Posts Tagged ‘Boshaftigkeit’

David Holbrook, M.D.: EIN ANGRIFF DER EMOTIONELLEN PEST / IST ES POLITIK? / TODESDROHUNGEN / KULTE DER LINKEN / MORALISCHE PANIK / DIE ANARCHISTEN EINSPERREN / DIE HERRSCHAFT DES PÖBELS

28. September 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Ein Angriff der Emotionellen Pest, die sich als „soziale Gerechtigkeit“ tarnt

 

Ist es Politik?

 

Todesdrohungen wegen fehlender Unterstützung von Black Lives Matter in den sozialen Medien

 

Kulte der Linken

 

Moralische Panik: der quasi-religiöse, messianische und kultische Drang, die Welt und die Menschheit neu zu gestalten

 

Die Anarchisten einsperren

 

Die Herrschaft des Pöbels, das Wahlkollegium, die Polizei und die Demokratie gegen demokratischer Republikanismus

 

David Holbrook, M.D.: DIE EMOTIONELLE PEST

18. August 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Die Emotionelle Pest

 

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 4)

29. März 2019

von Dr. med. Dr. phil. Barbara Goldenberg Koopman

 

Fallgeschichte (Fortsetzung)

Eine Mutterübertragung auf mich ließ nicht lange auf sich warten. An der Oberfläche nahm sie die Form an, dass sie das gute, klagende kleine Mädchen war, die der Mutter gefallen wollte. Dies bannte einen starken Negativismus, Boshaftigkeit und sadomasochistische Provokation. Nachdem oberflächliche Wut in den Augen mobilisiert war, konnte ich diesen Trotz leicht in unbegrenzten Mengen anzapfen, indem ich sie treten und „Nein!“ schreien ließ. Gleichzeitig wies ich immer wieder auf den Abwehrcharakter der Fassade des „guten kleinen Mädchens“ hin.

Die Therapie wurde auf dieser Schiene über etwa ein Dutzend Sitzungen mit konstanter Charakterarbeit fortgesetzt. Der Negativismus schien unermesslich zu sein – „‚Nein‘ unter Schichten von ‚Nein‘“, wie es die Patientin formulierte. Die Arbeit am Augensegment setzte sich in verschiedenen Verästelungen fort: Augenkontakt mit mir, wobei verschiedene Emotionen zum Ausdruck gebracht werden, die Augen weit aufreißen beim Einatmen, gleichzeitige stimmliche und Licht-Stimulation usw. Ich musste vorsichtig sein, da die Augenarbeit schnell Schwindel hervorrufen konnte, gefolgt von einer Kontraktion des gesamten Organismus und dem Gefühl, das Drogenerlebnis neu zu erfahren. Letzteres war nie allzu klar definiert, sondern bestand aus einem umfassenden Entsetzen oder einer schweren Angst, die manchmal von Angst vor der Auflösung geprägt war. Ich sah mich daher einerseits mit extremem Negativismus konfrontiert, andererseits mit einer beunruhigenden Fragilität. Das Problem bestand darin, sie zwischen den beiden zu „titrieren“e, ohne sie zu überfordern. Ich warnte sie, sie solle mir sagen, wenn sie das Gefühl habe, dass es ihr zu viel werde.

Während dieser Zeit nahm die Mutterübertragung eine weitere Verzweigung an. Ein Teil des Negativismus schien eine Abwehr gegen scheinbar positive Gefühle gegenüber mir zu sein. Eine Sondierung offenbarte tiefe Trennungsangst, die regelmäßig durch das bloße Ende einer Therapiesitzung hervorgerufen (aber regelmäßig unterdrückt) wurde. Sich auf mich einzulassen, bedeutete demnach die Möglichkeit, mich zu verlieren. Dies beruhte alles auf ihren tiefen Abhängigkeitsbedürfnissen und dem Wunsch, dass ich diese befriedigen würde.

Nach weiteren zwei Monaten „Titrieren“ zwischen der negativistischen Kontaktverweigerung und der Mobilisierung der Fernwahrnehmung begann Frau M., sich ihres eigenen Weggehens aus dem Kontakt, wie es sich in ihrem Alltag ereignete, gewahr zu werden und sich selbst zurückzurufen. Zum ersten Mal berichtete sie über eine klarere Wahrnehmung; wie es sich anfühlt, in Kontakt zu sein.

