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James Reichs WILHELM REICH VERSUS THE FLYING SAUCERS (Teil 3)

4. Oktober 2024

Der ganze Ansatz des Buches wird durch folgenden Absatz verkörpert:

Die emotionale Wüste rekapitulierte die Emotionelle Pest. Die „innere“ und die „äußere“ Wüste waren ein und dasselbe. „Der Mensch selbst ist es, der die Bekämpfung der Wüste von alters her verhindert hat und noch heute verhindert“ [OROP Wüste, S. 13]. Einerseits erinnert Reichs orgonomische Theorie an die Fruchtbarkeitsmythen, die die Mythen- und Ritualschule der Mythographen und Dichter beschäftigten, nicht zuletzt Sir James G. Frazers The Golden Bough (1890), Jessie L. Westons From Ritual to Romance (1920), und die alten Fruchtbarkeitsriten und die Gralslegende, die in T.S. Eliots The Waste Land (1921) einfließen – eine Wissenschaft und Literatur, die die sexuelle Vitalität des Herrschers mit der Vitalität des Landes in Einklang bringt. Der Souverän, der durch einen schmerzhaften Schlaganfall in die Ohnmacht gestürzt wird, leidet, wie Reich es ausdrückt, an der „Immobilisierung biologischer Energie“ [OROP Wüste, S. 14]. Das Radikale daran ist, daß Reich die Panzerung, die DOR im Körper hält, vom Souverän als Galionsfigur auf die Masse der Menschheit verlagert und die individuelle Ikone durch das Gemeinwesen ersetzt, indem er The Golden Bough mit Thomas Hobbes‘ Leviathan (1651) verschmilzt. Reichs Denken von 1952 bietet ein starkes Bild: die Massen-Rekapitulation des Fruchtbarkeitsmythos als ökologische Vorhersage. Die Emotionelle Pest, die die Menschheit heimsucht, befällt die Orgonhülle der Erde; ersetze die Worte „Orgonhülle“ durch Klima oder Atmosphäre, und Reichs Ansicht ist alltäglich geworden, wo ich dies fünfzig Jahre später schreibe, nach dem Aufkommen von Umweltbewegung und Ökopsychologie. (S. 106)

Zwei Seiten weiter suggeriert der Orgonakkumulator „gebärmutterartige Inkubation“, während der Cloudbuster eine „phallische Projektion“ sei. Das ist schlichtweg Schwachsinn, Freudianischer und Jungianischer Schwachsinn; Mißbrauch von Assoziationen, die vielleicht innerhalb einer (schlechten) Psychotherapie sinnvoll sind, aber außerhalb derselben den Diskurs vergiften. Es ist exakt das „Denken“, das Reich bereits bei seinen allerersten Kontakten mit der Psychoanalyse in den sexologischen Seminaren an der Universität Wien abgestoßen hat. Es ist schlichtweg Pornographie und sollte nicht toleriert werden. Zusammen mit pseudo-Marxistischem Quark bestimmt dieser Dreck seit Jahrzehnten das Feuilleton der westlichen Welt. Man spürt beim Lesen geradezu, wie dieses widerliche Zeugs eine Hirnzelle nach der anderen aus schierer Verzweiflung in den Selbstmord treibt… Sowas in einer an sich durchaus wertvollen Analyse des Reich‘schen Werks lesen zu müssen, ist einfach nur traurig. Und: die Universitäten, in deren Seminaren sowas gelehrt wird, haben die Verachtung des arbeitenden Volkes verdient, das diesen DRECK finanzieren muß.

Mildred Brady hatte behauptet, Reich hätte behauptet, der Orgonenergie-Akkumulator würde „orgastische Potenz“ hervorrufen, indem die Leute mit Orgon aufgeladen werden. 77 Jahre später behauptet nun James Reich, daß durch das Abziehen von Orgon durch Ea die orgastische Potenz ihrer Opfer beseitigt wird (S. 121). Tiefer geht es einfach nicht!

