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Orgasmusforschung an der University of California

9. Juli 2012

Wie bereits vor wenigen Tagen dargelegt, bewegt sich die biomedizinische Forschung nach langer Unterbrechung wieder in ähnlichen Gefilden wie zu Reichs Zeiten, bevor die Genetik alles hoffnungslos überwucherte.

Krebs wird mit der hohen Teilungsrate und der „Unsterblichkeit“ der Krebszellen erklärt, die sich in alle Ewigkeit weiterteilen. Henry Tat Kwong Tse (University of California, Los Angeles) et al. haben überraschend einen weiteren möglichen Faktor identifiziert: Anstatt beim Teilen zwei identische Tochterzellen zu bilden, entstehen bei der Teilung einer einzigen Krebszelle auch drei, vier, sogar fünf neue Zellen.

Die Forscher ließen die Zellen nicht wie herkömmlich in Kulturfläschchen wachsen, sondern in Kammern, die den begrenzten Platz simulieren, der einer Zelle im Körperinneren zur Verfügung steht. Der künstlich erzeugte mechanische Druck, der auf die Zellen von außen einwirkt, führte dazu, daß die Zellen ungleichmäßig geformt waren und paradoxerweise deutlich größer wurden. Bei der Hälfte der Zellteilungen ergaben sich, statt der üblichen zwei identischen Tochterzellen, gleich drei oder vier unterschiedlicher Größe und Form. Teilweise traten sogar fünf Tochterzellen auf. Ein Großteil des Nachwuchses war dabei durchaus lebensfähig und bildete anschließend seinerseits wiederum mehrere Tochterzellen.

Eine Zellteilung sei ein unglaublich komplexer Vorgang, der streng reguliert und kontrolliert werden muß, damit er korrekt ablaufe, kommentieren die Forscher. Gerät dieses empfindliche Ineinanderspielen der verschiedenen Prozesse aus dem Takt, etwa durch erhöhten Druck wie im aktuellen Experiment, führe das zwangsläufig zu Fehlern – beispielsweise beim Kopieren der Erbinformation oder bei der Verteilung der Chromosomen und der anderen Bestandteile einer Zelle. Auf diese Weise entstünden dann wiederum entartete Zellen, die sich ihrerseits nicht normal teilten. Es sei zum Beispiel sehr wahrscheinlich, daß die Nachkommen solcher Zellen nicht die korrekte Zahl an Chromosomen von ihrer Mutterzelle mitbekommen. Das könnte erklären, warum dieses Problem, Aneuploidie genannt, so häufig bei Krebszellen vorkommt, schreiben die Wissenschaftler.

Zur Aneuploidie siehe auch Krebs, Chromosomen und Orgonenergie, wo noch von einer durchgängigen Teilung der Krebszellen in zwei Tochterzellen ausgegangen wird.

Bisher ging es stets um diffizile biochemische und mikrobiologische Prozesse, neuerdings geht es schlicht um primitive Druckverhältnisse und damit um genau das, was in Reichs von der Orgasmusforschung geleiteten Krebstheorie im Mittelpunkt stand.

Reich führt das „wilde Zellwachstum“ bei Krebs auf etwas zurück, was einem „akuten Angstanfall“ entspricht (Der Krebs, Fischer TB, S. 242). Die Krebszellen reagieren ähnlich wie der Gesamtorganismus bei Angst, wenn das Herz wild pocht, der Blutdruck steigt und es „in den Gedärmen rumort“. Beim Menschen mündet das schließlich in wilder Flucht oder einem unkontrollierten Amoklauf. Bei der Krebszelle mündet die Panik in einer „wilden“ Zellteilung.

Bioenergetisch gesehen ist Angst nichts anderes als eine Kontraktion, die gegen eine zugrundeliegende Expansion gerichtet ist. Das unterscheidet die Angst von der Trauer. Dieser Widerspruch zwischen dem nach innen gerichteten und dem nach außen gerichteten Druck macht das Gefühl „Angst“ aus: Beklemmung. In der oben genannten Studie der University of California haben wir genau das gleiche vor uns: auf einen Organismus (die Krebszelle) wird von außen Druck ausgeübt und er reagiert mit Panik.

Ähnlich wie bei Mensch und Tier Angst in vollkommen chaotischen, zutiefst unorganischen Reaktionen münden kann (blinde Flucht oder blinde Aggression), endet auch der „akute Angstanfall“ der Zelle im unorganischen Chaos. Statt zur organischen Bifurkation, die alles lebendige Leben bestimmt, kommt es zu einer chaotischen Wucherung ohne innere Folgerichtigkeit. Alles läuft aus dem Ruder und das Lebendige selbst entartet.