Ich machte weiter auf die Abwehrnatur ihrer „gutes kleines Mädchen“-Fassade aufmerksam. Trotz ständiger Bemühungen ihre negativen oder misstrauischen Gefühle über mich auszuloten, konnte sie erst im darauf folgenden Monat eine direkte Feindseligkeit gegenüber mir verbalisieren. Schließlich kam es zu einer Fülle von Beschwerden: Ich hätte keine Entscheidungen für sie getroffen; die Therapie ließe sie „zu viel fühlen“, sie wollte sich nicht vor mir „emotional verausgaben“, Kindheitserinnerungen kehrten zu unpassendsten Gelegenheiten zurück ungewollt und unwillkommen, so wie damals, als sie auf Droge war, ich sollte mehr körperlich mit ihr arbeiten. Ich wies darauf hin, dass sie wütend auf mich sei, mir misstraue und Dinge von mir wolle, die ich ihr vorenthalte. Sie antwortete, indem sie den Wunsch äußerte, mir, entsprechend ihrer Tochter, auf den Kopf zu schlagen, so wie es die Mutter mit ihr getan hatte. Sie war dann in der Lage, eine Menge Wut direkt gegen mich loszulassen, während sie auf die Couch schlug.

 

Anmerkungen des Übersetzers

e In der medizinischen Umgangssprache wird der Begriff Titration für die schrittweise Anpassung einer Medikamentendosis verwendet

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 3 (1969), Nr. 2, S. 213-225.
Übersetzt von Robert (Berlin).

Sean Connery und der Schrecken der Medusa

28. April 2015

Sean Connery wurde als erster „James Bond“ bekannt. Noch mit 70 und Halbglatze war er „the sexiest man alive“. Obwohl er (ganz ähnlich wie Reich) eindeutig phallisch-narzißtische Züge zeigt, ist er doch einer der wenigen Menschen, den ich vorbehaltlos für einen genitalen Charakter halte.

Ich kann mich an eine dieser ekelhaften Klatschsendungen in Sat1 oder RTL erinnern, wo eine Geliebte von Connery aus Rache ein Interview gab, weil sie sich nur benutzt fühlte. Die übliche Verlogenheit der Frauen… Jedenfalls plauderte sie auch aus dem Bett. Eines Tages sagte sie ihm, daß er immer so komische Zuckungen habe und so einen komischen Singsang von sich gäbe, „wenn er komme“, worauf Connery ihr geantwortet habe:

Ich weiß nicht, was ich tue, wenn ich komme, denn wenn ich komme, verliere ich das Bewußtsein und bin in einer anderen Welt.

In den 60er Jahren am Höhepunkt seines Ruhmes als „007“ war Connery in Orgontherapie. In einer Biographie heißt es dazu:

Connery hat selbst auf seinen inneren Aufruhr angespielt. Er gab an, in den siebziger Jahren mit R.D. Laing geflirtet zu haben und es wird berichtet, daß er in Norwegen einen altgedienten Anhänger von Wilhelm Reich konsultiert habe, den Begründer der Orgonkiste, der damals in Mode war. (Michael Feeney Callan: Sean Connery. The Untouchable Hero, London: Virgin Books, 1993, S. 9)

Es handelte sich dabei um den norwegischen Psychologen Ola Raknes, den damals dienstältesten Orgontherapeuten. Er hatte nicht den geringsten Schimmer, daß Connery ein berühmter Filmstar war und war entsprechend bass erstaunt, als er ihn nach der Sitzung zur Tür begleitete und sehen mußte, daß sein Vorgarten von Reportern, Kamerateams und Fanhorden bevölkert war (Offshoots of Orgonomy, No. 5, S. 11).

Mir fällt kein Film von Connery ein, der für den orgonomisch Interessierten mehr als Unterhaltungswert hätte. Mit vielleicht einer Ausnahme:

Der antiautoritäre Linke Neill war immer wieder perplex, wie gut sich doch Summerhill-Schüler ins britische Militär einpaßten. Summerhillianer wurden durchweg von ihren Vorgesetzten gelobt. Sie waren so unneurotisch, daß sie kein Sand im militärischen Getriebe waren.

