Posts Tagged ‘Wohlstand’

David Holbrook, M.D.: TSCHÜß NFL / WAS STECKT HINTER ALL DEM? / WARUM ICH NICHT MEHR ARGUMENTIEREN MÖCHTE

21. September 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Tschüß NFL

 

Was steckt hinter all dem?

 

Warum ich nicht mehr argumentieren möchte (aber weiterhin meine Meinung äußern werde)

 

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 1)

2. September 2020

In seinem inspirierenden Buch How to be a Conservative (Bloomsbury 2015, S. 42) kommt Roger Scruton zu einer Aussage über den Sozialismus, die verdeutlicht, wie Reich aus seiner „sozial-demokratischen“ Grundhaltung der 1920er und 1930er Jahre heraus folgerichtig sein Konzept der Arbeitsdemokratie entwickeln konnte und das praktisch übergangslos:

Weil wir in Gesellschaften zusammenarbeiten, genießen wir die Sicherheit, den Wohlstand und die Langlebigkeit, an die wir uns gewöhnt haben (…) Die Art und Weise, in der unsere Aktivitäten miteinander verwoben sind und das Schicksal eines jeden von uns mit dem von Fremden, die wir nie kennenlernen werden, verbindet, ist so komplex, daß wir es nie auflösen könnten. Die Fiktion eines Gesellschaftsvertrages wird nicht allen Beziehungen – Versprechen, Lieben, Erzwingen, Bemitleiden, Helfen, Kooperieren, Verbieten, Beschäftigen, ein Geschäft machen – gerecht, die die Mitglieder der Gesellschaft zu einem organischen Ganzen verbinden. (…) Und je mehr wir von diesem Arrangement profitieren, desto mehr müssen wir im Gegenzug geben. Dies ist keine vertragliche Verpflichtung. Es ist eine Verpflichtung der Dankbarkeit. (…) Das ist meiner Meinung nach die Wahrheit, die im Sozialismus steckt, die Wahrheit unserer gegenseitigen Abhängigkeit und der Notwendigkeit, alles zu tun, um die Vorteile der sozialen Mitgliedschaft an diejenigen weiterzugeben, deren eigene Anstrengungen nicht ausreichen, um sie zu erlangen.

Hier wird der Sozialismus unmittelbar aus der arbeitsdemokratischen Verflechtung abgeleitet: wir können die Früchte der Gesellschaft nur genießen, wenn wir bereit sind, sie mit anderen zu teilen (ebd. S. 52).

Das gefährliche am Sozialismus ist die Definition von Armut, die das besagte Teilen motiviert. Für den Sozialisten ist sie entweder das Resultat von Ausbeutung oder wird willkürlich festgelegt (etwa „50% des durchschnittlichen Einkommens“). Das erstere finden wir bei Marx, das letztere in der post-Marxistischen Sozialdemokratie. Theoretisch könnten alle Menschen Millionäre sein, aber solange die Kapitalisten den Mehrwert einheimsen bzw. solange Menschen unter der vermeintlichen „Armutsgrenze“ leben (also etwa nur mit 1 Million im Monat auskommen müssen, statt mit 2 Millionen) wird es Ungerechtigkeit geben. Das heißt in jedem Fall, daß das kapitalistische System gestürzt und absolute ökonomische Gleichheit hergestellt werden muß. Oder wie Scruton es ausdrückt: für den Sozialisten kann Armut nicht durch Reichtum, sondern nur durch Gleichheit beseitigt werden (ebd. S. 45). Auf diese Weise enden wir von der Arbeitsdemokratie kommend schnurrstraks im roten Faschismus. Wie genau und warum werde ich, inspiriert durch Scruton, im nächsten Teil beleuchten.

Die bio-ökonomischen Grundlagen unseres Gesellschaftssystems (Teil 1: Das Bankensystem)

29. Januar 2020

Neulich veröffentlichte jemand in einem Internetforum folgenden Kommentar („Z“ steht übrigens für „zionistisch“, also „jüdisch“!):

Die Privatisierung des Geldschöpfungsrechts in Verbindung mit der Zinsbelastung der gesamten im Umlauf befindlichen Geldmenge ist die zentrale Ursache unserer heutigen Situation, wovon seit Jahrhunderten versucht wird abzulenken. Schulden dienen zur Unterdrückung von Ländern. Wenn jemand sich weigert, sein Land zu verschulden, dann kommt Krieg. Mit diesem Geldsystem und dem Dollar als Leit(d)währung, daß die weltweite Nachfrage nach dem Dollar sicherstellt, verfügt die Z-Hochfinanz über die zentrale Macht zur Steuerung einer Volkswirtschaft und bestimmen dadurch über Verteilung von Wohlstand und Armut. Die Finanzwirtschaft hat die Bevölkerungen zu Sklaven gemacht, indem sie die Kontrolle der Nationen über das Geldwesen an sich gerissen hat, folglich bleibt auch der Finanzwirtschaft die Hoheit, wann der Crash eingeleitet wird…

Angesichts der seit vielen Jahren anhaltenden weltweiten bankenvernichtenden Nullzinspolitik schob ich verwundert ein:

Welche Zinsbelastung? Keine Ironie, sondern eine Frage!

