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Orgonomie und Christentum: Die Abfolge Heidentum – Christentum – Neoheidentum – Orgonomie (Teil 4)

12. Januar 2020

Mich fasziniert der Preterismus; eine Bewegung, die sich unter Protestanten in den USA gebildet hat, die endgültig die Nase voll davon hatten, daß ihre Glaubensbrüder ständig den Weltuntergang vor Augen haben und den Blick auf den Nahen Osten fixiert halten, zionistischer sind als die fanatischsten Israeli, blasphemischerweise den Bau eines neuen Tempels herbeisehnen, etc. Für die Preteristen (in abgeschwächter Form auch für die orthodoxen Christen!) fand der Weltuntergang im Jahre 70 n.Chr. statt, als der jüdische Tempel zerstört und damit das Judentum vernichtet wurde und damit das Christentum an seine Stelle trat. Das sei das zweite Kommen Christi gewesen und mit ihm sei das Zeitalter der Erlösung angebrochen, in dem sich der Löwe friedlich neben das Lamm legt. Das heidnische militante Rom (der Löwe) wurde christlich (das Lamm), der ewige Frieden ist angebrochen, die Toten sind auferstanden und die Menschen sind unsterblich.

„Geht’s noch?!“ Nun, was ist das herausragendste Element des Sündenfalls? Die Feindschaft zwischen der Schlange (Satan) und dem Weib. Mit dem Christentum kam es zu einer kultischen Hochstellung des Weibes. Man darf es nicht vergewaltigen, weil es Besitz eines Mannes ist, sondern weil das Weib EIN MENSCH mit unveräußerlichen Rechten ist. Das gab es in keiner vorchristlichen Kultur und bis heute in keiner außerchristlichen. Christen sagen die Wahrheit, nicht weil das Lügen verboten ist, sondern weil die Wahrheit heilig ist, d.h. man kann ihnen vertrauen. Erst das hat die Entwicklung von Wirtschaft und Wissenschaft ermöglicht. Und da das Heil nicht von Taten, sondern einzig vom Glauben (Vertrauen!) abhängt, gibt es für Christen den Tod nicht – sie sind erlöst.

Hier soll uns nur interessieren, daß es ausschließlich im Christentum die romantische Liebe gibt (Genitalität) und ausschließlich im Christentum die Wissenschaft. Diese beiden Bereiche waren und sind allen anderen Kulturen vollkommen fremd. Genau das sind aber die drei Elemente der Orgonomie: Liebe (Genitalität) und Wissenschaft (die Entdeckung des Orgons). Das dritte Element ist der orgonomische Funktionalismus, den man auf das Konzept der Dreieinigkeit zurückführen kann, wie ich an anderer Stelle ausgeführt habe.