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Stanley Clarkes Concerto For Jazz-Rock Orchestra

18. Februar 2017

1975 habe ich mir das unendlich oft angehört. Jetzt bin ich via YouTube wieder drüber gestolpert. Das ganze hat so viele Aspekte:

Stanley Clarke und so viele andere schwarze Musiker (Tony Williams, George Duke, Ralph Armstrong, etc.) dieser Generation, gar nicht zu Reden von deren Vaterfiguren John Coltrane, Miles Davis, Charlie Mingus, etc. hatten eine derartige Virtuosität und eine derartige Durchdringung der musikalischen Theorie erreicht, daß es nur noch tief traurig ist, was die „black community“ heute zu bieten hat. Diese Schwarzen mußten Übermenschliches leisten und sie leisteten auch Übermenschliches, um Anerkennung zu finden. Heute wird jedem Sprechsänger diese Anerkennung hinterhergeworfen. Die „affirmative action“ im weitesten Sinne hat nicht nur die schwarze Gemeinschaft zerstört, sondern auch Amerika unsterblicher Genies beraubt.

Der Sound war damals, d.h. vor der kompletten Digitalisierung, besser. Sogar die Synthesizer klangen besser! In den Transistoren bewegte sich noch die Orgonenergie.

Man konnte sich für solche Produktionen noch ganze Bläsersets und Streicher leisten, d.h. die Arbeitskraft von Spezialisten war noch erschwinglich.

Der Kommerz bestimmte noch nicht alles und zwar in einer überraschenden Hinsicht: es bestimmten noch Pfeffersäcke, denen die Musik vollständig egal war, solange die Umsätze stimmten. Doch sehr bald traten Manager an ihre Stelle, die auf Nummer sicher gehen wollten: Rock, Jazz, etc. hatte nach Schema F zu klingen, abgestimmt auf das Publikum, jedenfalls ein Publikum, wie es sich dieser Leute vorstellten – und zeitversetzt so selbst generierten.

Und schließlich: es gab noch ein Publikum, das solche Produktionen massenhaft kaufte.

Das Bedrückendste an dieser ganzen Angelegenheit ist jedoch, daß es in den letzten 40 Jahren keine musikalische Weiterentwicklung gegeben hat. Es ist, als wäre der kreative Funke erstorben. Es ist als hätte sich seit Mitte der 1970er Jahre ein Mehltau, eine Schicht aus DOR auf die Gesellschaft gesenkt.

Interessanterweise haben diese Musiker ihre besten Produktionen im Namen von Sekten eingespielt. Bei Stanley Clarke war es Scientology. Der Mensch kann ohne „Transzendenz“ nicht leben. „Räumlich“ muß er Teil von etwas Größerem, einer Gruppe, sein und „zeitlich“ muß das ganze eine Perspektive haben, d.h. „Sinn“ machen.

Man kann argumentieren, daß die Vorgänger-LP aus dem Jahr 1974 sogar noch göttlicher ist. Damals…

Die Charakteranalyse der Menschheit (Teil 3)

13. Mai 2016

Michele Gelfand, Sozialpsychologin an der University of Maryland, erforscht die ausgeprägten kulturellen Unterschiede zwischen Ländern mit strengen gesellschaftlichen Normen und solchen, in denen es weniger streng zugeht. Dazu verglich sie die Verhaltensweisen der Menschen in diesen Ländern mit der jeweiligen Regierungsform, Strafrecht, Religiosität, Pressefreiheit, Medienzugang, etc. Hinzu kam die Auswertung historischer Berichte über Kriege, ökologische Krisen, Epidemien, Naturkatastrophen, Ressourcen sowie die Bevölkerungsdichte heute und im Jahr 1500.

Eine Skala wurde erstellt, in der Nationen mit sehr strikten gesellschaftlichen Regeln und einer geringen Toleranz für abweichendes Verhalten am einen Ende und solche mit losen Verhaltensregeln und hoher Toleranz am anderen Ende erfaßt wurden. Zu ersteren Ländern gehörten

  • Japan, Südkorea, Malaysia, Indien, Pakistan und NORWEGEN, zu letzteren
  • Ukraine, Estland, Ungarn, Niederlande und BRASILIEN.

