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Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 16)

7. Oktober 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

VI. Orgontherapie: 3. Biopathien

Unter Biopathien faßt Reich all die Erkrankungen zusammen, die sich am autonomen Lebensapparat abspielen.1 „Es gibt eine typische Grunderkrankung des autonomen Lebensapparates, die – einmal in Gang gesetzt – sich in verschiedenen symptomatischen Krankheitsbildern zu äußern vermag. Die Biopathie kann in einem Karzinom resultieren (‚Karzinom-Biopathie‘), aber ebenso in einer Angina pectoris, einem Asthma, einer kardiovaskulären Hypertonie, einer Epilepsie, Katatonie, paranoiden Schizophrenie, Angstneurose, in multipler Sklerose, Chorea, chronischem Alkoholismus etc. Wir wissen noch gar nichts darüber, welche Umstände die Entwicklung einer Biopathie in der einen oder anderen Richtung bestimmen. Wichtig ist uns zunächst das Gemeinsame aller dieser Erkrankungen: Es ist eine Störung der natürlichen Pulsationsfunktion des lebenden Gesamtorganismus. Eine Fraktur, ein lokaler Abszeß, eine Pneumonie, gelbes Fieber, rheumatische Perikarditis, akute Alkoholvergiftung, infektiöse Peritonitis, Syphilis etc. sind demnach keine Biopathien. Sie beruhen nicht auf Störungen der autonomen Pulsation des gesamten Lebensapparates, sind begrenzt und können eine Störung der biologischen Pulsation sekundär herbeiführen. Nur dort, wo der Krankheitsprozeß mit einer Pulsationsstörung beginnt, wollen wir von ‚Biopathie‘ sprechen, gleichgültig in welches sekundäres Krankheitsbild sie ausläuft.“2

Eine Pulsationsstörung des autonomen Lebensapparates fällt stets zusammen mit einer Störung der Sexualfunktion, hatte sich doch bereits die Orgasmusformel als Lebensformel schlechthin entpuppt. Die Störung in der Abfuhr der bioenergetischen, orgonotischen Erregung, die identisch ist mit sexueller Erregung, bildet demnach den zentralen Grundmechanismus der Biopathien. Eine Biopathie entsteht dann, wenn sich der Organismus gegen die natürlichen Energieströmungen abpanzert und Emotionen abwehrt. Im Verlauf dieses Prozesses zieht sich die ursprünglich expandierende Bioenergie immer mehr zurück, sie kontrahiert. Diese Kontraktion des plasmatischen Systems kann mit Orgonbestrahlung entgegengewirkt werden. Die Heilung ist allerdings sehr schwierig, die Orgonbestrahlung muß genau dosiert werden, und die Panzerungen müssen mit Hilfe der biopsychiatrischen Orgontherapie gelöst werden. Häufig kommt es bei den Biopathien zu sogenannten anorgonotischen Störungen, die sich in einer völligen Blockierung der Plasmabeweglichkeit äußern. Sie gehen oft einher mit Schwächeanfällen oder mit Lähmung. Anorgonie kann als Reaktion auf die in der Orgontherapie freigesetzten Energieströmungen auftreten, gegen die sich der Organismus ja ständig wehren müßte.3

 

Fußnoten

  1. Vgl. Reich, W. Die Entdeckung… Der Krebs, a.a.O. S. 167–176
  2. ebenda S. 167f
  3. Vgl. zur Anorgonie: ebenda S. 347–400