Der untergründige Haß und die Verachtung des Autors für Reich wird auch deutlich, wenn er, drei Seiten weiter, Jerome Greenfield dahin zitiert, daß Contact with Space zwar etwas chaotisch geschrieben sei, doch, so Greenfield, „hieße (dies) freilich zu ignorieren, daß andere Personen zugegen waren und diese ‚Kämpfe‘ [mit UFOs] bezeugen konnten“ (Greenfield: USA gegen Wilhelm Reich, S. 205). Dazu James Reichs Kommentar: „Ich vermute, daß Greenfield etwas übersehen hat, was die Formen der Ambivalenz bei den anderen Zeugen und ihre familiären und beruflichen Beziehungen zu Reich betrifft” (S. 124). So einen Dummquatsch muß sich ein Elsworth F. Baker, den Greenfield im Anschluß als Augenzeuge zitiert (was James Reich ignoriert), und eine Eva Reich, deren Zeugnis ich unten präsentiere, bieten lassen!

Der Autor geht sogar einen Schritt weiter mit seiner Impertinenz und richtet Reichs Massenpsychologie des Faschismus gegen Reich selbst:

Reichs eigene Erklärung der Beziehung zwischen der Emotionellen Pest und der Autoritätsperson erklärt ein Stück weit, warum die Zusammenarbeit zwischen den anderen [UFO-] Zeugen und Reich so funktionierte, wie sie funktionierte. Ohne die aufwärtsgerichtete libidinöse Besetzung der Zeugen [d.h. deren Führerbindung!] hätte Reichs Programm nicht das sein können, was es war. (S. 125)

Dieses Thema setzt sich auf S. 128 fort, wo sich mit Robert A. McCulloughs (einer der Assistenten Reichs) Reise von Orgonon nach Tucson befaßt wird. McCullough beschreibt die Auswirkungen von DOR auf die Landschaft, seine Mitmenschen und nicht zuletzt auf sich selbst und seine Familie. James Reich dazu ganz im Stil Mildred Bradys:

Es mag sein, daß McCullough, erschöpft von der Fahrt mit seiner Familie, eine psychosomatische Hysterie erlebte, oder daß der Reichianische Erfahrungsrahmen McCullough für so etwas wie neurasthenische Symptome anfällig gemacht hatte, als er mit der Tristesse der Moderne außerhalb von Orgonon konfrontiert wurde. Man kann es nicht mit Sicherheit wissen, aber was man sagen kann, ist, daß die Orgonomie, die nun auf die natürliche Umwelt und auf einen kosmischen Orgonozean mit einem galaktischen Orgonstrom ausgedehnt wurde, zu einer totalisierenden Ontologie geworden war, in der alle Phänomene, vom Affekt einer Kellnerin bis zur Wolkenbildung, der Erosion von Gestein und den fliegenden Untertassen, die in den 1950er Jahren am Himmel und auf den Kinoleinwänden herumspukten, einbezogen und verstanden wurden. (S. 128)

Das Problem ist, daß der Literat James Reich überhaupt nicht weiß, wovon er da eigentlich schreibt. Seine Welt besteht aus Büchern, Büchern, Büchern und verfilmten Büchern – null Kontakt mit der Wirklichkeit der Natur und seiner Mitmenschen – aber unsereins Realitätsferne andichten! Der Typ weiß gar nicht, was ORANUR und DOR (die bezeichnenderweise im Buch gar nicht auseinandergehalten werden!) sind und wie sie sich anfühlen!

Noch eine persönliche Notiz von mir, Peter Nasselstein: Wie am Anfang dieser in Teile zerstückelten Buchbesprechung deutlich wurde, gebe ich mir bei meinen Reviews stets alle Mühe positiv und geradezu enthusiatisch an das jeweilige Werk heranzugehen („wir sind doch alle Reichianer!“), nur um immer und immer und immer wieder enttäuscht zu werden: siehe hier, hier und hier. Wer mich verarscht, dem polier ich die Fresse. Punkt!

