Posts Tagged ‘Humanismus’

Ideologie und das Nichtglaubenwollen (Teil 9)

14. Mai 2020

von Paul Mathews, M.A.

 

Eine andere Methode besteht darin, Amerika mit dem Verhalten dieser faschistischen Kräfte gleichzusetzen. Sie hat die Funktion, anscheinend beide Seiten im Interesse des utopischen Ideals zu verdammen. Auf mehr subtile Weise dient es der Funktion, das Identifikationsobjekt – die extreme Linke oder die Kommunisten – zu verteidigen, indem sie heimlich dem anerkannten Anstand Amerikas gleichgestellt werden, was bedeutet, wenn die Sowjetunion so schlecht ist wie Amerika, dann ist sie auch genauso gut. Es ist im Wesentlichen eine umständliche Abwehr3. Nochmals, wie Reich erklärte:

Die Menschen weichen der Wahrheit aus, weil schon das erste bißchen Wahrheit, das ausgesprochen oder gelebt würde, weitere Wahrheit hervorriefe; und dies würde sich unberechenbar fortsetzen und die meisten Menschen aus ihrer gewohnten Bahn werfen. Im Grunde aber wissen die Menschen, was wahr ist und was nicht, auch wenn sie so oft der Lüge beistehen. Sie unterstützen die Lüge, weil sie zu einer Krücke geworden ist, ohne die das Leben nicht mehr möglich wäre. Deshalb steht . . . die Wahrheit und nicht die Lüge unter dem Verdacht, falsch zu sein. (1:174)i

Ein weiterer Fallstrick des Mechanismus der Gleichsetzung ist der Glaube, dass man mit der organisierten emotionellen Pest genauso umgehen kann wie mit einem einfachen neurotischen oder gesünderen System. Dies führt unweigerlich zu solch potenziell katastrophalen Herangehensweisen wie der einseitigen Abrüstung sogar ohne Inspektion unter dem Deckmantel des Vertrauens in die Sowjets, sowie der Weigerung, die sowjetischen Eingriffe in Lateinamerika und anderswo klar zu sehen und sich ihnen gewaltsam zu widersetzen. Nämlich, da wir keine Expansionisten und auch keine Imperialisten mehr sind, folgt, dass sie es im Grunde genommen auch nicht sind bzw. sie davon überzeugt werden können und ihnen die Gewissheit gegeben werden kann, dass wir keine Bedrohung für sie darstellen (eine Tatsache, die sie bereits gut verstehen und die ihre vergangenen Abenteuer erklärt). Norman Podhoretz erklärt bei der Beschreibung der Liberalen in den 1930er und 40er Jahren:

Solche Leute, die sich im Allgemeinen als Liberale betrachteten. … weigerten sich hartnäckig zu glauben, dass die Sowjetunion so schlimm sei, wie es den Anschein hatte, oder dass Kommunisten etwas Anderes seien als „eilige Liberale“. Sie waren immer geneigt, der Sowjetunion den Vorteil des Zweifels zu geben, standen immer bereit mit einer entschuldigenden Erklärung für alles, was die Sowjets taten, und waren ebenso bereit, die Kommunisten als Teilnehmer am Kampf für soziale Gerechtigkeit im eigenen Land zu behandeln, zusammen mit anderen rechtschaffenen, anständigen, fortschrittlichen Menschen. (18)