In normgebundenen Ländern überwiegen autokratische Regierungsformen, Zensur, ausgeprägte Gesetzgebung, erschwerter Zugang zu neuen Kommunikationsmedien, weniger politische Rechte und persönliche Freiheiten, die Religiosität ist ausgeprägter. Entsprechend ist das Verhalten der Menschen im Alltag: es zeigt eine geringere Bandbreite an Verhaltensweisen, die als angemessen empfunden werden, man richtet sich mehr nach Regeln, die Selbstbeherrschung ist ausgeprägter und auf das Vermeiden von Konflikten ausgerichtet. „Der hohe Grad an gesellschaftlicher Regulierung spiegelt sich“, so Gelfand, „im hohen Grad der persönlichen Kontrolle wider.“

Es seien vor allem Bedrohungen der Gesellschaft, die später zur Bildung normgebundener Systeme führen: Kriege, häufig auftretende Krankheiten, Naturkatastrophen, Ressourcenmangel, eine sehr heterogene oder aber auch sehr homogene Gesellschaft und, vor allem, eine hohe Bevölkerungsdichte. Das zwinge die Menschen dazu koordiniert zu handeln, was zu strikten Regeln und deren strenger Kontrolle führt.

Hinzu kommt, daß die ständige Selbstdisziplin aggressiv macht, was zu erneuten Spannungen führt, die durch mehr Disziplin kontrolliert werden müssen und immer so weiter… Was hier beschrieben wird ist nichts anderes als soziale Panzerung!

Durch ständige Bedrohungen, sei es durch eine karge Umwelt, durch äußere Feinde oder durch innergesellschaftliche Konflikte, wird schließlich jede Bewegung (letztendlich die freie Bewegung der Orgonenergie) als derartig bedrohlich empfunden, daß wir uns gegen sie sperren, d.h. uns gegen sie abpanzern. Auf individueller psychischer Ebene kommt dies im Über-Ich zum Ausdruck, auf gesellschaftlicher Ebene in Form der „Gesetzgebung“. Eine relativ freie Gesellschaft wird zu einer rigiden, normgebundenen (vgl. Aldo Foglia: „Orgonomic Reflections on the Juridic Norm“, Journal of Orgonomy, May 1984).

Man denke an das extrem normgebundene, von der Bevölkerungsstruktur extrem homogene Skandinavien, unter dessen Rigidität (die Ibsen, Strindberg, Edvard Munch, später Ingmar Bergman in ihren Werken so intensiv beschrieben bzw. dargestellt haben) Reich so sehr litt, daß ihm das heterogene, „lässige“ Amerika wie eine große Befreiung, geradezu „ungepanzert“ vorkommen mußte. Sozusagen sein persönliches „Brasilien“. Die hohe Selbstmordrate in den skandinavischen Ländern ist legendär. Norweger können das Leben nur im Suff ertragen. Einen Großteil der deutschen Emigranten haben sie zu Alkoholikern gemacht, etwa Willy Brandt. Selbst bei Reich hatten sie in dieser Hinsicht einigen Erfolg.

Nicht ohne Grund sind die Wikinger aus dem ungastlichen, am Rande des Polarkreises liegenden Skandinavien geflohen. Ihre daheim gebliebenen Nachkommen nahmen dann mit Inbrunst eine besonders rigide Form des Luthertums und den Sozialismus an. Die Lutherische Kirche war Staatskirche, was dazu führte, daß sie unmerklich immer mehr zu einem Serviceorgan des Staates wurde. Der Wohlfahrtstaat ist Luthertum pur.

Ziel ist es, eine mit quasi religiöser Wertung betrachtete Gleichheit aller Bürger zu verwirklichen. Der Staat nimmt dabei einen Großteil der Verantwortung für sich selbst und die Familie ab, gleichzeitig übernimmt er jedoch auch einen nicht unbedeutenden Teil der persönlichen Entscheidungsfreiheit. (Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, Freiburg 1991, S. 164)

Das erklärt, warum für Reich (für manchen „ausgerechnet“) Amerika sein „Brazil“ war…

Hier mag auch der tiefere Hintergrund dafür zu suchen sein, warum die Skandinavier derartig besessen davon sind, ihre Gesellschaften „multikulturell“ umzugestalten, d.h. zu „brasilianisieren“. Ein Versuch, den man in seinem ganzen Wahnsinn vielleicht nur charakteranalytisch erklären kann!

Genetik und Linguistik haben jenseits jeden Zweifels gezeigt, daß Afrika Wiege der Menschheit ist. Afrika ist der Kontinent der genetischen und sprachlichen Vielfalt, die nach außen (nach Amerika und Ozeanien hin) immer weiter ausdünnt.