DER ROTE FADEN (Band 2): 23. Das Journal of the American Medical Association

2. August 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 23. Das Journal of the American Medical Association

Das Jüngste Gericht begann 1960 (Teil 12)

17. April 2023

Im November 1932 hielt Leo Trotzki seine berühmte „Kopenhagener Rede“ unter dem Titel „Die russische Revolution“. Sie endete mit den folgenden drei Absätzen:

Zwar hat die Menschheit mehr als einmal Giganten des Gedankens und der Tat hervorgebracht, die die Zeitgenossen wie Gipfel einer Bergkette überragten. Das Menschengeschlecht hat ein Recht auf Aristoteles, Shakespeare, Darwin, Beethoven, Goethe, Marx, Edison, Lenin stolz zu sein. Warum sind diese aber so selten? Vor allem darum, weil sie fast ausnahmslos aus höheren und mittleren Klassen hervorgegangen sind. Von seltenen Ausnahmen abgesehen, sind die Funken der Genialität in den niedergehaltenen Tiefen des Volkes, ehe sie noch auflodern konnten, erstickt. Aber auch deshalb, weil der Prozeß der Zeugung, der Entwicklung und Erziehung des Menschen im Wesen eine Sache des Zufalls blieb und bleibt: nicht durchleuchtet von Theorie und Praxis, nicht dem Bewußtsein und dem Willen untergeordnet.

Die Anthropologie, Biologie, Physiologie, Psychologie haben Berge von Material gesammelt, um vor dem Menschen in vollem Umfange die Aufgaben seiner eigenen körperlichen und geistigen Vervollkommnung und weiteren Entwicklung aufzurichten. Die Psychoanalyse hob mit Sigmund Freuds genialer Hand den Deckel vom Brunnen, der poetisch die „Seele“ des Menschen genannt wird. Und was hat sich erwiesen? Unser bewußtes Denken bildet nur ein Teilchen in der Arbeit der finsteren psychischen Kräfte. Gelehrte Taucher steigen auf den Boden des Ozeans und fotografieren dort geheimnisvolle Fische. Indem der menschliche Gedanke auf den Boden seines eigenen seelischen Brunnens hinabsteigt, muß er die geheimnisvollsten Triebkräfte der Psyche beleuchten und sie der Vernunft und dem Willen unterwerfen.

Ist er einmal mit den anarchischen Kräften der eigenen Gesellschaft fertiggeworden, wird der Mensch sich selbst in Arbeit nehmen, in den Mörser, in die Retorte des Chemikers. Die Menschheit wird zum ersten Male sich selbst als Rohmaterial, bestenfalls als physisches und psychisches Halbfabrikat betrachten. Der Sozialismus wird ein Sprung aus dem Reiche der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit auch in dem Sinne bedeuten, daß der gegenwärtige, widerspruchsvolle und unharmonische Mensch einer neuen und glücklicheren Rasse den Weg ebnen wird.

Reich hat im Oktober 1933 diese Aussagen Trotzkis in seiner kurzen Korrespondenz mit ihm in einen – Reich‘schen Zusammenhang gestellt.

Die kommunistische Partei kann als wirtschaftspolitische Organisation die sexualpolitische Arbeit nicht leisten, hierzu ist eine eigene Massenorganisation notwendig, doch kann diese ohne Anlehnung an eine politische Partei ebensowenig zur vollen Entwicklung kommen. Ich bitte Sie nun, mir mitzuteilen, wie Sie zu einer Zusammenarbeit stehen. Dazu wäre natürlich notwendig, daß sich die Führung der politischen Organisation ausreichend über die Grundprobleme der Sexualpolitik orientiert und im Falle des grundsätzlichen Einverständnisses die Organisation unterstützt. Ich glaube bei Ihnen für die Bedeutung der Sexualpolitik für den Klassenkampf mehr Verständnis, als sonst der Fall ist, zu finden und gründe diese Ansicht auf den Schluß Ihrer Kopenhagener Rede; sowie auf Ihre Schrift „Fragen des Alltagslebens“, ich glaube aus dem Jahre 1924, in der Sie im Anhang mit vollem Verständnis die Fragen der Funktionäre dieses Gebiet betreffend abdruckten. Ich darf, ohne es hier zu beweisen, anfügen, daß der Rückgang der Kulturrevolution in der SU zentral mit der Tatsache innigst zusammenhängt, daß die sexuelle Revolution im Jahre 1923 abgestoppt und nicht ins Klare weiterentwickelt wurde.