Die letzte Zeile dieses Zitats bringt natürlich all jene „ehrbaren, fortschrittlichen“ Menschen auf eine Linie mit der Sowjetunion gegen ihre eigene Heimat („daheim“). Ein wesentliches Merkmal der „liberalen“ Haltung war laut Podhoretz ihre „Weigerung, den Kommunismus als Ideologie oder die Sowjetunion als Feind ernst zu nehmen“. Anscheinend hat sich nichts geändert. Das liberale „Establishment der Abwehr“, ein Produkt der Kindererziehung und der intellektuellen Indoktrination, die aus dem „Zeitalter der Vernunft“ stammt, hat sich gehalten. Die verzerrte Abwehr der sexuellen Energie des Kerns, die sich in religiöse Mystik verwandelte, die frühere historische Perioden kennzeichnete und sich als direkte oder rationalisierte Ausdrücke der sekundären Schicht manifestierte, wurde selbst in die nicht-religiöse Ideologie des säkularen Humanismus konvertiert, der den Intellekt als Gottheit inthronisiert hatte und lernte, in der tertiären Schicht des falschen Humanismus die gleichen Gräueltaten zu begehen wie sein Vorgänger. Obwohl die Ideologie des Liberalismus seit einigen Jahrhunderten Liebe, Frieden, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit predigt, haben deshalb die Katastrophen mit ihren letztendlichen Auswirkungen fortbestanden. Die Frage ist, ob eine Welt, in der nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen ausreichend frei, ernährt, untergebracht und sexuell aufgeklärt ist, überleben kann, wenn die Mechanismen der Ideologie und des Nichtglaubenwollens bei zukünftigen Aktionsprogrammen nicht verstanden und berücksichtigt werden. Jean-Francois Revel stellte fest:

Jede Gesellschaft, egal welcher Art, kann heute der Demokratie beitreten, mit einer einzigen Ausnahme: der kommunistischen Gesellschaft, die nicht demokratisch werden kann, ohne sich selbst zu zerstören. Verständlicherweise versuchen totalitäre Strategen also, diese Tendenz in der immer noch formbaren Welt um sie herum umzukehren oder zu blockieren. Weniger leicht zu verstehen ist, dass sie einige ihrer eifrigsten Jünger aus den Führern und Denkern der Demokratie rekrutieren können. (19) [Hervorhebung hinzugefügt.]

Die „Führer und Denker“, auf die sich Revel bezieht, sind die Liberalen und Linken, deren Ideologie hier beschrieben wurde.

 

Anmerkungen

3 Winston Churchill sagte: „Setzen Sie denjenigen, der ‚Feuer‘ schreit, nicht mit dem Brandstifter gleich.“

 

Anmerkungen des Übersetzers

i Christusmord, Verlag Ullstein GmbH, 1983, S. 309.
The Murder of Christ, Farrar, Straus and Giroux, Sixth Printing, 1971, S. 174.

 

Literatur

1. Reich, W.: The Murder of Christ. Rangeley, Maine: Orgone Institute Press, 1953.
18. Podhoretz, N.: The Bloody Crossroads. New York: Simon & Schuster, 1986, S. 24.
19. Revel, J.-F.: How Democracies Perish. New York: Harper & Row, 1985, S. 345.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 21 (1987), Nr. 1, S. 68-83.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Ideologie und das Nichtglaubenwollen (Teil 8)

12. Mai 2020

von Paul Mathews, M.A.

 

Nur ein funktionell denkender Mensch – mit der Fähigkeit, unangenehmen Wahrheiten über seinen eigenen Charakter ins Auge zu sehen – kann rationale Entscheidungen für das Überleben von primären, aus dem Kern stammenden Werten treffen. Der ideologische Charakter – ob liberal, konservativ, mystisch-mechanistisch oder emotionelle Pest – kann nur auf der Ebene der Abwehr gegen oder des Dienstes an der sekundären Schicht in unterschiedlichen Graden funktionieren. Die Notwendigkeit der Abwehr mindert die Energie, die für eine echte Sorge (Kontakt zum Kern) für Säuglinge und Kinder, für Freiheit und Frieden, für das planetarische Überleben (Kontakt zur Umwelt) und für das Gefühl der Zugehörigkeit und der Teilhabe am Universum (kosmischer Kontakt) notwendig ist. Der Mystiker braucht die Religion und der Liberale braucht Ethik und Humanismus als Ersatzkontakte, so wie die emotionale Pest Macht braucht, um zu überleben.