Schaut man heute nach Schwarzafrika, unserer aller Heimat, bietet sich durchweg ein Bild des Grauens: Liberia, die Elfenbeinküste, das Kongobecken, Zimbabwe, Kenia – einfach nur grausig und deprimierend. Südamerika hat jedenfalls theoretisch das Zeug zu einem zweiten Europa, Asien hat uns hier und da bereits überholt, nur Afrika versinkt immer mehr im Elend. Entwicklungshilfe, wenn sie denn überhaupt bei denen ankommt, für die sie bestimmt ist, führt nur zu einem: zu mehr Kindern, d.h. zu noch mehr Elend.

Warum das so ist? Der, wenn man so sagen kann, genetisch und linguistisch verarmte Rest der Menschheit wurde im Laufe der Jahrzehntausende durch eine Umwelt abgehärtet, die für Primaten kaum Überlebenschancen bietet. Man nehme nur Europa: lange Winternächte, naßkaltes Wetter, eine erschreckend eintönige Vegetation, von der man so gut wie nichts essen kann, etc. Als im Verlauf der letzten 6000 Jahre sich Saharasia ausbreitete, traf es auf Menschen, die hart im Nehmen waren. Außerdem zog sich der Kontakt zu Saharasia über lange Zeiträume hinweg und war selten abrupt. Anders sieht es in Schwarzafrika aus, das jenseits der undurchdringlichen Sahara stets im Abseits lag. Auch weil die aufgrund ihrer ausgedünnten genetischen Ausstattung immunologisch geschwächten Nichtafrikaner dort unten kaum überleben konnten.

Bis vor vielleicht tausend Jahren lebten die Afrikaner in einem regelrechten Paradies. Menschen gehörten natürlicherweise nach Afrika wie ihre Vettern die Schimpansen und Bonobos. Die blutige Weltgeschichte fand woanders statt. Das Unheil begann, als die islamisierten Araber nach Afrika griffen. Der Einbruch Saharasias hätte nicht abrupter und brutaler sein können. Erst die Europäer unterbanden den arabischen Sklavenhandel (der vereinzelt bis heute andauert!). – Und sie brachten die Zivilisation und die damit einhergehende Bevölkerungsexplosion, die die Probleme des Kontinents ins unermeßliche steigerte.

Der europäische Sklavenhandel war nur ein marginales und zeitlich engbegrenztes Anhängsel des arabischen. Und was ist mit den Schrecken des Kolonialismus? Die dauerten kaum ein Jahrhundert an und hielten sich eh in Grenzen, wenn man vom unbeschreiblich grausamen Wüten des belgischen Königshauses im Kongo und dem versuchten Völkermord an den Herero in Deutsch-Südwest absieht.

Afrika ist ein Beispiel für die Tragik einer mißlungenen Panzerung („unsatisfied character“ nach Elsworth F. Baker). Der eurasische Kontinent, und seine amerikanischen und ozeanischen Metastasen, steht für ein mehr oder weniger ausgeglichenes neurotisches Gleichgewicht: die Einordnung in größere Strukturen durch persönliche Disziplin. Afrika ist hier weniger gepanzert. Die Kinder haben anarchische Freiheiten, doch dann kommt es zu einem brutalen traumatischen Einschnitt (zunächst ein abruptes übergangsloses Abstillen und dann später Initiationsriten mit genitalen Verstümmelungen, rituellen Vergewaltigungen, etc.pp.), der dazu führt, daß man sich mit dem Angreifer vollständig identifiziert (dem eigenen Clan), während man seinen unbändigen Haß an fremden Clans ausläßt. Es findet also eine Umkehrung statt: herrschte in der Kindheit vollkommene Freiheit im Rahmen der eigenen Gruppe, herrscht nach den Pubertätsriten in dieser Gruppe nur noch ein totalitärer Zwang und man läßt seiner „freiheitlichen“ Struktur nach außen hin freien Lauf. Loyalität gilt nur dem eigenen Clan gegenüber, während man die Gesellschaft ohne jede Hemmung, ohne jeden Funken eines mitmenschlichen Gefühls rücksichtslos ausbeutet.

Das spiegelt getreulich die tragische Entwicklung des Kontinents wieder: Afrika war über Jahrtausende verhältnismäßig frei, wurde dann urplötzlich und vollkommen unvorbereitet von einer Horde genetisch degenerierter Zombies angegriffen und ein für allemal aus der Bahn geworfen. Das entspricht ungefähr einem Kind, das man immer gewähren ließ, bis urplötzlich den Eltern einfällt das es „endlich“ zu disziplinieren sei. Resultat ist ein zutiefst verunsicherter, desorientierter, „triebhafter“ und vor allem selbstsüchtiger Mensch, der zu unkontrollierten Wutausbrüchen neigt. Das ist auf Makroebene einem ganzen Kontinent widerfahren und wird auf Mikroebene an jedem einzelnen Afrikaner in der Kindheit von neuem durchgespielt.