Reich verkannte vollkommen, daß er und Trotzki (und mit ihm praktisch das gesamte damalige „progressive Lager“) auf zwei vollkommen unterschiedlichen Seiten standen. Marx, Engels, Lenin, Trotzki, Stalin ging es um die Beherrschung der „anarchischen“ Natur, und zwar im Sinn sowohl der äußeren als auch der inneren. „Planwirtschaft!“ Freudianisch ausgedrückt: wo Es war sollte Ich herrschen. Reich ging es ganz im Gegenteil um die Beendigung dieser Art von Herrschaft per se: wo Über-ich war, sollte Ich sein. Das Menschentier sollte „entdomestiziert“ werden und auf gesellschaftlicher Ebene die „natürliche Arbeitsdemokratie“ freigelegt werden.

In seinen obigen Ausführungen dachte Trotzki an etwas grundlegend anderes; etwas, was dem heutigen „Transhumanismus“ nahekommt: „Bewußtsein“, „Wille“, „körperliche und geistige Vervollkommnung und weitere Entwicklung“, „Triebkräfte der Psyche beleuchten und der Vernunft und dem Willen unterwerfen“, „mit den anarchischen Kräften der eigenen Gesellschaft fertigwerden“, „der Mensch in den Mörser, in die Retorte des Chemikers stecken“. Transhumanismus: „Die Menschheit wird zum ersten Male sich selbst als Rohmaterial, bestenfalls als physisches und psychisches Halbfabrikat betrachten.“

Dahinter steckt der eine welthistorische Konflikt zwischen LSR und DMF, zwischen LaMatrie, Stirner, Reich auf der einen und Diderot (Rousseau sowie weitere Menschenbändiger und -züchter), Marx (Nietzsche sowie weitere Menschenbändiger und -züchter) und Freud (Marcuse sowie weitere Menschenbändiger und -züchter) auf der anderen Seite. Bernd Laska hat gezeigt, daß ein Teil von Reichs Tragödie darin bestand, diesen grundlegenden anthropologischen Unterschied zwischen sich und Leuten wie Trotzki, nicht zu sehen bzw. nie deutlich genug wahrzunehmen und eindeutig auszuformulieren. Bereits ins der Deutschen Ideologie hatte Marx gegen Stirner dargelegt, daß der Weg zur Emanzipation nichts Abstraktes sei, blablabla, sondern nur über die Veränderung der Umwelt möglich sei, wobei sich der Mensch selbst verändere…

Politik und Ökologie: Was geht in Antifaschisten vor und was in Faschisten?

15. März 2016

Der gepanzerte, orgastisch impotente Mensch, versucht die organismische Orgonenergie, die durch die moderne freiere Welt aktiviert wurde, irgendwie zu drosseln. Zu Zeiten Reichs wurde die biologische Energie dadurch niedergehalten, daß sich die Massen gegen den Fortschritt sperrten, gegen das Aufbrechen verkrusteter Strukturen, die bis dahin die Energie gebunden hatten. Reich beschreibt das ausführlich in Die Massenpsychologie des Faschismus. Heute, in der anti-autoritären Gesellschaft, stellt sich das ganze grundlegend anders dar. Man denke etwa an den penetrant umworbenen Veganismus.

Generell ist es so, daß fleischfressende Tiere eine höhere orgonotische Ladung haben als „vegan“ lebende Tiere, die sich ständig durch Raubtiere bedrängt sehen und in einer „Landschaft der Angst“ leben. Auf diese naheliegende Beobachtung hat Nietzsche einen Gutteil seiner Moralphilosophie gegründet (Willen zu Macht, Herdenmoral, etc.). Was er nicht sah, war der bioenergetische, sexualökonomische Hintergrund von dem, was damals etwa als „Sozialdemokratie“ reüssierte und heute als Veganertum, Spiritualität und „Frieden“ daherkommt. Was sich als „überlegene Moral“ geriert, soll tatsächlich das Energieniveau und damit gleichzeitig das Angstniveau („Stauungsangst aufgrund orgastischer Impotenz“) senken. Dazu gehört auch die Entnationalisierung, der „Kampf gegen Rechts“ und das Fluten des Landes mit Raubtieren aus der Wüste; die „große Verschwulung“ von der Akif Pirincci spricht. Nicht zu vergessen natürlich die Genderismus: Frauen und Männer werden zu prägenitalen, niedrig-energetischen Neutra. Politisch korrekt ist man wieder da angelangt, wo die Reaktion, etwa in Gestalt der von Reich angeprangerten katholischen Ideologie (man denke insbesondere an den Marienkult) schon immer hin wollte.