All die genannten Tatsachen verdeutlichen, warum immer dann, wenn – wie in den Medien – die Liberalen vorherrschen, die Betonung auf „Menschenrechte“ und „Gerechtigkeit“ für den „Benachteiligten“ und die unaufhörliche, nie eingeschränkte Kritik am eigenen Land oder der eigenen Einflusssphäre (dem Westen) liegt, gleichgültig wie überlegen die vorgeblichen liberalen Werte sind im Vergleich zum Rivalen (Sowjetunion, Rotchina und der kommunistischen Welt), dem Zweifel zugutegehalten und dem unermüdliche Ehrerbietung und ständige Begünstigung sowie unendliches Wunschdenken zuteilwerden. Dieses ständige Kritisieren dient der Sache des Feindes, der Zugang zu unserer offenen Gesellschaft hat. Die Frage ist, ob dies eine unvermeidliche Begleiterscheinung der Kritik ist oder eine unbewusste Motivation hat.

Eine eindeutige und unbestreitbare Verletzung der „liberalen Werte“ seitens der letzteren wird mit einer Reaktion des zögerlichen Zugeständnisses oder des Stillhaltens und des Rückzugs beantwortet – wie im Falle Kambodschas, der Nachwirkungen von Vietnam, der kommunistischen Dissidenten, der Abschaffung der bürgerlichen Freiheiten in Nicaragua usw. – mit Aufrufen zu Geduld und Toleranz, während einer ähnlichen und im Vergleich dazu sogar geringeren Verletzung durch die USA und ihre Verbündeten in der westlichen Welt mit den rechtschaffensten und intolerantesten Forderungen begegnet wird, wie in Chile, Südafrika, El Salvador, Israel und den Philippinen und was auch immer die gegenwärtig angesagte cause célèbreh für das immer unrechthabende Vaterland – den USA – ist.

Der liberale Charakter durchdringt das politische Spektrum der Linken so sehr, dass sie die Bedrohung durch den Roten Faschismus nicht vollständig sehen und verstehen können. Die Identifikation mit diesen Faschisten liegt im ideologischen Bereich als Teil der großen humanistischen Konstruktion. Die Stärke der Abwehr ist so stark, dass sie, wenn sie von den offensichtlichsten und durchschaubarsten monströsen Übeln dieser Mächte bedrängt wird, entweder keine Bereitschaft zum Glauben oder eine Hast zur Rationalisierung besteht – wie bei Einstein.

 

Anmerkungen des Übersetzers

hfranz.: berühmte Ursache.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 21 (1987), Nr. 1, S. 68-83.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Ideologie und das Nichtglaubenwollen (Teil 6)

6. Mai 2020

von Paul Mathews, M.A.

 

Lassen Sie uns an dieser Stelle eine Pause einlegen, um einige zwingende Fragen zu stellen: Wie bestimmen wir, was ideologisch und was natürliches, rationales Denken ist? Wie messen wir den Grad der Wahrheit in der Ideologie? Auch hier können wir uns an Reich wenden, um uns beraten zu lassen:

Wahrheit ist voller, unmittelbarer Kontakt zwischen wahrnehmendem und wahrgenommenem Leben. Je besser der Kontakt ist, desto voller ist das wahrheitsgetreue Erleben. Je besser die Funktionen der lebendigen Wahrnehmung koordiniert sind, desto umfassender ist eine jeweilige Wahrheit. Und die lebendige Wahrnehmung ist genau in dem Grade koordiniert, wie die Bewegung des lebendigen Protoplasmas koordiniert ist. . . . Wahrheit ist ihrem Wesen nach kein ethisches Ideal, wie viele Glauben. Sie wurde erst zum ethischen Ideal, als sie zusammen mit dem „Paradies“, d.h. der vollen Funktionsfähigkeit des Lebendigen im Menschen, verloren ging. . . . Wahrheit ist in einem und wirkt in einem, genau wie das Herz eines Menschen schlägt und seine Augen sehen, nämlich gut oder schlecht, je nach dem Zustand seines Organismus. . . . Wahrheit ist demnach eine natürliche Funktion, ebenso wie das Gehen oder das Laufen oder das Jagen von Bären bei den Eskimos oder das Auffinden von Spuren des Feindes bei den Indianern. (1:167)f

