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Der Bad Apple Effect

9. Juni 2026

Reich hat die Wirkung Modjus (des emotionell pestkranken Charakters) auf Gruppen mit dem sprichwörtlichen Apfel verglichen: Legst du einen frischen Apfel in einen Korb mit verfaulten Äpfeln, wird dessen Gesundheit die kranken Äpfel nicht beeinflussen, sondern er wird ebenfalls schnell verfaulen. Legst du umgekehrt einen faulen Apfel zwischen frische Äpfel, breitet sich die Fäulnis des Einzelnen rasend schnell auf die Gruppe aus. Diese Parabel erklärt das Schicksal der Menschheit: warum sich die Panzerung und die Emotionelle Pest überhaupt ausbreiten konnte, warum weltweit das Kranke (DOR) über das Gesunde (OR) triumphierte.

Dazu paßt ein Phänomen aus dem alltäglichen Arbeitsleben, das die gängige Sozialpsychologie als „Bad Apple Effect“ beschreibt (William Felps, Terence R. Mitchell und Eliza Byington 2006). Bei einem Team kann eine einzige negativ agierende Person die Leistungsfähigkeit, Kreativität und Zusammenarbeit aller Gruppenmitglieder signifikant in Mitleidenschaft ziehen. Die Stimmung kippt, die Arbeitsatmosphäre wird unerträglich und die Zufriedenheit der Einzelnen sinkt.

Es kristallisierten sich drei toxische Verhaltensmuster heraus, die die Effektivität des Teams beeinträchtigten: Erstens sind da die „Verweigerer“, die ihre eigenen Arbeitspflichten vernachlässigen und auf andere abwälzen. Sodann die Nörgler, die für schlechte Stimmung sorgen, indem sie ständig destruktive Kritik an der Arbeit anderer anbringen. Und drittens schließlich die Störenfriede, die nichts besseres zu tun hat, als andere zu provozieren, herablassend zu behandeln und aggressiv aufzutreten. Generell wird eine drückende maligne Stimmung erzeugt: DOR, das alles Lebendige erstickt! Es ist, als wenn diese Leute Energievampire sind, die alle in ihrer Umgebung immobilisieren.

Teams mit einer Person in ihrer Mitte, die diese Charakterzüge zeigte, wiesen 50 Prozent mehr Konflikte auf. Sie hatten in Folge etwa 30 bis 40 Prozent weniger Arbeitserfolge vorzuweisen. Die Qualität ihrer Arbeit sank um 25 Prozent. Was Kreativität und die Problemlösungskapazität betraf, lag der Einbruch sogar bei 50 Prozent.

Die moderne Sozialpsychologie empfiehlt das gleiche, was Reich im Umgang mit Modju vorschlug: die Sequestration des Störenfrieds. Man trennt sich einfach von solchen Mitarbeitern. Sie sind wie Träger einer hochansteckenden Seuche, die bei den restlichen Teammitgliedern zu diversen Störungen führt, wie „innere Immigration“, Abwendung der Aufmerksamkeit von der Arbeitsaufgabe und stattdessen Auseinandersetzung mit Modju und den Konflikten, die er ständig provoziert, wenn nicht selbst unmittelbar hervorruft.

Solche Leute sind die menschgewordene Pest! Sie stechen hervor, weil sie viel Energie und Talent haben, aber nichts damit anfangen können und deshalb chronisch unbefriedigt sind. Andere müssen das dann ausbaden.