Es ging und geht niemals um Moral und Ethik, sondern einzig und allein um die Senkung des eignen Energieniveaus zwecks Angstbewältigung.

Soweit die Guten. Was geht in den Bösen, den Rechtsradikalen vor?

In Freudianisch und Marxistisch orientierten Antworten auf diese Frage kommt alles mögliche aufs Tablett (Sehnsucht nach autoritären Strukturen in einer entfremdeten Welt, etc.), aber nie das, was „Neonazis“ selbst beseelt, ihr Selbstverständnis: daß sie sich als Partei des Lebens, als Vertreter der Naturgesetze, als Ökologen sehen. Sie betrachten den Menschen als Menschentier, das den gleichen biologischen Gesetzen unterliegt wie jedes andere Tier auch: Zuchtwahl, Elitebildung, territorialer Imperativ, rassische Differenzierung.

Man denke nur an Sigmar Gabriel, der wiederholt sich gegen jedwede biologische Betrachtungsweise sozialer und politischer Vorgänge ausgesprochen hat, denn darauf würde das ganze Grundgesetz beruhen. Sarrazin liegt falsch, weil er falsch liegen muß! Die Biologie des Menschen als Todfeind – des Menschen.

Linke sind entsetzt angesichts der „biologistischen“ Unmenschlichkeit, Rechte angesichts der kulturalistischen Verlogenheit. Wenn sie nur könnten, würden sie den jeweils anderen ausmerzen ohne mit der Wimper zu zucken. Die Nationalsozialisten versuchten die Juden auszurotten, weil sie diese als Verkörperung der „Antibiologie“ betrachteten. Die Antifa „kennt keine Diskussion“, weil sie die Menschheit vor dem „Antihumanismus“ bewahren muß.

„Nazis“ hat immer beseelt, daß sie die einzigen sind, die nicht eine unhaltbare Lüge leben. Sie fühlen sich darin ständig bestärkt, weil das niemals in den ganzen Bibliotheken erwähnt wird, die im „Kampf gegen Rechts“ verfaßt wurden. Der „Kampf gegen Rechts“ ist so erbarmungswürdig hilflos, weil er keine Ahnung von der Panzerung hat, die primäre Triebe in sekundäre Triebe umwandelt, die dann mittels eines verlogenen Humanismus in Schach gehalten werden müssen. Beispielsweise kommt es beim Menschen ohnehin zur „Zuchtwahl“, d.h. wie überall sonst auch bei den höheren Tieren entscheidet das Menschenweibchen welches Männchen ihre Eier befruchten darf. Offensichtlich ist, daß sie den körperlich attraktivsten und geistig potentesten Partner auswählen wird. Sie wird, solange sie kein komplettes neurotisches Wrack ist, hier keinerlei „Mitleid“ kennen und niemals den häßlichen und dummen wählen! Das alles erfolgt vollkommen unbewußt. Auch ist es nur naheliegend, daß sie einen Partner wählt, der ihr weitgehend entspricht. Wählt sie einen „Fremden“, ist es eher wahrscheinlich, daß sie es aus neurotischen Gründen tut, etwa um „ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen“.

„Nazis“ machen aus etwas, was ohnehin von allein abläuft bzw. ablaufen sollte, etwas, was wie auf einem Bauernhof, der auf Ertrag züchtet, durch künstliche Eingriffe aufrechterhalten werden muß. Sie sind darin nicht besser als die „Humanisten“, die nicht glauben können, daß der Mensch auch ohne ethische Indoktrination moralisch handelt.