Wenn es also eine grundlegende Wahrheit gibt, dann sind es die Gesetze des Lebens. Reichs Entdeckung der Orgasmusformel und des funktionellen Denkens haben verdeutlicht, welche diese Gesetze sind. Die Wahrheit liegt also unter den Trümmern der sekundären Schicht und ihrer oberflächlichen Fassade. Sie liegt innerhalb des primären Kerns der Lebensstruktur. Rationales Denken muss daher in funktioneller Hinsicht den Bedürfnissen dieses Kerns entsprechen und nicht der Abwehrfunktion der oberen destruktiven und täuschenden Schichten. Reich bezeichnete die sekundäre Schicht als das „Reich des Faschisten“ und die äußere Schicht als das „Reich des Liberalen“ (15). Damit verdeutlichte er die Charakterfunktion des Liberalen; dass er seine Schuld und Scham vor anderen und vor sich selbst verbergen muss. Die humanistische Ideologie des Liberalen ist, wie E.F. Baker und andere gezeigt haben, nur eine große Täuschung, die ironischerweise versucht, das Gute des primären Kerns zu nutzen, um es sehr gut abzuwehren (16, 17). Der Liberale tut dies, indem er eine Ethik von Güte und „Fairness“ schafft, die aufgrund ihrer kontaktlosen und mechanistischen Anwendung unweigerlich zum Gegenteil führt und zur Unterstützung der schlimmsten Unterdrücker der Menschheit, der organisierten und der unorganisierten. Hinsichtlich der Liberalen („Freiheitskrämer“) sagte Reich:

. . . Er meint nicht das, was er sagt. Er weiß nichts über das Leben und dessen Schwierigkeiten. Er verwandelt alle Realitäten in Formalitäten und alle praktischen Probleme des Lebens in Ideen über ein zukünftiges Paradies der Menschheit. Auf diese Weise bringt er sich – und wenn er durch gutgläubige Massen an die Macht gebracht wurde, auch diese – in eine schlimme Situation. . . . Wahrheit ist für ihn ein „Ideal“ und nicht die Art und Weise, in der alle Angelegenheiten erledigt werden. Ist er rechthaberisch, so glaubt er, dass er die Wahrheit verteidigt. Der Konservative, der aus der instinktiven Kenntnis der großen Schwierigkeiten, die mit dem Streben nach Wahrheit verbunden sind, den status quo im gesellschaftlichen Leben verteidigt, ist weit ehrlicher. (1:173g)

In Übereinstimmung mit dem obigen Zitat neigt der Liberale dazu, sich selbst als ein Modell für Mitgefühl, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit darzustellen. Doch wo immer sein Einfluss vorherrscht, wird entweder das Gegenteil von dem erreicht, was er angeblich anstrebt – oder eine grobe Verzerrung davon – wie ein Zustand der Zügellosigkeit, der Verwirrung, des Chaos und der Unordnung, der sich leicht für eine Übernahme durch eine Gegentyrannei (das Weimarer Deutschland, Kerenskis Russland, Benes‘ Tschechoslowakei usw.) oder der Reaktion eignet. Dafür gibt es, wie bereits erwähnt, einen guten Grund, also lassen Sie uns unter anderem speziell die Frage des modernen Liberalismus und des Rassismus untersuchen.

 

Anmerkungen des Übersetzers

f Christusmord, Verlag Ullstein GmbH, 1983, S. 297f.
g Christusmord, Verlag Ullstein GmbH, 1983, S. 307. Fehlendes Kursiv hinzugefügt.

 

Literatur

1. Reich, W.: The Murder of Christ. Rangeley, Maine: Orgone Institute Press, 1953.
15. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Orgone Institute Press, 1946, p.viii.
16. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan Co., 1967.
17. Mathews, P.: „A Functional Understanding of the Modern Liberal Character“, Journal of Orgonomy, 1(1&2), 1967.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 21 (1987), Nr. 1, S. 68-83.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Ideologie und das Nichtglaubenwollen (Teil 5)

29. April 2020

von Paul Mathews, M.A.

