Posts Tagged ‘19. Jahrhundert’

Die Geschichte unserer Bioenergetik im Spiegel der Musik

22. Oktober 2019

Wenn ich an „Casanova“ denke, an meinen Lieblingsregisseur Peter Greenaway, der seine Filme mit entsprechender Musik untermalt (etwa Der Kontrakt des Zeichners) und nicht zuletzt an folgendes Video:

– die Musik des 18. Jahrhunderts (Bach, Telemann, Mozart) hat einen dezidiert mechanischen, sadistischen und pornographischen Charakter; ist das, was Reich in Bezug auf Jazz und Rock’n Roll als „Fickermusik“ bezeichnet hat: die perfekte Musikuntermalung für das Bordell. Sie spiegelt eine Gesellschaft wider, die noch nicht zum bioenergetischen Kern vorgedrungen war, sondern in der Fassade und sekundären Schicht hängenblieb. Das Großartige dieser Musik, insbesondere bei meinem Lieblingskomponisten Mozart, ist der ständige Versuch zum Kern durchzudringen.

Das zeitigte schließlich Erfolg im 19. Jahrhundert mit der romantischen Musik, die untrennbar mit dem allmählichen Zerfall der erstarrten Ständegesellschaft verbunden ist, in der die Menschen gleichfalls erstarrt waren. Sie trugen buchstäblich Masken. Sie „verflüssigten“ sich im Laufe der Zeit, wurden authentischer und die Musik zeichnete entsprechend „Seelenlandschaften“, wie etwa bei Wagner, Bruckner und Mahler. Man bewegt sich in der sekundären Schicht und auf stark verzerrte Weise im Kern, d.h. hat „Ahnungen von Tiefe“, wenn man das so ausdrücken kann. Vom emotionalen Gehalt her entsprach das in etwa der heutigen „Heilung“:

Bei der romantischen Musik brachen die Menschen ähnlich in Tränen aus und hatten ähnliche „Ahnungen“ und „Wallungen“ wie heute beim Gesang von Maria Franz (was für eine FRAU!) und ihrer Truppe! Ich kann mich ihrer Magie jedenfalls kaum entziehen. Ich kann mich von dieser unglaublichen Musik gar nicht losreißen. So muß sich ein gläubiger Wagnerianer im 19. Jahrhundert gefühlt haben, als er den Weihfestspielen in Bayreuth beiwohnen durfte:

Im 20. Jahrhundert (Schönberg, Webern, Frank Zappa) kippt dieser Subjektivismus, „das Gefühl“, des 19 Jahrhunderts in einen seelenlosen Intellektualismus um, sozusagen eine Flucht vor dem Kern „nach außen“. Diese Bewegung kommt sehr schön in einem Klavierkonzert zum Ausdruck, bei dem ich fast geneigt bin, es als mein Lieblingsstück überhaupt zu bezeichnen. Eines der größten Musikwerke, die je geschrieben wurden – meiner Meinung nach…:

Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

20. Oktober 2019


Die „Überwindung“ des Menschen:

Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

DOR-Wolken und Saharasia-Theorie im 19. Jahrhundert

11. Januar 2018

Reichs DOR-Wolken hat bereits der Maler und Gesellschaftskritiker John Ruskin (1819-1900) beschrieben. Er, der „erste Ökologe“, nannte sie „Sturm-Wolken“ bzw. „Pest-Wolken“, dem ein „Pest-Wind“ vorangeht, eine Schwärzung der Landschaft. Siehe dazu seine beiden Vorträge The Storm-Cloud of the Nineteenth Century aus dem jahre 1884. Man vermeint Reich zu lesen, denn alles entspricht weitgehend dessen Beschreibung des atmosphärischen DOR. (Siehe auch Richard A. Blasbands „CORE Progress Report No. 10: DOR, 1884 and Today“. The Journal of Orgonomie, 15(1), May 1981, S. 127-129.)