Was kann man tun? Gar nichts! Außer vielleicht: Einem triebhaften („unsatisfied“) Charakter hilft man, indem man ihn von seinen Ersatzbefriedigungen abschneidet. Er kann nur gesunden, wenn er die unerträgliche Angst aushält, die in ihm aufsteigt, wenn er etwa seinem Eßzwang, seinen „perversen“ Impulsen, seinen aggressiven Impulsen, seinen Eskapaden, seiner Spielsucht, etc.pp. nicht nachgibt. Für Afrika würde das schlichtweg bedeuten, daß jede, aber wirklich jede „Hilfe“ eingestellt wird. Ich kann mir eh nichts rassistischeres Vorstellen als diese zutiefst respektlose „Albert-Schweitzer-Mentalität“.

Man schaue sich nur an, was die ganze Sozialhilfe bei den sogenannten „Schwarzen“ in Amerika angerichtet hat: die Zerstörung der einst legendär soliden „schwarzen“ Familie. Kennedy und seine Nachfolger haben die „black community“, der einst konservativste, strenggläubigste und „republikanischte“ Teil der amerikanischen Gesellschaft, irreparabel zerstört. Eine Gemeinschaft, die einst Übermenschen wie Miles Davis und John Coltrane hervorgebracht hat, produziert heute Snoop Doggy Dogg.

Die gleiche „gutmenschliche“ (imgrunde aber paternalistische, wenn nicht gar schlichtweh faschistische) Mentalität zerstört in diesem Moment unser aller Heimatkontinent.

Daß der anti-afrikanische Rassismus einen ganz spezifischen, nämlich anti-genitalen Grund hat, habe ich an anderer Stelle ausgeführt.

Was hat die Orgonomie gegen arme Menschen?

24. Januar 2013

Gar nichts! Reich selbst war derjenige Psychoanalytiker, der so ziemlich als erster, auf alle Fälle jedoch als engagiertester sich in „Armenambulanzen“ für die Benachteiligten der Gesellschaft engagiert hat. Später dann auch politisch, zeitweise radikal, und im Gegensatz zu den theoretisierenden Salonmarxisten seiner Zeit a la Otto Fenichel ging er dabei stets auf Tuchfühlung mit der Unterschicht. Von den Kommunisten wurde ihm sogar vorgeworfen, er gebe sich zu sehr mit dem „Lumpenproletariat“ ab. Siehe beispielsweise auch die Auseinandersetzungen um den von ihm verlegten Roman Untermenschen.

Als er sich nach und nach immer mehr in die Laborarbeit zurückzog, kam er nach übereinstimmender Meinung sämtlicher Zeitzeugen immer hervorragend mit Handwerkern, Arbeitern, Hilfskräften, etc. zurecht. Standesdünkel oder „intellektuelle Abgehobenheit“ waren ihm in jeder Hinsicht wesensfremd.

Gleichzeitig mußte Reich aber auch irgendwo Geld auftreiben für seine teilweise extrem kostspielige Forschung (seine Laboreinrichtung, etwa die Mikroskope, war stets vom Feinsten und konnte mit jedem anderen Labor der Welt konkurrieren!) und für seine Öffentlichkeitsarbeit mit einem eigenen Verlag. Entsprechend mußte er sich mit Menschen seiner eigenen großbürgerlichen Ursprungsklasse umgeben, um an ausreichende Finanzmittel zu gelangen. In den 1930er Jahren war dies beispielsweise der steinreiche Karl Motesiczky und in den 1940er Jahren beispielsweise die Mutter von Myron Sharaf. Eine schizophrene Frau, mit der sich Reich mit Sicherheit kaum abgegeben hätte, hätte sie nicht zum Geldadel gehört und immer wieder großzügig zum Forschungsfond beigetragen. Über sie hat er auch Myron Sharaf und William Washington kennengelernt, zeitweise seine engsten Mitarbeiter. Eine „Putzfrau“ hätte ihm nicht derartige Kontakte vermitteln können.