 

Selbst ein so bewunderter Verfechter des Friedens, der Gerechtigkeit und des Humanismus wie Albert Einstein erwies sich als fähig, einige der schrecklichsten Missetaten der Linken zu rationalisieren und die Nation anzugreifen, die ihn vor der Verfolgung bewahrte und ihn bis zur Vergötterung ehrte. In einem erstaunlichen Briefwechsel über einen Zeitraum von mehr als 17 Jahren zwischen Einstein und Professor Sidney Hook von der New Yorker Universität beispielsweise zeigte Einstein ein hohes Maß an Sympathie für die Sowjetunion und ihre vorgeblichen Ideale (10)e. In einem Brief an Max Born, der 1938 geschrieben und lange nach dessen Tod in einem Band von Borns Korrespondenz mit Einstein veröffentlicht wurde, erklärte Einstein, er sei von denjenigen „überzeugt worden, die Russland am besten kennen“, dass die Moskauer Prozesse authentisch und nicht inszeniert seien. Hook fragte sich, ob sich Einstein auf Otto Nathan bezogen habe, einen engen Freund von Einstein und einen Treuhänder seines Nachlasses. Hook stellt fest, dass Dr. Otto Nathan „an der NYU als fanatischer Anti-Antikommunist bekannt war“, der die Moskauer Prozesse ernst genommen habe, und er fragt sich, ob er „maßgeblich dazu beigetragen habe, Einsteins Meinung zu ändern“. In einer Reihe von Briefen drückt Einstein seine Bewunderung für die sowjetischen Errungenschaften aus und entweder rationalisiert er oder redet zweideutig über deren offensichtliche Übel. Über Amerika hat er wenig Gutes zu sagen und in einem Brief vom 3. April 1948 schreibt Einstein an Sidney Hook:

Meiner Meinung nach sind Ihre Ansichten alles andere als objektiv. Wenn Sie sich fragen, wer seit Kriegsende seinen Gegner durch direkte Aktionen in höherem Maße bedroht hat – die Russen die Amerikaner oder die Amerikaner die Russen? Die Antwort ist meiner Meinung nach nicht zweifelhaft . . . Ich bin nicht blind für die gravierenden Schwächen des russischen Regierungssystems . . . aber es hat auf der anderen Seite große Verdienste und es ist schwierig zu entscheiden, ob es den Russen möglich gewesen wäre, mit milderen Methoden zu überleben.

Reich vermutete, dass es ein weiterer Mitarbeiter Einsteins war, Leopold Infeld, ein polnischer Kommunist, der Einstein gegen ihn eingenommen hatte (11). Auch Otto Nathans „fanatischer Anti-Antikommunismus“ ist sicherlich verdächtig. Man kann jedoch sehen, dass Einsteins eigene ideologische Tendenzen linke Unterwanderung bei ihm leicht machten.

Heute, fast 70 Jahre seit der russischen Revolution und 31 Jahre seit Einsteins Tod, bleibt die kommunistische rotfaschistische Bedrohung die stärkste soziopolitische emotionelle Pest-Bedrohung für die Freie Welt. Was sie besonders auszeichnet, sind nicht nur ihre militärische Macht und ihr krebsartiges Wachstum (12), sondern auch die ideologischen Mechanismen, die es so schwierig machen, die Welt davon zu überzeugen, dass sie die Gefahr voll und ganz erkennen und bereit sein muss, ihr ohne Zweifel zu begegnen. Die Vorstellung, dass es irgendwie paranoid, McCarthyistisch oder faschistisch sei, ein Antikommunist zu sein, muss bekämpft und korrigiert werden. Die eigentümlichen Umkehrungen, bei denen Amerika immer das Problem ist, während die Sowjets lediglich „reagieren“, müssen aufgedeckt werden. Das erstaunliche Entgegenkommen der Medien gegenüber Terroristen, die Krittelei an der lange verzögerten militärischen Reaktion auf den staatlich geförderten Terrorismus und die Weigerung, das zu sehen, was Claire Sterling und andere als „The Terror Network“ (13, 14) bezeichnet haben, das letztendlich von den rotfaschistischen Herkunftsländern ausgeht, müssen aufgedeckt werden. Die Technik, Amerika und die Freie Welt mit der kommunistischen Welt gleichzusetzen, muss aufgedeckt werden. Diese ideologischen Mechanismen müssen analysiert und als die Abwehr erklärt werden, die sie darstellen. Wir beschreiben zwar linksgerichtete Mechanismen, aber das Prinzip ist auf beiden Seiten des Spektrums anwendbar und wird nur durch die angegebenen Argumente modifiziert.