Darauf die nichtssagende Antwort am Thema vorbei:

Sämtliches im bisherigen System vorhandene, aus dem nichts erzeugte Geld ist in Form von Schulden entstanden, für die Zinsen fällig sind. Selbst der Versuch einer Rückzahlung würde eine sprunghafte Reduktion der Geldmenge bewirken. Die Wirtschaft käme mangels Tauschmittel zum Erliegen und Leid, Verelendung oder andere Verwerfungen wären die Folge…

„Nichtssagend“, weil einfach nochmal die Ideologie von Gesell, Bernd Senf und den anderen Banken- und Zinskritikern wiederholt wird, ohne auf den offensichtlichen Widerspruch zum heutigen Geschehen einzugehen, wo Banken aufgrund der Nullzinspolitik Reihenweise am Rande der Pleite stehen.

Wenn die Bank dir einen Kredit gibt, wirkt sich das positiv auf deine Bilanz auf, jedoch negativ auf die Bilanz der Bank. Selbst wenn Banken Geld aus dem Nichts schöpften, kommt ihnen dieses Geld nicht zugute, da Geld immer ein Schuldverhältnis ist. Sie machen (neben Gebühren und Spekulationsgewinnen) nur durch die Zinsen Gewinne, die der Kreditnehmer ihnen zahlen muß. Kann er diese Zinsen nicht aufbringen und gar den Kredit nicht zurückzahlen, bedeutet das für die Bank eine komplette Katastrophe.

Und wer behauptet, die heutigen billigen Kredite würden ganz Gesellianisch die Wirtschaft ankurbeln, verkennt, daß dergestalt Unternehmungen am Leben erhalten werden, die schon längst hätte pleite gehen müssen. Gehen diese Zombies dann tatsächlich eines Tages zugrunde, d.h. können massenweise horrende Kredite nicht zurückgezahlt werden, dann ist die Katastrophe perfekt, da das gesamte Bankensystem mit in den Abgrund gerissen wird. Aus einem Schneeball wird eine alles vernichtende Lawine! (Von Renten, Lebensversicherungen und Spareinlagen zu Zeiten der Nullzinspolitik will ich erst gar nicht anfangen! Auch nicht von den diversen „Blasen“, der Mietpreisexplosion, etc.)

Arbeitsdemokratie = Glück

22. Juli 2011

Die Neuro-Depesche 7-8/2011 berichtet über Fischer R, Boer D: What is more important for national well-being: money or autonomy? A meta-analysis of well-being, burnout, and anxiety across 63 societies.

Nach vorangehenden wissenschaftlichen Studien konnte man behaupten, daß „Glück nicht vom steigenden Bruttosozialprodukt, sondern vom sozialen Ausgleich und der sozialen Sicherheit (abhänge). Deshalb sei der europäische Weg der sozialen Absicherung objektiv glücksverheißender als das amerikanische Prinzip der Eigenverantwortung“ (Charakter und Ökonomie).

Nun hat die Metanalyse von Fischer und Boer nachgewiesen, daß individuelle Freiheiten für das Glück allemal wichtiger sind als Geld. Der psychische (emotionale) Zustand von insgesamt 420 599 Personen wurde mit dem materiellen Wohlstand und den individuellen Freiheiten abgeglichen. Zwar interagierten erwartungsgemäß diese beiden Faktoren miteinander, doch kommt es zu einem Plateau-Effekt: sind die Basisbedürfnisse gedeckt, führt ein weiterer Anstieg des Wohlstandes nur marginal zu mehr Glück. Teilweise kommt es sogar zu einer negativen Korrelation, wenn die Betreffenden meinen, sie müßten „materiell mithalten“ (Sozialneid).

Die Auswertung nach einem dreistufigen Mixed-Effect-Modell ergab, daß die individuellen Freiheiten für das subjektive Wohlbefinden durchgängig ein besserer Prädikator waren als der Wohlstand. Die Daten lassen sogar die Interpretation zu, daß die positiven Effekte des Wohlstands auf das Wohlbefinden ausschließlich über dessen fördernden Einfluß auf die Freiheiten zustande kommen.

Man macht sich etwas vor, wenn man glaubt Glück dadurch erreichen zu können, daß man auf Freiheiten verzichtet und damit soziale Sicherheit erkauft. Wie es im Kommentar der Neuro-Depesche heißt, zeigt diese Metastudie, „daß Autonomie im Sinne individueller Wahl- und Entfaltungsmöglichkeiten – Deckung basaler Bedürfnisse vorausgesetzt – in der Tat kein zivilisatorischer Luxus, sondern ein Kernelement der menschlichen Befindlichkeit ist“.

Das Übersehen, wenn nicht gar Negieren, dieses Kernelements ist der „biologische Rechenfehler“ von Sozialisten und anderen Faschisten.

Wie Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus gezeigt hat, ist es die (charakter-) strukturelle Freiheitsunfähigkeit der Massen, die es verhindert, daß jedem Menschen auf diesem Planeten die Befriedigung seiner materiellen Grundbedürfnisse möglich ist und daß wir uns alle frei entfalten können, d.h. glücklich sind. Den Menschen die Freiheit zu nehmen und dafür Sicherheit zu versprechen, verewigt diesen Zustand und verschlimmert ihn immer mehr.