1965 spielte Connery in dem Film The Hill (deutsch-idiotisch Ein Haufen toller Hunde) von Sydney Lumet einen derartigen Soldaten, der wegen Gehorsamsverweigerung in ein menschenvernichtendes Militärgefängnis in Nordafrika verbracht wird. Er ist der prototypische Summerhillianer im Militär. Funktioniert hervorragend, ist durch keine Neurosen gehemmt, weigert sich dann aber einen schwachsinnigen Befehl durchzuführen, der den sicheren Tod seiner ihm untergebenen Männer bedeutet hätte. Er läßt sich nicht vom Stigma „Feigling“ und dem Gespenst „Ehre“ tyrannisieren. Im Militärgefängnis ist er dann der einzige Normale zwischen zwangsneurotischen Komißköppen und den noch kränkeren Mitgefangenen, die wegen ihrer neurotischen Rebellion im Militärgefängnis sitzen und sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen.

Der Film lehrt, daß es keine mechanische Beziehung zwischen der neurotischen Charakterstruktur der Massen und den neurotischen Institutionen gibt. Das Militär kann nicht mit Neurotikern funktionieren. Für „Reichianer“ noch verstörender ist Der Schrecken der Medusa, ein Film von 1978 mit Richard Burton in der Hauptrolle.

Ohne, daß die meisten Zuschauer auch nur etwas davon ahnen, ist das einer der politisch unkorrektesten Filme, die je gedreht wurden. Es geht um einen Mann, der die „parapsychologische“ Gabe hat, Katastrophen durch pure „Gedankenkraft“ hervorzurufen. Er kann also genau das vollbringen, was sich das unreife Kind einbildet tun zu können. Es wünscht sich etwa, daß Papa, der ihm kein Fahrrad zum Geburtstag geschenkt hat, doch tot umfallen möge. Stirbt der Vater dann tatsächlich kurze Zeit später durch einen Autounfall, wird das Kind unverrückbar davon überzeugt sein, es selbst habe den Vater „durch Gedankenkraft“ getötet.

Nun stelle man sich mal vor, es gäbe tatsächlich so einen Menschen, der durch reine Gedankenkraft etwa vollbeladene Passagierflugzeuge vom Himmel holen könnte. Und der so etwas aus reiner Lust an seiner Boshaftigkeit auch ständig macht! Wäre es nicht gerechtfertigt ihn zu töten? Nun, die Menschen des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit waren davon überzeugt, daß solche Teufel tatsächlich massenhaft zwischen ihnen lebten: die Hexen. Waren da die Hexenverfolgungen nicht rational gerechtfertigt?!

Ist entsprechend der von Burton gespielte massenmörderische Mann wirklich zu verurteilen? Es wird nämlich in dem Film gezeigt, wie er sich schon als Kind mit seinen parapsychologischen Fähigkeiten gegen seine alptraumhaften Eltern und Erzieher zur Wehr gesetzt hat, indem er sie in Katastrophen, die er durch Gedankenkraft verursacht hatte, umkommen ließ. Reine Notwehr! Und er hat nicht mehr getan, als jedes andere Kind auch. Nur daß seine mörderischen Wünsche tatsächlich in Erfüllung gegangen sind! Als Erwachsener ist es schließlich das „innere Kind“, das sich in ihm auslebt. Böse?

Erhellend ist nun, daß die Macher des Films eine Intention hatten, die meinen Überlegungen von der Tendenz her diametral entgegengesetzt ist: es sollte ein, in heutigen Begriffen, „politisch korrekter“ Film mit einer „progressiven“ Botschaft sein. Sie wollten die Regierung, „das Militär“, „Gott“, kurz „das Establishment“ allegorisch anklagen. Stattdessen schufen sie ungewollt einen Film, der alle gutmenschlichen Gewißheiten über das, was böse ist, schreddert!

Linksliberale sind strukturell nicht in der Lage, einen Gedanken logisch zu Ende zu denken. Ich muß in diesem Zusammenhang immer an den legendären „Alfred Tetzlaff“ denken. Die Serie wurde eingestellt, weil die Macher erkennen mußten, daß die Zuschauer eher Alfred als seinem linken Schwiegersohn zustimmten. Und im Nachhinein: Alfred hat in fast allen Punkten Recht behalten.

Im linken Projekt ist ein Selbstzerstörungsmechanismus eingebaut: es steht in einem fundamentalen Widerspruch zur Logik und zur Realität.