 

Anmerkungen des Übersetzers

e https://www.commentarymagazine.com/articles/my-running-debate-with-einstein/

 

Literatur

10. Hook, S.: „My Running Debate with Einstein“, Commentary, July, 1982.
11. Reich, W.: The Einstein Affair. Rangeley, Maine: Orgone Institute Press, 1953.
12. Konia, C.: „Cancer and Communism,“ Journal of Orgonomy, 20(1, 2), 1986.
13. Sterling, C.: The Terror Network. New York: Holt, Rinehart & Winston, April, 1981.
14. Netanyahu, B., Ed.: Terrorism – How the West Can Win. New York: Farrar, Straus & Giroux, 1986.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 21 (1987), Nr. 1, S. 68-83.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

19. Mai 2019

 

Paul Mathews:
Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

 

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

22. März 2019

 

Paul Mathews:
Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

 

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen (Teil 7)

3. Juli 2018

 

Paul Mathews: Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

Der Charakter der Juden

29. Mai 2018

1. Wie in Der verdrängte Christus ausgebreitet, fokussiert sich in der Geschichte Israels und der Juden der kosmische Kampf zwischen OR und DOR, der lebendigen, lebensspendenden Lebensenergie und der giftigen „Todesenergie“. Es ist das auserwählte Volk, was biblisch betrachtet eine grauenvolle Auszeichnung ist, denn „rein“ zu sein, „ein priesterliches Volk“ zu sein, führt nicht nur zur Hybris, die Jesus beispielsweise ständig den Pharisäern vorwarf, sondern geht auch einher mit dem Bewußtsein das Opferlamm zu sein, das absolut fehlerlos sein muß. Deshalb auch die Befreiung, die Christus, das „perfekte Opferlamm“, bedeutet: er, der Messias der Juden, er der „auserwählte“ Sohn Gottes, wäscht mit seinem Blut alle Schuld hinweg. Die theologische und letztendlich bioenergetische Bedeutung des Alten und Neuen Testaments ist in ihrer kosmischen Tiefe schlichtweg unauslotbar. (Man schaue sich die diversen Videos auf One for Israel an!)

2. Das Judentum ist sowohl Volkstum als auch Religion. Entsprechend geht es ständig um den Kleinen Mann und dessen Überwindung, um Enge und Gemeinheit auf der einen und einem großherzigen Humanismus auf der anderen Seite. „Ist der Mensch für den Sabbat da oder der Sabbat für den Menschen.“ In Israel gibt es rabbinische Institute, die sich mit nichts anderem beschäftigen als Apparaturen zu bauen, mit denen man Gottes Vorschriften zum Sabbat austricksen kann, Gott betrügen kann, statt sich darauf zu konzentrieren, daß der Sabbat die erste und gleichzeitig bis heute wichtigste Sozialgesetzgebung der Menschheitsgeschichte ist.

3. In den USA wählen 90% aller Juden die Demokraten, also „humanistisch“ und links. Wie Charles Konia („Why are Jews Liberal?“, The Journal of Orgonomy, Fall 2009/Winter 2010, volume 43, number 2, S. 68f) ausgeführt hat, geht die überwiegend liberale Charakterstruktur („intellektuelle Abwehr“) der Juden darauf zurück, daß sie im Mittelalter und der frühen Neuzeit in intellektuelle Berufe abgedrängt wurden, insbesondere kein Land bewirtschaften und sich nicht bewaffnen durften. Israelis sind auffällig „unjüdisch“.