Einen wirklichen Nazi erkennt man daran, daß ihm jede wirkliche Verbindung zum biologischen Kern fehlt. Die Genitalität kennt er nur über einen Zerrspiegel und er hat eine tödliche Angst vor ihr. Deshalb sein Rassismus, der tatsächlich Angst vor dem sexuellen „Tier im Menschen“ ist. Von daher auch sein erstaunlich durchgängiger Hang zur Homosexualität, um dem Ödipuskonflikt zu entgehen. (Zeig auf einen Neonazi und du zeigst mit einiger Sicherheit auf einen Schwulen!) Und nicht zuletzt stammt daher sein Hang zum Okkultismus, der alles ins Unwirkliche versetzt. Durch die totale Panzerung wird das Leben selbst unerreichbar, ungreifbar, außer wie durch einen Zerrspiegel, so daß das Lebensgefühl durch und durch mystisch wird. Eine Welt, die von einem geheimnisvollen Raunen durchdrungen wird, in der alles voller geheimnisvoller Bedeutung steckt und die „Vorsehung“ waltet. Der Lebensimpuls wird in die rassistische und antigenitale „nationalsozialistische Mystik“ abgebogen.

Das macht den „Kampf gegen Rechts“ noch verlogener, als er ohnehin schon ist, tut doch die Linke nichts anderes als Gruppen zu trennen und für „Gruppenbewußtsein“ zu sorgen, die Genitalität zu bekämpfen und „spirituell zu sein“. Es hat etwas Tragi-Komisches sich „gegen Rechts zu engagieren“ und gleichzeitig die eigenen Kinder auf eine Waldorfschule zu schicken oder etwa dem Karmapa zu folgen.

Nationalsozialismus ist Perversion. Er ist das, was unmittelbar dabei rauskommt, wenn die Panzerung total ist. (Beim Roten Faschisten ist alles verwickelter, weil die soziale Fassade in den Dienst der sekundären Schicht tritt: nichts ist „unmittelbar“.) Die gesamte Biologie des Menschen tritt als grotesk verzerrte Karikatur zu Tage. Es ist ähnlich wie bei der sexuellen Perversion, wo die natürliche genitale Aggression des Mannes zum Sexualmord wird und die natürliche genitale Unterwerfung der Frau zu masochistischen Vergewaltigungsphantasien entartet.

Die totale Abpanzerung des Nationalsozialisten geht damit einher, daß er vollkommen von der Arbeitsdemokratie abgetrennt ist. Er ist nicht arbeitsfähig und kann nur als politischer Agitator und Verbrecher, d.h. als Parasit überleben. Man schaue sich nur diese kriminellen Schießbudenfiguren an, die von Anbeginn immer das verkörpert haben, was sie bei anderen bekämpfen!

schemanazis

Apropos der Mensch als fleischfressendes Raubtier und der gegenwärtige linksliberale Hype um das Veganertum. Das Fleisch hat uns erst zu Menschen gemacht:

Vegetarier werden dies vielleicht nicht gerne hören: Die rein pflanzliche Nahrung, die heute wieder im Trend liegt, könnte für unsere Vorfahren eine Sackgasse gewesen sein. Erst als die Vormenschen begannen, regelmäßig Fleisch zu essen und es mit Hilfe ihrer Steinwerkzeuge zu zerkleinern, konnte ihre Zähne kleiner und ihre Gesichtszüge menschlicher werden. Fleisch und Werkzeuge schufen demnach die Voraussetzungen für Sprache und ein größeres Gehirn, wie eine Studie nahelegt.

Bildung als Allheilmittel

30. Dezember 2015

In jeder Diskussion, insbesondere aber über das Mohammedanertum, wird gesagt, daß Bildung vor Gewalt schütze, vor Frauenunterdrückung, vor religiösem Fanatismus, vor Intoleranz und Terrorismus, etc. Das ist offensichtlicher Unsinn, denn in der SS mag es tatsächlich unfaßbar ungebildete und dumme Führungskräfte gegeben haben, aber ein Gutteil waren umfassend gebildete Akademiker. Naturwissenschaftliche oder „geisteswissenschaftliche“ Bildung machte da keinen Unterschied, bzw. waren die letzteren vielleicht eher noch verbohrter und brutaler. Man denke nur an einen umfassend gebildeten Mann wie „Dr. Goebbels“. Das gleiche gilt etwa für die Rote Armee Fraktion oder die Leute, die den 9/11 durchgeführt haben. Ein „Prof. Dr.“ kann unglaublich gewalttätig, ideologisch verrannt und hinterhältig sein. Man denke nur an die teilweise wirklich umfassend gebildeten Bolschewiki! Kaum besser waren die dünkelhaften Herrenreiter, die von Privatlehrern unterrichtet worden waren und die die teuersten Universitäten besucht hatten: sie betrachteten „das Volk“ als Viehzeugs und behandelten es entsprechend, wahren Antisemiten, Kriegstreiber, etc.