Das mit dem Geldadel und „Leuten mit Verbindungen“ hat sich bis heute nicht geändert. Zwar ist es eine Mär, daß die Therapie nur etwas für Superreiche sei (in den USA übernehmen viele Versicherungen die Kosten einer Orgontherapie, die schließlich von anerkannten Psychiatern ausgeübt wird), aber es gehört einfach zu den Realitäten des Lebens, daß Menschen mit Geld „interessanter“ sind. Das war immer so und wird immer so bleiben. Reich hat versucht sich unabhängiger zu machen, indem er mit der Orgonenergie selbst Geld für die aufwendige Orgonforschung zu machen versuchte durch Vermietung von Orgonenergie-Akkumulatoren. Das brachte ihn ins Gefängnis. Auch danach sind Versuche, Geld mit nicht-medizinischen „Sachen“ Geld zu verdienen, bisher gescheitert bzw. haben sich nie materialisiert. Und an Forschungsgelder von Stiftungen ranzukommen – das klappt ohnehin nur über Beziehungen mit den „Reichen und Mächtigen“…

Im Laufe der Jahre wurde Reich zunehmend kritischer was den Sinn von sozial-politischen Maßnahmen anging. Anfang des Jahrhunderts und insbesondere durch die Kriegsfolgen war die materielle Not in Österreich derartig groß gewesen, daß auch der psychisch stabilste sich leicht aufgab, doch mit wachsendem Wohlstand, insbesondere im Nachkriegsboom der USA, zeigte sich, daß nicht nur die psychische Not sich kaum verbesserte, sondern vor allem, daß die psychische Not unmittelbare Ursache von materieller Not auch unter den besten sozialen Bedingungen war. Zu einem ähnlichen Schluß war Reich bereits bei seiner Analyse des „sozialistischen Aufbaus“ in der Sowjetunion gelangt.

Es bringt nur wenig bis nichts die Menschen mit sozialen Wohltaten zu überschütten, vielmehr verfestigt es die Not. Nicht nur weil es den Menschen die Initiative nimmt, sondern auch ihre Möglichkeiten zur Eigeninitiative einschränkt. Die Bürokratie füttert sie und versklavt sie gleichzeitig. Das traurigste Beispiel sind die Sozialprogramme für die Neger in den USA seit den 1960er Jahren. Es zeichnete sich ab, daß sie endlich am amerikanischen Traum teilnehmen könnten. Stattdessen zerbrachen unmittelbar als Folge der besagten Sozialprogramme die legendär engen Familienzusammenhänge der Neger. Mittlerweile zeichnet sich ein regelrechter Genozid ab: astronomische Kriminalitätsraten, es gehört geradezu zur Normalität, daß junge schwarze Männer einen gewaltsamen Tod finden, die schwarze Kultur feiert geradezu das Unterschichtendasein und die Dummheit, etc. Es wird kaum einen neuen Miles Davis oder John Coltrane geben! Entsprechendes zeichnet sich überall ab, wo der Staat „den Armen“ helfen will. Man denke auch an die verheerende Wirkung der Entwicklungshilfe in der Dritten Welt. Was etwa unsere „Kleidersammlungen“ in Afrika angerichtet haben, macht einen fassungslos. Ganze Branchen, ganze Ökonomien wurden irreparabel geschädigt.

Das Gegenargument sind dann Beispiele, wo Kapitalisten gewachsene ökonomische Zusammenhänge zerstören, von Landvertreibungen in Äthiopien bis zu ruinösen Mieterhöhungen für kleine Krämerläden in den guten Lagen der Innenstädte. Es sollte offensichtlich sein, daß das erste (die Zerstörungen durch den Sozialismus) mit dem zweiten (die Zerstörungen durch den Kapitalismus) wenig bis nichts zu tun hat bzw. sozusagen „umgekehrt“ ein Schuh draus wird: Es ist die Hilflosigkeit der Massen, die sie zum Opfer macht. In Japan florieren die kleinen unabhängigen Geschäfte, die hierzulande zugrunde gehen, weil sie sich organisieren und lebendige „Geschäftsstraßen“ herstellen. „Gemeinschaften zu organisieren“ kann nicht bedeuten, sie zu Bittstellern zu machen, die sich Almosen erstreiten, sondern nur sie aus ihrer Hilflosigkeit zu befreien, so daß sie sich auf Augenhöhe mit ihren Gegnern auseinandersetzen können. Für Sozialisten sind derartige Äußerungen „anti-revolutionäre Agitation“!

Community Organizer wie Obama gerieren sich gerne als Freunde der Armen, tatsächlich sind sie ihre Todfeinde, weil sie die ursächliche Grundlage der Armut verewigen: die charakterstrukturelle Hilflosigkeit. Wegen pestilenten Charakteren wie Michelle und Barack Obama wird Chicago für Neger ewig ein Höllenloch bleiben.

Bedeutet das, daß Arme krank und Reiche gesund sind? Zumindest tendenziell? Mit dem Thema habe ich mich bereits in Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur beschäftigt.

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