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Der unmöglich zu schreibende Blogeintrag über Orgontherapie

30. Juli 2026

Ich wollte diesen Blogeintrag schon des längeren schreiben, habe aber immer wieder gezögert, weil ich aus naheliegenden Gründe Namen weder nennen kann noch will. Das öffnet natürlich Fehlidentifikationen und Gerüchten Tür und Tor… Wie man’s macht, macht man es verkehrt! Es geht im folgenden um geschlechts- und nationslose Orgontherapeuten, alphabetisch aneinandergereiht. Dabei handelt es sich explizit nicht um irgendwelche „Reichianischen Therapeuten“ oder selbsternannte „Orgontherapeuten“, sondern tatsächlich um Ärzte, die von Reich oder seinen direkten Schülern ausgebildet und explizit als Orgontherapeuten autorisiert worden sind.

Da wäre erstmal A, der seine Patienten unterschiedslos nach dem Schema F behandelte: atmen und ausagieren lassen. Als nach As Tod B und C dessen Patienten übernahmen, waren sie einfach nur entsetzt. Von Charakteranalyse oder der naheliegenden Einsicht, daß das Ausagieren (wildes rumstrampeln) ein Weglaufen vor tieferen Gefühlen sein kann und deshalb in diesem Fall das diametrale Gegenteil einer Orgontherapie darstellt, konnte keine Rede sein. A war alles mögliche gewesen, aber definitiv kein Orgontherapeut!

Nach dem Tod von B übernahm D dessen Patienten und stellte mit einiger Verwunderung fest, daß B an sich das gleiche getan hatte wie zuvor A. Zwar auf einem weitaus höherem Niveau, aber der Effekt war derselbe: die Patienten wurden an die Therapie gebunden, weil sie sich besser fühlten, etwa so wie man sich nach irgendwelchen „fernöstlichen Praktiken“ besser fühlt. Sie kamen gerne zur Therapie, aber von einer charakterlichen Umstrukturierung („Entpanzerung“) konnte teilweise jahrzehntelang kaum die Rede sein. Bei C hatte E die Patienten übernommen und stellte bei manchen eine falsche Charakterdiagnose fest, so daß die Therapie bei C ihnen eher geschadet als geholfen hatte.

Schließlich wäre noch F zu nennen, der nach Jahrzehnten der Orgontherapie-Praxis etwas verwundert feststellte, daß er am Ende der jeweiligen Therapie, also beim Öffnen des Beckens, praktisch nie auf die dramatische „Endverschlechterung“ gestoßen war, von der Reich und Baker gesprochen hatten, und bei kaum einem seiner Patienten war der Orgasmusreflex aufgetreten. Da fragt man sich, ob er je wirklich Orgontherapeut gewesen war oder nicht einfach nur ein netter „bioenergetisch orientierter“ Psychiater, der seine Patienten „heilte“, indem er sowas wie ein „Ersatzelter“ war, bei dem sie die Patienten puddelwohl fühlten. Von Fs Schülern schweigen wir lieber und erst recht von G, der jeden zum „Orgontherapeuten“ ausbildete, der nicht rechtzeitig auf einen Baum klettern konnte…

Ich hätte beinahe geschrieben: Wenn ich das Wort „Orgontherapie“ höre, entsichere ich meine Pistole… Das wäre nicht mal übertrieben, denn ich könnte Horrorgeschichten erzählen bzw. besser nicht… Ich wurde immer wieder gefragt, warum ich so „fanatisch“ und absolut kompromißlos das American College of Orgonomy unterstütze. Die Antwort ist einfach: ohne Elsworth F. Baker und Charles Konia würde es auf diesem Planeten keine Orgontherapie mehr geben! Ja, die Voraussetzungen (Ausbildung zum Arzt, dann Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und danach noch zusätzlich Ausbildung zum medizinischen Orgonom) ist geradezu unmenschlich aufwendig, die lebenslange Supervision außergewöhnlich, aber leider absolut notwendig.