Posts Tagged ‘Membran’

Die grenzenlose Charakterstruktur

1. November 2018

Reich glaubte, daß „die Emotionen an die Existenz und Bewegung von protoplasmatischer Substanz innerhalb eines begrenzten Systems gebunden sind und ohne diese Voraussetzung nicht existieren“. Expansion und Kontraktion gäbe es, so Reich, auch in der unbelebten Natur, aber mit einer Membran werden daraus die Emotionen, insbesondere die beiden Grundemotionen Lust (Expansion) und Angst (Kontraktion) (Äther, Gott und Teufel, S. 90f).

Aus dieser Warte muß man den heutigen Wahn sehen, alle Grenzen beseitigen zu wollen. Im Gespräch mit Jürgen Elsässer nennt Gerhard Wisnewski insbesondere folgende Beispiele dafür, daß überall Grenzen aufgelöst werden, wobei er bemerkenswerterweise „Leben“ durchaus ähnlich definiert wie Reich (Compact, 11/2018):

  1. finanzielle und wirtschaftliche Grenzen (deine Ersparnisse bürgen für die Verschwendung in Südeuropa, etc.);
  2. nationale Grenzen („Europa“ und die UN);
  3. ethnische Grenzen („Umvolkung“);
  4. intellektuelle und Begabungsgrenzen (die Einheitsschule, der Gerechtigkeitswahn);
  5. kulturelle Grenzen (Hollywoods globale Einheits-„Kultur“);
  6. sexuelle Grenzen („Gendermainstreaming“, wobei gleichzeitig die beiden Geschlechter zunehmend voneinander entfremdet werden);
  7. künstlerische Grenzen („Crossover-Projekte, es wird alles gemischt, Klassik mit Rock und Jazz und so weiter“).
  8. Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine („Transhumanismus“).
  9. Die Grenzauflösung durch Organtransplantation, bei der übrigens LEBENDE ausgeschlachtet werden. Tote können keine Organe spenden, denn diese sind tot, d.h. funktionsunfähig!
  10. Die Grenze zwischen Tier und Mensch: Manieren, Schamgefühle, kurz die Kultur, werden aufgelöst – der Mensch wird zum Schwein.
  11. Die große Vereinheitlichung mit Weltstaat, gleichgeschaltetem Einheitsbürger und einer Weltreligion.

Für Wischnewski ist das alles von oben geplant und zwar seit Jahrzehnten, sogar Jahrhunderten (sic!). Er weiß nichts von der Emotionellen Pest, d.h. der Verschwörung gegen das Leben (das anfangs erwähnte Leben konstituierende „Grenzziehen“) an sich. Spezifischer geht es um die linksliberale und sozialistische Charakterstruktur, die auf der Verneinung von Emotionen beruht. Solche Menschen, die ganz „zerebral“ ausschließlich im „energetischen Orgonom“ leben, aus dem sie ständig hinaus streben, und denen das „orgonotische System“ (die Organisation der Pulsation – Expansion und Kontraktion, Lust und Angst) fremd ist, ertragen keine Grenzen, weil sie keine Emotionen ertragen. Bei der Nationalhymne legen sie nicht ergriffen die rechte Hand auf die Herzregion, sondern sie sind „internationalistisch angewidert“ und „betroffen“. Man gehe aus dieser Perspektive nochmals die obigen elf Punkte durch: alles löst sich in einen emotionslosen konturlosen Empfindungsbrei auf!

Daß sich die Emotionelle Pest organisiert, ist sekundär. Um zu verstehen, was wirklich in der Welt geschieht, muß man Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker, Paul Mathews und Charles Konia lesen!

Die Lebensenergie

8. November 2016

Reich betrachtete sich als „Entdecker der Lebensenergie“. „Lebensenergie“ bedeutet aber nicht, daß tote Materie lebendig wird, wenn diese „Energie“ hinzutritt. Das wäre ja auch widersinnig, denn Lebensenergie ist überall vorhanden, d.h. auch auf dem Mond! „Lebensenergie“ bedeutet, daß Materie lebendig werden kann, wenn sie sich genauso verhalten kann, wie diese Lebensenergie. Zunächst wäre da die Pulsation eines abgegrenzten aber elastischen Bereichs, der entsprechend als Ganzheit pulsieren kann. Zweitens formt sich dieses „membranöse“ Gebilde entsprechend der kreiselförmigen Bewegung der Lebensenergie. Praktisch alles Lebendige (die Organismen und so gut wie alle ihre inneren Organe) hat die Orgonom-Form. Auf dem Mond hat buchstäblich nichts eine Orgonom-Form! Und drittens funktioniert ein Organismus als Einheit, d.h. jenseits von Raum und Zeit. Die Gene und deren Funktionsweise sind ein Beispiel. All das tritt rudimentär auch in der toten Natur auf, etwa die Pulsation der Atmosphäre, die Orgon-Form der Wirbelstürme und ihr einheitliches Funktionieren, aber es bedarf besonderer Bedingungen, die Reich beispielsweise in den Bion-Experimenten erforscht hat, bevor die Lebensenergie tatsächlich die spezifische Energie von Organismen werden kann, sich sozusagen vollgültig manifestieren kann.