Trotzdem, gegen jede Erfahrung und Evidenz, reden uns Kulturkonservative, insbesondere aber Sozialdemokraten ständig ein, daß „mehr Bildung“ das Allheilmittel sei. Das hat zwei Gründe: einen „psychoanalytischen“ und einen „marxistischen“.

Erstens glauben diese Verkünder der Bildung frei nach Freud, daß durch intellektuelle Aktivitäten zerstörerische psychische Energien im Gehirn gebunden werden („Verurteilen von irrationalen Triebregungen“). Das überzeugt insbesondere Sozialdemokraten, deren Charakterstruktur dadurch gekennzeichnet ist, daß die besagten Energien nicht wie bei Konservativen durch muskuläre Panzerung gebunden werden, sondern fast ausschließlich durch okulare Panzerung („Verkopfung“). Ihre gesamte gutmenschliche Ideologie beruht darauf, entsprechend ist Bildung ihr Gott und Erlöser.

Zweitens ist da der Vulgärmarxismus, der unsere gesamte Kultur zersetzt. Bildung kann zwar dazu führen, daß man ein höheres Einkommen hat, aber das hat nichts mit der Anfälligkeit für unmenschliche Ideologien, Terrorismus, etc. zu tun bzw. nur in der bizarren Welt des Vulgärmarxisten, wo alle gesellschaftlichen Auseinandersetzungen auf materiellen Unterschieden beruhen. Die „Unterprivilegierten“ lebten in einer veritablen Hölle und deshalb sei Gewalt unausweichlich und könne nur durch „Umverteilung“, letztendlich aber durch gleiche Bildungschancen gemildert werden. Das stimmt sogar bis zu einem gewissen Grade, denn egalitäre Gesellschaften sind tendenziell tatsächlich friedlicher, doch staatliche Eingriffe führen fast immer zum Gegenteil des Erstrebten. Erinnert sei daran, was die Billiarden an Dollar, die Washington etwa in die „Black Community“ gepumpt hat, anrichtete, oder wie die gigantomanische Entwicklungshilfe Afrika verwüstete. Der Wille zur Bildung kann nur aus der Gesellschaft selbst erwachsen, niemals aufoktroyiert werden. Beispielsweise war die Bildung der Arbeiter zu Zeiten der „Arbeiterbildungsvereine“ mit Sicherheit höher als heute, wo jedem zumindest den Realabschluß hinterhergeworfen wird.

Die Bildung ist ein falscher Messias. Natürlich hat niemand etwas gegen „Bildung“, ganz im Gegenteil, doch der orgonomische Ansatz ist vollkommen anders als der „psychoanalytische“ und „marxistische“. In der Charakteranalyse geht es zwar auch, wie in der Psychoanalyse, um das „Bewußtmachen des Unbewußten“, doch dreht sich das nicht um ferne Ereignisse, also letztendlich um einen Glaubensakt, um Interpretation, sondern um das konkrete „unbewußte“ Verhalten im Hier und Jetzt, etwa ein fixes Grinsen, hochgezogene Schultern, beständiger Sarkasmus, etc. Die erstere Art von „Deutung“ führt im Zweifelsfall in die Kontaktlosigkeit und zu haltlosen Verdächtigungen gegenüber den Eltern; Reich sprach in seiner Freudianischen Periode in diesem Zusammenhang von einer „chaotischen Situation“. Ähnlich agierte er in seiner teilweise parallel verlaufenden Marxistischen Periode: statt die Massen mit abgehobener (und ohnehin wissenschaftlich extrem fragwürdiger) „Politökonomie“ und holzschnittartigem Agitprop zu malträtieren, diskutierte er ihr Alltagsleben und ihre Bedürfnisse im Hier und Jetzt.

