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Psychotherapie und das Projekt „Kinder der Zukunft“

26. Oktober 2018

In Kinder der Zukunft (Gießen, 2018) beschreibt Reich den „perfekten Kontakt“ seines Sohnes Peter als Kleinkind. „David“ so heißt er im Buch, lebt aus dem Kern heraus, ist „transparent“, durchlässig. Er ist ehrlich, aufrichtig, direkt, bescheiden und freundlich. Reich fährt fort: „Wir haben bereits solche Eigenschaften bei biopathisch Erkrankten [im Verlauf der Heilung] aus der Tiefe aufsteigen sehen. Jetzt finden wir das Gleiche in natürlich heranwachsenden Kindern“ (S. 41).

Die Worte, die ich nachträglich in eckige Klammern gesetzt habe, stammen nicht von Reich selbst, sondern sind eine Erfindung des Übersetzers, werden aber Reichs Intention entsprechen. Die Qualitäten, die das ungepanzerte Kind mitbringt und im Laufe der Zeit entfaltet, tauchen auch im Verlauf einer regelgerechten psychiatrischen Orgontherapie auf. Das „Kind der Zukunft“ ist in uns verschüttet, ähnlich wie die Arbeitsdemokratie am Grunde des Kapitalismus fortwirkt. Wenn wir arbeiten, haben wir automatisch Anteil an der Gesundheit. Wir werden Teil der Gemeinschaft aller Arbeiter. Wenn wir in Orgontherapie gehen, öffnen wir die Tür zu den „Kindern der Zukunft“. Entsprechend behandeln Orgontherapie-Patienten ihre Kinder anders – sie empfinden Solidarität mit ihnen.