Posts Tagged ‘Verhalten’

ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, b. Die Bedeutung von Vorbildern

21. März 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

6. Das sexuelle Elend der Jugend, b. Die Bedeutung von Vorbildern

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel V.3.a.

23. Juni 2015

orgonometrieteil12

V. Das Wesen von Zeit und Raum

1. Zeit und Länge

a. Der „Rote Faden“ Zeit

b. Die Zeitmodi

2. Bewegung

a. Das CFP von Zeit und Länge

b. Orgonotische Bewegung und mechanische Bewegung

c. Jenseits der Bewegung

3. Struktur von Zeit und Raum

a. Die „Psychosomatik“ von Zeit und Länge

Grundelemente einer orgonomischen Soziologie (Teil 1)

19. Juli 2012

Was ist Soziologie etwa im Verhältnis zur Humanethologie? Jeder „verhält“ sich irgendwie, selbst Tiere haben ein „Verhalten“. Soziologie kommt ins Spiel, wenn es um intentionales Verhalten geht, d.h. um Handlungen. Sie steht damit in der Mitte zwischen Biologie auf der einen und Psychologie auf der anderen Seite:

Biologie ist hierbei der umfassendste und tiefste Bereich, die Psychologie der eingeschränkteste und oberflächlichste. Wenn wir Reichs wissenschaftliche Entwicklung verfolgen, hat er sich in der obigen Darstellung von rechts nach links entwickelt: Psychoanalyse → Marxismus → sexualökonomische Lebensforschung. Entsprechend verlagerte sich im Laufe der Jahre das Zentrum seiner Aufmerksamkeit: Intentionen → Handlungen → Verhalten.

In seiner „sexualökonomischen Lebensforschung“ fand Reich, daß das Lebendige „nur funktioniert“. Intentionen sind eine nachgeschaltete Funktion der sozialen Fassade.

Aus dem Kern (A) kommt der Impuls zu einem Verhalten, das sich in der sozialen Fassade (C) mit einer entsprechenden Intention verbinden kann und dergestalt im sozialen Bereich (D) zu einer Handlung wird. Die Soziologie wird spezifisch orgonomisch durch Einbeziehung der Panzerung (B).

Rationale Handlungen bedürfen keiner Analyse, da die Gleichung „Verhalten + Intention = Handlung“ einfach zu lösen ist. Bei einer rationalen Handlung führte ein Kernimpuls schnurrstraks zu eben dieser Handlung. Bei einer irrationalen Handlung hingegen verlor sich der ursprüngliche Impuls in einem Gestrüpp von Strebungen und Gegenstrebungen bis am Ende schließlich eine Handlung herauskam, die auf einer unmittelbaren Intention beruht, welche mit dem ursprünglichen Impuls rein gar nichts mehr zu tun hat.

In diesem Beispiel ist der ursprüngliche Impuls die spezifische Liebe zur Mutter, am Ende steht Servilität gegenüber jedermann und in jeder Situation, d.h. eine vollkommen irrationale Handlungsweise.

Weil der Mensch gepanzert ist, gibt es drei Arten von Handlungen:

  1. rationale Handlungen;
  2. neurotische Handlungen; und
  3. pestilente Handlungen

Rationale Handlungen sind durch „Löcher in der Panzerung“ möglich. Neurotische Handlungen sind sozusagen „Karikaturen“ rationaler Handlungen, d.h. sie sind „gut gemeint“, während pestilente Handlungen aktiv alles bekämpfen, was d Rationalität steht. Neurotiker reagieren auf „störende Bewegung“ mit manifesten neurotischen Symptomen, beispielsweise werden sie depressiv; Pestkranke reagieren, indem sie der Bewegung ein Ende setzen. Da es feige Seelenkrüppel sind, geschieht dies durch Ausnutzung der widersprüchlichen Natur der Panzerung mit ihrem komplizierten Geflecht von Strebungen und Gegenstrebungen. Das nennt sich Kabale. Praktisch alle große Literatur hat sie zum Gegenstand.

Die ersteren Handlungsweisen garantieren das Fortbestehen der Arbeitsdemokratie und werden umgekehrt von dieser auch den irrationalsten Menschen aufgezwungen. Irrationale Handlungen, seien diese neurotisch oder pestilent, gehen auf Panzerung zurück. Sie gefährden die Arbeitsdemokratie. Doch während neurotisch motivierte Handlungen die Arbeitsdemokratie nur behindern, setzen Handlungen, die von der Emotionellen Pest motiviert sind, alles daran die Arbeitsdemokratie zu zerstören.

Dieser letztere Bereich ist das, was man allgemeinhin als „Politik“ bezeichnet, insbesondere „engagierte Politik“. Daß weite Teile der Soziologie heute „politisiert“ sind, zeigt auf besonders deutliche Art und Weise wie sehr die Soziologie als Wissenschaft abgewirtschaftet hat. Man nehme etwa eine beliebige soziologische Studie über „Migranten“ in die Hand und man wird sofort sehen, wie ideologisch verpeilt die Zunft ist. Wenn sich gesellschaftliche Entscheidungsträger nach diesen pseudo-wissenschaftlichen Studien orientieren, werden die dort beschriebenen Zustände sich mit absoluter Sicherheit verschlimmern und kritisch zuspitzen. Oder mit anderen Worten: die heutigen Soziologen sind zentraler Bestandteil der gesellschaftlichen Probleme, die die Gesellschaft mit Hilfe ihrer Expertise bewältigen will.

Bei der gängigen Soziologie geht es beispielsweise um „Klassenanalyse“, d.h. um die unterschiedlichen Interessen der Klassen. Hier läßt sich jede mögliche andere Einteilung einsetzen: der „Gendergesichtspunkt“, Generationskonflikte, religiöse Gegensätze, etc. Für die orgonomische Soziologie ist das alles von sekundärer Bedeutung. Sie interessiert sich in erster Linie für die Charakterstrukturen, die die ursprünglichen Interessen teilweise in ihr Gegenteil verkehren. Reich hat das bereits 1933 in seiner Massenpsychologie des Faschismus vorexerziert. Das reduziert hochkomplizierte soziologische Analysen auf das Freilegen einiger weniger Charakterstrukturen.