)

Weiter führt Dew in dieser Ausgabe des Journal of Orgonomy aus, daß die Brustpanzerung den Energieabfluß zum Genital abblockt, was, da die Energie so in den oberen Segmenten gefangen wird, die Rhinitis erklärt, die das Asthma oft begleitet. Darüber hinaus reduziert die Brustpanzerung die Erregungsfähigkeit des vegetativen Kerns, was das neurotische Gleichgewicht erklärt und letztendlich zu einer biophysischen Resignation, also einer Krebs-Disposition führen kann (Dew, S. 189f).

Auf das letztere geht Dew bei der Diskussion der chronischen Bronchitis und des Lungenemphysems ein:

Der bemerkenswerteste Befund beim Bronchitiker (auch ohne Komplikationen) ist das Ausmaß der Erstarrung des Brustkorbs. Die Brust bewegt sich, als wenn sie aus einem massiven Stück wäre und auf sehr eingeschränkte Weise. Man kann sie praktisch nicht herunterdrücken. (Dew, S. 191)

Die Tendenz zum Lungenemphysem tritt bei jenen auf, deren Brustkorb nicht nur, wie beim Bronchitiker, extrem rigide ist, sondern auch übermäßig expandiert (S. 195). Reich spricht von der „Faßform“ des aufgeblähten Brustkorbes (Die Funktion des Orgasmus, S. 274). Dew schreibt, daß „das Emphysem einen biopathischen Mechanismus repräsentieren könnte, dessen Dynamik zwischen der chronischen Bronchitis und den kardiovaskulären Biopathien steht“ (Dew, S. 200).

Dew weiter über den Bronchitiker:

Insgesamt vermittelt der Körper den Eindruck, daß sehr wenig Energie über das Brustkorbsegment hinaus gelangt. Analog zur asthmatischen Rhinitis leiden Patienten mit Bronchitis häufig unter vermehrtem Sekret im Nasen-Rachen-Raum. (Dew, S. 192)

Der Unterschied zwischen Menschen, die Asthma und Bronchitis bekommen, liege vielleicht darin, daß im ersten Fall die Panzerung nicht so früh ansetzt und das biologische System lebendiger ist. (Was übrigens wiederum zeigt, daß asymptomatische und „stille“ Erkrankungen bioenergetisch weit tiefer und schlimmer sein können, als Erkrankungen mit einem dramatischen Verlauf.) Während Asthma eine klonische parasympathische Reaktion auf die Kontraktion darstellt, ist Bronchitis eine tonische parasympathische Reaktion auf die Kontraktion (S. 193). Schließlich kann die Bronchitis in eine regelrechte Schrumpfungsbiopathie und Lungenkrebs auslaufen.

Lungenkrebs stellt die endgültige Kapitulation des [bioenergetischen] Kerns bei langanhaltender chronischer Bronchitis dar: Der Infektionsneigung und der bionöse Zerfall der bronchoepithelialen Zellen scheinen funktionell miteinander verbunden zu sein. (S. 199f)

Beim Asthma liegt eine Brustpanzerung vor wie bei der kardiovaskulären Biopathie. Über den Unterschied dieser beiden biopathischen Diathesen schreibt der Orgonom Charles Konia:

Bei Hochdruck kommt die überschüssige sympathische Erregung unmittelbar als Gefäßverengung zum Ausdruck. Beim Asthma bronchiale tritt eine parasympathische Übererregung der glatten Muskeln des Bronchialsystems mit überschüssiger Schleimproduktion auf als Reaktion gegen eine zugrundeliegende sympathetische Erregung. („Orgone Therapy, Part 7: The Application of Functional Thinking in Medical Practice“,The Journal of Orgonomy, Vol. 22, No. 2, November 1988, S. 265)

Deshalb ist beim Asthma das Brustsegment weicher als beim Bluthochdruck (Konia: „Somatic Biopathies (Part 1)“, The Journal of Orgonomy, Vol. 23, No. 2, November 1989, S. 230).

Asthma wird heute mit Allergenen erklärt. Wobei sich Dew ganz allgemein fragt, warum etwa bei Heuschnupfen, der emotionale Zustand die Antigen-Antikörper-Interaktion beeinflussen sollte, was eindeutig geschieht (Dew: „The Biopathic Diathesis: Autoimmune Inflammatory Biopathies“, The Journal of Orgonomy, Vol. 3, No. 1, March 1969, S. 76). Entsprechend ist Konia zufolge Asthma biopathisch, da „mit Beseitigung der Biopathie, Reizstoffe nicht mehr in der Lage sind einen asthmatischen Anfall hervorzurufen“ („Somatic Biopathies (Part 1)“, S. 230).

Das erinnert daran, daß Reich darauf insistierte, bei gesunder Atmung sei Rauchen nicht schädlich.

Myron Sharaf erinnert sich an den Kettenraucher Reich:

Er hatte während seines gesamten Erwachsenenlebens geraucht, zumindest seit der Militärzeit. (…) es war offensichtlich, daß sein Kettenrauchen sich langsam rächte. Während der Zeit, in der ich ihn kannte, litt er unter einem quälenden Husten, der zeitweise wie ein Krampfanfall wirkte; man mußte Angst davor haben, daß er in Ohnmacht fallen könnte. (Fury on Earth, S. 393; siehe auch Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 127)

1926 erkrankte Reich an Tuberkulose, dazu ist folgende Aussage interessant:

(Reich) postulierte, daß die Panzerung des oberen Brustsegments, das das Lungenhilum umfaßt (…) für den Hang zur Entwicklung von Lungentuberkulose verantwortlich sei. (Konia: „Orgone Therapy. Part 4: The Apllication of Functional Thinking in Medical Practice“, The Journal of Orgonomy, Vol. 21, No. 1, May 1987, S. 99)

Tuberkulose wird auch als „Schrumpfungsbiopathie“ betrachtet. Siehe etwa Victor M. Sobey, der dies u.a. aus den Ergebnissen des Reich-Bluttests schloß und aus der Reaktion auf den Orgonenergie-Akkumulator (Sobey: „Treatment of Pulmonary Tuberculosis with Orgone Energy“, Orgonomic Medicine, Vol. 1, No. 2, November 1955, S.121-132). Siehe auch Myron D. Brenner: „Orgonotic Devices in the Treatment of Infectious Conditions“, Pulse of the Planet, No. 3, S. 49-53.

1957 im Gefängnis „als Reich in einem medizinischen Fragebogen nach der Todesursache seines Vaters gefragt wurde, schrieb er: ‘Trauer → TB’ – der Pfeil deutet an, daß die Trauer seines Vaters (wegen des Selbstmords seiner Ehefrau) zur Tuberkulose geführt hatte“ (Jerome Greenfield: „Wilhelm Reich in Prison“, International Journal of Life Energy, Vol. 2, No. 1, Winter 79-80, S. 26).

Zunächst hatte Reich Lungenentzündungen sowie einige Herzerkrankungen nicht als Biopathien betrachtet. Jedoch kam er 1946 zu der Annahme:

daß die Disposition zur Pneumonie und der Herzklappenfehler, besonders der auf der Basis des „Rheumatischen Fiebers“, eine Folge der chronischen Ausdehnung der knöchernen Bruststruktur ist, die durch die typische Einatmungsfixierung des Brustkorbes zustande kommt. (Reich: „Die Krebs-Schrumpfungs-Biopathie“, Internationale Zeitschrift für Orgonomie, Bd. 1, Heft 3, Februar 1952, S. 102)