Mit beiden Ansätzen gab Reich den Menschen Werkzeuge in die Hand den Opferstatus zu verlassen und ihr Leben selbst zu bewältigen. Und genau hier findet sich der Unterschied zwischen „Bildung“ und Bildung. Es ist die Frage, welche Schicht der Charakterstruktur angesprochen wird:

Psychopolioekonomie

Es ist die Frage, ob man den Intellekt dazu benutzt tiefere Einsichten abzuwehren, wie es mit den Versatzstücken der Psychoanalyse und des Marxismus gang und gäbe ist. Es sei nur an all den hanebüchenen Unsinn erinnert, mit dem sogenannte „Nahostexperten“ den islamischen Terrorismus erklären. Da ist dann davon die Rede, daß wir nicht „kultursensibel“ seien, für die Sünden des Kolonialismus büßten und für die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems. Auf einer tieferen Ebene zeigt sich hier eine unverhohlene Sympathie mit dem Terrorismus, der relativiert und als gerechte Strafe für unsere vermeintlichen Untaten hingestellt wird. Ganze Bibliotheken füllen sich mit diesen willkürlichen „Analysen“ und der kaum verbrämten Sympathie mit Mord. Man denke nur an das, was über 9/11 geschrieben wurde! Was nie erwähnt wird, ist das, worum es eigentlich geht: der seit Jahrhunderten anhaltende Zusammenbruch der Sexual- und Arbeitsfunktionen in der gesamten islamischen Welt, die zutiefst autoritär geprägt ist, und deren Konfrontation mit dem zunehmend antiautoritärer werden Westen, bei dem die Sexual- und Arbeitsfunktionen, wenn auch auf andere Weise, ebenfalls zusammenbrechen. Diskussionsrunden mit „Nahostexperten“ können Stunden, Tage, Wochen anhalten und nie würde erwähnt werden, daß praktisch niemand in diesen Ländern arbeitet, so wie man in Deutschland arbeitet (zumindest gearbeitet hat), und daß man wie selbstverständlich mit seiner Cousine verheiratet wird. Es würde auch nie die Frage gestellt werden, wie auf diese extrem patriarchale und hierarchische Gesellschaft der immer weiter ausufernde gesellschaftliche Zerfall der antiautoritären Gesellschaft des Westens wirken muß. Vollends unzugänglich ist, warum der antiautoritäre Westen gar nicht genug vom dysfunktionalen Islam haben kann.

Und so in allem: das, was als Bildung durchgeht, entspricht fast immer der oberflächlichen Fassade oder der mittleren (sekundären) Schicht der Charakterstruktur. (Rein mechanisches Wissen, etwa Mathematik, ist neutral.)

Große Kunst, etwa Goethes Faust kommt aus dem bioenergetischen Kern heraus und verbindet uns mit dem bioenergetischen Kern. Entsprechend schaue man sich an, was aus den großen Werken der Weltliteratur in den letzten Jahrzehnten auf bundesdeutschen Bühnen gemacht worden ist! Diese Werke wurden sozusagen von der dritten Schicht zur ersten und zweiten Schicht „herauftransformiert“. Von modernen Produkten der Kultur brauchen wir erst gar nicht reden.

Da man die Massen prinzipiell nur durch Worte (allgemeiner durch „Signale“) erreichen kann, ist „Bildung“ tatsächlich der Schlüssel zu allem. Die entscheidende Frage ist nur, welche Charakterschicht angesprochen wird. In Äther, Gott und Teufel weist Reich darauf hin, daß die Freudsche Tiefenpsychologie den Menschen von Schuldzuweisungen befreit hat, von den Zwängen der bürgerlichen Fassade. In Menschen im Staat streicht Reich hervor, daß Marx selbst, im Gegensatz zu den späteren „Marxisten“, nicht das Ressentiment gegen die Kapitalisten schüren, d.h. nicht an die sekundäre Schicht der Massen appellieren wollte, sondern nur bestrebt war die ökonomischen Zwänge freizulegen, denen auch sie unterworfen sind. Der einzige „Appell“, der irgendwo hinführt, ist der an den bioenergetischen Kern. Jede Bildung, die diesen Namen verdient, spricht den Kern an – kommt aus dem Kern. Bildung ist bisher fast stets gescheitert, weil sie nie klar zwischen den drei Schichten unterschieden hat und so auch der Irrationalität und dem Lebenshaß dienen konnte.

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