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel II.2.d.

18. Mai 2015

orgonometrieteil12

II. Der orgonomische Funktionalismus

1. Die orgonotische Strömung

a. Orgonotischer Kontakt

b. Die funktionelle Identität von objektiven Vorgängen und subjektivem Erleben

c. Varianten der orgonotischen Strömung

d. Die Grundlage der Psychoanalyse

e. Die Grundlage der Orgontherapie

2. Die kosmische Überlagerung

a. Die Galaxien

b. Familien und Arbeitsorganisationen

c. Atome

d. Bewußtsein

Orgasmusforschung am Institut Curie, Paris

5. Juli 2012

Jonas Ranft und seine Kollegen vom Institut Curie, Paris wandeln auf ähnlichen Pfaden wie einst Reich in den 1930er Jahren. Statt die Zelle von der Genetik und den Mechanismen der biochemischen Signalgebung innerhalb und zwischen Zellen her zu untersuchen, betrachteten die französischen Physiker den Flüssigkeitsdruck innerhalb und außerhalb der Zellen. Dazu versuchten sie zuvor dokumentierte Beobachtungen mit Hilfe eines mathematischen Modells mit zwei Komponenten zu untersuchen.

Auf der einen Seite werden Zellen wie eine sich teilende Flüssigkeit behandelt, die einer Expansion ausgesetzt ist. Auf der anderen Seite ist die Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen wie eine ideale Flüssigkeit, die nicht zusammengepreßt werden kann. Dieses Modell wurde entworfen, um die Natur des mechanischen Drucks aufzuhellen, der auf sich teilende Zellen durch ihr Umgebungsgewebe ausgeübt wird. Er wird als homöostatischer Druck bezeichnet.

Zuvor hatte das Team um Ranft ein Modell mit nur einer Komponente entwickelt, in der der homöostatische Druck proportional zum Flüssigkeitsdruck innerhalb der Zelle ist. Wenn dies jedoch der Fall wäre, könnte es sehr große Organismen nicht geben, da die Zellen im unteren Bereich des Körpers den Druck nicht überlebten.

Mit dem dergestalt die Wirklichkeit weit besser beschreibenden Zweikomponenten-Modell, schlossen die Wissenschaftler darauf, daß es der Innenruck der Zellen und nicht der Außendruck der zwischenräumlichen Flüssigkeit ist, der den Grad der Zellteilung beeinflußt. Wenn genauso viele Zellen durch Zellteilung entstehen, wie durch bionösen Zerfall (Apoptose) zugrundegehen, ist der homöostatische Druck ausgeglichen. Entsprechend wird er vor allem durch Zellwucherungen wie insbesondere beim Krebs gestört.

Bemerkenswert an der Arbeit des Institut Curie ist die Bedeutung, die dem steigenden Innendruck („Expansion“) der Zellen für das fundamentale Funktionieren der Organismen zukommt, frei nach Reichs Orgasmusformel „Schwellung → Ladung → Entladung → Enspannung“. Darüber hinaus sind beide Ansätze eng mit dem Krebsproblem verknüpft.

Reich hatte in den 1930er Jahren gezeigt, daß die Spannungs-Ladungs-Vorgänge, die für die Sexualität charakteristisch sind, auch bei der Zellteilung eine Rolle spielen. Bei der Zelle ist der Spannungsdruck gegen die Membran vor der Teilung höher als danach jeweils in den beiden Tochterzellen. Zellteilung ist entsprechend ein orgastischer Vorgang.

In den 1930er Jahren spaltete sich die biologische Forschung: Die „Schulbiologen“ beschäftigten sich fast ausschließlich mit den „nichtlokalen“ Aspekten des orgonotischen Funktionierens, die sich in der genetischen Information und der Signalgebung niederschlagen. Siehe dazu etwa meine orgonometrischen Ausführungen über Biopathien und die Gene. Mit der „lokalen“ orgonotischen Bewegung (Kreiselwelle, Pulsation) hat sich bisher fast ausschließlich die Orgonomie beschäftigt, weshalb die Studie des Institut Curie so bemerkenswert ist.