4. Der Kapitalismus ging aus der Überwindung der rigiden Welt der Gilden hervor. Dabei spielten die Juden als „übernationale“ Gruppe eine entscheidende Rolle. Siehe die entsprechende Kapitalismustheorie von Werner Sombart (vgl. Ökonomie und Sexualökonomie). Wie Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus dargelegt hat, hat der Kapitalismus zwei Aspekte: er verbiegt den Charakter, indem er zur Unehrlichkeit zwingt („der Kunde ist König“, die eigenen Produkte werden wider besseres Wissen als besser als die der Konkurrenz angepriesen, etc.), andererseits ist er die ökonomische Struktur, die der biosozialen Gegebenheit Arbeitsdemokratie noch am nächsten kommt. (Nach Marx mündet der vollendete Kapitalismus im Kommunismus!)

5. Reich waren Leute wie Otto Fenichel wirklich peinlich, denn durch ihr wildes Gestikulieren und andere Manierismen wurde jedem sofort augenfällig, daß es sich um Juden handelte, – wenn man so will um „Südländer“. Mitarbeitern wie Silvert sagte er, wenn sie im Rahmen der charakterologischen Umstrukturierung durch Orgontherapie gesundeten, würden sie aufhören wie Juden auszusehen und sich so zu bewegen. Im Zusammenhang mit seiner Geschichte mit den fast durchweg jüdischen Psychoanalytikern, Marxisten, Trotzkisten, etc. wirkt Reich aus der Distanz wie die Wiederkehr Christi, der sein Volk „vom Joch des Gesetzes“ befreien will.

Orgonomie? Kein Interesse!

23. Mai 2018

Leute interessieren sich für die Orgonomie nur, wenn sie sich für sich selbst interessieren. Aber heute bringt niemand mehr Interesse für sich selbst auf! Alles geht in der sozialen Fassade auf, d.h. der Anpassung an die Umgebung. Man hat seinen „eigenen“ Style, seine „eigene“ Meinung, seinen „eigenen“ Geschmack, d.h. man geht im Kollektiv auf. Man schaue sich doch heutige Jugendliche an: es gibt sie gar nicht mehr als Individuen, es sind bloße Abziehbilder, hohl und ohne Fatum, Tiefe, Gravitas. Die gesamte Existenz einer derartig „vergesellschafteten“ Kreatur erschöpft sich im menschlichen Bereich.

Wenn es in die Tiefe geht, dann geht es allenfalls um die mittlere Schicht, d.h. die verinnerlichten gesellschaftlichen Verbote bzw. die sinnlose Rebellion gegen sie. Das Kind identifizierte sich mit der lustfeindlichen Umwelt, um nicht vernichtet zu werden. So entstand „sein“ Charakter, der nichts weiter ist als das Fremde in ihm. Dergestalt ist er sein eigener schlimmster Feind! Entsprechend ist sein „Egoismus“, seine „Selbstsucht“ nichts als eine Illusion, denn mit seinem wirklichen Selbst hat dieser Wahn nichts, aber auch rein gar nichts gemein. Er dient nicht sich selbst, sondern „Dämonen“, die ihn besetzen und besitzen. Entsprechend ist auch seine gesamte „Spiritualität“ null und nichtig.

Seinen bioenergetischern Kern, d.h. er selbst, die Orgonenergie: für den bzw. die bringt er keinen Funken Interesse auf. Und wer sich nicht für sich selbst interessiert, sondern, um mit Max Stirner zu reden, für „den Menschen“ oder irgendein anderes Hirngespinst, der interessiert sich auch nicht für die Orgonomie. Das rabbinische Judentum und der an seine Stelle tretende Humanismus, der das intellektuelle Leben in den USA dominiert, ist, um mit Reich zu reden, „ausschließlich auf den ‚menschlichen‘ Bereich beschränkt. Es ist diese Beschränkung auf rein menschliche Angelegenheiten, eine Folge der Panzerung, die dafür verantwortlich ist, daß der Mensch keinen Kontakt mit dem Universum bekam“ (Reichs Speaks of Freud). Allein schon von daher, kann die Orgonomie keinen Blumentopf gewinnen.

Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 1)

24. März 2018

 

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters